05. Februar 2021

Mund-Nasen-Schutz noch immer wichtigste Waffe gegen SARS-CoV-2

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum hat wahrscheinlich viele Covid-19-Todesfälle verhindert und bleibt auch trotz Beginn der Impfprogramme noch viele Monate entscheidend im Kampf gegen die Pandemie. Trotzdem wird in der Öffentlichkeit die Wirksamkeit dieses Schutzes immer wieder angezweifelt. In einem Übersichtsartikel haben Christoph Hemmer von der Universitätsmedizin Rostock und Kollegen die Evidenz für diese Schutzmaßnahme zusammengefasst. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Redaktion: Maria Weiß

Für die Übertragung von SARS-CoV-2 sind vor allem Tröpfchen und Aerosole verantwortlich, die bei Husten, Niesen und auch beim Sprechen freigesetzt werden. Dabei sind die ausgeschiedenen Virusmengen kurz vor Beginn der Symptome am größten.

Auch Baumwollmasken schützen

In mehreren Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass durch einen Mund-Nasen-Schutz die Anzahl der Tröpfchen auch im Nahbereich (15 cm Entfernung von der Maske) reduziert wird. Die Baumwollmasken reduzieren die Tröpfchenmenge je nach Zahl der Lagen um 60–95 %, chirurgische Masken und N-95-Maske ohne Ventil um 99 % oder mehr, entsprechend geht auch die Viruslast zurück. Dies ist entscheidend für den Schutz anderer Menschen vor der Übertragung, wenn man selbst infiziert ist.

Maske dient auch dem Eigenschutz

Aber nicht nur andere Menschen werden geschützt, auch für den Träger selbst besteht eine gewisse Schutzwirkung durch die Maske. Eine Metaanalyse von 29 Studien zu Infektionen mit den Coronaviren SARS-CoV-2, SARS-CoV oder MERS-CoV ergab, dass das Tragen von Masken vom Typ N95 (entspricht etwa FFP2) und chirurgischen Masken (beziehungsweise ähnlichen mehrlagigen Baumwollmasken) das Infektionsrisiko des Trägers um 66 % verringern kann. Zudem scheint der Infektionsverlauf umso milder, je weniger Viren bei der Übertragung aufgenommen werden. Auch andere respiratorische Infektionen werden durch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes reduziert.

Attest zur Befreiung der Maskenpflicht nur bei objektiven Befunden

Die Autoren kommen aufgrund ihrer Recherche zu dem Schluss, dass eine konsequente Anwendung der Mund-Nasen-Bedeckung wesentlich zur Eindämmung der Verbreitung von SARS-CoV-2 beitragen kann. Ärzte sollte daher nicht müde werden, ihre Patienten auf die Schutzwirkung der Maske hinzuweisen. Bescheinigungen zur Befreiung von der Maskenpflicht sollte nur dann ausgestellt werden, wenn tatsächlich durch objektive Befunde belegt ist, dass das Tragen der Maske eine konkrete Gesundheitsgefahr für den Träger darstellt.

  1. C. J. Hemmer et al; Schutz vor COVID-19: Wirksamkeit des Mund-Nasen-Schutzes; Dtsch Arztebl Int (2021); 118: 59-65; DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0119

Bildquelle: © Getty Images/Lei7

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