01. Oktober 2020

Zervixkarzinom-Früherkennung

Elektronische Dokumentationspflicht seit 1. Oktober

Künftig müssen Ärzte die organisierten Früherkennungsuntersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs elektronisch dokumentieren. Das Ziel: Die Qualität der Programme systematisch zu erfassen und weiterzuentwickeln. Wir haben für Sie die wesentlichen Informationen im Überblick.

Lesedauer: 2 Minuten

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV 1

Elektronische Dokumentationspflicht

Das Screeningprogramm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen ist bereits am 1. Januar 2020 gestartet. Der Start der elektronischen Dokumentation wurde jedoch vom Gemeinsamen Bundesausschuss G-BA aus technischen Gründen auf den 1. Oktober verschoben.

Dokumentationsdaten einmal pro Quartal an KVen senden

Die entsprechende Software für die Praxisverwaltungssysteme PVS soll nun mit einem Update allen am Programm beteiligten Ärzten zum vierten Quartal 2020 zur Verfügung gestellt werden. Dann müssen Ärzte die entsprechenden Dokumentationsdaten in der Praxissoftware erfassen und einmal im Quartal elektronisch an die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung schicken, erläutert die KBV in einer Praxisinformation. Nur bei erfüllten Dokumentationsvorgaben können Früherkennungs- und Abklärungsuntersuchungen künftig zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Gleichzeitig werden die Bewertungen der EBM 01761 um 37, die 01764 um 26 und die 01765 um 71 Punkte heraufgesetzt.

Die Evaluation, die auf einer gesetzlichen Regelung beruht, umfasst folgende Punkte:

  • die Teilnahmeraten,
  • das Auftreten von Intervallkarzinomen,
  • den Anteil falsch positiver Diagnosen,
  • die Sterblichkeit an der betreffenden Krebserkrankung,
sowie weitere Parameter wie z.B. Resultate des HPV-Tests oder Ergebnisse von Kolposkopie und Operationen.

Welche Ärzte müssen welche Daten erfassen?

  • Gynäkologen dokumentieren das Primärscreening und die erfolgte Abklärung mit Zytologie und HPV-Test elektronisch in der Praxissoftware.
    Folgende Daten müssen sie dafür erfassen:

    • Angaben zur Person
    • Programmnummer
    • Vertragsarztnummer und/oder Betriebsstättennummer
    • Datum der Untersuchung
    • HPV-Impfstatus
    • Art und Anlass der Untersuchung
    • vorangegangene Untersuchung
    • anamnestische Angaben
    • Gravidität
    • klinischer Befund
    • Ergebnis zytologische Untersuchung
    • HPV-Test-Ergebnis
    • empfohlene Maßnahme

    Ausführliche Angaben zur Erfassung finden Sie beim G-BA hier.

  • Die Ergebnisse einer zytologischen Diagnostik beziehungsweise des HPV-Tests werden elektronisch dokumentiert unter Berücksichtigung folgender Daten:

    • Angaben zur Person
    • Versichertennummer
    • Programmnummer
    • Vertragsarztnummer und/oder Betriebsstättennummer
    • Datum der Untersuchung
    • Untersuchungsnummer
    • Ergebnis zytologische Untersuchung und/oder HPV-Test-Ergebnis

    Weitere Angaben zur elektronischen Dokumenation finden Sie beim G-BA hier.

  • Vertragsärzte, die eine Abklärungskolposkopie durchführen, müssen Angaben zur kolposkopischen Diagnostik und zu etwaigen thearpeutischen Eingriffen elektronisch dokumentieren. Erfasst werden sollte:

    • Angaben zur Person
    • Vertragsarztnummer und/oder Betriebsstättennummer
    • Datum der Untersuchung
    • Vorbefunde
    • Kolposkopischer Befund nach Nomenklatur RIO 2011
    • durchgeführte Maßnahmen
    • Ergebnis der Biopsie bzw. Kürettage
    • empfohlene Maßnahme
    • gegebenenfalls das Datum des operativen Eingriffs
    • Vorbefund der Biopsie/Kürettage
    • Art des Eingriffs
    • endgültiger histologischer Befund

    Mehr dazu erfahren Sie hier auf den Seiten des G-BA.

Weitere Hintergründe sowie Informationen zur Datensicherheit und zum Datenfluss erfahren Sie in der Praxisinformation der KBV.

Hinweise des Bundesverbandes der Frauenärzte e.V.

Auch der Bundesverband der Frauenärzte e.V. gibt in einem Präsidentenbrief Hinweise für am Programm beteiligte niedergelassene Ärzte zum Ablauf der elektronischen Dokumentation. Diese müssten danach neben dem “bekannten Krebsfrüherkennungsbogen, Muster 39, zusätzlich einen dreiseitigen Datensatz PB-Verfahren zur Früherkennung von Zervixkarzinomen (Primärscreening) ausfüllen, den der G-BA über das IQTIG vorgegeben hat.” Dieser Datensatz muss neben den Daten, die auf dem Muster 39 dokumentiert werden, laut Bundesverband auch die Ergebnisse der Zytologen (Pap-Test) und Pathologen (HPV-Test) enthalten und am Ende des Quartals an die zuständige KV geschickt werden. Mehr dazu lesen Sie im Brief des Präsidenten des BVF hier.

1. KBV, Praxisinfo Stand 11.09.2020: Früherkennungsprogramm Zervixkarzinom: Elektronische Dokumentation ab 1. Oktober

Bild: © GettyImages/

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