11. Juni 2021

Delta-Variante nimmt in Deutschland leicht zu

Die in Indien entdeckte Virusvariante Delta bleibt mit einem Anteil von 2,5 % in Deutschland weiterhin relativ selten, nahm jedoch in den letzten Wochen stetig zu. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den besorgniserregenden Mutanten hervor. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Dieser Artikel basiert auf dem 13. Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland vom Robert-Koch-Institut. Redaktion: Dr. Linda Fischer

Die besorgniserregenden Varianten (variants of concern, VOC) haben sich mittlerweile weltweit in vielen Ländern ausgebreitet. In ihren Ursprungsländern Großbritannien (Alpha, B1.1.7), Südafrika (Beta, B.1.351), Brasilien (Gamma, P.1) und Indien (Delta, B1.617.2), machen sie jeweils einen großen Anteil aus. Insgesamt werden diese Varianten in Deutschland in über 95 % der SARS-CoV-2-positiven Proben nachgewiesen, wobei Alpha weiterhin dominiert und sich lediglich insgesamt drei Prozentpunkte aus Beta, Gamma und Delta zusammensetzen.

Alpha, Beta und Gamma bleiben konstant

Seit die britische Variante in der ersten Corona-Welle Deutschland erreicht hat, nahm ihr Anteil stetig zu und stagniert nun seit Wochen auf sehr hohem Niveau: In etwa 90 % der analysierten SARS-CoV-2-positiven Proben wird sie nachgewiesen. Das bedeutet, neun von zehn infizierten Personen sind mit dieser Variante infiziert.

Beta und Gamma spielen dahingegen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Sie werden nur vereinzelt in Proben nachgewiesen und breiten sich folglich in Deutschland weniger stark aus.

Delta-Variante könnte bis Herbst das Feld dominieren

Seit Mai 2021 ist die von der Variante B1.617 abstammende Subvariante Delta in die Liste der VOCs aufgenommen. Die anderen Subvarianten B1.617.1 und B1.617.3 stehen derzeit auf der VOI-Liste (variants of interest). Der Anteil der Delta-Variante macht in Deutschland derzeit 2,5 % der positiven Proben aus – dieser Anteil stieg allerdings in den letzten Wochen durchweg an. 1

Der Virologe Christian Drosten sagte am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info), dass Delta oder ähnliche Varianten „sicherlich bis zum Herbst hier auch das Feld dominieren“. Es gelte, bis dahin für eine möglichst hohe Impfquote bei Erwachsenen zu sorgen. „Dann werden wir keine großen Probleme haben“ – ein kleines Fragezeichen sehe er diesbezüglich nur beim Thema Kinder. In England würden Ausbrüche in Schulen durch Delta beobachtet. Bisher gibt es keine zugelassenen Impfstoffe für Kinder unter zwölf Jahren.

Die zunehmende Verbreitung von Delta lässt die Fallzahlen in Großbritannien rapide ansteigen. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz lange Zeit nur knapp über 20 lag, ist sie derzeit wieder bei rund 46 Neuinfektionen pro 100 000 Personen binnen einer Woche. Im Nordwesten Englands ist gegen die weitere Ausbreitung eine Offensive mit Massentests und Impfungen gestartet worden. 2

  1. Robert-Koch-Institut: „13. Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland“ (13. Bericht vom 09. Juni 2021)
  2. dpa, 10.06.2021

Bildquelle: © Getty Images/matejmo

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