02. Dezember 2021

Humane Papillomviren (HPV)

Zervixkarzinom-Vorstufen durch Impfung junger Frauen seltener

Zervixkarzinome und Raten von Vorstufen des Zervixkarzinoms wurden durch Impfung mit dem bivalenten HPV-Impfstoff vor allem bei sehr jungen Frauen nahezu beseitigt. Das zeigen Daten einer englischen Beobachtungsstudie. 1

Lesedauer: 1 Minute

Redaktionelle Bearbeitung: Dr. Linda Fischer

Eltern und Erziehungsberechtigte sollten darauf hingewiesen werden, dass nun erstmalig belegt ist, dass die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) bei jugendlichen Mädchen das Risiko für ein früh auftretendes und invasives Zervixkarzinom signifikant senken kann und dass eine hohe Impfabdeckung für den Erfolg maßgeblich ist.

Das Studiendesign

In der vorliegenden Beobachtungsstudie untersuchten Forschende die Wirkung der HPV-Impfung auf die HPV-Infektionsraten und die Rate an zervikalen intraepithelialen Neoplasien (CIN) in drei populationsbasierten Kohorten im Vereinigten Königreich. Die Ergebnisse verglichen sie dann mit früheren, nicht geimpften Kohorten.

Alle Vergleiche zwischen Geimpften und Ungeimpften signifikant

Aus einem Krebsregister extrahierten die Forschenden für den Zeitraum von 2006 bis 2019 insgesamt 27.946 Zervixkarzinom-Diagnosen und 318.058 zervikale intraepitheliale Neoplasien vom Schweregrad 3 (CIN3) bei Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren. Die Zervixkarzinom-Inzidenzratenverhältnisse (IRRs) den geimpften gegenüber den ungeimpften Kohorten stellte sich wiefolgt dar:

  • Kohorte 1 (Impfung im Alter von 16–18 Jahren angeboten): 0,66 (95 %-Konfidenzintervall KI: 0,59-0,75)
  • Kohorte 2 (Impfung im Alter von 14–16 Jahren angeboten): 0,38 (95%-KI: 0,29-0,48)
  • Kohorte 3 (Impfung im Alter von 12–13 Jahren angeboten): 0,13 (95 %-KI: 0,06-0,28)

Die Inzidenzratenverhältnisse für CIN3 beliefen sich auf:

  • Kohorte 1: IRR: 0,61 (95 %-KI: 0,59-0,64)
  • Kohorte 2: IRR: 0,25 (95 %-KI: 0,23-0,28)
  • Kohorte 3: IRR: 0,03 (95 %-KI: 0,02-0,04)

Alle Vergleiche zwischen geimpften und ungeimpften Kohorten waren über alle Analysemodelle hinweg mit p < 0,001 signifikant.

Einschränkungen der Studie

Die Wirksamkeit der Impfung auf individueller Ebene konnte in dieser Studie nicht bestimmt werden. Zudem liegen keine Daten zum HPV-Typ vor. Auch der Umstand, dass Störfaktoren nicht berücksichtigt wurden, schwächt die Aussagekraft der Beobachtungsstudie.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.

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