07. Januar 2022

Covid-19 rund um die Welt: Die aktuelle Lage (KW 1)

Die wöchentlichen Highlights rund um die Welt: Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, Personalknappheit und Auffrischungsimpfungen.

Lesedauer: 9 Minuten

Stand: 07.01.2022

Es handelt sich bei diesem globalen Update um eine Momentaufnahme nach bestem Wissen und Gewissen während einer sich schnell entwickelnden Pandemie. Jede und alle verfügbaren Informationen zu Covid-19 können sich mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ändern. Einigen der unten stehenden Informationen kann auch von nationalen oder internationalen Gesundheitsbehörden widersprochen werden.

Vereinigtes Königreich

Im Vereinigten Königreich sieht sich der National Health Service (NHS) angesichts der Covid-19-Pandemie im “Kriegszustand“, da sich die Omikron-Variante weiter in der Bevölkerung ausbreitet. Positiv zu vermerken ist, dass das Hospitalisierungs-Risiko für Erwachsene aufgrund der Omikron-Variante etwa ein Drittel (Hazard Ratio 0,33, 95% CI 0,30 bis 0,37) des Risikos für die Delta-Variante beträgt.

Leider hat die hohe Zahl positiver Covid-19-Fälle und die daraus resultierende Notwendigkeit der Isolierung zu Personalengpässen im gesamten NHS geführt. In der Zwischenzeit hat der NHS auf dem Gelände von Krankenhäusern Nightingale-Lager eingerichtet, um sich auf eine mögliche Welle von Patientinnen und Patienten mit Omikron vorzubereiten.

Die Regulierungsbehörde für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (MHRA) hat grünes Licht für den Einsatz des antiviralen Arzneimittels Paxlovid® zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Covid-19-Infektion gegeben, bei denen das Risiko einer schwereren Erkrankung besteht.

Derzeit steigt die Zahl der täglich neu gemeldeten Covid-19-Fälle rapide auf 208.135, und die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist um 50,1 % gestiegen. Stand 05. Januar haben 90,1 % der Bevölkerung ab zwölf Jahren ihre erste Dosis erhalten, 82,6 % haben zwei Dosen Impfstoff erhalten, während 59,8 % der Bevölkerung eine dritte Dosis erhalten haben.

Frankreich

Neuer Rekord: Am Dienstag, den 4. Januar, wurden in Frankreich 271.686 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet, gegenüber 179.807 in der Vorwoche, so das französische Gesundheitsamt.

Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen nimmt zu: Am Dienstag wurden 20.186 Patientinnen und Patienten ins Krankenhaus eingeliefert, das sind 2.881 Neueinweisungen innerhalb von 24 Stunden. Bis zum 4. Januar wurden 3.665 Personen auf der Intensivstation aufgenommen (+460 Aufnahmen in 24 Stunden) und 297 Menschen starben in den Krankenhäusern.

Angesichts der explosionsartigen Zunahme der Covid-19-Fälle in Frankreich und um das System nicht zu lähmen, haben die Behörden beschlossen, asymptomatische oder pauci-symptomatische Pflegekräfte zur Arbeit gehen zu lassen. Außerdem wurden die Bedingungen für die Isolierung von Kontaktpersonen und positiven, geimpften Personen in der Allgemeinbevölkerung gelockert.

Der Gesundheitsnotstand wurde am Mittwoch in Guadeloupe, Guyana, Mayotte, Saint-Martin und Saint-Barthélemy ausgerufen.

Belgien

Nach einer kurzen Phase des Rückgangs steigt die Zahl der neuen Coronavirus-Fälle in Belgien aufgrund der zirkulierenden Omikron-Variante weiterhin rasant an (+69 %). Deshalb könnte Belgien Probleme mit den derzeitigen Quarantänevorschriften bekommen. Nach Ansicht von Frank Vermassen, Chefarzt am Universitätskrankenhaus Gent, könnte ein lockererer Ansatz gerechtfertigt sein. „Das Ideal wäre es, alle kranken und ansteckenden Personen in Isolation zu halten und alle anderen am Arbeitsplatz zu belassen”.

