13. Januar 2022

Corona-Impfung kann Zyklus vorübergehend leicht verlängern

Die Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff kann offensichtlich die Periode leicht herauszögern. Ein Grund zur Beunruhigung sehen Forschende darin aber nicht, da die Verzögerung geringfügig, klinisch unbedeutend und wahrscheinlich vorübergehender Natur ist. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Studie zur Impfung mit mRNA-Impfstoff

Das Team von Alison Edelman aus Portland, USA, hat für ihre Studie anonymisierte Daten einer App zur Bestimmung der fruchtbaren Tage ausgewertet. Eingeschlossen wurden die Datensätze von 3.959 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren mit normalem Zyklus, von denen 2.403 eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten hatten (55 % Biontech/Pfizer, 35 % Moderna, 7 % Johnson & Johnson) und 1.556 ungeimpft waren. Es wurden die drei konsekutiven Zyklen vor der ersten Impfung und die drei Zyklen danach, sowie bei den Kontrollen sechs konsekutive Zyklen (insgesamt 23.754 Zyklen).

Zyklus um weniger als 1 Tag verlängert

Im Vergleich zu den Zyklen vor der Impfung waren die Zyklen nach Gabe der 1. und 2. Impfstoffdosis etwas verlängert, der Unterschied war aber mit 0,64 und 0,79 Tagen eher gering. Die Länge der Monatsblutung wurde durch die Impfung nicht beeinflusst.

Auswirkung größer bei vollständiger Impfung in einem Zyklus

Die Verlängerung des Zyklus wurde vor allem bei den 358 Frauen beobachtet, die beide Impfdosen innerhalb eines Zyklus erhalten hatten – hier wurde der Zyklus im Mittel um 2 Tage verlängert und bei 10,6 % war der Zyklus um 8 und mehr Tage länger (im Vergleich zu 4,3 % bei den ungeimpften Frauen). Auch bei diesen Frauen war aber nach zwei weiteren Zyklen kein Unterschied zu den ungeimpften Frauen mehr nachweisbar.

Fazit: Ergebnisse liegen im normalen Schwankungsbereich

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass mRNA-Impfstoffe nur zu sehr geringfügigen Zyklusveränderungen führen, die im normalen Schwankungsbereich der Zykluslänge liegen. Ursache könnte die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff sein, die sich wie andere Stressreaktionen auf die Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse auswirken könnte. Es sollten weltweit weiter Daten zu den verschiedenen Impfstoffen gesammelt werden, um den Rückgang der Zykluslänge zum Ausgangswert zu bestätigen.  

  1. Alison Edelmann et al; Association Between Menstrual Cycle Length and Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Vaccination; Obstetrics & Gynecology (2022); doi: 10.1097/AOG.0000000000004695

Bildquelle: © gettyImages/Doucefleur

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