26. November 2020

Auch bei körperlicher Belastung schränken Masken nicht die Lungenfunktion ein

Manche Menschen empfinden den vorgeschriebenen Mund-Nasenschutz als unangenehm oder befürchten sogar negative gesundheitliche Folgen. Nach einer umfassenden Literaturrecherche geben US-Wissenschaftler hier Entwarnung – negative Effekte auf das kardiopulmonale System sind beim Tragen von Masken selbst bei starker körperlicher Belastung nicht zu erwarten.1,2

Lesedauer: 1,5 Minuten

Keinen Einfluss auf physiologische Werte

In mehreren Untersuchungen hatte das Tragen von Masken in verschiedener Art bei gesunden Menschen keinen wesentlichen Einfluss auf Atemarbeit, Gasaustausch, arterielle Blutgase, Blutversorgung von Muskeln und Gehirn, kardiale Funktion und Fatigue. Selbst unter starker körperlicher Belastung waren nur minimale, kaum nachweisbare Veränderungen nachweisbar.

Eine Ausnahme bilden dabei lediglich Patienten mit schweren kardiopulmonalen Erkrankungen, bei denen schon geringste Zunahmen des Atemwiderstandes zu verstärkter Dyspnoe führen kann. Diese Atembeschwerden können bei diesen Menschen dazu führen, dass sie körperliche Anstrengung (verstärkt) vermeiden. Gerade diese Menschen sind aber auch besonders durch Covid-19 gefährdet, sodass die Probleme und Risiken individuell abgewogen werden müssen.

Nur Sinneswahrnehmungen bei kardiovaskulär Gesunden

Erstautorin Susan Hopkins, Professorin für Medizin und Radiologie an der University of California San Diego, erklärt, dass es mit einer Maske zu einer minimalen Steigerung des Atemwiderstandes kommt, sowie zum Einatmen von wärmerer Luft, die mit etwas mehr CO2 angereichtert sei. Bei körperlicher Anstrengung wird es unter der Maske heiß und schwitzig.

„Das sind aber nur Sinneswahrnehmungen“, erklärt Hopkins. „Sie haben keinen Einfluss auf die kardiopulmonale Funktion bei Gesunden. Obwohl sich also beim Maskentragen eine Dyspnoe einstellen könnte, muss man das abwägen mit dem reduzierten Risiko, Covid-19 zu bekommen, wenn man weiß, dass die Physiologie im Wesentlichen unverändert ist.”

  1. Susan R. Hopkins et al; Facemasks and the Cardiorespiratory Response to Physical Activity in Health and Disease; Annals of ATS (2020);
  2. Exercised over nothing: Masks don’t impair lung function during physical activity. UC San Diego News Center, 16.11.2020

Bildquelle: © Getty Images/RainStar

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