27. November 2020

CovidCon

Aktuelle Erkenntnisse zu Covid-19

Im Rahmen der CovidCon geben Infektiologe PD Dr. med. Christoph Spinner und Virologe Dr. med. Dieter Hoffmann des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München ein Update zu den neuesten Covid-19-Erkenntnissen. Die Aufzeichnung der Live-Veranstaltung und eine Auswahl der wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie hier.

Lesedauer: 3 Minuten

    1. Wie korrelieren CT-Werte von PCR-Tests mit der Kopie-Anzahl des Virus und der Infektionswahrscheinlichkeit beziehungsweise der Infektiosität? (Antwort im Video ab Minute 8:18)
    2. Gibt es einfach anwendbare Kriterien zur Beurteilung, ob ein Patient mit Covid-19-Erkrankung stationär aufgenommen werden sollte? (Antwort im Video ab Minute 15:51)
    3. Können Sie drei wichtige Kriterien nennen, ab wann ein Patient intensivpflichtig ist? (Antwort im Video ab Minute 17:45)
    4. Welcher Impfstoff ist für wen geeignet, beispielsweise in Anbetracht des Alters und der Berufsgruppe? (Antwort im Video ab Minute 19:28)
    5. Wie beurteilen Sie die Immunität nach einer durchgemachten Covid-19-Infektion? (Antwort im Video ab Minute 28:48)
    6. Sollte man erneut in Quarantäne wenn man nach einer durchgemachten symptomatischen Covid-19-Erkrankung Kontaktperson ersten Grades ist? (Antwort im Video ab Minute 34:28)
    7. Wie schätzen Sie folgende Situation bezüglich der Immunität ein: Eine Person hat klassische aber milde Symptome, aber keinen Corona-Test gemacht. Nach drei Monaten erhält die Person einen negativen Antikörpertest. (Antwort im Video ab Minute 36:17)
    8. Ist Trumps „Covid-Therapie“ sinnvoll? (Antwort im Video ab Minute 39:29)
    9. Sind Wirkstoffe, wie Fluvoxamin oder Ivermectin, die sich noch in der präklinischen Testung befinden, sinnvolle Optionen? (Antwort im Video ab Minute 43:05)
    10. Hemmt Fluoxetin die Replikation des Corona-Virus? (Antwort im Video ab Minute 44:42)
    11. Ist es richtig, dass bei SARS-CoV-2 Antigenschnelltests von Roche auch andere Corona-Viren erfasst werden und ein falsch positives Testergebnis verursachen? (Antwort im Video ab Minute 46:29)
    12. Welche Befähigung muss man haben um mittlere medizinische Fachkräfte zum Abstrich für Corona-Schnelltests anzuleiten? Wird für den Abstrich ein Kurs benötigt? (Antwort im Video ab Minute 51:31)
    13. Wie reguliert die Zelle den Stopp der durch mRNA beziehungsweise DNA-induzierten Antigensynthese? Gibt es Szenarien bei denen es zu einer überschießenden Immunantwort kommen könnte? (Antwort im Video ab Minute 52:55)
    14. Was halten Sie von einer Prophylaxe aus Zink, Vitamin D und C und Aspirin? (Antwort im Video ab Minute 55:31)
    15. Was ist der Unterschied zwischen medizinischen und nichtmedizinischen FFP2-Masken? (Antwort im Video ab Minute 57:43)
    16. Was bringen antivirale Masken? (Antwort im Video ab Stunde 1:00:02)
    17. Gibt es Studien zum Thema Luftdesinfektion in Zahnarztpraxen? Welche Geräte sind zertifiziert beziehungsweise welche bringen die beste Leistung? (Antwort im Video ab Stunde 1:01:16)
    18. Wie ist der Corona-Gurgeltest in der Diagnostik zu bewerten? Genügt er als Covid-19-Nachweis? (Antwort im Video ab Stunde 1:03:53)
    19. Ist eine Impfung zu empfehlen, auch wenn eine Infektion über eine PCR detektiert, das Ergebnis aber nicht mit einem Antikörper-Nachweis bestätigt wurde? (Antwort im Video ab Stunde 1:05:04)
    20. Weihnachten steht vor der Tür: Sollte man bei Risikopersonen einen Schnelltest als Einlasskontrolle machen? Ist eine Quarantäne vor oder nach der Feier sinnvoll, und wenn ja, wie lange? (Antwort im Video ab Stunde 1:06:22)

Redaktion: Dr. Linda Fischer

7 ausgewählte Fragen und Antworten

Die wichtigsten Fragen des Publikums und die Antworten der Experten haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Gibt es einfach anwendbare Kriterien zur Beurteilung, ob ein Patient mit Covid-19-Erkrankung stationär aufgenommen werden sollte? (15:51)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Gerade diese Kriterien fehlen. Zwar gibt es etliche Scoring-Systeme, die die Kombinationen von laborchemisch bestimmbaren und klinischen Parametern miteinander korrelieren. Vereinfacht sagen sie aus, dass eine komplizierte Covid-19-Erkrankung wahrscheinlicher ist je höher der Anteil an Akute-Phase-Proteinen ist, wie beispielsweise C-reaktives Protein oder Interleukine.

