17. Juni 2020

Einsparpotenziale in der Praxis

5 Tipps, wo Sie jetzt Geld sparen können

Die Corona-Krise wird an vielen Praxen nicht ohne finanzielle Einbußen vorübergehen. Umso wichtiger ist es jetzt, mögliche Einsparpotenziale zu erkennen. Einige hilfreiche Ideen haben wir für Sie hier zusammengestellt.

Lesedauer: 3 Minuten

Autorin: Marion Meyer, Qualitätsmanagementbeauftragte und interne Auditorin (DGQ).

1. BWA anfordern

Die betriebswirtschaftliche Analyse (BWA) wird meist mit dem Monatsabschluss vom Steuerberater mitgeschickt und bietet eine Übersicht über sämtliche Einnahmen und Ausgaben. Sie wird fortlaufend (kalenderjahresweise) geführt und immer mit den monatlichen Buchungen (Ein- und Ausnahmen) aktualisiert.

Je nachdem, wie die Belege beim Steuerberater eingebucht werden, können Sie über die BWA hinaus sogenannte einzelne Kontenblätter anfordern. Das sind Detailübersichten mit einzelnen Buchungen sortiert nach Einnahmen- bzw. Ausgabenart. Kontenblätter werden meist mit mehrstelligen Ziffern benannt. Diese können wichtige Erkenntnisse über die Ausgaben liefern – ohne jede Kontobewegung einzeln verfolgen zu müssen. Vielleicht entdecken Sie bei der Durchsicht ein Abo, das Sie schon seit Jahren nicht mehr lesen, aber immer noch nicht gekündigt haben.

2. Marketing-Ausgaben überprüfen

Praxis-Website: Die Preisspanne für eine Stunde Website-Betreuung variiert zwischen 60 und 120 Euro. Da macht es Sinn, zu überlegen, ob für die Betreuung Ihrer Website tatsächlich die Leistungen einer Werbe-Agentur erforderlich sind. Denn bei den meisten Praxen sollte der Aufwand minimal sein. Schließlich werden die Öffnungszeiten nicht wöchentlich geändert und meist auch keine Blogs geschrieben. Auch die Fotos der Mitarbeiter müssen nicht ständig aktualisiert werden.

Team-Fotos: Wie bei den Betreuungshonoraren für die Website gibt es auch große Unterschiede bei den Kosten für Fotoaufnahmen. Bei den meisten Praxen sollte es ausreichen, einen Studenten oder Auszubildenden als Freelancer für das Team-Foto zu beauftragen – und keinen professionellen Fotografen.

Facebook, Instagram & Co.: Man sollte sich auch überlegen, ob die Praxis wirklich einen Facebook- oder Instagram-Kanal benötigt. Auf den ersten Blick sind diese Kanäle kostenlos, aber um damit wirklich geschäftlichen Erfolg zu erzielen, bedarf es zwingend einer Social-Media-Strategie, kontinuierlichen Engagements und sehr gut aufbereitete Inhalte mit hochwertigen Bildern, Links oder kurzen Texten – und plötzlich ist so ein vermeintlich kostengünstiges Sprachrohr gar nicht mehr so preiswert.

3. Kfz-Versicherung kontaktieren

Corona-bedingt wurden weniger Hausbesuche gemacht oder Auswärtstermine wahrgenommen? Dann ist es sinnvoll, dies der Kfz-Versicherung mitzuteilen. Die meisten Autos werden ohnehin auf zu viele Kilometer versichert, weil „man ja nicht weiß, was so kommt“.

Bei den meisten Versicherungen ist eine Anpassung der Versicherungsleistung unkompliziert und zeitnah möglich. Sie müssen auch nicht bis zum Ende des Kalenderjahres warten. Eine Erhöhung der versicherten Kilometer ist jederzeit möglich, wenn der Praxisbetrieb wieder zunimmt und die Obergrenze der versicherten Kilometer erreicht wird.

Um finanzielle Einbußen zu minimieren, kann ein kostenloser digitaler Kommunikationskanal wie medflex, der coliquio-Messenger, eine gute Lösung sein. Vergütete Patientenberatung, Videosprechstunden, Übermittlung von medizinischen Daten wie Befunde, AU, Laborwerte sind nur einige der hilfreichen Möglichkeiten. Setzen Sie den kostenlosen coliquio-Messenger ein. Als coliquio-Mitglied können Sie sofort loslegen >>

4. Dienstleister-Honorare überprüfen

Wie teuer ist die Betreuung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit (früher: Sicherheitsingenieur)? Und der Elektriker für die BGV-/DGUV-A3-Prüfung (E-Check / STK) oder die EDV-Betreuung durch das IT-Systemhaus? Wie viel zahlen ärztliche Kolleginnen und Kollegen in derselben Stadt oder mit derselben Mitarbeiteranzahl?

Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall. Denn es gibt bei den Betreuungshonoraren und -modellen sehr große Unterschiede. Auch die Wahl eines lokalen oder überregionalen Unternehmens führt oft zu einer erheblichen Preisdifferenz bei gleicher Qualität.

5. Kaufen statt mieten

Teure Kaffeemaschinen oder Software-Produkte werden in vielen Praxen gemietet bzw. über ein monatliches Abonnement gezahlt. Doch dieser Service ist meistens ganz schön teuer und rentiert sich in vielen Fällen nicht. Denn die Mietrate wird auch bezahlt, wenn der Service nicht genutzt wird. Deshalb ist Kaufen am Ende oft günstiger als Mieten.

Marion Meyer, Mag.A., ist ausgebildete Qualitätsmanagementbeauftragte und interne Auditorin (DGQ) sowie Datenschutzbeauftragte IHK und Praxismanagerin. Sie berät seit 2013 bundesweit Niedergelassene zu ihren individuellen QM-Systemen und betreibt das QMedicus Infoportal, die Online-Plattform rund um Qualitäts- und Praxismanagement sowie Datenschutz für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

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Bildquelle: © GettyImages/12963734

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