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Covid-19 in der Praxis

16. Juni 2025

Was Ärzte und Gesundheitspersonal weltweit beschäftigt (KW25)

Spaniens Gesundheitswesen leidet unter Schlaflosigkeit, Mexiko mangelt es an Ärzten auf dem Land & Deutschlands Hausärzte planen den Ausstieg: Wir vom Medscape Professional Network möchten mit Ihnen wichtige und klinisch relevante Beiträge aus verschiedenen Ländern der Welt der letzten Wochen teilen.

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Weltkugel bei Nacht
Überblick: Wichtige und klinisch relevante Entwicklungen aus aller Welt.

Ärztestatistik 2024: Zahlen & Fakten zu Deutschlands Ärztinnen und Ärzten

Die Bundesärztekammer hat ihre aktuelle Ärztestatistik veröffentlicht. Erstmals ist die Mehrzahl der berufstätigen Ärzteschaft in Deutschland weiblich. Außerdem wird deutlich: ohne Zuwanderung und Arbeit über das Ruhestandseintrittsalter hinaus geht es nicht. Ohne die Zuwanderung würde die Gesamtzahl der berufstätigen Ärzte (aktuell rund 437.000) jährlich um rund 2.000 Personen schrumpfen, ordnet die Bundesärztekammer ein. Bemerkenswert ist außerdem, dass über 40.000 Kolleginnen und Kollegen, die eigentlich das Ruhestandeintrittsalter erreicht hätten, darüber hinaus weiterarbeiten und der medizinischen Versorgung so erhalten bleiben. Dies macht einen Anteil von rund 10 % in der berufstätigen Ärzteschaft aus. Allen voran bleibt die demografische Entwicklung eine Herausforderung: Fast ein Viertel der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ist inzwischen älter als 60 Jahre. Voraussichtlich werden daher rund 10.000 Kolleginnen und Kollegen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren in den kommenden Jahren in den Ruhestand treten.

Umfragedaten: Viele Hausärzte planen Stundenreduzierung oder Ausstieg

Das hausärztliche Versorgungsnetz in Deutschland hat jetzt schon Lücken – die in den kommenden Jahren noch größer werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter den bundesweit knapp 56.000 Hausärztinnen und -ärzten im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und der Uni Marburg. Laut den Antworten der knapp 3.700 Teilnehmer, plant ein Viertel der Befragten seine Arbeit in den nächsten fünf Jahren aufzugeben. Wer den Job weitermacht, will eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um im Schnitt zwei Stunden umsetzen. Laut Bertelsmann Stiftung sind bereits heute mehr als 5.000 Hausarztsitze nicht besetzt. Da der Ärztenachwuchs die Lücke nicht füllen kann, wird sich demnach die Zahl der fehlenden Hausärzte- und -ärztinnen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.

Geburtseinleitung: Helfen nicht-medikamentöse Verfahren wie Rizinusöl oder Akupunktur?

Im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter der Federführung mehrerer Institute der Medizinischen Fakultät und Uniklinik Köln untersucht, ob Schwangere ab der 37. Woche von nicht medikamentösen Methoden zur Geburtseinleitung profitieren können.

Zu den sieben gängigsten nicht-medikamentösen Verfahren zur Geburtseinleitung gehören Rizinusöl (als sog. „Wehencocktail“ mit oder ohne Alkohol), Nelken- und Nachtkerzenöl, Akupunktur, Akupressur, Mamillenstimulation (Brustwarzenstimulation) sowie die Empfehlung zu Geschlechtsverkehr.

Das Ergebnis: Obwohl die Autorinnen und Autoren des Berichts insgesamt zwölf Studien zu sieben gängigen nicht medikamentösen Verfahren zur Geburtseinleitung identifizierten, lassen sich daraus keine Aussagen zum Nutzen oder insbesondere auch zum Schaden der untersuchten Verfahren ableiten. Zugleich stehen gut untersuchte medikamentöse Verfahren zur Geburtseinleitung zur Verfügung. 

