17. September 2021

Weltweit erster DNA-basierter Covid-19-Impfstoff in Indien zugelassen

In Indien ist ein neuer Impfstoff gegen SARS-CoV-2 am Start, der sich von den bisher zugelassenen deutlich unterscheidet: Es handelt sich bei Zycov-D um den weltweit ersten DNA-basierten Impfstoff und die Applikation erfolgt intradermal ohne Spritze.1

Lesedauer: 2 Minuten

Autorin: Maria Weiß

In Indien ist ein neuer Impfstoff gegen SARS-CoV-2 am Start, der sich von den bisher zugelassenen deutlich unterscheidet: Es handelt sich bei Zycov-D um den weltweit ersten DNA-basierten Impfstoff und die Applikation erfolgt intradermal ohne Spritze.

Der Impfstoff des indischen Pharmaunternehmens Zydus Cadila enthält Plasmid-DNA, die für das Spike-Protein von SARS-CoV-2-kodiert. Plasmid-DNA kann sich nicht replizieren und wird auch nicht in die menschliche DNA eingebaut. Sie wird von Immunzellen unter der Haut aufgenommen und dort in mRNA umgeschrieben. Diese wird im Zytoplasma abgelesen, woraufhin an den Ribosomen das Spike-Protein synthetisiert wird, das als Antigen für die Immunantwort fungiert. Die Endstrecke ist somit die gleiche wie bei mRNA- oder Vektor-Impfstoffen, wobei Vektor-bedingte Nebenwirkungen wegfallen.

Die jetzt erfolgte Notfallzulassung beruht auf noch nicht vollständig veröffentlichten Phase-III-Studie, wie in „Nature“ berichtet wird. In dieser Studie mit 28.000 Teilnehmenden wurde ein Schutzwirkung vor symptomatischen Covid-19-Erkrankungen von 67 % (21 vs. 60 Fälle) erreicht. Dies ist zwar deutlich weniger als in den Zulassungsstudien der mRNA-Impfstoffe – allerdings fand die Studie schon bei einer vorherrschenden Delta-Variante mit erhöhter Ansteckungsgefahr statt. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Schutzwirkung nicht wesentlich schlechter als bei anderen Impfstoffen.

Mit Wasserstrahl intradermal statt intramuskulär

Die Grundimmunisierung mit Zycov-D erfolgt in drei Dosen an den Tagen 0, 28 und 56. Anders als bei den anderen Impfstoffen erfolgt die Applikation nicht intramuskulär, sondern intradermal. Dabei wird ein schon bei Grippe-Impfstoffen eingesetztes Applikationssystem (Pharmajet®-System) genutzt, bei dem der Impfstoff mit hohem Druck über einen schmalen Flüssigkeitsstrahl in die Haut eingebracht wird. Dies soll schmerzärmer sein als der Piks mit der Nadel.

Der Impfstoff kann ähnlich wie die mRNA-Impfstoffe relativ rasch an neue Virusvarianten angepasst werden kann. Ein wichtiger Vorteil ist die Möglichkeit der vergleichsweise schnellen und einfachen Produktion größerer Impfstoffmengen. Zudem ist der Impfstoff sehr stabil, kann in handelsüblichen Kühlschränken (2 – 8°C) gelagert werden und zeigt auch bei 25 C noch eine hohe Stabilität über drei Monate.  

Zahlreiche weitere DNA-Impfstoffe gegen Covid-19 und andere Erkrankungen sind in der Pipeline. Falls sich dieses Prinzip bewährt, könnte hier die Zukunft der Impfstoff-Entwicklung liegen, so die Autoren.

  1. Nature News; India’s DNA COVID vaccine is a world first – more are coming

Bildquelle: © gettyImages/Diy13

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