05. Juni 2020

Covid-19-Newsticker

In unserem Covid-19-Ticker berichten wir tagesaktuell über alle Entwicklungen, Entscheidungen und Zahlen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

05.06.2020

+++ 09:19 Uhr: Coronavirus in Türkei: Erneut Ausgangssperre über Wochenende +++
Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei. Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara. Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.  

+++ 09:09 Uhr: Keine weiteren Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein gemeldet +++
In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus nach Angaben der Landesregierung zuletzt nicht weiter erhöht. Die Landesregierung gab die Gesamtzahl auf ihrer Webseite am Freitag unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut mit Stand Donnerstagabend mit weiterhin 3103 an. Auch die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus blieb demnach zuletzt konstant bei 146. Rund 2900 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. In Krankenhäusern wurden nach dem jüngsten Stand noch 14 Corona-Kranke behandelt.

+++ 08:05 Uhr: Tschechien öffnet Grenze für Deutsche ab Freitagmittag +++
Tschechien öffnet nach fast drei Monaten wieder seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Entscheidung tritt bereits ab Freitagmittag um 12.00 Uhr in Kraft, wie das Kabinett am Freitagmorgen auf einer Sondersitzung in Prag beschloss. Ein negativer Corona-Test muss nicht mehr vorgelegt werden. „Wir müssen zur Normalität zurückkehren“, sagte Regierungschef Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es sei gut, wenn Touristen aus diesen Ländern wieder Geld in Tschechien ausgäben.

+++ 04:49 Uhr: RKI meldet 507 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 507 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 183 271 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 05.06. 0 Uhr). Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8613 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 32. Etwa 168 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

+++ 04:48 Uhr: Brasilien meldet mehr Corona-Tote als Italien +++
In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Die Zahl der Corona-Opfer stieg in dem größten Land Lateinamerikas auf 34 021, wie das Gesundheitsministerium in Brasilien am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Laut der John-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten. Nachweislich mit dem Virus infiziert haben sich in dem Land bislang 614 941 Menschen. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, auch weil Brasilien sehr wenig testet, im öffentlichen Gesundheitssystem etwa nur schwere Fälle.

04.06.2020

+++ 16:40 Uhr: Trotz Lockerungen: Zahl der Neuinfektionen weiter niedrig +++
Seit Wochen genießen viele Menschen wieder immer mehr Freiheiten – in den gesamtdeutschen Corona-Infektionszahlen schlägt sich das bislang nicht negativ wieder. Göttingen und Bremerhaven allerdings kämpfen weiter gegen die Folgen eines lokalen Ausbruchs.
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+++ 16:25 Uhr: Corona und Heuschrecken: Experten warnen vor Hungersnot in Ostafrika
Wegen einer der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 70 Jahren warnen Experten vor einer massiven Hungersnot in Ostafrika. Die Corona-Krise erschwere zudem eine Versorgung der bis zu fünf Millionen vom Hunger bedrohten Menschen, warnte die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) am Donnerstag in einer Studie. Die Gemeinschaft einiger ostafrikanischer Staaten Igad teilte mit, schon vor der Covid-19-Pandemie sei die Versorgungslage bei 27,6 Millionen Bedürftigen prekär gewesen – nun drohe die Zahl noch zu steigen.

+++ 16:01 Uhr: Reisebeschränkungen innerhalb Schwedens werden aufgehoben +++
In Schweden darf man ab Mitte Juni wieder unbegrenzt innerhalb des Landes umherreisen. Wer keine Krankheitssymptome zeige, dürfe in Schweden ab dem 13. Juni auf Reisen gehen, sagte Ministerpräsident Stefan Löfven am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Die Lage im Land verbessere sich, die Corona-Patientenzahlen gingen seit Wochen zurück. Dieser Bescheid bedeute jedoch nicht, dass die Gefahr der Coronavirus-Pandemie vorbei sei, machte Löfven klar. Andere Beschränkungen bleiben weiter in Kraft.

+++ 12:46 Uhr: Apotheken weiteten in Corona-Krise Botenservice erheblich aus +++
Die Apotheken mussten in der Corona-Pandemie ihre Medikamenten-Lieferungen nach Hause deutlich ausweiten. Nach Berechnungen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände legte die Zahl der Botendienste der rund 19 000 Apotheken im Land – insbesondere für ältere und vorerkrankte Menschen – von durchschnittlich 300 000 pro Öffnungstag vor der Krise (Januar) um rund 50 Prozent auf etwa 450 000 (März) zu.

+++ 12:42 Uhr: EU-Kommission will auf Impfgipfel 300 Millionen Euro zusagen +++
Die EU-Kommission wird der Impfallianz Gavi auf einer internationalen Online-Geberkonferenz Mittel in Höhe von 300 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre zusagen. Das will Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstagnachmittag auf dem von Großbritannien organisierten Impfgipfel bekanntgeben, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte.

