30. März 2020

DGGG

Coronakrise rechtfertigt keinen Kaiserschnitt

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) warnt vor Kaiserschnitten, die mit der Coronakrise begründet werden. 1,2

Lesedauer: 1 Minute

Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) warnt vor Kaiserschnitten, die mit der Coronapandemie begründet werden. „Das wäre nicht gerechtfertigt“, sagte Vizepräsident Prof. Dr. med Frank Louwen der Deutschen Presse-Agentur. „Organisatorische Gründe rechtfertigen keine höheren Behandlungsrisiken. Frauen mit Kaiserschnitten sind anfälliger für Komplikationen als Mütter, die ihre Kinder natürlich zur Welt bringen“, so Louwen.

Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus sei keine Indikation für einen Kaiserschnitt. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Art der Geburt mit betroffenen Schwangeren abzustimmen und Kaiserschnitte nur in medizinisch begründeten Fällen durchzuführen. 

Auch bei Frauen ohne Infektion sei die Coronakrise keine Indikation für eine vorgezogene Geburt, etwa durch Einleitung. „Gegenteilig können daraus Komplikationen erwachsen, die im Extremfall Intensivbetten blockieren”, betont der Arzt. „Ausschließlich medizinische Gründe dürfen zur einer Intervention in der Geburtshilfe führen”, so Louwen.

Väter bei der Geburt zulassen

Zudem appelliert die DGGG an die Geburtskliniken, Väter auch in Zeite der Corona-Pandemie bei der Geburt zuzulassen. 2 Die WHO und europäische gynäkologische Fachgesellschaften sähen keine Evidenz dahingehend, die Partner von gebärenden Frauen von der Geburt auszuschließen, sofern sie nicht positiv auf SARS-CoV-2 getestet sind oder Krankheitssymptome haben.

Kreißsaalempfehlungen der DGGG

Was müssen die Teams in deutschen Kreißsälen mit Blick auf Covid-19 beachten? Die DGGG hat hierzu Empfehlungen im Rahmen der Covid-19-Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken herausgegeben.

  1. dpa; März 2020.
  2. DGGG e.V., 26.03.2020: DGGG empfiehlt: Väter bei der Geburt zulassen – auch in Zeiten der Corona-Pandemie

Bildquelle © gettyImages/Oleksandra Troian

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653