15. Dezember 2021

Sexuell übertragbare Infektionen bei Schwangeren erhöhen Frühgeburt-Risiko

In einer der bisher größten Kohortenstudien, konnten Forschende zeigen, dass Schwangere mit einer sexuell übertragbaren Infektion, wie Chlamydien-Infektion, Gonorrhö oder Syphilis, einem signifikant höheren Risiko für eine Frühgeburt unterliegen. Dies gilt insbesondere für mäßig frühe oder sehr frühe Frühgeburten. 1

Lesedauer: 1 Minute

Redaktionelle Bearbeitung: Dr. Linda Fischer

Schwangere sollten durch Screenings im ersten und dritten Trimester auf Vorliegen einer sexuell übertragbaren Infektion (sexually transmitted infection, STI) untersucht werden, und wenn möglich, sollte eine Behandlung erfolgen. Hierfür können Ärztinnen und Ärzte die Leitlinien der Centers for Disease Control and Prevention (CDC), der US Preventive Services Task Force und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konsultieren. Das legen die Ergebnisse der vorliegenden Studie nahe.

Das Studiendesign

In der retrospektiven, populationsbasierten Kohortenanalyse untersuchten Forschende an über 14 Millionen US-amerikanische Mutter-Säugling-Paaren die Assoziation zwischen Chlamydien-Infektionen, Gonorrhö und Syphilis in der Schwangerschaft und dem Frühgeburtsrisiko. Von den insgesamt 14.373.023 Müttern in einem Durchschnittsalter von 29 Jahren brachten 1.146.800 (8 %) Mütter Frühgeborene zur Welt. Gezählt wurden nur Lebendgeburten bei Ein-Kind-Schwangerschaften.

Wesentliche Ergebnisse

STIs lagen in Form von Chlamydien bei 1,9 % (267.260), Gonorrhö bei 0,3 % (43.147) und Syphilis bei 0,1 % (16.321) der Mütter vor. Das Risiko einer Frühgeburt belief sich für jegliche STI auf eine angepasste Odds Ratio (aOR) von 1,06 (95 %-Konfidenzintervall KI: 1,05-1,07). Das Risiko für eine Frühgeburt, mäßig frühe Frühgeburt und sehr frühe Frühgeburt zeigte sich wiefolgt:

  • Chlamydien: aOR: 1,03 (95 %-KI: 1,02-1,04); aOR: 1,04 (95 %-KI: 1,02-1,05), keine Angabe
  • Gonorrhö: aOR: 1,11 (95 %-KI: 1,08-1,15); aOR: 1,10 (95 %-KI: 1,06-1,14) bzw. aOR: 1,27 (95 %-KI: 1,16-1,38)
  • Syphilis: aOR: 1,17 (95 %-KI: 1,11-1,22); aOR: 1,17 (95 %-KI: 1,11-1,23) bzw. aOR: 1,35 (95 %-KI: 1,19-1,53)

Die Assoziationen waren über Alter und Rasse/Ethnizität hinweg relativ konsistent. 1

Einschränkungen der Studie

In der vorliegenden Studie wurden Einflüsse auf den untersuchten Effekt durch eine Behandlung und auch potenzielle restliche Störfaktoren nicht berücksichtigt. Außerdem liegen keine Daten zu klinischen Subtypen vor.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.

  1. Gao et al.: „Association of Maternal Sexually Transmitted Infections With Risk of Preterm Birth in the United Statesin JAMA Network Open (2021)

Bildquelle: © gettyImages/RealPeopleGroup

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