Bei dem Gipfel sollten Zusagen über umgerechnet rund 6,6 Milliarden Euro für Impfprogramme eingesammelt werden. Mithilfe des Geldes sollen bis 2025 weitere 300 Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden. Thema bei der Konferenz sollte auch die Frage sein, wie ein künftiger Impfstoff gegen das Coronavirus für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich gemacht werden kann.

+++ 12:35 Uhr: Afrika will Testen auf Corona durch neue Initiative beschleunigen +++
Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC stellt den Kampf gegen Corona auf eine neue Basis. Eine mit Industriepartnern und staatlichen Institutionen gegründete Initiative, Partnership to Accelerate Covid-19 Testing (PACT) genannt, soll nationale Anstrengungen der afrikanischen Länder koordinieren und bestehende Kapazitäten ausbauen. „Das ändert völlig die bisherige Dynamik“, sagte John Nkengasong, der Leiter des zur Afrikanischen Union (AU) gehörenden Africa CDC, am Donnerstag. So sollen 100 000 Gesundheitsmitarbeiter ausgebildet werden und eine Million Sozialarbeiter zum Einsatz kommen.

Die Institution stützt sich dabei unter anderem auf Erfahrungen aus dem Kampf gegen HIV/Aids. Bisher gibt es auf dem Kontinent laut Nkengasong im Schnitt 5400 Corona-Nachweise pro Tag. In den kommenden Monaten seien 10 Millionen Tests geplant. „Unsere Fähigkeit zum Testen beschleunigt sich sehr schnell.“

Damit dürften demnächst auch die Fallzahlen steigen. In Afrika sind mit derzeit etwa 158 000 bestätigten Nachweisen sowie rund 4500 Toten in Zusammenhang mit Covid-19 in 54 Ländern vergleichsweise wenig Infektionen bekannt, die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle dürfte Experten zufolge hoch sein.

+++ 11:48 Uhr: BW: Keine Quarantäne mehr nach Einreisen aus Ländern außerhalb Europas +++
Die grün-schwarze Landesregierung hat weitere Lockerungen von Corona-Maßnahmen angekündigt. Wer aus Staaten außerhalb des Schengenraums, also außerhalb Europas, nach Baden-Württemberg einreist, muss nicht mehr grundsätzlich in Quarantäne. Das erklärte die Corona-Lenkungsgruppe am Mittwochabend in Stuttgart. Nach Angaben eines Regierungssprechers soll dies ab diesem Freitag gelten. Die Quarantäne soll es nur noch dann geben, wenn ein Mensch aus einem Land einreist, das mehr als 50 Infektionen mit Corona pro 100 000 Einwohner aufweist.

Ausnahmen seien aber auch dann für bestimmte Berufsgruppen möglich, zum Beispiel für Lastwagenfahrer, erklärte die Lenkungsgruppe. Für Einreisen aus den EU-Ländern sowie aus Island, Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien nach Baden-Württemberg war die zweiwöchige Quarantäne bereits Mitte Mai aufgehoben worden.

+++ 11:22 Uhr: Kinderärzte: Sommerferien zur Förderung von Kindern nutzen +++
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat eine Förderung benachteiligter Kinder in den Sommerferien gefordert. „Wir sehen schon heute eine enorme Leistungsspreizung zwischen Schülern aus sozial benachteiligten Familien und solchen, in denen die Eltern die nötigen Ressourcen haben, um ihre Kinder als Hilfslehrer zu unterstützen“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach am Donnerstag laut Mitteilung in Köln. „Hier muss dringend für einen Ausgleich gesorgt werden. Wir brauchen Stützkurse für benachteiligte Kinder.“ Dafür sollten die Sommerferien genutzt werden.

Der digitale Unterricht während der Corona-Zeit habe Kinder benachteiligt, „deren Eltern keine Zeit und keine Kompetenzen hatten zum Home-Schooling“, sagte der Solinger Kinderarzt. „Falls der Fernunterricht nach den Sommerferien weitergehen muss, brauchen wir hier dringend Verbesserungen.“ Schulen müssten eine bessere digitale Ausstattung und Lehrer entsprechende Fortbildungen erhalten.

03.06.2020

+++ 11:30 Uhr: Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni aufgehoben +++
Die Bundesregierung hat die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung für 29 europäische Länder ab dem 15. Juni beschlossen. Das sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Da in Norwegen und Spanien noch über den 15. Juni hinaus Einreisesperren wegen der Corona-Pandemie gelten, verzögert sich für diese beiden Länder die Aufhebung der Reisewarnung. Maas sagte aber, er erwarte für Spanien eine Aufhebung der Einreisesperre zum 21. Juni. Unmittelbar danach würde dann auch für dieses Urlaubsland Nummer eins der Deutschen die Reisewarnung aufgehoben. 