    Leider fehlen aber bis heute gute Prädiktionsmodelle, um wirklich vorhersehen zu können, welche Patienten in die Klinik müssen. Es besteht ein großer Bedarf an praktisch einsetzbaren Scoring-Systemen! Bis jetzt bleibt es jedoch bei der klinischen Einzelfallentscheidung des Arztes.

Können Sie drei wichtige Kriterien nennen, ab wann ein Patient intensivpflichtig ist? (17:45)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Vereinfacht gesagt geht es darum, drohendes Organversagen abzuwenden. Im Kontext von Covid-19 ist das in der Regel das respiratorische Versagen. Das bedeutet, der Patient kann sich selbst nicht mehr suffizient durch physikalische Atemarbeit mit Sauerstoff versorgen.

    Das kann beispielsweise eine Atemfrequenz von über 30 Atemzügen/Min sein, der Abfall einer Sauerstoffsättigung von deutlich unter 90 % trotz sogenannter Niedrigflusssauerstoffapplikationen von 6-12 Liter/Min. Aber auch jedwedes anderes Organversagen sollte zum unmittelbaren Intensivaufenthalt führen.

Sind Wirkstoffe wie Fluvoxamin oder Ivermectin, die sich noch in der präklinischen Testung befinden, sinnvolle Optionen? (43:05)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Derzeit gibt es nur zwei wirklich etablierte Strategien in Deutschland und in der Europäischen Union: Erstens die Behandlung mit Glucocorticoiden und die hiervon am besten untersuchte Behandlung mit Dexamethason, bei denen eine Mortalitätsreduktion nachgewiesen wurde. Indiziert sind sie für schwere und kritische Covid-19-Erkrankungen.

    Zweitens die Nutzung von Remdesivir, als Option insbesondere in der Frühphase der Infektion in den ersten zehn Tagen. Sämtliche andere Therapien, einschließlich therapeutischer Kombinationen, sollten nicht außerhalb klinischer Studien zur Anwendung kommen.

Ist es richtig, dass bei SARS-CoV-2 Antigenschnelltests von Roche auch andere Corona-Viren erfasst werden und somit ein falsch-positives Testergebnis verursachen? (46:29)

  • Dr. med. Dieter Hoffmann: Prinzipiell sollten diese Tests für das neue Corona-Virus spezifisch sein. Zumindest sollte der Test die größte Sensitivität gegenüber des Antigens des neuen Corona-Virus haben. Eine leichte Kreuz-Reaktivität lässt sich zwar nicht ausschließen, sollte aber keine Rolle in der Anwendung spielen.

    Ein solcher Test darf nicht zu lange inkubieren, sonst können falsch-positive Ergebnisse entstehen. Darauf weisen die Hersteller hin.

Welche Befähigung muss man haben, um mittlere medizinische Fachkräfte zum Abstrich für Corona-Schnelltests anzuleiten? Wird für den Abstrich ein Kurs benötigt? (51:31)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Das kommt auf den Abstrich an, der ausgeführt werden soll. Initial wurden nasopharyngeale Abstriche eingesetzt, hier besteht eine gewisse Verletzungsgefahr bei inkorrekter Durchführung.

    Speicheltests beziehungsweise Rachentests sind vergleichbar effektiv, deshalb arbeiten etliche Teststellen in dieser Art und Weise. Entscheidend bleibt das Setting: Führt ein Arzt die Aufsicht oder nicht? Wie gut ausgebildet ist das Personal? Das Erlangen der Fertigkeiten sowohl für Rachenabstriche als auch Nasenrachenabstriche ist sehr überschaubar und es gibt viele Schulungsvideos dazu.

Was halten Sie von einer Prophylaxe aus Zink, Vitamin D und C und Aspirin? (55:31)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Bis heute gibt es keine ausreichende Evidenzgrundlage zu verminderter Episodik von Infektionserkrankungen wie Covid-19, um Immun-Booster durchzuführen. Deshalb kann hier weder eine Empfehlung ausgesprochen noch grundsätzlich davon abgeraten werden.

    Zu dieser Thematik gibt es laufende klinische Studien, die antiviral wirksame Substanzen und Antikörper als gezielte Postexpositionsprophylaxe nach einer SARS-CoV-2-Exposition untersuchen.

Gibt es Studien zum Thema Luftdesinfektion in Zahnarztpraxen? Welche Geräte sind zertifiziert beziehungsweise welche bringen die beste Leistung? (1:01:16)

  • PD Dr. med. Christoph Spinner: Unzählige Studien zeigen hierzu stets, dass Luftfilter mit Hepa-Filteranlagen in der Lage sind, Viruspartikel aus der Luft zurückzuhalten. Das Kernproblem ist jedoch, dass bisher nicht untersucht wurde, wie stark dadurch eine Risikoreduktion möglich ist.

    In Zahnarztpraxen sind solche Luftfilter jedoch eher nicht nützlich, da nah am Mund des Kunden gearbeitet wird, und die größte Infektionsgefahr von Viruspartikeln beispielweise im Spritzwasser der Mundspülung ausgeht. Es sollte daher sowohl eine Mund-Nasen-Bedeckung als auch eine Augenbedeckung für Nicht-Brillenträger getragen werden, um das Risiko zu reduzieren.

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