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Gynäkologie

17. März 2023
Schwangere mit CIN 3

Neuer Test ermöglicht Aussage über Fortschreiten von Krebsvorstufen

Ein neuartiger Abstrichtest könnte zukünftig die Behandlung von schwangeren Frauen mit schweren zervikalen Dysplasien (CIN 3) verbessern. Eine Studie unter Beteiligung von Forschenden des Comprehensive Cancer Center (CCC) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) setzte Methylierungstests ein, um das Fortschreiten von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals zu überwachen.1,2

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Betreuung von Schwangeren mit Krebsvorstufen
(Foto: © Subbotina | Dreamstime.com | Symbolbild)

Quelle: Pressemitteilung der MMH, 15.3.2023 | Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Methylierungswerte gaben in der Studie Auskunft zum Schweregrad der Krebsvorstufe. „Der Test kann uns helfen, die betroffenen Frauen bis nach der Entbindung konservativ zu betreuen, also schwangere Frauen nicht am Muttermund zu operieren, sondern stattdessen zu kontrollieren und gegebenenfalls erst nach der Entbindung zu behandeln“, erklärt Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MHH. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer veröffentlicht.

Schweregrad der Krebsvorstufe hängt mit der Methylierung zusammen

Über die Methylierung werden Tumorsupressorgene deaktiviert. Die Methylierung verhält sich dabei wie eine Kappe, die sich auf die Erbsubstanz draufsetzt und das Gen blockiert. Das HP-Virus hat damit ein einfaches Spiel und kann die Krebsentwicklung vorantreiben. Die Studie untersuchte die Methylierungsmarker MFAM19A4 und miR124-2. 

Es wurde ein Abstrichtest bei 127 Frauen mit und ohne CIN3 durchgeführt. Bei unauffälligen Befunden oder Krebsvorstufen, die sich zurückbildeten, ergab der Test niedrige Methylierungswerte. Hingegen traten hohe Methylierungswerte bei fortschreitenden Krebsvorstufen oder Krebs auf. „Wir können uns mithilfe des Tests bei niedrigen Werten sicher sein, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus der Vorstufe ein Krebs entwickelt, oder irgendwo versteckt Krebs vorhanden ist, extrem gering ist“, erklärt Hillemanns. „Das unterstützt uns bei der Betreuung der Patientinnen“.

Auch nicht schwangere Frauen profitieren vom Test

Vor allem bei jungen Frauen, die ihre Familienplanung vielleicht noch nicht begonnen oder abgeschlossen haben, hätte eine herkömmliche Operation möglicherweise negative Konsequenzen aufgrund des erhöhten Risikos einer Frühgeburt. Mit einem solchen Test ließen sich Krebsvorstufen jedoch gut überwachen.

„Es gibt bereits Testverfahren, die in der Routineversorgung eingesetzt werden können“, sagt Hillemanns. „Wir müssen allerdings noch weitere Erfahrungen sammeln. Dann wollen wir die Tests im Rahmen der Leitlinie zur Prävention des Gebärmutterhalskrebses bewerten“.

An der Studie waren des Weiteren Forschende des Universitätsklinikums Düsseldorf, des Universitätsklinikums Amsterdam, des Self-screen B.V. Amsterdam, des Klinikums Wolfsburg und der Universitätsklinik Erlangen beteiligt.

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