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Covid-19 in der Praxis

10. Apr. 2025

Was Ärzte und Gesundheitspersonal weltweit beschäftigt (KW15)

Verbesserte Diagnose bei frontotemporaler Demenz, Strafgebühr bei nicht eingehaltenen Terminen & KI für das Darmkrebs-Screening: Wir vom Medscape Professional Network möchten mit Ihnen wichtige und klinisch relevante Beiträge aus verschiedenen Ländern der Welt der letzten Wochen teilen.

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Weltkugel bei Nacht
Überblick: Wichtige und klinisch relevante Entwicklungen aus aller Welt.

Strafgebühr für nicht eingehaltene Facharzttermine gefordert

Für gesetzlich Versicherte in Deutschland ist es mitunter schwer, einen Facharzttermin zu bekommen. Manche hingegen nehmen gebuchte Termine nicht wahr. Daher fordern nun Kassenärzte erneut eine Strafgebühr für Patienten, die bereits gebuchte Termine einfach platzen lassen. So sei es laut dem Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte nicht akzeptabel, dass Patienten Termine verbindlich vereinbaren und diese dann nicht wahrnehmen und so anderen Patienten dringend benötigte Termine wegnähmen. „Um Patienten dafür zu sensibilisieren, wäre ein Ausfallhonorar von bis zu 100 Euro, je nach länge des vorgesehenen Termins, erforderlich“, so der Verband.

Auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert eine solche Gebühr. Die Gebühr sei allerdings von den Krankenkassen zu bezahlen – was diese jedoch zurückwiesen: Stattdessen fordert der Krankenkassen-Spitzenverband eine ernsthafte Debatte und konkrete Lösungen für eine bessere Patientensteuerung.

Warnung vor Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder

Die Stiftung Warentest warnt in Deutschland vor Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder. Von 18 getesteten Produkten habe nur ein einziges keine Mängel aufgewiesen. Was oft putzig und harmlos aussehe, sei im besten Fall überflüssig und im schlimmsten Fall schädigend. So überschreiten 15 der getesteten Produkte die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen. Von fünf Produkten rät die Stiftung Warentest sogar stark ab, weil es durch sie zu einer Überdosierung von Vitamin A oder Kupfer kommen kann. Daher kritisiert die Stiftung diese Hersteller, da viele die wissenschaftlichen Empfehlungen zum Schutz der Kinder ignorierten. So gebe es keine Studien, die einen positiven Effekt von Effekt von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Gesundheit von Kindern auswiesen. Im Gegenteil gebe es in Deutschland Studien zufolge keine allgemeine Unterversorgung bei Kindern und Jugendlichen.

Verzögerte Diagnose des posturalen orthostatischen Tachykardiesyndroms: Frauen warten fast doppelt so lange wie Männer

Frauen sind deutlich häufiger vom posturalen orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS) betroffen, warten aber fast doppelt so lange wie Männer auf die richtige Diagnose. Lesen Sie mehr auf Medscape Deutschland.

Nicht jedes akute Fiebersyndrom in Lateinamerika ist Dengue-Fieber

Eine Studie aus Kolumbien unterstreicht die Komplexität des akuten Fiebersyndroms in Lateinamerika. Die Studie identifizierte Hantavirus, Dengue-Fieber und Leptospirose als Hauptursachen neben anderen möglichen Ursachen, wobei Koinfektionen häufiger vorkommen als bisher angenommen. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Kongenitale Syphilis in Mexiko

Trotz der weltweiten Bemühungen von WHO und UNICEF, die mütterliche und kongenitale Syphilisübertragung durch Präventionsprogramme und pränatale Überwachung zu reduzieren, bleibt die Syphilis in Mexiko und weltweit ein bedeutendes Problem der öffentlichen Gesundheit. Mexikanische Forscher analysierten klinische Aufzeichnungen von mit Treponema pallidum infizierten Müttern aus den Jahren 2016 bis 2024 und stellten fest, dass eine späte Diagnose, insbesondere nach der Geburt, ein Schlüsselfaktor für die Syphilisübertragung ist. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Vermarktung von Säuglingsmilchnahrung verringert das ausschließliche Stillen

