23. September 2021

Menstruationsstörungen als Nebenwirkungen von Covid-19-Impfung

Vereinzelt wurden Menstruationsstörungen als Nebenwirkung einer Covid-19-Impfung gemeldet. Dies erscheint im Rahmen der Immunreaktion durchaus plausibel und ist in der Regel selbstlimitierend. Die Sorgen der Frauen um mögliche Auswirkungen auf Fertilität und spätere Schwangerschaft sollten aber ernst genommen werden, heißt es in einem Editorial im British Medical Journal. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Bis September 2021 sind mehr als 30.000 Meldungen von Menstruationsstörungen im zeitlichen Zusammenhang mit Covid-19-Impfungen bei der britischen „Medicines and Healthcare Products Regulary Agency“ (MHRA) eingegangen. Angesichts der Häufigkeit von Menstruationsstörungen allgemein und der hohen Anzahl von geimpften Frauen scheint es sich um eine eher seltene Nebenwirkung zu handeln.

Da Menstruationsstörungen sowohl im Zusammenhang mit mRNA-Impfstoffen als auch mit Vektor-Impfstoffen gemeldet wurden, scheint es sich eher nicht um eine Reaktion auf einen spezifischen Bestandteil des Impfstoffs zu handeln. Wahrscheinlicher ist, dass Auswirkungen der Immunantwort vorliegen, schreiben die Autoren. Vorübergehende Zyklusstörungen kennt man auch von der HPV-Impfung und anderen Immunreaktionen z.B. im Rahmen von Virusinfektionen. Auch ein Viertel der Frauen mit einer SARS-CoV-2-Infektion berichten über Zyklusstörungen. Biologisch plausible Mechanismen sind immunologisch bedingte Hormonveränderungen und Veränderungen von Immunzellen im Uterus.

Die Angst vor einen möglichen negativen Einfluss der Covid-19-Impfung auf die Fertilität scheint unbegründet. In den allermeisten Fällen normalisierte sich der Zyklus rasch wieder und es gibt keinerlei Hinweise auf negative Effekte auf Fertilität oder Outcome von Schwangerschaften durch die Impfung.

Dem Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Sammlung potenzieller Impfnebenwirkungen zuständig ist, wurden bis Ende Juli 2021 insgesamt 310 Einzelfallmeldungen von Zyklusstörungen gemeldet (157 nach Comirnaty, 25 nach Spikevax, 127 nach Vaxzevria und ein Fall nach Impfung mit dem Janssen-Impfstoff). Auch hier kommt man zu dem Schluss, dass angesichts der hohen Zahl geimpfter Frauen die Zahl der Menstruationsstörungen nach Impfung nicht besonders hoch zu sein scheint – auch wenn die Dunkelziffer möglicherweise höher liegt.

  1. Victoria Male et al; Menstrual changes after covid-19 vaccination; BMJ (2021); 374: n3311; doi: https://doi.org/10.1136/bmj.n2211
  2. Sicherheitsbericht Paul-Ehrlich-Institut, 19.8.2021

Bildquelle: © gettyImages/Grace Cary

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