02. Juli 2021

Covid-19: Aktualisierte STIKO-Empfehlungen

Aufgrund der in Europa und auch in Deutschland sich rasch ausbreitenden Delta-Variante des Corona-Virus hat die  Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Impfempfehlung aktualisiert. Alle Menschen, die zuerst Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, sollen nun bei der Zweitimpfung mit einer mRNA-Vakzine geimpft werden.1

Lesedauer: 2 Minuten

Nach aktuellen Studienergebnissen sei die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (2 Impfstoffdosen Vaxzevria) deutlich überlegen, teilt die STIKO mit. Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren empfiehlt die Kommission daher

  • für Personen, die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigem Impfabstand zur 1. Impstoffdosis.

In ihrem Beschlussentwurf gibt die STIKO folgende empfohlene Impfabstände an:

  • Comirnaty (BioNTech/Pfizer): 3 – 6 Wochen
  • Spikevax (Moderna): 4 – 6 Wochen 
  • Vaxzevria (AstraZeneca): 9 – 12 Wochen
  • Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff): ab vier Wochen

Wie die STIKO betont, ist die Delta-Variante zwar ansteckender als die seit März 2021 vorherrschende Alpha-Variante. Eine höhere Pathogenität der Delta-Variante sei derzeit jedoch nicht gesichert. Aktuelle Studienergebnisse aus dem Vereinigten Königreich zeigten, dass der Impfschutz in Bezug auf die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe nach abgeschlossener Grundimmunisierung gegenüber der Delta-Variante im Vergleich zum Schutz gegenüber anderen SARS-CoV-2-Varianten ähnlich gut sei. Hingegen scheine der Schutz gegenüber der Delta-Variante nach nur einer Impfstoffdosis deutlich herabgesetzt zu sein. Die STIKO weist daher darauf hin, dass es wichtig ist, die zweite Impfstoffdosis zeitgerecht wahrzunehmen.

Zweite Impfung zwingend notwendig

Laut dem aktuellen Bericht des Robert-Koch-Instituts zu den Varianten von SARS-CoV-2 in Deutschland sei damit zu rechnen, dass der Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen derzeit wenigstens die Hälfte betrage.
Die 7-Tage-Inzidenz sei in Deutschland zwar weiter rückläufig; aufgrund der raschen Verbreitung der Delta-Variante wird jedoch befürchtet, dass die Inzidenz wieder steigt. Für den Schutz vor Covid-19 sei wegen dieser Variante die zweite Impfung mit den mRNA-Vakzinen zwingend notwendig, betonen Fachleute. 

Wie wichtig die zweite Impfung ist, zeigt eine aktuelle Studie aus Großbritannien zur Wirksamkeit des Impfstoffes von Biontech gegen die Delta-Variante bei Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Serumneutralisation und bindendes IgG/IgA nach der ersten Impfstoffdosis nahmen den Autoren zufolge mit zunehmendem Alter ab; bei Teilnehmern über 80 Jahren war der Abfall sehr besonders deutlich.

Demnach ist die Effektivität der ersten Impfung bei alten Menschen schlecht. Die zweite Impfung wirke zwar, die Dauer des Schutzes sei allerdings unklar. Die Autoren schlussfolgern, dass alte Menschen eine Hochrisiko-Population seien, die spezifische Maßnahmen zur Steigerung der Impfstoff-Reaktionen rechtfertigten, insbesondere wenn bedenkliche Varianten zirkulierten.

Dieser Beitrag ist im Original erschienen auf Univadis.de

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