26. August 2021

SARS-CoV-2

Droht eine neue, noch gefährlichere Delta-Variante?

Nachdem die Delta-Variante von SARS-CoV-2 innerhalb kürzester Zeit weltweit Fuß gefasst hat, droht jetzt möglicherweise eine neue Gefahr durch die Unterform Delta AY.3, die in einigen US-Staaten bereits die am häufigsten nachgewiesene Variante ist.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Redaktion: Maria Weiß

In Deutschland bereits bei 3,4%

Nach Angaben von Prof. Dr. Christina Pagel vom University College London macht Delta AY.3 in Mississippi bereits 45 % und in Missouri 43 % aller Fälle der Covid-19-Infektionen aus. Auch in einigen Regionen Großbritanniens scheint der Anteil zuzunehmen – dies spielt aber zahlenmäßig noch keine große Rolle. Im jüngsten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts werden für Deutschland in der 31. Kalenderwoche 37 AY.3-Fälle unter den nach dem Zufallsprinzip für die Sequenzierung ausgesuchten Proben angegeben – dies entspricht bei 1.075 Proben einem Anteil von 3,4 %. Die Variante ist also auch schon bei uns angekommen.

Nach einem Twitterbeitrag von Prof. Dr. Karl Lauterbach könnte die neue Variante noch einmal ansteckender sein als die „normale“ Deltavariante und eventuell auch verstärkt den Impfschutz unterlaufen. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bleibt aber bisher nur Spekulation. Die Experten sprechen sich aber dafür aus, die neue Variante und ihre Ausbreitung genau im Auge zu behalten.

Jetzt belegt: Je höher die Impfquote, desto weniger Mutationen

Ein hoher Mutationsdruck durch unvollständig geimpfte Menschen könnte die Gefahr solcher neuen gefährlichen Varianten erhöhen. Die beste Strategie, diese Entwicklung zu verhindern, ist somit die möglichst zügige zweimalige Impfung großer Bevölkerungsanteile. In einer Studie konnten US-Wissenschaftler jetzt in 16 von 20 Ländern nachweisen, dass die Mutationsfrequenz von SARS-CoV-2 umso geringer ist, je höher der Anteil vollständig geimpfter Menschen in der Bevölkerung ist.

Aufgrund dieser Ergebnisse empfehlen die Autoren, Impfstrategien weltweit zügig umzusetzen und gleichzeitig Schutzmaßnahmen wie Masken und soziale Distanz weiter aufrechtzuerhalten. Zudem sollten die Viren weiter genomisch überwacht werden, um neue Mutationen und ihre Ausbreitung frühzeitig zu erkennen.

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