16. März 2021

Therapieempfehlungen aktualisiert

Neue Version der S3-Leitlinie Zervixkarzinom

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Zervixkarzinoms überarbeitet und neue Empfehlungen formuliert, etwa zu operativen Therapien, zur Radiochemotherapie, zur medikamentösen Therapie und zu bildgebenden Untersuchungsverfahren. 1

Lesedauer: 2 Minuten

Gebärmutterhalskrebs hat in den vergangenen Jahrzehnten in seiner Inzidenz abgenommen, vor allem bedingt durch das 1971 eingeführte Krebsfrüherkennungsprogramm. Dies trifft jedoch nicht auf die Mortalität der Patientinnen mit Zervixkarzinom zu. Hinzu kommt: Die Therapie der Patientinnen ist weiterhin ausgesprochen heterogen.

Die jetzt aktualisierte S3-Leitlinie soll onkologisch tätigen Ärzten und Ärztinnen eine akzeptierte, möglichst evidenzbasierte Entscheidungshilfe für geeignete Maßnahmen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Zervixkarzinom an die Hand geben.

Update Operative Therapien

Bei den Operativen Therapien gibt es mehrere Studien, die gezeigt haben, dass die offene radikale Hysterektomie bessere Überlebenschancen bietet. Ist die Erkrankung auf die Gebärmutter begrenzt, ohne Nachweis von Lymphknotenmetastasen, wird die Gebärmutter meist vollständig entfernt.

„In den vergangenen 20 Jahren haben sich vielfältige Operationstechniken etabliert. Neue Studiendaten belegen aber, dass bei der radikalen Hysterektomie – also der vollständigen Entfernung des Organs – das offene Operationsverfahren bei bestimmten Patientinnengruppen gegenüber laparoskopischen Verfahren eindeutig Vorteile für das Gesamtüberleben hat“, sagt Professorin Tanja Fehm vom Universitätsklinikum Erlangen, die zusammen mit Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Universitätsklinikum Erlangen, die Leitlinie koordiniert hat.

Update Radiochemotherapie

Bei der Strahlentherapie wird in der überarbeiteten Leitlinie die Radiochemotherapie als der Standard weiter definiert. Nochmals betont wurden die Daten zur intensitätsmodulierten Radiotherapie und die individualisierte MRT-gestützte Brachytherapie, beziehungsweise die image-guided adaptive Brachytherapie. Diese Techniken sind ein obligater Bestandteil der Behandlung der Zervixkarzinompatientinnen und sollte im Rahmen von umfassender Planung an einem Behandlungsort durchgeführt werden.

Update Rezidiv- und Metastasierungssituation

In der Rezidiv- und Metastasierungssituation sind sowohl was die Bildgebung, wie aber auch die medikamentöse Therapie anbelangt, mehrere Studien zu Bevacizumab und Pembrolizumab durchgeführt worden und in der Leitlinie mit konkreten Empfehlungen berücksichtigt.

Zur Leitlinie

Die Leitlinie ist auf abrufbar unter:  www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/zervixkarzinom/. Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/.

Die Leitlinie ist unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und unter Mitwirkung von insgesamt 41 Fachgesellschaften und Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden.

  1. Neue Version der S3-Leitlinie Zervixkarzinom: Therapieempfehlungen aktualisiert; Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.; 12.03.2021.

Bildquelle: © gettyImages/Chinnapong

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