27. November 2020

Masern-Mumps-Röteln-Impfung könnte vor schweren Covid-19-Verläufen schützen

Nach Untersuchen von Mikrobiologen aus den USA hat die Masern-Mumps-Röteln (MMR) – Impfung möglicherweise das Potenzial, den Verlauf von Covid-19 abzumildern. Dies würde auch erklären, warum die überwiegend MMR – geimpften Kinder und Jugendlichen eine deutlich geringere Erkrankungs- und Todesrate aufweisen.

Lesedauer: 1 Minute

Korrelation zwischen Titer und Krankheitsverlauf

Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass bei unter 42-Jährigen nach einer zweimaligen MMR-Impfung (MMR II-Impfstoff von Merck) eine Korrelation zwischen der Höhe von IgG-Titern gegen Mumps mit günstigeren Covid-19-Verläufen besteht. Nachgewiesen wurde dies bei 50 in den USA geborenen Probanden, die eine zweimalige MMR-Impfung erhalten hatten.

In der Kontrollgruppe von 30 Ungeimpften, die Antikörpertiter aufgrund einer durchgemachten Erkrankung hatten, ließ sich solch eine Zusammenhang nicht nachweisen. Die Antikörpertiter gegen Masern und Röteln zeigten in beiden Gruppen keine Korrelation mit dem Covid-19-Verlauf.  

Mumpstiter wohl entscheidend

In der MMR II-Gruppe waren alle SARS-CoV-2-infizierten Probanden mit Mumpstitern von 134 bis 300 AU/ml asymptomatisch – alle Patienten mit leichten Covid-19-Symptomen hatten Titer unter 134 AU/ml. Diejenigen mit mittelschweren Symptomen wiesen Mumpstiter < 75 AU/ml auf und hospitalisierte Patienten mit Sauerstoffbedarf Titer unter 34 AU/ml.

Wenn sich dieser Zusammenhang in weiteren Untersuchungen bestätigt, könnte es sinnvoll sein, auch über 40-jährigen Ungeimpften MMR-Impfungen zu verabreichen – unabhängig davon, ob sie bereits Antikörpertiter gegen Masern, Mumps oder Röteln haben. Die höchsten Antikörpertiter lassen sich durch zwei Impfungen im Abstand von mindestens 28 Tagen erreichen.  

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