Die Gesundheitsminister werden daher beschließen, die Notwendigkeit von PCR-Tests nach einem Hochrisikokontakt fallen zu lassen und eine Quarantäne nach einem solchen Kontakt nur für diejenigen vorzuschreiben, die seit mehr als fünf Monaten nicht geimpft wurden (entweder ihre zweite Dosis oder ihre Auffrischung).

Deutschland

In Deutschland hat sich die Zahl der dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten bestätigten und wahrscheinlichen Omikron-Fälle innerhalb einer Woche fast verdreifacht. In absoluten Zahlen waren es laut der RKI-Übersichtsseite am 4. Januar 35.529 Fälle, die der neuen Covid-19-Variante zugeordnet werden konnten. Vor einer Woche waren es noch 10.443 Fälle.

Das RKI hat erneut einen Anstieg der offiziellen bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet: Am Mittwochmorgen (05. Januar) waren es 258,6 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen pro Woche. Diese Zahl steigt seit Ende Dezember von Tag zu Tag, wobei das RKI weiterhin von einer Untererfassung der Neuinfektionen ausgeht, da es nach den Feiertagen weniger Untersuchungen und Meldungen gibt.

Um eine Gefährdung der kritischen Infrastrukturen zu vermeiden, werden Bund und Länder am kommenden Freitag (7. Januar) über die weitere Covid-19-Strategie abstimmen. Unter anderem sind verkürzte Quarantänezeiten im Gespräch.

Schweiz

Auch in der Schweiz steigt die Zahl der Fälle durch die sich ausbreitende Omikron-Variante. Laut Patrick Mathys, Leiter Krisenmanagement und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), werden derzeit zwar weniger Menschen wegen Covid-19 ins Spital eingewiesen, es ist aber mit einer Zunahme zu rechnen. Auch Kinder werden zunehmend hospitalisiert.

Am Dienstag (04. Januar) meldete das BAG 20.742 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, 109 Personen wurden neu hospitalisiert.

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) schließen Zugausfälle wegen hoher Infektionsraten nicht mehr aus. Wegen der Quarantäne oder Covid-19 selbst fehlten Lokführer und Lockführerinnen, teilte die SBB dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) mit. Bei weiteren kurzfristigen Krankmeldungen müssten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Fahrpraxis einspringen, die sonst anderweitig beschäftigt seien.

Österreich

In Österreich hatten bis zum 4. Januar 3.732.843 Personen eine dritte Impfdosis erhalten. 70,3 % der impfberechtigten Bevölkerung haben einen aktiven Impfpass, und 74,2 % sind mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am 03. Januar bei 292,6 – die Daten für die letzten drei Tage sind jedoch unvollständig: In einigen Fällen kann es noch erhebliche Nachmeldungen geben, die den Verlauf der Sieben-Tage-Inzidenz stark verändern.

Italien

In Italien hat sich die Zahl der Infektionen innerhalb von nur zwei Wochen mehr als verdreifacht, von 240 Fällen pro 100.000 im Zeitraum vom 6. bis 12. Dezember auf 783 pro 100.000 im Zeitraum vom 20. bis 26. Dezember. Der Anstieg geht Hand in Hand mit der Verbreitung der Omikron-Variante.

Auch die Bettenbelegung im medizinischen Bereich und auf der Intensivstation nimmt stetig zu und liegt im Durchschnitt bei 15,4 % bzw. 12,4 %, mit über 10.000 Covid-19-Erkrankten im Krankenhaus, davon 1000 auf der Intensivstation. Diese Woche befinden sich 14 von 21 Regionen in der gelben Zone, in der auch im Freien Maskenpflicht besteht. Etwa 10 % der über 12-Jährigen, die nicht geimpft sind, haben ab dem 5. Januar keinen Zutritt mehr zu Bars, Restaurants und Kinos, und die Impfung ist jetzt auch für Lehrerinnen, Lehrer und Lehrende an Hochschulen vorgeschrieben.

