05. Februar 2021

PCR-Testung: Speichelprobe könnte ähnlich sicher sein wie Nasen-Rachen-Abstrich

Die Notwendigkeit eines tiefen nasopharyngealen Abstriches für den PCR-Nachweis von SARS-CoV-2 macht die Diagnostik nicht gerade einfacher. Lässt sich mit einer Speichelprobe ein ebenso aussagefähiges Ergebnis erzielen? In einer Metaanalyse sind kanadische Wissenschaftler dieser Frage nachgegangen.1

Lesedauer: 1 Minute

Redaktion: Maria Weiß

Rachenabstrich braucht geschultes Personal

Massenhafte Tests in der Bevölkerung gelten als wichtiger Baustein im Kampf gegen Covid-19. Der dazu notwendige nasopharyngeale Abstrich erweist sich hier aber als Hemmschuh: Er muss von qualifiziertem oder zumindest gut angelerntem Personal durchgeführt werden, benötigt spezielles Material und wird von den Getesteten zumeist als sehr unangenehm empfunden. In bestimmten Bevölkerungsgruppen wie kleinen Kindern, Demenzpatienten oder auch Menschen in Quarantäne ist er nur schwer durchzuführen. Wesentlich einfacher wäre eine Speichelprobe, die jeder Zuhause selbst abnehmen kann.

Fast 6000 Teilnehmer analysiert

In einer Metaanalyse werteten die Wissenschaftler vom McGill University Health Centre jetzt 16 Studien zur Aussage von Speichelproben für die PCR-Testung aus. Als Referenz diente dabei immer der tiefe Nasopharyngealabstrich. Insgesamt waren fast 6.000 Teilnehmer eingeschlossen – in 15 Studien aus dem ambulanten Bereich und in neun ausschließlich Menschen mit milden oder fehlenden Symptomen.

Sensitivität und Spezifität vergleichbar

Das Ergebnis: Die Speichelprobe kann sich durchaus mit dem Nasen-Rachen-Abstrich messen. Wurde die Speichelprobe im PCR-Test verwendet, lag die Sensitivität bei 83,2 % und die Spezifität bei 99,2 % – im Vergleich zu 84,8 % und 98,9 % bei Verwendung der nasopharyngealen Abstriche.  

Insbesondere für Massentests in der jetzigen Pandemiesituation mit hoher Vortest-Wahrscheinlichkeit könnte die Verwendung von Speichelproben ein gangbarer Weg sein, so die Autoren. Limitiert sei die Aussagekraft ihrer Untersuchung aber durch die große Heterogenität der Studien in punkto Studiendesign, Auswahl der Studienteilnehmer, Krankheitsstadium und Testverfahren. Weitere prospektive Studien sollten hier initiiert werden.

  1. Guillaume Butler-Laporte et al.: “Comparison of Saliva and Nasopharyngeal Swab Nucleic Acid Amplification Testing for Detection of SARS-CoV-2A Systematic Review and Meta-analysisin JAMA Intern Med (2021); doi:10.1001/jamainternmed.2020.8876

Bildquelle: © Getty Images/AndreyPopov

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