03. Dezember 2021

PCR-Tests verbessern Nachweis von Syphilis

Bei Menschen mit hohem Syphilisrisiko oder mit Verdacht auf eine asymptomatische Infektion sollten zur Bestätigung der Diagnose PCR-Tests in Betracht gezogen werden und eine Behandlung eingeleitet werden. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Studie. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Redaktionelle Bearbeitung: Dr. Linda Fischer

In einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie beurteilten Forschende in drei Patientengruppen die Validität eines Nukleinsäure-Amplifikationstests (PCR) zum Nachweis von T. pallidum-DNA in Abstrichen des Mund-Rachen-Raums, in Blut und in Abstrichen aus Wundexsudat:

  • Gruppe 1: Menschen mit unbehandelter Syphilis
  • Gruppe 2: Nicht-infizierte Personen mit Risiko für Syphilis
  • Gruppe 3: Menschen mit kürzlich behandelter Syphilis

Das Ergebnis: Das Forschungsteam konnte zeigen, dass PCR-Tests den Nachweis einer Frühsyphilis in Abstrichen des Mund-Rachen-Raums und in Vollblutproben verbessern

Die Probengewinnung

Die PCR zum Nachweis von T. pallidum-DNA wurde in den folgenden Gruppen in verschiedenen Proben durchgeführt:

  • Gruppe 1: 123 Proben aus dem Mund-Rachen-Raum, 120 Vollblutproben und 46 Abstrichen aus Wundexsudat von insgesamt 123 unbehandelten Personen
  • Gruppe 2: Mund-Rachen-Raum-Abstriche von 148 Personen
  • Gruppe 3: 73 oropharyngeale Abstriche und 36 Vollblutproben von insgesamt 73 Personen

Detektierte Infektionen per PCR-Nachweis

In 90,2 % aller untersuchten Proben lag eine frühe Syphilis vor. In Gruppe 1 wurde T. pallidum-DNA in 33 (26,8 %) von 123 Abstrichen des Mund-Rachen-Raums nachgewiesen. Außerdem in 32 (26,7 %) von den 120 Vollblutproben und in 30 (65,2 %) von 46 Abstrichen aus Wundexsudats. Von den 120 Personen, bei denen sowohl Abstriche des Mund-Rachen-Raums als auch Vollblutproben untersucht worden waren, konnte bei 49 (40,8 %) T. pallidum-DNA nachgewiesen werden. Wurde T. pallidum-DNA aus dem Blut amplifiziert, war es mehr wahrscheinlich, dass die DNA auch im Mund-Rachen-Abstrich amplifiziert werden konnte, als wenn dies nicht der Fall war. (15 von 32 [46,9 %] vs. 17 von 88 [19,3 %], p = 0,003).

Eine sekundäre/frühe latente Infektion konnten die Forschenden in 34,6 % der Mund-Rachen-Abstriche nachweisen. Primäre/latente Infektionen hingegen in nur 12,5 % der Abschnitte (p = 0,01). Für jeden 2-fachen Anstieg des Rapid-Plasma-Reagin-Serumtests betrug die Nachweiswahrscheinlichkeit für T. Pallidum in Abstrichen des Mund-Nasen-Raums 1,44 (95 % Konfidenzintervall, 1,14-1,82, p = 0,003).

T. pallidum-DNA auch in Personen mit kürzlich behandelter Syphilis

In Mund-Rachen-Raum-Abstrichen von Kontrollen (Gruppe 2) konnten die Forschenden keine T. pallidum-DNA nachweisen. Wohl aber in drei (8,3 %) von 36 Blutproben derjeniger, die kürzlich gegen Syphilis behandelt worden waren (Gruppe 3): Zwei am ersten Tag und eine am fünften Tag nach Beginn der Syphilisbehandlung.

Einschränkungen der Studie

Zu den Schwächen der Studie zählt zum Einen, dass keine Vaginalabstriche und Urinproben getestet wurden, und zum Anderen, dass eine symptomatische frühe Syphilis den Großteil der Fälle ausmachte.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.

Bildquelle: © gettyImages/jarun011

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