18. Januar 2022

Körpergröße und Herzgesundheit Sterben kleine Frauen früher?

Wenig Bewegung, eine ungesunde Ernährung und Übergewicht sind bekannte Risikofaktoren für Bluthochdruck und andere kardiovaskuläre Erkrankungen. Aber auch die Körpergröße kann sich auf die Herzgesundheit auswirken. Daher sollte sie bei Diagnose und Therapie des Bluthochdrucks stärker berücksichtigt werden, wie ein Beitrag in der „DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2021) zeigt. So liefert eine herkömmliche Blutdruckmessung bei Menschen mit einem auffälligem kleinen oder großen Körperwuchs oft keine aussagekräftigen Ergebnisse. Im Zweifelsfall ist deshalb eine Pulswellenanalyse das bessere diagnostische Verfahren. 1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Als „little old ladies‘ heart“ beschrieb der Schweizer Kardiologe Otto Hess die Tatsache, dass insbesondere kleine ältere Damen häufig eine Herzschwäche entwickeln. Der Grund hierfür liegt in den besonderen Strömungsverhältnissen in ihrer Hauptschlagader (Aorta), die durch zwei Dinge maßgeblich beeinflusst werden: Zum einen verlieren die Gefäßwände bei Frauen mit zunehmendem Alter schneller an Elastizität als dies bei Männern der Fall ist. Zum anderen spielt die Länge der Aorta für den Blutfluss eine Rolle.

„Frauen sind im Durchschnitt kleiner und haben dadurch bedingt einen kürzeren arteriellen Gefäßbaum“, so Professor Dr. med. Martin Middeke, Leiter des Hypertoniezentrums München, der den Übersichtsartikel in der DMW verfasst hat. Und je kürzer und je weniger elastisch die Hauptschlagader ist, desto stärker reflektiert sie die Pulswelle, die bei jedem Herzschlag in sie einströmt. Besonders bei kleinen älteren Frauen kann dies dazu führen, dass ein Teil des Blutes bis zur Herzkammer zurückgelangt, erneut weggepumpt werden muss und so das Herz über Gebühr belastet. „Dieser größenabhängige Effekt trägt vermutlich sogar zu einer erhöhten Sterblichkeit bei“, erklärt Middeke und verweist auf eine aktuelle niederländische Studie. Hier zeigte sich bei weiblichen Personen um die 70 Jahren, die zwischen 155 und 165 Zentimetern groß waren, dass jeder zusätzliche Zentimeter zu einem Zugewinn an Lebenszeit führt.

Die besonderen Strömungsverhältnisse in einer kurzen und wenig elastischen Aorta sorgen außerdem dafür, dass selbst starke Pulswellen, mit einem hohen systolischen Druck, nicht effektiv weitergeleitet werden. Dorthin, wo üblicherweise der Blutdruck gemessen wird, gelangt die Pulswelle nur in sehr abgeschwächter Form. „Bei dieser sogenannten maskierten aortalen Hypertonie ist in der Armarterie am Oberarm oft nur ein moderat erhöhter oder sogar ein normaler Blutdruck festzustellen“, berichtet der Experte. Die betroffenen Frauen erhielten daher oft nicht die blutdrucksenkende Therapie, die sie zur Vermeidung gesundheitlicher Folgeschäden eigentlich dringend benötigten.

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  1. Körpergröße und Herzgesundheit: Sterben kleine Frauen früher?; Thieme; 17.01.2022.
  2. DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift 2021; 146 (24/25); S. 1619–1623: abstract: Je größer, umso länger? Körpergröße und Lebensalter

Bildquelle: © gettyImages/MDBrockmann

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