17. September 2021

Nach VITT

Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff kann gewagt werden

Haben Personen nach der Covid-19-Erstimpfung mit einem Vektor-basierten Impfstoff eine Vakzin-induzierte [immune] thrombotische Thrombozytopenie (VITT) entwickelt und überlebt, steht man vor der Frage ob, wann und mit welchem Impfstoff eine zweite Impfung gewagt werden kann. 1

Lesedauer: 1 Minute

Autorin: Maria Weiß

Nach einer Untersuchung von Forschenden aus Greifswald ist eine zweite Impfung nach einer Vakzin-induzierten thrombotischen Thrombozytopenie (VITT) unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Auslöser der VITT sind Antikörper gegen den Plättchenfaktor (PF) 4, die zu einer Überaktivierung von Thrombozyten und damit zu Thrombosierungen führen. Bei 35 VITT-Überlebenden konnte jetzt gezeigt werden, dass bei den meisten Betroffenen bereits nach 12 Wochen im Labor keine Aktivierung der Thrombozyten mehr nachweisbar war und die Titer von Anti-PF4-Heparin-IgG zwischen der ersten und der letzten verfügbaren Blutprobe um 53 % abnahmen.

Bei fünf Personen wurde 10 bis 18 Wochen nach der Erstimpfung mit dem Vektorimpfstoff die Zweitimpfung bereits gewagt – zur Sicherheit unter fortgeführter Antikoagulation und mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Mit einer Ausnahme war der Thrombozyten-Aktivierungstest vorher negativ. In keinem Fall kam es zu thrombotischen Komplikationen oder einem erneuten Anstieg von Anti-PF4-Heparin-IgG. Aufgrund dieser Ergebnisse halten die Autorinnen und Autoren bei VITT-Betroffenen eine Zweitimpfung nach mindestens 12 Wochen mit einem mRNA-Impfstoff für vertretbar.

  1. Decline in Pathogenic Antibodies over Time in VITT“ in The New England Journal of Medicine (2021)

Bildquelle: © Getty Images/Westend61

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