Eine mexikanische Studie zeigt, dass Eltern, die mit digitaler Werbung für Säuglingsnahrung konfrontiert werden, diese Produkte eher positiv bewerten. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine solche Exposition die Wahrscheinlichkeit des ausschließlichen Stillens um bis zu 62 % senkt. Die Fütterung mit Säuglingsnahrung wird mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Infektionen, chronische Krankheiten und Kindersterblichkeit in Verbindung gebracht. Stillen hingegen bietet Vorteile für die Gesundheit der Mütter, einschließlich eines geringeren Risikos für Typ-2-Diabetes, bestimmte Krebsarten, Herz-Kreislauf-Probleme und postpartale Depressionen. Lesen Sie mehr auf Medscape Spanien.

Klinischer Leitfaden für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen

Die Spanische Gesellschaft für Kardiologie und die Vereinigung für Präventivkardiologie haben ein Expertengremium mit der Ausarbeitung eines Konsensdokuments beauftragt, das den an der klinischen Versorgung beteiligten Personen Leitlinien für die Diagnose und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen an die Hand geben soll. Weitere Informationen finden Sie auf Univadis Spanien.

Nahrungsergänzung und Probiotika für die psychische Gesundheit von mangelernährten Hämodialysepatienten

In dieser randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Studie untersuchten spanische Forscher die Auswirkungen eines Ernährungs- und Probiotikakonzepts auf die psychische Gesundheit von Patienten mit chronischer Nierenerkrankung, die sich einer Hämodialyse unterziehen und mangelernährt sind. Die Ergebnisse zeigten eine Verringerung der Depressions- und Angstsymptomatik.

Eine App für die Darmkrebsvorsorge

Eine Gruppe von Experten hat eine mobile Anwendung mit einfachen Algorithmen entwickelt, die alle relevanten Informationen aus den Leitlinien enthält. Mehr dazu lesen Sie auf Univadis Spanien.

Künstliche Intelligenz für das Darmkrebs-Screening

Die Europäische Gesellschaft für Gastrointestinale Endoskopie (ESGE) hat ihr Positionspapier über den Einsatz von Verfahren der künstlichen Intelligenz zur Erkennung verdächtiger Darmkrebsläsionen bei der Früherkennung oder Nachuntersuchung von Polypen vorgelegt. Weitere Informationen finden Sie auf Univadis Spanien.

Frontotemporale Demenz: Neues Instrument zur Verbesserung der Diagnose und Überwachung

In manchen Fällen wird bei Betroffenen fälschlicherweise die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert, vor allem in relativ jungen Jahren. Eine Forschergruppe des Hospital Clínic-IDIBAPS in Barcelona hat ein neues Instrument entwickelt, das die Quantifizierung der Hirnasymmetrie bei Patientinnen und Patienten mit frontotemporaler Demenz anhand der Magnetresonanztomographie ermöglicht und damit sowohl die Diagnose als auch die Bewertung der Krankheit verbessert.

Niedrig dosierter Gelbfieberimpfstoff in Afrika

Die Herstellung des Impfstoffs ist aufwändig und kann im Falle eines Ausbruchs nicht schnell hochgefahren werden, so dass die Verfügbarkeit des Impfstoffs ein ständiges Problem darstellt. Wenn es während eines Ausbruchs zu Impfstoffengpässen kommt, empfiehlt die WHO die Verwendung von Teilimpfungen als Strategie zur Einsparung von Impfstoff. Eine neue Studie hat untersucht, ob auch diese Dosen wirksam sind. Angesichts der Ergebnisse kam man zu dem Schluss, dass eine Dosisreduzierung auf bis zu 500 IE nicht unter der Standarddosis von 13.803 IE liegt, um eine Serokonversion nach 28 Tagen zu erreichen.

Die Redaktionen von Univadis, Medscape, coliquio und Mediquality.

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