Diese 4 Faktoren weisen auf ein erhöhtes Risiko für Long-Covid
Viele Patientinnen und Patienten klagen auch Wochen bis Monate nach einer akuten SARS-CoV-2-Infektion noch über Symptome wie Erschöpfung, Kurzatmigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten. Jetzt haben Forschende aus den USA vier Faktoren ausgemacht, die offensichtlich mit einem erhöhten Risiko für Long-Covid einhergehen und schon initial zum Zeitpunkt der akuten Erkrankung bestimmt werden können. 1
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Autorin: Maria Weiß
Yapeng Su und sein Team haben 209 erwachsene Patientinnen und Patienten (18–89 Jahre, im Mittel 56 Jahre) über zwei bis drei Monate nach der Diagnose von Covid-19 nachverfolgt und nach den typischen Symptomen von Long-Covid befragt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 2020 bis Anfang 2021 erkrankt und wiesen unterschiedliche Schweregrade der akuten Infektion auf.
4 Risikofaktoren in Akutphase für Long-Covid
Mehr als 60 % der Kohorte klagte zwei bis drei Monate nach der Diagnose noch über zwei oder mehr für Long-Covid typische Symptome. Am häufigsten wurden Fatigue (52 %), Husten (25 %) und Anosmie/Dysosmie (18 %) genannt. Es konnten vier biologisch plausible Risikofaktoren ausgemacht werden, die schon in der Akutphase auf ein erhöhtes Risiko für Long-Covid hinweisen:
- Ein hoher Gehalt an Virus-RNA im Blut zu Beginn der Erkrankung (entsprechend einer hohen Viruslast)
- Der Nachweis bestimmter Autoantikörper im Blut
- Eine Reaktivierung von Epstein-Barr-Viren (EBV) früh im Krankheitsverlauf
- Typ-2-Diabetes (und möglicherweise auch andere Vorerkrankungen)
Größten Einfluss haben vermutlich Autoantikörper
Von den Patientinnen und Patienten mit drei oder mehr Symptomen nach zwei bis drei Monaten wiesen 95 % einen oder mehrere dieser vier Risikofaktoren auf. Dies schließe aber nicht aus, dass es noch andere wichtige Einflussfaktoren geben könnte, so das Autorenteam. Den größten Einfluss schienen in ihrer Untersuchung die Autoantikörper zu haben, die bei zwei Drittel der Long-Covid-Fälle nachweisbar waren.
Bestimmte Symptome konnten spezifischen Biomarkern zugeordnet werden. Personen mit fortbestehenden respiratorischen Symptomen nach zwei bis drei Monaten hatte z.B. häufiger niedrige Kortisol- und Kortisonspiegel, was auf eine Nebenniereninsuffizienz deutet. Dies könnte auch für einen therapeutischen bzw. präventiven Ansatz von Bedeutung sein.
Diese Themen könnten Sie auch interessieren:

