01. April 2021

Covid-19 rund um die Welt: Die aktuelle Lage

Die Pandemie verläuft weiterhin mit einer enormen Dynamik. Erhalten Sie hier eine Momentaufnahme aus verschiedenen Ländern der Welt.

Lesedauer: 6 Minuten

Stand: 01.04.2021

Brasilien

Durch die voranschreitende Pandemie steht Brasilien vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Am Dienstag, einem Tag mit politischen Unruhen, waren in 18 brasilianische Bundesstaaten mehr als 90 % der Intensivbetten belegt. In zwei Bundesstaaten (Amapá und Mato Grosso do Sul) war die Kapazität voll ausgelastet.
Am selben Tag verzeichnete das Land einen neuen, traurigen Rekord: In 24 Stunden verstarben 3,668 Menschen.
Die Versorgung mit Medikamenten für die Intubation ist landesweit in kritisch. Auch die Sauerstoffvorräte sind knapp. Doch der Präsident, der Gesundheitsminister und viele Gouverneure wollen keinen Lockdown.

In São Paulo, dem Bundesstaat mit den meisten Ressourcen, könnte die Einführung strengerer Schutzmaßnahmen vor 15 Tagen Wirkung zeigen: Zum ersten Mal seit Mitte Februar ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen am Wochenende um 1,5 % gesunken. Laut Experten sei es noch zu früh, um die Tendenz einzuschätzen.
Friedhöfe haben begonnen, Nachtbestattungen durchzuführen. Mindestens einer hat keinen Platz mehr für weitere Verstorbene.

Das Butantan-Institut erwartet die Genehmigung der Aufsichtsbehörde, um klinische Versuche mit dem neuen Impfstoff ButanVac zu starten. Er kann auf der gleichen Plattform wie der Grippeimpfstoff hergestellt werden und ist nur von nationalen Rohstoffen abhängig.
Ein weiterer neuer brasilianischer Impfstoff, Versamune, soll ebenfalls am Menschen getestet werden.
Die Aufsichtsbehörde Anvisa hat dem indischen Labor Bharat Biotech, das den Impfstoff Covaxin herstellt, einen Antrag auf Zertifizierung verweigert, dies aber den Produktionsstätten für Sputnik V und den Janssen-Impfstoff gewährt. Darüber hinaus bat der Gesundheitsminister um die Hilfe von Vertretern der USA, um Impfstoffe zu erhalten.

Bis Dienstag hatten 8% der brasilianischen Bevölkerung (16.937.084 Menschen) die erste Dosis des Impfstoffs erhalten und 2,34% (4.946.579 Menschen) waren vollständig geimpft. Am selben Tag registrierte das Land insgesamt 12.664.058 Fälle und insgesamt 317.936 Tote.

Mexiko

Mexiko meldete am Samstag eine fast 60-prozentige Abweichung bei den gemeldeten Covid-19-Todeszahlen im Land. Somit würde Mexiko mit über 320.000 COVID-19-Todesfällen den zweiten Platz in der Welt einnehmen.

Portugal

In Portugal zeigen aktualisierte Daten, die von der Generaldirektion für Gesundheit (DGS) veröffentlicht wurden, dass der Übertragungsindex auf dem Kontinent leicht gestiegen ist. Am Dienstag stieg er von 0,93 auf 0,94 und entsprach damit dem nationalen Index. Nach Angaben der DGS gab es innerhalb von 24 Stunden 618 Covid-19-Fälle, eine Zahl, die zuvor nur am 17. März übertroffen wurde. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden befinden sich die meisten neuen Fälle in der Region Lissabon (271) und im Norden des Landes.

Am Mittwoch begann ein kostenloses Massentestprogramm in 10 lissabonnischen Bezirken in mit hohen Fallzahlen. In den übrigen Regionen des Landes bleiben die Zahlen niedriger. Es sei zu erwarten, dass die Impfung aller priorisierten Gruppen bis zum 11. April abgeschlossen sein werde, so der Koordinator des Impfplans. Die Schnellimpfzentren werden Anfang Mai den Betrieb aufnehmen. Am 26.3. feierte Portugal die Impfung von mehr als 1 Million Menschen mit der ersten Dosis und gleichzeitig von mehr als 500.000 Menschen mit der zweiten. Insgesamt wurden bisher 1.672.893 Dosen Impfstoff verabreicht. Seit Beginn der Pandemie verzeichnet das Land 821.722 Diagnosen und 16.848 Todesfälle.

Spanien

Spanien steht möglicherweise vor dem Beginn der vierten Welle, mit einem Anstieg der Covid-19-Fälle kurz vor Beginn der Karwoche. Die 14-Tages-Inzidenz hat 150 Fälle überschritten, womit eine “Hochrisikosituation” eintritt. Der Gesundheitsminister kündigte an, dass er die Empfehlung des Impfstoffs von Astrazeneca für Menschen ab 65 Jahren überprüfen wird. Die Impfkampagne hat sich diese Woche mit dem Eintreffen neuer Dosen beschleunigt; 10% der Bevölkerung hat mindestens eine Dosis erhalten.

USA

Die USA stehen vor einem „drohenden Untergang“, da die Covid-19-Zahlen weiter steigen und mehr Staaten die Beschränkungen lockern, sagte die Direktorin des Center for Disease Control and Prevention (CDC), Rochelle Walensky, MD, während einer Pressekonferenz diese Woche. Walensky, deren Stimme vor Emotionen bebte als sie ihr vorbereitetes Statement beiseitelegte, appellierte an die Öffentlichkeit, weiterhin Sicherheitsmaßnahmen zu praktizieren, um einen erneuten Anstieg der Fälle zu verhindern.

