29. März 2022

Corona-Pandemie

Personalausfälle bedrohen Praxen

Immer mehr Praxen berichten davon, dass sie wegen Corona-bedingten Personalausfällen die Praxiszeiten reduzieren oder für einige Tage ganz schließen müssen. Was tun in solch einer Situation? Und zahlt die Praxisausfallversicherung? Wichtige Tipps in Kürze.

Lesedauer: 2 Minuten

Der folgende Beitrag wird vertreten vom Virchowbund.

Was tun, wenn die Praxis schließen muss?

Sind Sie Corona-positiv und müssen sich in Isolation begeben, oder haben Sie eine Quarantäneanordnung erhalten? Dann dürfen Sie die Praxis nicht mehr betreten. Sie müssen alle notwendigen Maßnahmen von zu Hause oder durch nicht betroffene Dritte einleiten.

Wenn nicht alle Mitarbeiter erkrankt oder in Quarantäne sind, können Sie versuchen einen Vertreter in der Praxis tätig werden zu lassen. Einen Mustervertrag zur Vertretung finden Sie unter unseren Downloads für Mitglieder.

Glückt dies nicht und ist kein Arzt mehr in der Praxis, sollten Sie alle Patienten, die einen Termin haben, abbestellen. Informieren Sie außerdem Ihre Patienten darüber, dass die Praxis geschlossen ist, durch

  • einen Aushang vor Ihrer Praxis
  • den Anrufbeantworter
  • Ihre Praxis-Homepage

Weisen Sie die Patienten darauf hin, dass sie sich im Notfall an den ärztlichen Notdienst unter www.116117.de oder der Telefonnummer 116117 wenden können.

Haben Sie einen Kollegen vor Ort gefunden, der die kollegiale Vertretung in seiner Praxis übernimmt, informieren Sie Ihre Patienten auf allen Informationskanälen darüber. Melden Sie Ihre Erkrankung auch der KV.

Das dürfen Sie nicht

Lassen Sie auf keinen Fall Blankorezepte in Ihrer Praxis ausstellen. Denn in Ihrer Praxis vorrätige Blankorezepte sind unzulässig. Sie übernehmen durch Ihre Unterschrift unter eine ärztliche Verordnung die volle Verantwortung für deren Inhalt. Das Rezept dürfen Sie erst unterschreiben, wenn der Vordruck – etwa mit dem Namen des verordnenden Arzneimittels – ausgefüllt worden ist.

Wenn Sie über Ihre Versicherung Krankentagegeld beziehen, dürfen Sie nicht gleichzeitig arbeiten, indem Sie z. B. Telefon- oder Videosprechstunden von zuhause anbieten.

Zahlt die Praxisausfallversicherung?

Die Praxisausfallversicherung ist personenbezogen. Sie zahlt nur dann, wenn Sie als versicherte/r Ärztin/Arzt aufgrund von Krankheit oder Unfall selbst der freiberuflichen Tätigkeit nicht nachkommen können. Müssen Sie also Ihre Praxis schließen, weil Sie selbst an Corona erkrankt sind, zahlt die Versicherung.

Die Versicherung zahlt nicht, wenn Ihre Mitarbeitenden ausfallen und Sie als Praxisinhaber deshalb den Praxisbetrieb nicht aufrechterhalten können.

In der Vergangenheit konnten solche Fälle über eine Betriebsschließungs-Versicherung abgedeckt werden. Durch die Corona-Pandemie haben aber alle Versicherer die bestehenden (alten) Betriebsschließungs-Versicherungen aufgekündigt. Neue Verträge können nur noch unter Ausschluss des Corona-Virus abgeschlossen werden.
Frank Schultz Ecclesia MED

© Virchowbund / Lopata.
© Virchowbund / Lopata.

RA Andrea Schannath berät Ärztinnen und Ärzte im Virchowbund kostenlos bei allen Fragen z.B. aus dem Vertragsarzt- und Arbeitsrecht. Wenn Ihre Praxis ebenfalls von einer Corona-bedingten Praxisschließung betroffen ist und Sie Fragen zu Ihrer individuellen Situation haben, kontaktieren Sie die Rechtsberatung für Virchowbund-Mitglieder.

Foto 25916020 © Simon Thomas Dreamstime.com

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