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Gynäkologie

05. Sep. 2024
Schwanger ohne vaginalen Geschlechtsverkehr

4 seltene Wege der Empfängnis

Dass vaginaler Geschlechtsverkehr der einfachste Weg zu einer Schwangerschaft ist, sollte man spätestens seit dem Sexualkundeunterricht in der Schule verstanden haben. In sehr selten Fällen finden die Spermien aber auch einen anderen Weg zum Ei.1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Vier seltene Wege der Empfängnis
(Foto: Diego Vito Cervo | Dreamstime.com)

Autorin: Maria Weiß | Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Auch beim Analverkehr kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Befruchtung des Eis kommen. Voraussetzung ist eine Kloakenfehlbildung, von der 1 von 50.000 Mädchen betroffen ist. Die Abtrennung von Analkanal und Vagina ist hier nicht vollständig. Angelockt von den vom Ei produzierten chemischen Lockstoffen, finden die Spermien dann ihren Weg durch diese Öffnung und können das Ei über den üblichen Weg erreichen.

Auch bei Oralsex scheint eine Schwangerschaft nicht hundertprozentig auszuschließen zu sein. In der Literatur findet man den bizarren Fall einer jungen Frau, die ohne Vagina zur Welt kam und trotzdem schwanger wurde. Was war passiert? Kurz nachdem sie Oralverkehr mit ihrem neuen Partner hatte, kam es zu einer Messerstecherei mit ihrem eifersüchtigen Ex, bei der sie am Bauch verletzt wurde. Bei der chirurgischen Versorgung gelangten offensichtlich Spermien in die Bauchhöhle, die dann über die Peritonealflüssigkeit ihren Weg zum Ei fanden.

Bei der sogenannten „Spritzschwangerschaft“, machen sich die Spermien nach einem Samenerguss an die äußeren Genitale von allein auf den Weg durch die Vagina bis zu den Eierstöcken. Dies kommt nur sehr selten vor, da Spermien allerhöchstens eine halbe Stunde außerhalb des Körpers überleben und selbst bei vaginalem Geschlechtsverkehr nur sehr wenige Spermien das Ei erreichen. Eine Befruchtung über Bade- oder Schwimmbadwasser ist ausgeschlossen, da Wasser und Chlor die Samen zerstören.

In sehr seltenen Fällen, kann es zu einer Doppelschwangerschaft kommen, bei der ein zweites Ei trotz einer schon bestehenden Schwangerschaft befruchtet wird. Wie dabei die Mechanismen, die genau das verhindern sollen, umgangen werden, ist nicht geklärt. Die meisten geschilderten Fällen sind im Rahmen einer künstlichen Befruchtung aufgetreten. Da die beiden Befruchtungen hier in der Regel kurz aufeinander erfolgen, werden die Kinder zumeist gemeinsam als Zwillinge geboren.

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