08. Februar 2022

Covid-19-Antikörpertherapie

Sotrovimab ab sofort auch in Deutschland verfügbar

Seit Januar 2022 steht mit dem monoklonalen Antikörper Sotrovimab eine neue Option zur Behandlung von Covid-19-Risikopatientinnen und -patienten zum Einsatz bereit. Nach bisherigen Erkenntnissen ist das Antikörperpräparat auch gegenüber der Omikron-Variante wirksam.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Redaktion: Marie Fahrenhold

Empfehlungen der WHO

Sotrovimab ist ein eigens für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Covid-19 entwickelter humaner monoklonaler Antikörper, der an die Rezeptor-bindende Domäne des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 bindet. Patientinnen und Patienten mit weniger schwerem Covid-19-Krankheitsverlauf, aber hohem Risiko einer Krankenhauseinweisung könnten vom Einsatz des Präparats profitieren, verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Januar und sprach damit eine schwache Empfehlung für das Antikörperpräparat aus. Zur Behandlung schwerer Verläufe gab es seitens WHO die starke Empfehlung für den Januskinase-Inhibitor Baricitinib, der zur Behandlung von rheumatoider Arthritis entwickelt wurde und für den die Europäische Arzneimittelagentur derzeit über eine Zulassung bei schwerem Covid-19 berät.

Wirksamkeit bei Omikron-Variante

Während die neutralisierende Aktivität von Sotrovimab gegenüber der Delta-Variante uneingeschränkt gegeben ist, deuten aktuelle Daten darauf hin, dass die Neutralisierung gegenüber Omikron zwar um den Faktor 3 reduziert, jedoch noch gegeben ist. Dies belegen die aktuellen, vom Sotrovimab-Hersteller GlaxoSmithKline/VIR Technologoy sowie unabhängigen Forschergruppen veröffentlichten Studienergebnisse. Auch Baricitinib ist laut Angaben der WHO und nach bisherigen Erkenntnissen weiter gegen die Omikron-Variante wirksam.

Der bisher von der WHO empfohlene Antikörper-Cocktail Casirivimab/Imdevimab hilft hingegen nach neuen Daten nicht bei Patientinnen und Patienten, die mit Omikron infiziert sind. Von dem Einsatz zweier anderer Mittel, Ruxolitinib and Tofacitinib, riet die WHO schon vorher ab. Kleine Studien hätten bislang keinen Nutzen gezeigt, und bei Tofacitinib könnten sich womöglich schwere Nebenwirkungen entwickeln, hieß es von der WHO.

Sotrovimab ab sofort in Deutschland erhältlich

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat Kontingente von Sotrovimab zentral beschafft, die ab sofort unter dem Herstellernamen Xevudy® über deutsche Stern- und Satellitenapotheken zu beziehen sind. Auch Vertragsärztinnen und -ärzte können die Therapie durchführen.

Die Europäische Union hat Sotrovimab am 17. Dezember 2021 zur Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (Körpergewicht von mindestens 40 kg) mit einer Covid-19-Erkrankung zugelassen. Es darf Patienten verabreicht werden, die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, zum Beispiel Personen mit Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder immunsupprimierte Patienten. Eine prophylaktische Gabe ist von der Zulassung nicht erfasst.

Einmalige intravenöse Infusion

Laut Produktinformation soll das Antikörperpräparat innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten von Covid-19-Symptomen angewendet werden. Die empfohlene Dosis ist eine einzelne intravenöse Infusion von 500 mg, die nach Verdünnung des Arzneimittels verabreicht wird. Die Infusion dauert etwa 30 Minuten. Das Medikament muss bei Kühlschranktemperaturen (+2 °C bis +8 °C) transportiert und gelagert werden. Eine Formulierung von Sotrovimab zur intramuskulären Injektion ist dem Hersteller zufolge für Anfang 2023 angestrebt.

Die Bereitstellung, den Anspruch hierauf sowie die Vergütung der Anwendung dieser Arzneimittel regelt die Monoklonale-Antikörper-Verordnung MAKV. Diese und die Allgemeinverfügung zum Bezug und zur Anwendung von monoklonalen Antikörpern wird derzeit um Sotrovimab ergänzt.  Die Anpassungen seien in Vorbereitung, teilte das BMG mit.

  1. Paul-Ehrlich-Institut, Einsatz monoklonaler Antikörper gegen COVID-19 – Xevudy (Sotrovimab) in Deutschland verfügbar, 1.2.2022
  2. KBV, Neues antivirales Medikament Xevudy® soll noch im Januar bereitstehen, 18.1.2022
  3. dpa, WHO: empfohlener Antikörper-Cocktail [Casirivimab plus Imdevimab] zeigt keine Wirkung bei Omikron, 4.2.2022

Bild: © GettyImages/Plyushkin (Symbolbild)

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