+++ 10:44 Uhr: Schwedens Epidemiologe: Hätten mehr Corona-Maßnahmen ergreifen sollen +++
Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat sich erstmals selbstkritisch über den schwedischen Sonderweg in der Corona-Krise gezeigt.
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+++ 10:30 Uhr: Drosten bleibt bei Aussagen zur Ansteckungsgefahr durch Kinder +++
In einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Corona-Krise hält das Forscherteam um den Berliner Virologen Christian Drosten an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder im Bezug auf Sars-CoV-2 nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, heißt es in der aktualisierten Version der Studie. Sie ist noch nicht in einem begutachteten Fachjournal erschienen, sonder wurde als sogenannter Preprint veröffentlicht. 

Ein erster Entwurf der Untersuchung war Ende April veröffentlicht worden und hatte Kritik und teils heftige Auseinandersetzungen nach sich gezogen. Die Aussage bereits damals: Kinder tragen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene – und sind mithin vermutlich genauso ansteckend. Die Forscher hatten aufgrund dieser Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland gewarnt. In der neuen Fassung heißt es dazu: „Die uneingeschränkte Öffnung dieser Einrichtungen sollte sorgfältig mit Hilfe von vorbeugenden diagnostischen Tests überwacht werden.“

+++ 05:46 Uhr: Italien öffnet seine Grenzen für EU-Bürger +++
Nach rund drei Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Urlauber geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. Eine Virus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Außerdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das Verlassen der eigenen Region war lange stark eingeschränkt gewesen. Bisher duften zum Beispiel Menschen aus Rom nur ausnahmsweise in die Toskana fahren. Sie mussten dann eine schriftliche Selbsterklärung über ihre wichtigen Gründe parat haben. Auch Ausländer durften während der Corona-Sperren nur mit triftigem Grund einreisen, etwa wegen einer Arbeit.

+++ 05:01 Uhr: Große Koalition ringt weiter um gigantisches Corona-Konjunkturpaket +++
Das Ringen der großen Koalition um ein milliardenschweres Konjunkturprogramm geht in die Verlängerung. Angesichts großer Differenzen unterbrachen die Spitzen von CDUCSU und SPD ihre Verhandlungen im Kanzleramt am Dienstag kurz vor Mitternacht. An diesem Mittwoch sollen die Gespräche fortgesetzt werden und dann auch zu einem Ergebnis kommen – es könnte aber erneut bis tief in die Nacht gehen.

Nach der ersten Runde der Verhandlungen hieß es am frühen Mittwochmorgen aus Teilnehmerkreisen, die Gespräche seien sehr konzentriert und intensiv verlaufen. Es habe sachliche Auseinandersetzungen gegeben. Insgesamt sei die Stimmung gut und sehr ernsthaft gewesen. Viele Punkte des geplanten Konjunkturpakets seien bereits angesprochen worden. Endgültige Entscheidungen sollten demnach am Mittwoch fallen. Dann stünden schwierige Themen wie das Mobilitätspaket oder die Hilfen für die Kommunen weiter zur Diskussion.

Die Runde unter Leitung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Ende ein Gesamtpaket vorlegen. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Da die rund 60 Punkte, die anfangs auf dem Tisch lagen, in Summe nicht finanzierbar sind, muss jeder der Koalitionäre zu Abstrichen bereit sein.

+++ 04:45 Uhr: Forschung abseits von Corona: Kommen Krebsmedizin und Co nun zu kurz? +++
Die wissenschaftlichen Arbeiten zum Coronavirus laufen auf Hochtouren. Innerhalb weniger Monate ist praktisch aus dem Nichts ein riesiger Forschungszweig entstanden, der mit viel Geld vorangetrieben wird. Wissenschaftler rund um den Globus wollen den Erreger verstehen, suchen fieberhaft nach Medikamenten und einem Impfstoff. Doch dadurch könnten andere drängende Probleme in der Medizin, etwa Bluthochdruck, Diabetes und Krebs, aus dem Fokus geraten, warnen Experten.

Matthias Tschöp, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München, das ebenfalls zur Forschung an Sars-CoV-2 beiträgt, sprach schon Anfang Mai davon, dass bekannte Herausforderungen, die für viele Milliarden Menschen lebensbedrohlich sind oder ihre Lebensqualität deutlich beeinflussen, nicht aus den Augen verloren werden dürften.

„Die aktive weltweite Zusammenarbeit, um Lösungen aus der Covid-19-Krise zu finden, ist wichtig und gibt Anlass zur Hoffnung. Es wäre jedoch riskant, jahrzehntelange intensive Grundlagenforschung sowie translationale und klinische Forschung an den großen Volkskrankheiten jetzt zu unterbrechen und damit eventuell deren Erfolg zu gefährden“, mahnt Tschöp.

