26. August 2021

CureVac & Sputnik: Modifizierte Covid-19-Impfstoffe gegen Varianten

In einem aktuellen Preprint berichtet ein Forschungsteam über die Immunogenität und Schutzwirkung von CV2CoV, dem optimierten mRNA-Impfstoff der zweiten Generation von CureVac mit verbesserter Antigenexpression, bei nichtmenschlichen Primaten. Außerdem wurde auch der russische Impfstoff Sputnik für den Einsatz gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus modifiziert. 1,3

Lesedauer: 2,5 Minuten

Redaktion: Dr. Linda Fischer

Der mRNA-Impfstoff CVnCoV gegen SARS-CoV-2 wurde kürzlich in einer Phase-2b/3-Wirksamkeitsstudie am Menschen untersucht. Der Impfstoffkandidat der Tübinger Pharmafirma CureVac galt lange als vielversprechend. Umso größer war die Enttäuschung nach der Bekanntgabe zur Wirksamkeit des potenziellen Vakzins. Diese zeigten eine vorläufige Wirksamkeit von lediglich 47 %.

CV2CoV – der optimierte Impfstoff aus Tübingen

Seither arbeitete CureVac an einem optimierten mRNA-Impfstoff: CV2CoV. In einem Preprint berichten Forscherinnen und Forscher um Erstautorin Makda Gebre nun über die direkte Studie zur Immunogenität und Schutzwirkung beider Impfstoffe bei nichtmenschlichen Primaten. Sie immunisierten 18 Makaken mit zwei Dosen von jeweils 12 µg Lipidnanopartikel-formuliertem CVnCoV, CV2CoV oder einer Scheinimmunisierung. Die Gruppengröße belief sich dabei auf jeweils 6 Tiere.  

Stärkere Antikörperreaktion bei CV2CoV – auch gegen Varianten

CV2CoV induzierte im Vergleich zu CVnCoV sowohl wesentlich mehr bindende und neutralisierende Antikörper als auch B-Gedächtnis- und T-Zellantworten. Außerdem induzierte der mRNA-Impfstoff der zweiten Generation auch stärkere neutralisierende Antikörperreaktionen gegen Virusvarianten, einschließlich B.1.351 (Beta), B.1.617.2 (Delta) und C.37 (Lambda).

Während CVnCoV nur teilweise vor SARS-CoV-2 schützt, bietet CV2CoV einen robusten Schutz mit deutlich niedrigeren Viruslasten im oberen und unteren Atemtrakt. Die Antikörperreaktionen korrelierten mit der Schutzwirkung. Diese Daten zeigen, dass die Optimierung der nicht-kodierenden Regionen die Immunogenität und die schützende Wirksamkeit eines mRNA-SARS-CoV-2-Impfstoffs bei nichtmenschlichen Primaten erheblich verbessern kann. 1

Im Anschluss an die derzeitige präklinische Entwicklung von CV2CoV wird voraussichtlich im vierten Quartal 2021 eine klinische Phase 1-Studie beginnen. 2

Sputnik-Impfstoff für Delta-Variante modifiziert

Auch der seit gut einem Jahr eingesetzte Corona-Impfstoff Sputnik V wurde nach eigenen Angaben von russischen Forscherinnen und Forschern für den Einsatz gegen die ansteckendere Delta-Variante des Virus modifiziert.

„Im Kühlschrank steht schon das gebaute Vakzin“, sagte der Chef des Gamaleja-Instituts, Alexander Ginzburg, der Agentur Interfax zufolge am Donnerstag. Es sei noch zu früh, über den Grad der Wirksamkeit des Impfstoffs zu sprechen. Auch andere Hersteller weltweit arbeiten bereits an Delta-Modifizierungen ihrer Impfstoffe.

Sputnik V mit 83 % Wirksamkeit gegen Delta-Variante

Zugleich warb Ginzburg dafür, bei mit dem Präparat von Biontech/Pfizer zweifach Geimpften einen Impfstoff namens Sputnik light als Auffrischungsimpfung einzusetzen. Russland hat bisher insgesamt vier Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt und arbeitet nach Behördenangaben an einem fünften Vakzin. International vertrieben wird bisher Sputnik V, das in etwa 70 Ländern zugelassen ist. Nach Darstellung des russischen Gesundheitsministers Michail Muraschko soll Sputnik V eine Wirksamkeit von 83 % mit Blick auf Ansteckungen mit der Delta-Variante haben.

Russland kämpft wie viele andere Länder sehr mit der Delta-Variante und verzeichnet derzeit täglich etwa 800 Todesfälle. Geimpft sind nach offiziellen Angaben bisher 41,5 Millionen Menschen in Russland oder 28,4 % der Bevölkerung, davon 33,5 Millionen zweifach und damit vollständig (22,9 %).

Datenlage zu Sputnik V nach wie vor unzureichend

In der EU wird eine Zulassung von Sputnik V noch geprüft. Allerdings steht Russland immer wieder in der Kritik, nicht ausreichend Daten für eine EU-weite Zulassung zu liefern. EU-Mitglied Ungarn etwa setzt Sputnik aber bereits seit langem auf Grundlage einer nationalen Genehmigung ein. In Deutschland werden die Impfungen nicht anerkannt. 3

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