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Covid-19 in der Praxis

15. Feb. 2024
Prävention

Covid-19-Impfung in Schwangerschaft schützt Säuglinge über Monate

Frauen, die während der Schwangerschaft eine mRNA-basierte Covid-19-Impfung oder -Auffrischung erhalten, können ihren Kindern mindestens 6 Monate lang nach der Geburt einen starken Schutz gegen eine symptomatische SARS-CoV-2-Infektion bieten. Dies geht aus einer Studie des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) hervor.1

Lesedauer: ca. 4 Minuten

Covid-19-Impfung in Schwangerschaft schützt Säuglinge
Covid-19-Impfung in Schwangerschaft schützt Säuglinge | Symbolbild (Foto: Dreamstime.com | Gpointstudio )

Redaktion: Dr. Linda Fischer

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, während der Schwangerschaft sowohl einen Covid-19-Impfstoff als auch eine Auffrischungsimpfung zu erhalten, um sicherzustellen, dass Säuglinge mit einem robusten Schutz geboren werden, der anhält, bis sie alt genug sind, um geimpft zu werden.

Neugeborene mit durch Impfstoff induzierten Antikörpern

Covid-19 ist besonders gefährlich für Neugeborene und junge Säuglinge. Selbst gesunde Säuglinge sind für Covid-19 anfällig und dem Risiko einer schweren Erkrankung ausgesetzt. Derzeit gibt es keine Covid-19-Impfstoffe für Säuglinge unter 6 Monaten.

Frühere Ergebnisse der Multisite Observational Maternal and Infant Covid-19 Vaccine (MOMI-Vax)-Studie zeigten, dass bei schwangeren Freiwilligen, die beide Dosen eines mRNA-Covid-19-Impfstoffs erhielten, im Nabelschnurblut ihrer Neugeborenen durch den Impfstoff induzierte Antikörper gefunden werden konnten. Dies deutet darauf hin, dass die Säuglinge wahrscheinlich einen gewissen Schutz gegen Covid-19 hatten, obwohl sie noch zu jung für einen Impfstoff waren.

Bis zu diesem Zeitpunkt war für die Forscherinnen und Forscher des vom NIAID finanzierten Infectious Diseases Clinical Research Consortium (IDCRC) allerdings noch ungeklärt, wie lange diese Antikörperspiegel anhalten würden oder wie gut die Säuglinge tatsächlich geschützt waren. Das Forschungsteam hoffte, diese Informationen durch die Beobachtung der Säuglinge in den ersten 6 Lebensmonaten zu erhalten.

Untersuchung, ob und wie lange Schutz anhält

In diesem Teil der Studie analysierten die Forscherinnen und Forscher Daten von 475 Säuglingen, die geboren wurden, während ihre schwangeren Mütter an der MOMI-Vax-Studie teilnahmen. Die Studie fand an 9 Standorten in den Vereinigten Staaten statt.

Sie umfasste 271 Säuglinge, deren Mütter während der Schwangerschaft 2 Dosen eines mRNA-Covid-19-Impfstoffs erhalten hatten. Die übrigen 204 Säuglinge in der Studie wurden von Müttern geboren, die beide Dosen eines mRNA-Covid-19-Impfstoffs sowie eine Covid-19-Auffrischung erhalten hatten.

Ergänzend zu den während der Schwangerschaft und bei der Geburt erhobenen Daten wurden die Säuglinge in den ersten 6 Monaten nach der Geburt bei mindestens einer Nachuntersuchung untersucht. Die Eltern berichteten auch, ob sich ihre Kinder infiziert hatten oder ob sie Covid-19-Symptome aufwiesen.

Impfung plus Auffrischung: Mehr Antikörper, besser geschützt

Anhand von Blutproben der Säuglinge fanden die Forscherinnen und Forscher heraus, dass Neugeborene mit hohen Antikörperspiegeln bei der Geburt auch einen größeren Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion in den ersten 6 Monaten aufwiesen. Während Säuglinge von Müttern, die 2 Covid-19-Impfdosen erhalten hatten, bei der Geburt eine robuste Antikörperreaktion aufwiesen, hatten Säuglinge, deren Mütter während der Schwangerschaft eine zusätzliche Auffrischungsdosis erhalten hatten, sowohl höhere Antikörperspiegel bei der Geburt als auch einen größeren Schutz vor einer SARS-CoV-2-Infektion bei den Nachuntersuchungen.

Impfung in Schwangerschaft kann Säuglingen zugutekommen

Die Studie unterstreicht, wie sehr die mütterliche Impfung Neugeborenen zugutekommen kann, die noch zu jung sind, um selbst den Impfstoff in Anspruch zu nehmen: Im Verlauf der Studie war bei keinem der untersuchten Säuglinge ein Krankenhausaufenthalt wegen Covid-19 erforderlich. Die Forscherinnen und Forscher werden die Daten aus der MOMI-Vax-Studie weiter auswerten, um weitere Erkenntnisse über den Covid-19-Schutz bei Säuglingen zu gewinnen.

Einschränkungen der Studie

Die Studie unterlag einigen Limitationen: Zum einen erschwerte der unterschiedliche Zeitpunkt der Aufnahme von geboosterten und nicht geboosterten Müttern der Säuglinge in der Analyse den Vergleich zwischen den Gruppen, da sich die nationalen Impfempfehlungen dahingehend entwickelten, dass die Auffrischungsdosen zeitgleich mit dem Auftreten neuer Varianten in den Vereinigten Staaten hinzugefügt wurden.

Zum anderen konnten die Forscherinnen und Forscher aufgrund des Fehlens von Krankenhausaufenthalten nicht feststellen, ob höhere Antikörper oder ein mütterlicher Boost einen besseren Schutz vor schweren Erkrankungen bieten. Gleichzeitig stehen die wenigen mittelschweren bis schweren Fälle in einer vollständig geimpften Kohorte im Einklang mit der bekannten Wirksamkeit von mRNA-Covid-19-Impfstoffen.

Zudem ist die Studie nicht aussagekräftig genug, um das relative Risiko nach Alter des Säuglings und Auffrischungsstatus gleichzeitig zu untersuchen. Die höhere Covid-19-Inzidenz bei älteren Säuglingen (2–6 Monate im Vergleich zu 0 bis < 2 Monaten) stimmt jedoch mit anderen Studien überein, die eine höhere Wirksamkeit des Impfstoffs bei Säuglingen innerhalb eines kürzeren Zeitraums nach der mütterlichen Impfung nachgewiesen haben, schreiben die Autorinnen und Autoren.

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