+++ 04:19 Uhr: RKI meldet 342 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 342 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 370 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 03.06. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

02.06.2020

+++ 16:45 Uhr: Immer weniger Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen +++
Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung ist über die vergangenen Wochen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Laut dem DIVI-Intensivregister wurden Stand Dienstag 689 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen betreut, etwa die Hälfte von ihnen wurde beatmet. Mitte April waren es zeitweise noch mehr als 2900 Patienten gewesen. Zwar müssen die Kliniken die Belegung ihrer Intensivbetten an das Register melden, trotzdem schwankt die tägliche Zahl der meldenden Klinik-Standorte.

+++ 13:30 Uhr: Metaanalyse: Das schützt vor dem Coronavirus +++
Eine Kombination aus Abstandhalten, Mund-Nasen-Maske und Augenschutz könnte laut einer neuen Übersichts-Analyse eine Corona-Infektion bestmöglich verhindern.
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+++ 13:24 Uhr: Zehn Millionen Menschen in Wuhan getestet: 300 asymptomatische Fälle +++
Wuhan gilt als Ursprungsort der Pandemie mit dem Coronavirus. In der chinesischen Metropole gab es die meisten Infektionen und Toten in China. Massentests brachten jetzt überraschende Erkenntnisse.
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+++ 11:10 Uhr: Tokio besorgt über erneuten Anstieg an Corona-Infektionen +++
Ein erneuter Anstieg an Corona-Infektionen in Tokio besorgt die Behörden. Die Gouverneurin der japanischen Hauptstadt, Yuriko Koike, teilte am Dienstag laut Medien mit, dass sie mit Experten die mögliche erstmalige Nutzung eines Alarmsystems namens Tokio-Alert erwäge, um die Bevölkerung zu warnen. Zuvor war die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf 34 angestiegen. Es ist das erste Mal seit 19 Tagen, dass die Zahl wieder über der Marke von 30 liegt. Als eine Problemzone wurden Tokios nächtliche Amüsierviertel ausgemacht.

Japan hatte vor wenigen Tagen den Notstand im ganzen Land aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei. Während des Notstands war die Bevölkerung aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben. In Tokio erwägt die Stadtverwaltung nun laut Medien, die Menschen aufzurufen, vor allem vom nächtlichen Ausgehen abzusehen. Ausgangssperren wie in Europa sind in Japan rechtlich nicht möglich.

+++ 10:50 Uhr: Erstmals keine neuen Coronatoten in Spanien registriert +++´
Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Spanien binnen eines Tages keine neuen Todesopfer registriert worden. Das teilte der Chef der Behörde für Gesundheitliche Notfälle, Fernando Simón, am Montagabend mit. Er schloss aber nicht aus, dass nach dem Pfingstmontag noch Fälle nachgemeldet werden könnten. Dennoch war es das erste Mal seit dem 3. März, dass an einem Tag keine einziger Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt wurde, wie die Zeitung „El País“ betonte.

Damals hatten die Behörden mitgeteilt, dass ein bereits am 13. Februar verstorbener Patient mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert gewesen war. Anfang April zum Höhepunkt der Pandemie in Spanien wurden dann sogar mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Mit mehr als 27 000 Toten und rund 240 000 Infektionsfällen ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder und hatte besonders strikte Gegenmaßnahmen ergriffen.

+++ 10:37 Uhr: Italien startet seine Corona-Warn-App +++
Italien startet mit seiner angekündigten Warn-App im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Die Anwendung auf dem Smartphone soll Bürgern einen Hinweis senden, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Die kostenlose App mit dem Namen „Immuni“, die ein Mailänder Unternehmen entwickelt hat, stehe zum Runterladen aufs Handy bereit, teilte das Gesundheitsministerium in Rom am Montagabend mit. Ab kommendem Montag (8. Juni) würden die Funktionen aktiviert, allerdings zunächst nur in 4 von 20 Regionen Italiens.

Die Warn-App auf Basis von Bluetooth-Technik für eine Datenübertragung zwischen Geräten solle zunächst in den Abruzzen, Ligurien, den Marken und Apulien laufen. Später sollten weitere Regionen hinzukommen. Auch andere Länder – darunter Deutschland – wollen im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit vermehrt eine eigene Warn-App nutzen oder prüfen den Einsatz.

+++ 09:50 Uhr: Mehr als 100 000 Corona-Infektionen in Chile +++
In Chile haben sich nach Angaben der US-Universität Johns Hopkins bereits mehr als 100 000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über 1100 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Infektion mit dem Virus in dem südamerikanischen Land ums Leben gekommen. Zuletzt war es in Chile immer wieder zu Protesten gekommen. Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, steht der Großraum Santiago seit Wochen unter Quarantäne.

Erst am Montag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewarnt, dass der Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie in Süd- und Zentralamerika noch nicht erreicht sei. Zu den Ländern mit hohen Zahlen von neuen Infizierten zählt die WHO neben Chile vor allem Brasilien, Peru und auch Mexiko. Die Gesundheitssysteme in den Ländern stünden unter Druck. In Chile hatte die Ärztekammer angesichts des Ansturms auf die Krankenhäuser bereits vor wenigen Tagen gewarnt, dass fast alle Intensivbetten belegt seien.