Fast 86 % der Bevölkerung über zwölf Jahren haben den Impfzyklus abgeschlossen, während fast 20 Millionen Italienerinnen und Italiener (63 % derjenigen, die das Recht dazu haben) bereits die zusätzliche Dosis oder Auffrischung erhalten haben. Diejenigen, die vollständig geimpft sind (sowie diejenigen, die weniger als 120 Tage zuvor geimpft wurden oder sich erholt haben), müssen, sofern sie asymptomatisch sind, nach engem Kontakt mit einem Covid-19-Fall nicht unter Quarantäne gestellt werden: Stattdessen wurden die Selbstüberwachung und die obligatorische FFP2-Maske eingeführt.

Weltkarte Covid Global Update KW1

Portugal

In Portugal wurden zwischen dem 20. Dezember 2021 und dem 3. Januar 2022 178.569 neue Fälle von Covid-19 diagnostiziert. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im selben Zeitraum 55.467 neue Fälle. Das ist ein Anstieg von über 220 %. Aber auch im Vergleich zum letzten Jahr ist die Zahl der Personen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, stark zurückgegangen.

Die Rückkehr zum Unterricht ist für Montag, den 10. Januar, vorgesehen. Die Regierung setzt für die Wiedereröffnung der Schulen auf die Verstärkung der Impfung gegen Covid-19. Vom 6. bis 9. Januar werden die Impfzentren geöffnet sein, um ausschließlich Kinder, Lehrerinnen und Lehrer zu impfen. Die Regierung ruft die Schulkinder dazu auf, sich massenhaft impfen zu lassen. Bislang haben 30 % der Kinder die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten.

Spanien

In Spanien hat das Gesundheitsministerium berichtet, dass 88,6 % der über 60-Jährigen bereits eine Auffrischungsdosis erhalten haben, 78,2 % der Bevölkerung zwischen 60 und 69 Jahren haben bereits eine Auffrischungsdosis erhalten. Inzwischen haben 31,5 % der Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren bereits die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffs erhalten.

Am Mittwoch, dem 5. Januar, wurden 137.180 neue Fälle von Covid-19 und 148 Todesfälle gemeldet. Die kumulative Inzidenz für die letzten 14 Tage beträgt 2.574 Fälle pro 100.000 Menschen.

Der Oberste Gerichtshof von Katalonien genehmigte die 14-tägige Verlängerung der Ausgangssperre (zwischen 1 und 6 Uhr) und das Verbot von Treffen mit mehr als zehn Personen.

Kanada

In Kanada ist die Zahl der Infektionen aufgrund der Omikron-Variante sprunghaft angestiegen. Am 4. Januar wurden 36.250 neue Fälle gemeldet, während in der Woche vom 23. bis 29. Dezember täglich durchschnittlich 25.000 Fälle registriert wurden.

„In nur einer Woche hat sich die Zahl der Covid-19-Fälle in den Krankenhäusern verdoppelt”, während sich die Zahl der abwesenden Mitarbeiter mehr als verdoppelt hat”, erklärte der Premierminister von Québec François Legault am 30. Dezember. Québec hat daher angekündigt, dass ab dem 31. Dezember in der gesamten Provinz wieder eine Ausgangssperre von 22.00 bis 5.00 Uhr gilt. Wer dagegen verstößt, riskiert eine Geldstrafe zwischen 1.000 und 6.000 Dollar (4.100 Euro). Auch Restaurants wurden geschlossen und der Beginn des Schuljahres in Schulen und Universitäten auf den 17. Januar verschoben.

Mexiko

In Mexiko wurde am Mittwoch, dem 5. Januar, die höchste Zahl an bestätigten Covid-19-Fällen seit fünf Monaten verzeichnet: 20.626 Fälle und 94 Todesfälle wurden in den letzten 24 Stunden gemeldet. In der Zwischenzeit kündigte die Regierung den Beginn der Registrierungskampagne bzw. des Verstärkungsantrags für Lehrerinnen, Lehrer, Gesundheitspersonal und Personen über 40 Jahre an.

