14. Mai 2021

Organtransplantierte

Auch nach 2. Covid-19-Impfung unzureichend geschützt

Organtransplantierte gehören aufgrund der notwendigen Immunsuppression zu den Personen mit einem erhöhten Covid-19-Risiko. Auch die zweimalige Impfung scheint ihnen keinen sicheren Schutz vor der Infektion mit SARS-CoV-2- zu bieten.^1^

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Schon im März publizierten Wissenschaftler der Johns Hopkins University Daten, die zeigten, dass nur 17 % der Organtransplantierten nach der Erstimpfung mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe (Moderne oder Biontech/Pfizer) suffiziente Antikörpertiter bilden.

Jetzt wurde in einem zweiten Teil der Studie gezeigt, dass 21 Tage nach der Erstimpfung nur noch 15 % der Geimpften Antikörper aufwiesen. Nach der Zweitimpfung stieg dieser Anteil nach 29 Tagen zwar auf 54 % an – dies ist aber immer noch weit unter den Raten von Menschen mit intaktem Immunsystem. 46 % hatten nach der Zweitimpfung überhaupt keinen nachweisen Antikörpertiter, 39 % produzierten nur nach der zweiten Impfstoffgabe welche. Die besten Antikörperantworten zeigten sich bei jüngeren Patienten, fehlender Immunsuppression und Verwendung des Moderna-Impfstoffes.

Für die Patienten bedeutet dies, dass sie trotz zweimaliger Impfung nicht auf zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Masken, Abstand und Kontaktbeschränkungen verzichten dürfen. In weiteren Studien sollte untersucht werden, ob sich die Immunantwort durch weitere Boosterimpfungen verbessern lässt. Denkbar wäre auch, die Immunsuppression für die COVID-19-Impfung vorübergehend auszusetzen. 

  1. Organ Transplant Recipients Remain Vulnerable to COVID-19 Even After Second Vaccine Dose, Newsroom Johns Hopkins Medicine

Bild: © GettyImages/Moonhonor

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