+++ 05:55 Uhr: Experten prophezeien langfristigen Aufschwung für Telemedizin +++
Die Coronakrise könnte der Telemedizin aus Sicht von Experten einen entscheidenden Schub nach vorne geben. „Man kann davon ausgehen, dass Anfang April über 3000 der niedergelassenen Haus- und Kinderärzte die Genehmigung von den Krankenkassen für Videosprechstunden hatten“, sagte der Präsident der Landesärztekammer, Wolfgang Miller. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sind es sogar rund 3800. Das heiße zwar nicht, dass alle diese Möglichkeit bereits nutzten. Es zeige aber, dass die Mediziner vorbereitet seien.

+++ 05:00 Uhr: Berlin: Ab Dienstag werden viele Maßnahmen gelockert +++
Die Lockerungen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gehen weiter. Ab Dienstag ist wieder vieles möglich, worauf die Berlinerinnen und Berliner lange verzichten mussten. Nachdem die Teilnehmerbegrenzung für Demonstrationen in der Hauptstadt schon am Samstag weggefallen ist, kommen nun eine Reihe weiterer Schritte, wie der Senat angekündigt hat. Das gilt zum Beispiel für Kneipen und Bars, die wieder öffnen dürfen, allerdings nur solche, in denen Gäste an Tischen Platz nehmen und auch nur bis 23 Uhr.

Auch Spielhallen, Spielbanken und Wettbüros können ab Dienstag wieder loslegen, genau wie Fitnessstudios und Tanzschulen. Bei Sportveranstaltungen, aber auch Messen oder kulturellen Events erlaubt der Senat im Freien zunächst bis zu 200 Teilnehmer, in geschlossenen Räumen maximal 150.

+++ 04:45 Uhr: Bayern: Keine Hinweise auf mehr Suizide in Corona-Zeiten +++
Bayerns Behörden haben bislang keine Hinweise auf erhöhte Suizidraten in der Corona-Krise. Nach Angaben des Landeskriminalamtes sind die Zahlen sogar etwas niedriger als im vergangenen Jahr um diese Zeit. Zwischen Anfang März und dem 25. Mai nahmen sich 388 Menschen in Bayern das Leben. Im gleichen Zeitraum 2019 waren es 399. Auch die Zahl der Suizidversuche blieb in etwa konstant. In den genannten knapp drei Monaten versuchten in diesem Jahr 461 Menschen, sich das Leben zu nehmen. 2019 waren es 457.

Auch bei der Hotline des Krisendienstes Psychiatrie hat sich die Zahl der Anrufe nach einer kurzzeitigen Steigerung auf rund 180 Anrufe pro Tag zu Beginn der Krise wieder auf das Normalmaß von 140 pro Tag eingependelt, teilte die zuständige Regierung von Oberbayern auf Anfrage mit.

+++ 04:39 Uhr: Mehr als 10 000 Corona-Tote – Mexiko beginnt „neue Normalität“ +++
Mexiko hat seine Wirtschaft weiter geöffnet und zugleich bei der Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie die 10 000er-Marke überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Montagabend (Ortszeit) informierte, stieg die Zahl der Corona-Toten im Vergleich zum Vortag um 237 auf 10 167, die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei 93 435. Das waren 2771 mehr als am Sonntag. Der erste Fall in Mexiko war im März registriert worden. Inzwischen hat das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl (130 Millionen Einwohner) in Lateinamerika auch die zweithöchste Zahl der Todesopfer in der Corona-Pandemie nach Brasilien (mehr als 30 000).

Trotz der steigenden Opferzahlen infolge der Pandemie begann in Mexiko am Montag die sogenannte neue Normalität: Je nach Region und Situation in der Corona-Krise können weitere wirtschaftliche Aktivitäten zusätzlich zu den als für essenziell befundenen beginnen. „Dies ist ein sehr besonderer Tag“, hatte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Morgen gesagt. Er hält den Prozess der Normalisierung für die Re-Aktivierung der Wirtschaft für notwendig. López Obrador selbst nutzte den Tag, um eine einwöchige Reise in den Südosten des Landes zu beginnen, wo die Touristenhochburg Cancún liegt.  

+++ 04:18 Uhr: RKI meldet 213 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 213 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 028 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 02.06. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8522 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 166 400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 600 mehr als noch einen Tag zuvor.

29.05.2020

+++ 14:40 Uhr: Österreich gibt Maskenpflicht Mitte Juni weitgehend auf +++
Österreich lockert angesichts niedriger Corona- Infektionszahlen Mitte nächsten Monats die Maskenpflicht weitgehend. Am 15. Juni falle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit großteils, gab Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag bekannt. Die Sperrstunde in der Gastronomie werde dann um zwei Stunden bis 1.00 Uhr ausgeweitet.

