31. Juli 2016

Neu seit Juli

Rechtliche Rahmenbedingungen NIPT: Das müssen Sie als Gynäkologe wissen

In Deutschland sind Gynäkologen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge verpflichtet, ihre Patientinnen neben der invasiven Diagnostik auch über die nicht-invasiven Methoden (NIPT) zu informieren. Soll neben der Aufklärung auch die Anwendung eines NIPT und die damit verbundene genetische Beratung in der Praxis erfolgen, benötigt der Arzt die Zusatzqualifikation zur „fachgebundenen genetischen Beratung“ 1. Doch die vereinfachten Regelungen für den Qualifikationserwerb sind seit 11. Juli 2016 nicht mehr gültig. Erfahren Sie hier, was ab jetzt neu ist und für jeden Gynäkologen zu beachten gilt.

Fachgebundene genetische Beratung: Wer darf sie durchführen?

Laut Gendiagnostikgesetz (GenDG) ist im Vorfeld einer vorgeburtlichen genetischen Analyse (z.B. NIPT) eine genetische Beratung erforderlich.2 Diese kann allerdings nur von Ärzten mit folgender Qualifikation durchgeführt werden:

  • Facharzt für Humangenetik
  • Arzt mit Zusatzbezeichnung “Medizinische Genetik“
  • Facharzt mit Zusatzqualifikation „fachgebundene genetische Beratung“ (GEKO-Richtlinie zur genetischen Beratung 3,4).

Alt vs. neu: So können Sie die Qualifikation ab jetzt erwerben

Bis 11. Juli 2016 hatten alle Fachärzte die Möglichkeit, die Qualifikation zur fachgebundenen genetischen Beratung direkt über die Wissenskontrolle zu erwerben. Das heißt: Die Teilnahme an den per GEKO-Richtlinie geforderten 72 Fortbildungseinheiten und der dazugehörigen praktisch-kommunikativen Qualifizierungsmaßnahme war nicht zwingend erforderlich.5

Ab 11. Juli 2016 gelten jedoch strengere Anforderungen:

  • Facharztqualifikation und zusätzlich 72 Fortbildungseinheiten
  • Ärzte, die mindestens fünf Berufsjahre nach Anerkennung zum Facharzt vorweisen können, haben weiterhin direkten Zugang zur Wissenskontrolle
  • Praktisch-kommunikative Qualifizierungsmaßnahme

Wichtig: Die einzelnen Ärztekammern haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf die berufliche Erfahrungen der Ärzte. Es ist daher ratsam, sich direkt bei der zuständigen Kammer zu informieren.

Versicherungsschutz: Versicherungen sind von diesen Regelungen unabhängig. Manche Anbieter haben bereits vor dem 11. Juli 2016 die Teilnahme an den 72 Fortbildungseinheiten vorausgesetzt. Es empfiehlt sich daher, den Versicherungsvertrag zu überprüfen.

Bereits im letzten Jahr wurde hier ausführlich über die rechtlichen Aspekte der nicht-invasiven pränatalen Testmethoden (NIPT) informiert:

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