Der jüngste Anstieg könne teilweise auf mutierte Varianten zurückzuführen sein, aber die verfrühte Aufhebung der öffentlichen Maßnahmen, einschließlich der Maskenpflicht, in mehreren Staaten trage wahrscheinlich auch dazu bei, sagten Beamte der öffentlichen Gesundheitsdienste.

In der Zwischenzeit zeigen klinische Studien der Phase 3, dass der Impfstoff von Pfizer/BioNTech zu 100% wirksam ist, um Kinder im Alter von 12-15 Jahren vor einer Infektion zu schützen, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung. An der Studie nahmen 2.260 Jugendliche im Alter von 12-15 Jahren teil. In der Impfstoffgruppe wurden keine Infektionen gemeldet, verglichen mit 18 Fällen in der Placebogruppe. Die geimpften Kinder zeigten eine starke Antikörperreaktion ohne ernsthafte Nebenwirkungen. Das Unternehmen sagte, dass es eine Notfallzulassung von der US FDA und der Europäischen Arzneimittelagentur erwartet.

Eine große Charge des Covid-19-Impfstoffs von Johnson &Johnson, die etwa 15 Millionen Dosen umfasste, wurde durch einen „menschlichen Fehler“ unbrauchbar. In einem Werk von Emergent BioSolutions, dem Produktionspartner von Johnson & Johnson in Baltimore, wurden Impfstoffbestandteile verwechselt. Die FDA untersucht den Vorfall, und es wird wahrscheinlich zu einem vorübergehenden Stopp der Impfstofflieferungen aus dem Werk kommen.

England

In England wurden die Abriegelungsmaßnahmen am Montag gelockert, so dass man sich wieder im Freien aufhalten und Sport treiben kann. Die „Abschirmung“ zu Hause für gesundheitlich hochgefährdete Personen endete am Donnerstag. Trotz der erwarteten Versorgungsprobleme diesen Monat ist der NHS nach eigenen Angaben auf dem besten Weg, bis zum 15. April allen über 50-Jährigen und anderen Hochrisikogruppen ein Impfangebot unterbreitet zu haben. Bis Dienstag waren 30,9 Millionen Erstdosen und 4,1 Millionen Zweitdosen verabreicht worden. Obwohl die Sterberate weiter sinkt, sind immer noch ähnlich viele Menschen im Krankenhaus wie zu Beginn der zweiten Welle. Der 7-Tage-Schnitt für neue Fälle bleibt über 5000.

Frankreich

Unterdessen wurden in Frankreich innerhalb von 24 Stunden 59.038 Covid-19-Fälle gemeldet und mehr als 5.000 Patienten befinden sich nun auf der Intensivstation (+472 in 24 Stunden). Am Mittwochabend kündigte Präsident Emmanuel Macron eine landesweite Abriegelung an. Neben der Schließung von nicht lebensnotwendigen Geschäften, Reisebeschränkungen und einer Ausgangssperre ab 19 Uhr werden die Schulen je nach Schülerzahl für drei bis vier Wochen geschlossen. Gesundheitsminister Olivier Véran prognostiziert einen neuen Höhepunkt der Pandemie in 7 bis 10 Tagen, vor allem aufgrund der britischen Variante.
Macron kündigte an, dass sich alle über 60-Jährigen ab dem 16. April, alle über 50-Jährigen ab dem 16. Mai und alle über 18-Jährigen in ganz Frankreich ab Mitte Juni impfen lassen können.

Deutschland

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Empfehlungen für den Impfstoff von Astrazeneca nach der Neubewertung der thromboembolischen Ereignisse geändert. Nur noch Personen über 60 Jahren sollen den Impfstoff erhalten. Jüngeren Personen wird geraten, vor einer Impfung das Risiko mit ihrem Hausarzt abzuschätzen. Mehrere deutsche Krankenhäuser und regionale Einrichtungen haben die Verabreichung des Impfstoffs ganz eingestellt.
Die Firma Johnson & Johnson beginnt in zwei Wochen mit der Lieferung ihres Einmal-Impfstoffes nach Deutschland. Bis Ende Juni werden für Deutschland rund 10 Millionen Dosen erwartet.

Australien

Australien hat sein Ziel, bis Ende März 4 Millionen Menschen gegen Covid-19 zu impfen, weit verfehlt: Nur etwa 670.000 Menschen haben den Impfstoff erhalten. Die Verlangsamung wurde auf Probleme bei der Impfstoffversorgung aus Europa und die jüngsten Überschwemmungen an der Ostküste des Landes zurückgeführt. Die Stadt Brisbane sollte am Donnerstag ihren kurzen

Lockdown beenden, der am Dienstag verhängt worden war, nachdem zwei neue Infektions-Cluster festgestellt worden waren.

Philippinen

Auf den Philippinen wurde ein strenger Lockdown in und um Manila verhängt, da die Krankenhäuser in der Hauptstadt mit dem Anstieg der Covid-19-Infektionen zu kämpfen haben. Das Land verzeichnete am Montag zum ersten Mal mehr als 10.000 neue Fälle pro Tag.

Indien

Indien erlebt weiterhin einen Anstieg von Covid-19-Infektionen, mit 72.330 täglich gemeldeten Fällen und 459 Todesfällen am Donnerstag – der höchste Stand seit dem 11. Oktober 2020. Das Land hat seine Impfaktion ab dem 1. April auf alle Personen ab einem Alter von 45 Jahren ausgeweitet.

Univadis, Medscape, coliquio, & Mediquality-Redaktion

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Bildquelle: ©Getty Images/DKosig

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