+++ 14:38 Uhr: Bundesregierung sieht keine Notwendigkeit für Gesetz zur Corona-App +++
Die Bundesregierung will die Einführung der geplanten Corona-Warn-App des Bundes nicht durch ein spezielles Gesetz begleiten. Das geht aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor, über die der „Spiegel“ am Freitag berichtete. Sie erachte ein solches Gesetz für „nicht notwendig“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. „Da es sich um eine freiwillige App handelt, die Menschen warnen kann und so dabei hilft, dass sich Bürgerinnen und Bürger frühzeitig testen lassen, wird in Grundrechte gerade nicht eingegriffen.“ Ohne einen solchen Eingriff bedürfe es auch keiner gesetzlichen Regelung. Das Robert Koch-Institut müsse als Herausgeber der Tracing-App „selbstverständlich (…) geltendes Recht einhalten“.

+++ 08:59 Uhr: 20 Corona-Fälle in Zusammenhang mit Pfingstgemeinde in Bremerhaven +++
Im Zusammenhang mit einer Pfingstgemeinde in Bremerhaven haben sich mindestens 20 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. „Das Ausbruchsgeschehen wird weiter ermittelt», sagte ein Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin am Freitagmorgen. Zuvor hatte die „Nordsee-Zeitung“ darüber berichtet. Dem Sprecher zufolge ist eine Glaubensgemeinschaft in einem Grenzgebiet von Bremerhaven und dem Landkreis Cuxhaven betroffen, sodass ein Teil der Fälle statistisch zu Niedersachsen gerechnet werde. Wie viele Menschen in Quarantäne sind, sagte er nicht.

+++ 07:00 Uhr: Experten: Gesundheitsämter verfolgen Infektionen zuverlässig – noch +++
Die Nachverfolgung der Corona-Infektionen ist für die Gesundheitsämter nach eigenen Angaben derzeit beherrschbar. „Im Moment ist die Lage vergleichsweise entspannt“, sagte Markus Mempel vom Deutschen Landkreistag der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) bescheinigt den Behörden aktuell ein gutes Management bei der Verfolgung von Kontaktpersonen. „Die Gesundheitsämter ermitteln zuverlässig und zeitnah und veranlassen die erforderlichen Maßnahmen zur Verhinderung der Weiterverbreitung der Erkrankung“, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert der dpa.

+++ 06:01 Uhr: 150 000 Corona-Tests im Norden +++
Rund 150 000 Tests auf das neuartige Coronavirus sind in Schleswig-Holstein bisher vorgenommen worden. Dies geht aus Angaben des Gesundheitsministeriums hervor. Über 3000 Tests fielen positiv aus. Im Land leben 2,9 Millionen Menschen. Für die Tests waren im Verlauf der Corona-Krise zur Unterstützung der Hausärzte auch 16 Zentren eingerichtet worden, die seit Ende April nicht ganz 3200 Tests erledigten.

+++ 04:20 Uhr: RKI meldet 741 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 741 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 180 458 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 29.05. 0 Uhr).

Bislang starben nach RKI-Angaben 8450 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 39. 164 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 900 mehr als noch einen Tag zuvor.

28.05.2020

+++ 16:25 Uhr: Trump nennt 100 000 Corona-Tote „sehr traurige Wegmarke“
Nach mehr als 100 000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump den Angehörigen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. „Wir haben gerade eine sehr traurige Wegmarke erreicht“, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. „Allen Familien und Freunden derer, die von uns gegangen sind, möchte ich mein tief empfundenes Mitgefühl und meine Liebe für alles aussprechen, wofür diese großartigen Menschen standen und stehen.“ Er fügte hinzu: „Gott sei mit ihnen.“

Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore war die Zahl der Corona-Toten in den USA am Mittwochabend (Ortszeit) über die Marke von 100 000 gestiegen. Die Zahl der in den USA seit Beginn der Pandemie nachgewiesenen Infektionen liegt demnach bei etwa 1,7 Millionen. Trump war in die Kritik geraten, weil er die Gefahr durch das Virus zunächst kleingeredet hatte. Der US-Präsident weist Kritik an seinem Krisenmanagement zurück.

+++ 15:20 Uhr: Weiterhin abnehmender Trend: RKI meldet 353 Neuinfektionen +++
Der abnehmende Trend bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland hält an. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 353 neue Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179 717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstag meldete (Datenstand 28.05. 0 Uhr). Am 2. April war die Zahl der Neu-Infektionen mit rund 6500 auf ihrem bisherigen Höhepunkt gewesen. Seitdem sind die Zahlen – mit tagesabhängigen Schwankungen – kontinuierlich gesunken.

