14. Mai 2021

Covid-19: Anhaltende Geruchsstörungen deuten auf Viruspersistenz hin

Bei vielen Patienten bleiben die häufig mit Covid-19 einhergehenden Geruchsstörungen auch über die akute Phase der Erkrankung hinaus bestehen. Französische Wissenschaftler konnten in Tierexperimenten und an Patienten zeigen, dass dies auf eine persistierende SARS-CoV-2-Infektion des Riechepithels zurückzuführen sein könnte.1,2

Lesedauer: 1, 5 Minuten

Redaktion: Maria Weiß

Die Wissenschaftler hatten das Riechepithel von sieben Covid-19-Patienten mit persistierenden Geruchsstörungen untersucht. Dabei konnte gezeigt werden, dass verschiedene Zelltypen einschließlich der Nervenfasern mit replikationsfähigen Viren infiziert waren. Der Nachweis von Entzündungszellen im Abstrich weißt auf die Entzündungsreaktion in der Akutphase hin.

Anschließende Experimente an Hamstern konnten dann die Schädigung des Riechepithels durch SARS-CoV-2 bestätigen: Die Viren infizierten neben den Sinneszellen auch die Stützzellen. Die für das Riechen erforderlichen Riechhärchen gingen verloren. Auch innerhalb der Axone des Riechnervens sowie im Bulbus olfactorius ließen sich Virusantigene nachweisen. Dies unterstützt die Hypothese, dass die Coronaviren in das Gehirn gelangen und dort entzündliche Reaktionen auslösen können.

Diese Veränderungen des Riechepithels können bei den Tieren offensichtlich über einen längeren Zeitraum persistieren. Auch bei vier Patienten mit anhaltenten Geruchsstörungen konnten bei negativem Standard-PCR-Test noch nach 110 bis 196 Tagen Virusantigene in gezielten Abstrichen des Riechepithels nachgewiesen werden. Ob es sich dabei um replikationsfähige Viren handelt, bleibt aber offen.

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