Argentinien

Das argentinische Gesundheitsministerium bestätigte 91.159 Fälle von Covid-19 und 52 Todesfälle in den letzten 24 Stunden. Die argentinische Arzneimittelbehörde hat die individuelle Anwendung von Tests für Covid-19 genehmigt.

Am 1. Januar trat die Verwendung des Gesundheitspasses in Kraft, mit dem der vollständige Impfplan bescheinigt und die Teilnahme an Aktivitäten mit epidemiologischem Risiko wie Massenveranstaltungen ermöglicht wird.

Kuba

Die kubanische Regierung wird künftig von allen Touristinnen und Touristen einen negativen PCR-Test (höchstens 72 Stunden alt) und eine Impfbescheinigung verlangen. Die Zahl der neu registrierten Fälle ist gestiegen (967 am Dienstag, 5. Januar), aber die Zahl der Todesfälle ist stabil geblieben. 92 % der Bevölkerung haben einen Covid-19-Impfstoff erhalten (85 % sind vollständig geimpft), und die Regierung hat angekündigt, dass sie eine Auffrischungskampagne starten wird.

Brasilien

In Brasilien veranstaltete das Gesundheitsministerium am Dienstag (4.) eine öffentliche Anhörung zur Diskussion über die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gegen Covid-19. Die Impfung dieser Gruppe wurde bereits am 16. Dezember von der brasilianischen Gesundheitsbehörde (Anvisa) empfohlen, aber noch nicht vom Gesundheitsministerium genehmigt und auch noch nicht offiziell in das nationale Impfprogramm aufgenommen.

Am vierten Tag lag der gleitende Durchschnitt bei 8.386 neuen Fällen pro Tag, was einem Anstieg von 153 % innerhalb von zwei Wochen entspricht, der auf die Verbreitung der Omikron-Variante zurückgeführt wird.

Darüber hinaus wurden in den Bundesstaaten São Paulo, Rio de Janeiro und Ceará Fälle einer gleichzeitigen Infektion mit SARS-CoV-2 und Influenza-Viren bestätigt. Beide sind hochgradig übertragbar und zirkulieren zur gleichen Zeit.

China

China hat die Stadt Yuzhou in der Provinz Henan nach der Entdeckung von drei asymptomatischen Covid-19-Fällen abgeriegelt. Die Einwohnerinnen und Einwohner wurden angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben und die Stadt nicht zu verlassen.

Hongkong

Am 5. Januar kündigte Hongkong ein Einreiseverbot für Flüge aus acht Ländern an, darunter Australien, Kanada, Frankreich, Indien, Pakistan, die Philippinen, das Vereinigte Königreich und die USA.

Japan

Japan erwägt die Verhängung eines Quasi-Notstandes in der Präfektur Okinawa als Reaktion auf die zunehmenden Covid-19-Fälle. Am 4. Januar überschritt die Zahl der täglichen Infektionen in dem Land nach mehr als drei Monaten die 1000er-Marke.

Indien

Indien meldet einen starken Anstieg der täglichen Covid-19-Fälle, was auf den Beginn der dritten Welle im Land hinweist. Am 5. Januar wurden 58.097 neue Fälle gemeldet. Am 3. Januar hat Indien sein Covid-19-Impfprogramm auf Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren ausgeweitet. Rund 4 Millionen Jugendliche wurden am ersten Tag geimpft.

Länder am Arabischen Golf

Mehrere Länder am Arabischen Golf melden einen Anstieg der Covid-19-Fälle, wobei die Zahl der täglichen Infektionen in Saudi-Arabien mehr als 2.500 und in Katar und Kuwait mehr als 1.000 beträgt.

Israel

Israel hat eine vierte Dosis des Covid-19-Impfstoffs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Personen über 60 Jahre angekündigt. Vorläufige Ergebnisse einer israelischen Studie zeigen, dass eine vierte Dosis die Antikörperspiegel um das Fünffache erhöhen kann.

Australien

Am 4. Januar meldete Australien 47.799 neue Covid-19-Infektionen. Inmitten dieses Anstiegs ist das Land mit einem Mangel an Antigentests konfrontiert.

Univadis, Medscape, coliquio & Mediquality-Redaktion

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