+++ 15:18 Uhr: Abnahmen für Berliner Corona-Notfallklinik abgeschlossen +++
Die Formalitäten für den Betrieb des Corona-Notfallkrankenhauses auf dem Messegelände in Berlin sind erfüllt. „Die Reihe von Abnahmen bestätigt nur, was wir immer gesagt haben: Das Corona-Behandlunsgzentrum Jafféstraße war und ist im Notfall betriebsbereit“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Donnerstag auf Anfrage. Der „Tagesspiegel“ (online) hatte zuvor berichtete, dass nun die ersten 84 Betten belegt werden könnten.

Die Amtsärztin des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Nicoletta Wischnewski, nahm als Zuarbeit für das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) eine krankenhaushygienische Abnahme vor. Sie sagte am Donnerstag: „Es war reine Formsache.“ Das Lageso gab inzwischen grünes Licht für die Inbetriebnahme.

Schon bei der Eröffnung vor rund zwei Wochen war absehbar, dass die Betten momentan nicht gebraucht werden. Sukzessive könnten in der umfunktionierten Messehalle 500 Corona-Infizierte behandelt werden, sollten die Berliner Krankenhäuser wegen der Pandemie an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Mit Stand vom Mittwochabend sind laut Gesundheitsverwaltung 4,4 Prozent der Berliner Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.

+++ 12:15 Uhr: Minister: Hessen lehnt Corona-Reihentests in Altenheimen ab +++
Hessen lehnt Corona-Reihentests ohne konkreten Anlass in Altenheimen nach wie vor ab. „Wir werden mehr testen, aber mit Sinn und Verstand“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden. Ein solcher Reihentest liefere nur eine Momentaufnahme – bereits wenige Tage später könnte ein negativ getesteter Mensch schon positiv sein. Mit Ausnahme des Saarlandes mache kein Bundesland solche Untersuchungen.

Die SPD-Fraktion forderte dagegen Corona-Reihentests in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen. Es stünden ausreichend Test-Sets dafür zur Verfügung, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin Daniela Sommer. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten bereits angekündigt, Bewohner von Pflegeheimen verstärkt zu begutachten.

+++ 12:05 Uhr: Südkorea verschärft Corona-Beschränkungen wieder +++
Südkorea verschärft angesichts des erneut deutlichen Anstiegs von Infektionsfällen mit dem Coronavirus wieder die Beschränkungen für die Menschen in der Millionenmetropole Seoul und Umgebung. Mit sofortiger Gültigkeit würden bis zum 14. Juni öffentliche Einrichtungen einschließlich Museen, Theater sowie Mehrzweckhallen im Großraum Seoul wieder geschlossen, teilte Gesundheitsminister Park Neung Hoo am Donnerstag nach einem Krisentreffen unter Vorsitz von Ministerpräsident Chung Sye Kyun mit. „Die nächsten zwei Wochen sind kritisch.“

+++ 08:40 Uhr: Grünes Licht für Corona-Warn-App im französischen Parlament +++
Die umstrittene französische Corona-App „StopCovid“hat grünes Licht vom Parlament bekommen. Nach der Nationalversammlung stimmte auch der Senat einer entsprechenden Vorlage der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe zu, wie das Oberhaus des Parlaments am Donnerstagmorgen berichtete.

Die App soll nun bald eingeführt werden. Das Programm soll mit Hilfe von Bluetooth-Signalen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Nutzer sollen gewarnt werden, falls sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufhielten.

Gegen die App gab es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken – auch aus dem Lager von Präsident Emmanuel Macron. Bei der Abstimmung in de Nationalversammlung – dies ist das Unterhaus des Parlaments – hätten fünf Fraktionsmitglieder der Präsidentenpartei LREM gegen die Erklärung gestimmt, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.

+++ 04:51 Uhr: Corona-Todesfälle: Mexiko überholt Deutschland +++
In Mexiko sind inzwischen mehr Menschen nach einer Infektion mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben als in Deutschland. Die Zahl der Todesopfer stieg in dem nordamerikanischen Land nach offiziellen Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) auf 8597.

Mexiko, das rund 130 Millionen Einwohner hat, ist damit das Land mit den achtmeisten Toten infolge des Coronavirus. Zuletzt kamen innerhalb von 24 Stunden 463 neue Todesfälle hinzu. In Deutschland starben nach den jüngsten Angaben des Robert Koch-Instituts innerhalb von 24 Stunden 47 nachweislich mit dem Virus Infizierte, wodurch sich die Gesamtzahl auf 8349 erhöhte.

+++ 04:30 Uhr: RKI meldet 353 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 353 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179 717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 28.05. 0 Uhr).

