19. Oktober 2021

STIKO-Empfehlung: Covid-19 Auffrischimpfung ab 70 Astrazeneca nur noch bis Ende November

Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlung zu Auffrischimpfungen veröffentlicht. Danach sollen unter anderem ab 70-Jährige nochmals geimpft werden. Auch Menschen, die den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben, wird eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. 1

Lesedauer: 3 Minuten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät zudem sowohl Bewohnerinnen und Bewohnern als auch Betreuten in Pflegeeinrichtungen zu einer Auffrischimpfung. Außerdem sollten sich Beschäftigte in Pflege- und medizinischen Einrichtungen, die direkten Kontakt zu pflegenden Personen oder Patientinnen und Patienten haben, ein weiteres Mal impfen lassen. Für Personen mit einer Immundefizienz hatte die STIKO eine Auffrischimpfung bereits im September empfohlen und ihre Covid-19-Impfempfehlung entsprechend aktualisiert.

Dritte Impfung nach sechs Monaten

Die Auffrischimpfung soll laut STIKO in der Regel frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen, unabhängig davon, welcher Impfstoff (mRNA- oder Vektor-Impfstoff) bei der Immunisierung verwendet wurde. Bei einer Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff soll für die Auffrischimpfung möglichst der gleiche mRNA-Impfstoff benutzt werden. Wenn dieser nicht verfügbar oder noch nicht für die Auffrischimpfung zugelassen sei, könne auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden.

In ihrer aktualisierten Covid-19-Impfempfehlung weist die STIKO darauf hin, dass Comirnaty von Biontech/Pfizer seit Anfang Oktober auch explizit für Auffrischimpfungen für immungesunde Personen ab 18 Jahren in Europa zugelassen ist. Eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittel-Agentur zum Moderna-Impfstoff Spikevax werde noch in diesem Monat erwartet. Moderna hat die Ergänzung der Zulassung für eine Auffrischimpfung nur mit der halben Dosis (50 μg) beantragt. Für Personen ab zwölf Jahren mit starker Immundefizienz sind Comirnaty und Spikevax als dritte Impfstoffdosis mindestens 28 Tage nach der zweiten Impfung ebenfalls zugelassen.

Bei Johnson & Johnson schon ab vier Wochen

Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft sind, soll unabhängig vom Alter eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden (heterologes Impfschema). Diese kann laut STIKO ab vier Wochen nach der Janssen-Impfung gegeben werden, um den Impfschutz zu optimieren. Praxen dokumentieren auch diese Impfungen als Auffrischimpfungen.

Keine Auffrischimpfung für Genesene  

Personen, die vor oder nach einer Covid-19-Impfung eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird derzeit keine Auffrischimpfung empfohlen. Dies gilt auch für Johnson & Johnson-Geimpfte.

Bei durch PCR-Testung gesicherter SARS-CoV-2-Infektion soll die notwendige eine Impfstoffdosis in der Regel sechs Monate nach der Infektion gegeben werden. Bereits nach vier Wochen kann die Impfung erfolgen, wenn die Infektion serologisch bestätigt wird und somit keine sichere Aussage über den Infektionszeitpunkt möglich ist, teilt die STIKO weiter mit.

Geimpft mit nicht in der EU zugelassenem Impfstoff

In ihrer aktualisierten Covid-19-Impfempfehlung hat die STIKO außerdem einen Hinweis zu Personen aufgenommen, die im Ausland bereits mit nicht in der EU zugelassenen Covid-19-Impfstoffen geimpft wurden. Sie benötigen gemäß aktueller Rechtslage eine erneute Impfserie, um in der EU den Status als Geimpfte zu erlangen. Diese kann laut STIKO frühestens 28 Tage nach der im Ausland vorangegangen Impfung begonnen werden.

Impfungen mit Astrazeneca nur noch bis Ende November möglich

Der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca steht in Deutschland nur noch kurze Zeit bereit. Aktuell könnten nur noch Impfstoffdosen mit Verfallsdatum 30. November ausgeliefert werden, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Der Bezug neuer Impfstoffdosen sei auf Grund der Abgabe der Kontingente an die internationale Impfstoffinitiative COVAX derzeit nicht geplant, hieß es. Arztpraxen sollten dies bei ihren Planungen berücksichtigen.

Letzte Bestellmöglichkeit am 9. November

Der Impfstoff Vaxzevria von Astrazeneca kann letztmalig am 9. November (Lieferung 22. November) in den Apotheken bestellt werden. Ärztinnen und Ärzte sollten dann nur so viele Dosen ordern, wie sie bis Ende November verimpfen können.

Auch nach Einstellung der Astrazeneca-Lieferungen sind die Zweitimpfungen für mit Vaxzevria erstgeimpfte Personen gesichert. Denn nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission soll die zweite Impfung hier mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen.

Der Impfstoff von Astrazeneca war in den letzten Wochen nur noch in geringem Umfang bestellt worden. Die meisten Praxen verimpfen das Vakzin von Biontec/Pfizer. Dieser Impfstoff sowie die Produkte von Moderna und Johnson & Johnson werden auch nach dem 30. November in ausreichenden Mengen bereitstehen.

  1. kbv Praxisnachrichten: „Auffrischimpfungen ab 70 – STIKO veröffentlicht aktualisierte COVID-19-Empfehlung“, 19.10.2021
  2. kbv Praxisnachrichten: „Impfungen mit AstraZeneca nur noch bis Ende November möglich“, 19.10.2021

Bildquelle: © Getty Images/Andriy Onufriyenko

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653