29. Januar 2021

SARS-CoV-2

Wird der Kampf gegen die Viren in der Nase gewonnen?

Die Nase ist in der Regel die erste Station, in der sich die SARS-CoV-2-Viren vermehren und damit zur potenziellen Gefahr auch für andere werden. Lässt sich möglicherweise mit Nasensprays etwas gegen die Viren ausrichten?1,2

Lesedauer: 1,5 Minuten

Inzwischen gibt es einige Studien aus dem Jahr 2020, die sich mit der potenziellen Wirksamkeit von Nasenspülungen und Sprays beschäftigen – insbesondere nachdem erste Untersuchungen darauf hinwiesen, dass dadurch möglicherweise die Viruslast und damit auch das Infektionsrisiko reduziert werden kann.

In einer noch nicht begutachteten, von Amcyte Pharma Inc. unterstützten Studie konnte für die Wirkstoffe Iota-Carrageen und Xylitol in Zellkulturen nachgewiesen werden, dass SARS-CoV-2-Viren in Nasenspray-üblichen Konzentrationen gehemmt bzw. inaktiviert werden können.

Mehrere klinische Studien sind auf dem Weg

Das kanadische Biotechnologieunternehmen SaNOtize setzt dagegen auf Stickoxid als Nasenspray-Wirkstoff. In unabhängigen Laboruntersuchungen konnten mit solche einem Nasenspray bis zu 99,9 % aller Coronaviren in den oberen Atemwegen abgetötet werden. Damit hat das Präparat das Potenzial, die Ausbreitung der Infektion auf die tieferen Atemwege zu verhindern. Eine erste klinische Studie dazu wurde bereits in Großbritannien auf den Weg gebracht. 

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit wäre die Therapie leichterer oder moderater Covid-19-Erkrankungen. Der US-Konzern Xlear Inc testet in dieser Indikation zurzeit sein Xylitol-haltiges Sinusitis-Nasenspray in einer klinischen Studie mit 200 Teilnehmern. Im Dezember 2020 wurde bei der US-Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (FDA) bereits der Antrag auf eine Vorabnotfallzulassung gestellt.

Möglicherweise könnte in Zukunft vielleicht auch ein SARS-CoV-2-Impfstoff in Form eines Nasensprays verabreicht werden. In einer ersten Untersuchung hat sich solch ein Impfstoff zumindest in Tierversuchen als wirksam erwiesen. Damit geimpfte Mäuse hatten nach Infektion deutlich weniger Lungensymptome und Entzündungen und gaben vor allen Dingen auch keine Coronaviren an ihre Umgebung mehr ab. Dadurch könnte eine Weiterverbreitung von Covid-19 verhindert werden.

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