18. Juni 2020

Covid-19: Initialzündung für Videosprechstunden

Die Covid-19-Pandemie hat bei vielen Ärzten in Deutschland die Akzeptanz und Nutzung von Videosprechstunden maßgeblich vorangetrieben, so das Ergebnis einer Studie.

Dieser Beitrag beruht auf der Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020“ der Stiftung Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem health innovation hub (hih) des Bundesministeriums für Gesundheit.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Pandemie treibt Akzeptanz maßgeblich voran

Abb. 1: Videosprechstunden im Mai 2020

An der Online-Befragung aus dem Mai 2020 nahmen 2.240 Ärzte und Psychologische Psychotherapeuten teil. „Aktuell bieten 62,4 Prozent davon Videosprechstunden an oder wollen diese Möglichkeit kurzfristig einrichten“, berichtet Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit. Bei der vorangegangenen Befragung aus dem Jahr 2017 gaben lediglich 1,8 % der Teilnehmer an, diesen Dienst anzubieten, weitere 2,7 % wollten zeitnah eine Videosprechstunde umsetzen.

Abb. 2: Angebot von Videosprechstunden: Jahr der Einführung

Die Studienergebnisse zeigen somit, dass die Covid-19-Pandemie für diese Entwicklung wie ein Katalysator gedient hat: Obwohl Ärzte Videosprechstunden bereits seit 2017 abrechnen können, richteten 94,1 Prozent der derzeitigen Anbieter diese Kommunikationsform erst im Laufe des Jahres 2020 ein, im Jahr 2019 starteten zum Vergleich nur 3,6 % der Befragten mit diesem Angebot.

Abb. 3: Auswirkungen der Pandemie auf die Nutzung von Videosprechstunden

Knapp 90 % der Ärzte, die bereits eine Videosprechstunde anbieten, sprechen von einem veränderten Nutzungsverhalten durch die aktuelle Covid-19-Pandemie. So gaben 72,3 % dieser Gruppe an, dass sie nun deutlich mehr Videosprechstunden durchführen würden. 60,1 % empfehlen diese Form der Sprechstunde nun auch häufiger ihren Patienten. Knapp ein Drittel wird vermehrt aktiv von Patienten auf das Thema Videosprechstunde angesprochen.

Intensivste Nutzung in der „sprechenden Medizin“

Abb. 4: Nutzungsverhalten nach Fachgruppen

Insbesondere der psychologisch-psychiatrische Bereich, der maßgeblich von der Kommunikation mit den Patienten lebt, sticht bei den Ergebnissen heraus: Während der Anteil an Ärzten, die Videosprechstunden bereits nutzen oder dies kurzfristig planen, bei Fachärzten und Allgemeinmedizinern zwischen 37,4 und 48,5 % rangiert, liegt er bei den psychologisch-psychiatrisch Fachrichtungen mit 86,1 % mit Abstand am höchsten.

Alter, Standort & Geschlecht beeinflussen das Nutzungsverhalten

Ärzte unter 40 Jahren bieten mit Abstand am häufigsten Videosprechstunden an, mit steigendem Alter sinkt die Bereitschaft. In städtischen Regionen wird häufiger auf Videosprechstunden gesetzt als auf dem Land, außerdem bieten deutlich mehr weibliche Ärzte eine Konsultation per Video an. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

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Dauerhafter Effekt erwartet

Ein Großteil der Ärzte, die derzeit Videosprechstunden nutzen, erwartet zudem, dass dies auch nach der Pandemie so bleiben wird – und zwar auf einem deutlich höheren Niveau als vor Covid-19: „Während davor nur rund 15 Prozent der Ärzte bis zu einem Fünftel Patientenkontakte per Videosprechstunde abgewickelt hatten, erwarten rund 73 Prozent dies auch nach der Pandemie“, berichtet Obermann. „Es ist also damit zu rechnen, dass sich Videosprechstunden als ein Teil im Mix der Arzt-Patienten-Kommunikation nachhaltig etablieren werden.“

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1. Obermann et. al: Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2020. Ärztliche Arbeit und Nutzung von Videosprechstunden während der Covid-19-Pandemie. Stiftung Gesundheit.
2. COVID-19 bewirkt Initialzündung für Videosprechstunden. Presseinformation der Stiftung Gesundheit; 10.06.2020.

Titelbild: © Getty Images/ljubaphoto

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