Mehr als 25 % der spanischen Fachkräfte im Gesundheitswesen leiden unter Schlaflosigkeit

Eine neue Studie zeigt, dass mehr als ein Viertel der befragten spanischen Fachkräfte im Gesundheitswesen mäßige oder schwere Schlaflosigkeit und die häufige Einnahme von Psychopharmaka oder Schlafmitteln - oft selbst verschrieben - zugeben. Die Studie zeigt auch, dass rotierende Dienstpläne und psychische Erkrankungen stark mit mittlerer bis schwerer Schlaflosigkeit korrelieren. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Orphan Drugs für seltene Krankheiten: Allopurinol ist jetzt für das Marfan-Syndrom verfügbar

Eines der vorrangigen Ziele der Erforschung seltener Krankheiten ist die Entwicklung neuer Therapien. Medikamente wie die so genannten Orphan Drugs eröffnen hierfür neue Wege. Sie zielen auf die Behandlung seltener Krankheiten ab, müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllen, um von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassen und vermarktet werden zu können. Allopurinol wurde vor kurzem in Spanien als erstes Orphan Drug zur Behandlung des Marfan-Syndroms ausgewiesen. Weitere Informationen finden Sie bei Univadis Spanien.

Weltprostatakrebs-Tag: Neue Therapien für fortgeschrittene Tumore

In Spanien ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte bösartige Erkrankung des Mannes. Obwohl die Inzidenz steigt, geht die Sterblichkeit weiter zurück. Experten schlagen ein personalisiertes Screening vor, das Politikern und Ärzten klarere Leitlinien an die Hand geben könnte, um sicherzustellen, dass Hochrisikopersonen bevorzugt behandelt werden, während unnötige Eingriffe bei Niedrigrisikogruppen auf ein Minimum reduziert werden. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Eine Forschungsgruppe erarbeitet Leitlinien zur Bewertung der Parkinson-Krankheit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen

Ein Team von Forschern des Instituto de Salud Carlos III (ISCIII) in Spanien hat kürzlich drei Artikel über Bewertungsskalen für die Parkinson-Krankheit veröffentlicht. Einer dieser Leitfäden befasst sich mit dem infantilen Parkinsonismus, einer seltenen, aber verbesserungsbedürftigen Pathologie. Weitere Informationen finden Sie auf Univadis Spanien.

Mexiko braucht mehr Ärzte in ländlichen Gebieten

Trotz des allgemeinen Anstiegs der Zahl der Ärzte hat Mexiko mit einem chronischen Fachkräftemangel in ländlichen und unterversorgten Regionen zu kämpfen. Die Integration von Ärzten, technischem Personal und Krankenschwestern könnte den Zugang verbessern, aber genaue, landesweite Daten über die Zahl der Absolventen und den Einsatz der Arbeitskräfte sind für solide Prognosen und eine gerechte Planung der Gesundheitsversorgung weiterhin unerlässlich. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Konsenspapier zur Sensibilisierung für niedriggradige Gliome mit IDH-Mutation, einem wenig bekannten Hirntumor

Sowohl mehrere wissenschaftliche und medizinische Organisationen (einschließlich der Spanischen Gesellschaft für Neurologie, SEN) als auch Patientenorganisationen haben ein Konsenspapier für niedriggradige Gliome mit IDH-Mutation (Isocitrat-Dehydrogenase-Mutation) gebilligt, eine Art von Hirntumor, der selbst als seltene Krankheit eingestuft wird. Diese Tumore betreffen die Gliazellen des Gehirns, die für die Unterstützung und den Schutz der Neuronen verantwortlich sind. Ihre Inzidenz ist im Vergleich zu anderen Krebsarten sehr gering und sie zeichnen sich durch ihre klinische und therapeutische Komplexität aus. Sie sind progressiv und unheilbar, und die durchschnittliche Überlebenszeit der Betroffenen beträgt 10 Jahre ab der Diagnose. Experten und Patienten fordern mehr Untersuchungen und Sichtbarkeit.

Die Redaktionen von Univadis, Medscape, coliquio und Mediquality.

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