27. April 2021

Krebsinformationsdienst

Covid-19: Impfung kann Brustkrebsuntersuchungen beeinflussen

Nach einer Corona-Impfung können Lymphknoten im Achselbereich anschwellen. Um dies bei Untersuchungen zu Brustkrebs berücksichtigen zu können, raten Experten der amerikanischen Society of Breast Imaging (SBI) Ärztinnen und Ärzten dazu, ihre Patientinnen zu befragen, ob sie kürzlich gegen Covid-19 geimpft wurden.1

Lesedauer: 2,5 Minuten

Der folgende Beitrag erscheint mit freundlicher Genehmigung des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Redaktion: Dr. Nina Mörsch

Schwellung der Lymphknoten nach Corona-Impfungen

Nach verschiedenen Corona-Impfungen in den Oberarm können auf der Körperseite, deren Arm geimpft wurde, die nahegelegenen Lymphknoten der Achselhöhle anschwellen. Nach Angaben des amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zu den Impfungen von Moderna und Pfizer-Biontech entwickelten sich bei einigen Geimpften innerhalb von 2 bis 4 Tagen nach der Impfung einseitig vergrößerte Achsellymphknoten. Sie hielten in der Regel bis zu 10 Tage an.

Beurteilung von Untersuchungsbefunden erschwert

Vergrößerte Achsellymphknoten können auch in bildgebenden Untersuchungen zur Früherkennung, Diagnose oder Nachsorge von Brustkrebs auffallen. Nach einer Corona-Impfung deuten sie möglicherweise eher auf eine Impfreaktion hin. Dies kann mitunter erschweren, die Untersuchungsergebnisse zu beurteilen.

Brustkrebsfrüherkennung und Brustkrebsdiagnostik: In Deutschland gibt es bisher keine Empfehlung, die Früherkennungsuntersuchung oder gar eine Diagnostik bei tastbarem Knoten nach einer Corona-Impfung zu verschieben. Das bedeutet: Patientinnen können ihren Termin ganz normal wahrnehmen. Dennoch ist es aus Expertensicht ratsam, dass Ärztinnen und Ärzte im Vorfeld ihre Patientinnen befragen, ob diese kurz vorher geimpft wurden.

Brustkrebsnachsorge: Generell gilt die Empfehlung für Brustkrebspatientinnen, sich möglichst nicht in den Arm der operierten Seite impfen zu lassen. Patientinnen, die bereits geimpft sind, können gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten überlegen, ob die Kontrolluntersuchung auf 4 bis 6 Wochen nach der Impfung verschoben werden soll.

Corona-Impfung nicht absagen

Deutsche Fachgesellschaften haben sich noch nicht dazu geäußert, ob Frauen eine Corona-Impfung vor einer Untersuchung zur Früherkennung, Diagnostik oder Nachsorge von Brustkrebs verschieben oder gar absagen sollten. Auch international gibt es keine Empfehlungen dafür – weder für gesunde Frauen, noch für Brustkrebspatientinnen – sich wegen möglicher Lymphknotenschwellungen nicht oder erst später gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Ärzte sollten gemeinsam mit den Patienten individuell die Vorteile einer raschen Corona-Impfung gegen die Nachteile einer verzögerten Brustkrebsdiagnostik oder Brustkrebsnachsorge abwägen.

    • Die Empfehlungen der amerikanischen Gesellschaft für bildgebende Verfahren der Brust (SBI) in englischer Sprache finden Sie als PDF auf der Internetseite der SBI.
    • Die Amerikanische Krebsgesellschaft (ACS) informiert ebenfalls auf Englisch über COVID-19-Impfstoffe bei Menschen mit Krebs: Internetseite der ACS.
    • Die amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) informieren in Englisch zu Lymphknotenschwellungen durch den Moderna-Impfstoff, den Impfstoff von Pfizer-BioNTech.
    • Die Britische Gesellschaft für Lymphologie (BLS) gibt Empfehlungen zur Corona-Impfung in Bezug auf Lymphknoten und Brustkrebs, mehr dazu auf der englischen Internetseite der BLS.
    • Die Drug Safety Research Unit (DSRU) äußert sich ebenfalls in englischer Sprache zur Wirkung von COVID-19-Impfstoffen auf das Brustkrebs-Screening: Internetseite der DSRU.

Informationsangebot für Ärzte: krebsinformationsdienst.med
Ob bei der Beratung von Krebspatienten, bei Fragen zur Diagnostik und Behandlung oder bei der Zuweisung zu Versorgungsangeboten – der krebsinformationsdienst.med unterstützt alle, die an der Versorgung von Krebspatienten beteiligt sind, mit unabhängigen, aktuellen und qualitätsgesicherten Informationen. Der Dienst ist für Ärzte unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-430 40 50 und unter der E-Mail-Adresse kid.med@dkfz.de erreichbar.

  1. Corona-Impfung kann Brustkrebs-Untersuchungen beeinflussen; dkfz; 20.04.2021.

Bildquelle: © gettyImages/Alona Siniehina

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