22. Oktober 2021

Myokarditis nach Corona-Impfung

Vor allem männliche Teenager sind betroffen

Eine Myokarditis oder Perikarditis ist eine sehr seltene Nebenwirkung einer Covid-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 ist das Risiko für die entzündliche Herzbeteiligung aber deutlich höher, was bei der Risikobewertung berücksichtigt werden muss. Ein Fact-Sheet soll dabei helfen, die aktuelle Studienlage und die Häufigkeit dieser Nebenwirkung im Blick zu behalten. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Schweden und Dänemark haben die Anwendung des Moderna-Impfstoffes Spikevax bei jüngeren Menschen wegen des Risikos von Myokarditis/Perikarditis vorerst gestoppt. Nach Ansicht der Regulierungsbehörden in den USA und der EU sowie der WHO überwiegt der Nutzen dieser Impfung aber weiterhin die Risiken. Ein Fact-Sheet hilft, die aktuelle Studienlage und die Häufigkeit dieser Nebenwirkung im Blick zu behalten.

Nebenwirkung häufiger nach 2. Dosis des Moderna-Impfstoffes

Was weiß man über die Häufigkeit? Nach den bisherigen Daten tritt eine Myoperikarditis nach den mRNA-Impfungen mit einer Häufigkeit von etwa 2-3 pro 100.000 auf – dies liegt deutlich über der normalerweise beobachteten Rate. In etwa drei Viertel der Fälle sind Männer betroffen, die meisten sind zwischen 16 und 29 Jahren alt. Nach der zweiten Impfdosis werden die entzündlichen Herzveränderungen häufiger beobachtet als nach der ersten. Nach einigen Erhebungen scheint das Problem bei Verwendung des Moderna-Impfstoffs etwas größer als bei dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. In Deutschland gibt es bisher 792 Verdachtsmeldungen einer Myo/Perikarditis im Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung – bei den 12-17-Jährigen waren 53 Jungen und vier Mädchen betroffen.

Risiko für entzündliche Herzbeteiligung nach Covid-Erkrankung höher

Insgesamt verlaufen die Myo-/Perikarditisfälle im Zusammenhang mit der Impfung in der Regel mild und lassen sich gut behandeln. Bleibende Schäden wurden nicht beobachtet.

Auch im Rahmen einer Covid-19-Erkrankung kann es zu einer Myo- oder Perikarditis kommen – das Risiko ist in etwa viermal höher als nach einer Covid-19-Impfung. Bei der Nutzen-Risiko-Abwägung muss dabei berücksichtigt werden, wie groß das Risiko ist, sich als Ungeimpfter mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Und natürlich müssen auch die anderen Risiken einer Covid-19-Erkrankung ins Kalkül gezogen werden.

  1. Fact-Sheet „Myokarditis nach COVID-19-Impfung – Häufigkeit und Risiko“; Science Media Center Germany

Bildquelle: © gettyImages/Pornpak Khunatorn

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