10. Januar 2018

Tipps im OP, bei Kinderwunsch & für Vorgesetzte

Als Ärztin in der Schwangerschaft arbeiten (Teil 2)

Erfahren Sie hier, welche Tätigkeiten schwangere und stillende Ärztinnen in der Klinik vermeiden sollten und was Vorgesetzte tun können, um ihre Mitarbeiterinnen zu unterstützen. (Lesedauer: 1 Minute)

Dieser Beitrag beruht auf einem Leitfaden des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins und einem Artikel in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift.1,2

Als Schwangere im Operationssaal

Operative Tätigkeiten basieren auf der Freiwilligkeit der schwangeren oder stillenden Ärztin. Dabei sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Ungeeignete Tätigkeiten sind Notfälle, Bereitschaftsdienste und Einsätze auf der Intensivstation
  • Ausschließlich elektive Eingriffe, mit vorheriger Serologie des Patienten (u.a. Hepatitis B und C, HIV, Toxoplasmose, Cytomegalie)
  • Besonderes Augenmerk auf Eigenschutz: doppelte Handschuhe, Schutzbrille, stichsichere Instrumentarien
  • Nach Möglichkeit total-intravenöse Anästhesie
  • Verzicht auf Narkosemasken und Lachgas
  • Maximale Operationsdauer von zwei Stunden

Was kann eine Ärztin selbst tun?

Frauen mit Kinderwunsch sollten ihren Impfstatus auf erforderliche und mögliche Impfungen überprüfen und gegebenenfalls auffrischen. Zudem können bereits im Vorfeld Informationen zum Mutterschutzgesetz, Risiken der Schwangerschaftsphasen und die Abläufe in der Klinik eingeholt werden. Auch der Austausch mit Kolleginnen, die bereits Kinder haben, ist hilfreich.

Schwangere sollten mit Kollegen und Vorgesetzten vereinbaren, welche Tätigkeiten übernommen werden können. Verstärkt wissenschaftliche oder bürokratische Aufgaben sind ohne erhöhtes Risiko möglich. Auch Gesundheitschecks und Beratungen können gut in der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Um die Kollegen zu unterstützen, können im gesetzlichen Rahmen Sonntags- und Abendschichten übernommen werden.

Verhalten als Vorgesetzter

Schwangerschaften sollten nicht als Störung im Betriebsablauf angesehen werden, sondern als normale Ereignisse. Der schwangeren Mitarbeiterin können Glückwünsche überbracht und alle wichtigen Informationen übergeben werden. Klare Vereinbarungen zur Zeit während und nach der Schwangerschaft unterstützen die schwangere Ärztin.

Ein Beschäftigungsverbot ist die Ultima Ratio. Stattdessen gilt es, nach sinnvollen und sicheren Alternativen in der ärztlichen Tätigkeit zu suchen. Um Mehrarbeit der Kollegen zu vermeiden, ist eine rechtzeitige Ausschreibung und Besetzung vakanter Stellen während Mutterschutz oder Elternzeit sinnvoll.

Arbeitgeber können zudem durch familienfreundliche Strukturen, Unterstützung bei der Weiterbildung oder betriebliche Kinderbetreuung eine wertvolle Hilfe für schwangere und stillende Ärztinnen sein.

Die Frage, wie mit schwangeren Mitarbeiterinnen und Auszubildenden umgegangen werden soll, wird auch immer wieder unter coliquio-Ärzten diskutiert.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

  1. Leitfaden: Schwanger in der Chirurgie. Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Stand 22.02.2015
  2. Bühren A. Ärztlich tätig in der Schwangerschaft. Dtsch Med Wochenschrif 2017; 142: 1707-1710.

Bildquelle: © fotostorm-istockphoto.com

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