30. April 2021

Schwangeren drohen bei Covid-19 vermehrt Komplikationen

Schwangere und ihre Kinder sind bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 besonders gefährdet – nicht nur durch die Covid-19-Erkrankung selbst, sondern auch durch Schwangerschaftskomplikationen. In einer multinationalen Kohortenstudie zeigte sich eine deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität der Frauen und eine erhöhte Komplikationsrate bei den Neugeborenen.1

Lesedauer: 2 Minuten

Autor: Maria Weiß

Schon von anderen Corona-Viren wie den Erregern von SARS und MERS kannte man einen ungünstigen Einfluss auf die Schwangerschaft. José Villar et al von der Universität Oxford gingen der Frage nach, ob dies auch für SARS-CoV-2-Infektionen der Fall ist.

In die multinationale Kohortenstudie gingen die Daten von 2.130 schwangeren Frauen aus 18 Ländern ein. Bei 706 Frauen war in der Schwangerschaft Covid-19 diagnostiziert worden, bei 1.424 nicht. Die demographischen Daten unterschieden sich nicht wesentlich zwischen den beiden Gruppen, in beiden waren die Frauen im Mittel 30,2 Jahre alt. In der Covid-19-Gruppe war die Rate an Übergewicht in der Frühschwangerschaft etwas höher (48,6 vs. 40,2 %)

Schwangere hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Corona-Infektion einen deutlich ungünstigeren Schwangerschaftsverlauf. Ihr Risiko für eine Präeklampsie/Eklampsie war erhöht (RR 1,76) – genauso wie für schwere Infektionen (RR 3,38), Aufnahme auf die Intensivstation (RR 5,04), Frühgeburten (RR 1,59) und medikamentös induzierte Frühgeburten (RR 1,97, meist aufgrund einer Präeklampsie /Eklampsie). Die mütterliche Mortalität war um den Faktor 22 höher als in der Kontrollgruppe und auch die Kaiserschnittrate war erhöht.   

Höhere Morbidität auch bei den Neugeborenen

Auch auf die Kinder wirkte sich die Covid-19-Erkrankung ihrer Mütter ungünstig aus, wie sich an einem erhöhten Index für schwere neonatale Morbidität und schwere perinatale Morbidität und Mortalität zeigte. 13 % der Neugeborenen von Müttern mit positivem PCR-Test wurden ebenfalls positiv getestet. Kaiserschnittgeburten waren ein Risikofaktor für positive Testergebnisse bei den Kindern – Stillen dagegen nicht.

Fieber und Atemnot waren bei den schwangeren Covid-19-Patienten unabhängig von der Dauer dieser Symptome mit einem erhöhten Risiko für schwere mütterliche Komplikationen (RR 2,56) und neonatale Komplikationen (RR 4,97) assoziiert. Komplett asymptomatische Frauen mit einer Covid-19-Diagnose hatten immer noch ein erhöhtes Risiko für eine mütterliche Morbidität (RR 1,24) und Präeklampsie (RR 1,64).

Die Ergebnisse machen noch einmal deutlich, dass alles getan werden muss, Schwangere vor einer Infektion mit SARS-CoV-2-zu schützen.

  1. Villar J et al; Maternal and Neonatal Morbidity and Mortality Among Pregnant Women With and Without COVID-19 Infection: The INTERCOVID Multinational Cohort Study;  JAMA Pediatr (2021);  doi:10.1001/jamapediatrics.2021.1050

Bildquelle: © gettyImages/FamVeld

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