25. August 2017

Chirurgie: Die wichtigsten Nahttechniken

In allen operativen Fächern werden Wunden zugefügt, die durch Nähte wieder verschlossen werden. Im folgenden Videobeitrag werden die 4 wichtigsten Nahttechniken und eventuell auftretende Komplikationen und ihre Vermeidung in Videosequenzen mit Textbeschreibungen dargestellt.

Dieser Beitrag von Dr. med. Sebastian Gläser und Prof. Dr. med. Markus Heiss (Krankenhaus Merheim) erscheint mit freundlicher Genehmigung von webop.de. Redaktionelle Umsetzung: Marina Urbanietz.

Intrakutannaht

Videodauer: 3 Minuten.

Bemerkung: Die Technik wird mit einem ungefärbten resorbierbaren monofilen Faden dargestellt.

Die Intrakutannaht benötigt nur zwei Hautpenetrationen. Fixierung des Fadens im Wundwinkel mit sicherem Sitz des Knotens, Abschneiden des losen Fadenendes unmittelbar über dem Knoten. Nahtführung streng intrakutan. Der jeweils nächste Einstich erfolgt exakt gegenüber dem letzten Ausstich, um die Haut nicht zu verziehen. Zum Abschluss Verknoten des Fadens mit sich selbst. Das armierte Fadenende hintersticht den Knoten und wird durch das Subkutangewebe zurück an die Hautoberfläche geführt. Abschneiden auf Hautniveau.

Wundverschluss mit topischem Kleber

Videodauer: 50 Sekunden.

Die Versorgung kleinerer glattrandiger Hautwunden kann mit topischem Hautkleber wie zum Beispiel Histoacryl erfolgen. Dazu kann – ein Vorteil beim verletzten Kind zum Beispiel – auf die Lokalanästhesie verzichtet werden. Zu beachten ist die exakte Wundrandadaptation.

Da sich alle Wundkleber von der gesunden Umgebungshaut leichter ablösen, ist es sicherer, nach der primären Wundklebung noch ein bis zwei dünne Schichten aufzutragen – jede Schicht etwas großflächiger als die vorherige. Wichtig ist auch die dünnschichtige Applikation. Der Kleber bildet so einen wasserfesten Verschluss.

Wichtig: Stark blutende Wunden lassen sich so nicht versorgen.

Wundverschluss mit Klebestrips

Videodauer: 30 Sekunden.

Ergänzend zum topischen Kleber oder bei kleinen Wunden auch allein kommen Klebestrips zur Anwendung. Auch hier ist auf die exakte Aneinanderlegung der Wundränder zu achten und auch die Strips eignen sich besonders für die Versorgung von glattrandigen Wunden beim Kind, zum Beispiel im Gesicht.

Wundverschluss mit Nahthefter

Videodauer: 50 Sekunden.

Beim Wundverschluss mit einem Nahthefter werden Klammern aus Edelstahl ins Gewebe gedrückt und umgebogen, sodass die Klammern verschlossen sind und nicht einfach entfernt werden können. Die Wundränder werden mit zwei Pinzetten exakt adaptierend dem Hefter präsentiert. Zwischen jeweils zwei Klammern wird ein Abstand von etwa einem Zentimeter eingehalten. Diese Verschlussmethode benötigt zwei Ausführende.

Vorteil dieser Klammergeräte ist ein sehr schneller Verschluss der Wunden. Die Klammern werden nach ca. 10 Tagen wieder mit Hilfe eines speziellen Gerätes entfernt. Dieses Gerät biegt die Klammern wieder auf und entfernt sie völlig schmerzlos.

Alle wichtigen Informationen zu den chirurgischen Knotentechniken finden Sie in unserem Beitrag Wundverschluss: Die 5 wichtigsten Knotentechniken

Komplikationen und ihre Vermeidung

  • Gewebetraumatisierung → glatte Oberfläche des Fadens, atraumatische Nadel-Faden-Kombination
  • bakterielle Einwanderung → möglichst fehlende Kapillarität des Fadens
  • Gewebeischämie mit konsekutiver Nekrose und damit erhöhtem Infektionsrisiko → schichtgerechter Faszienverschluss ohne Fassen der Muskulatur („small bites“-Technik), Vermeiden einer Subkutannaht (wird kontrovers diskutiert)
  • Aufreißen der Wunde, Nahtdehiszenz → Naht-Technik entsprechend der Wundspannung, ausreichend reißfestes Nahtmaterial
  • Aufgehen des Knotens → glatte Oberfläche und Steifigkeit des Nahtmaterilas verschlechtern den Knotensitz, was durch eine höhere Knotenzahl (ca.6 bis 8) ausgeglichen werden muss.

Weitere Naht- und Knotentechniken sowie Informationen zu Nahtmaterialien finden Sie auf der Webseite der online-OP-Lehre webop.de. Das Konzept „webop“ wurde am chirurgischen Lehrstuhl der Universität Witten/Herdecke entwickelt um Informationen rund um eine Operation als online-Lehre zur Verfügung zu stellen.

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