Bislang starben dem RKI zufolge 8411 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 62. 163 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

+++ 04:15 Uhr: Corona-Krise: Spahn warnt vor neuer Spaltung der Gesellschaft +++
Gesundheitsminister Jens Spahn hat davor gewarnt, dass die Corona-Krise zu einer ähnlichen Polarisierung wie die Debatte über die Flüchtlingspolitik führen könnte. „Wir haben ein Wir-Gefühl erlebt. Jetzt müssen wir aufpassen», sagte der CDU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Dass Debatten über Gesundheit oder Freiheitsrechte stattfänden, finde er richtig und wichtig. Aber: „Wir alle haben die Verantwortung, dass es nicht wieder so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration. Wir müssen sehr aufpassen, dass uns das nicht wieder passiert.“

Spahn bekräftigte, Debatten seien lebensnotwendig für eine Demokratie. „Den Demonstranten sollte aber klar sein, mit wem sie demonstrieren. Man muss nach links und rechts schauen, wer da so dabei ist.“ In den vergangenen Wochen hatten wiederholt Tausende in Deutschland gegen die ihrer Meinung nach zu starke Einschränkung der Freiheitsrechte im Kampf gegen das Coronavirus demonstriert. Darunter waren auch zahlreiche Extremisten von links und rechts sowie Impfgegner und Anhänger von Verschwörungstheorien.

+++ 02:37 Uhr: Brasilien vermeldet mehr als 25 000 Corona-Tote +++
Brasilien hat mehr als 25 000 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 1086 Tote mehr als am Dienstag. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in dem mit 210 Millionen Einwohnern größten Land in Lateinamerika auf bislang 25 598. 411 821 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert. Bei der Zahl der Todesopfer liegt Brasilien damit nach Aufzeichnungen der US-amerikanischen Johns Hopkins Universität weltweit weiter auf Platz sechs der am meisten betroffenen Länder, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei hinter den Vereinigten Staaten.

27.05.2020

+++ 16:50 Uhr: Merkel mahnt: „Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie“ +++
Angesichts immer neuer Lockerungsdebatten hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern in der Corona-Krise an. „Ich bin sehr einverstanden, das jeder im Rahmen seiner Zuständigkeiten arbeitet“, sagte sie am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit den Ost-Regierungschefs. „Das heißt aber auch, dass mir als Bundeskanzlerin und der ganzen Bundesregierung schon wichtig ist, dass wir in grundsätzlichen Fragen eine Übereinstimmung haben.“

Nötig sei ein gemeinsamer Schutzrahmen, auf den sich Bund und Länder auch verständigt hätten: „Das heißt 1,5 Meter Mindestabstand, das heißt Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Personennahverkehr und da, wo die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können“, so Merkel. Wichtig sei auch die Grenze von 50 oder in manchen Ländern 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche, ab der ein Notmechanismus greifen soll.

+++ 15:37 Uhr: Bundesregierung: Corona-Warn-App nützt auch bei wenig Teilnehmern +++
Die geplante Corona-Warn-App wäre nach Einschätzung der Bundesregierung auch bei vergleichsweise wenig Nutzern sinnvoll.Je mehr Menschen da mitmachen, desto nützlicher wird sie sein“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin. „Das ist aber nicht so, dass sie gar nichts bringt, wenn nur wenige mitmachen. Sondern jeder, der zusätzlich mitmacht, ist eine Hilfe, um Kontaktketten nachzuverfolgen.“

Eine Corona-App für Smartphones wird seit März diskutiert. Mittlerweile entwickeln die Unternehmen Deutsche Telekom und SAP das technische Konzept für die Bundesregierung. Die Corona-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn die Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie soll anonymisiert erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten haben. Wenn ein Nutzer seine bestätigte Infektion in der App meldet, werden Personen benachrichtigt, die in den vergangenen Tagen seinen Schlüssel empfangen haben.

+++ 12:44 Uhr: Frankreich verbietet Behandlung von Covid-19 mit Hydroxychloroquin +++
In Frankreich dürfen Covid-19-Erkrankte nicht mehr mit der Malaria-Arznei Hydroxychloroquin behandelt werden. Einen entsprechenden Erlass veröffentlichte die Regierung am Mittwoch, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Zuvor hatten Frankreichs Hoher Rat für öffentliche Gesundheit und die Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM von der Behandlung mit dem Medikament abgeraten und die Aussetzung entsprechender klinischer Studien eingeleitet.

Seit Ende März durften in Frankreich Patientinnen und Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen unter strenger ärztlicher Aufsicht mit der Malaria-Arznei behandelt werden. Diese Ausnahmeregelung wurde nun gekippt. „Ob beim Hausarzt oder im Krankenhaus, dieses Medikament darf Patienten, die an Covid-19 leiden, nicht verschrieben werden“, so das Gesundheitsministerium.

Im Journal „The Lancet“ hatten Forscher zuletzt auf Grundlage einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich die Malaria-Arzneien Hydroxychloroquin und das sehr ähnliche Chloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzte Tests mit dem Medikament Hydroxychloroquin daraufhin vorerst aus.

+++ 12:04 Uhr: Südkorea meldet deutlichen Anstieg bei Corona-Infektionen +++
Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder deutlich gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden am Mittwoch mitteilten, wurden am Dienstag 40 weitere Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Das war der höchste Anstieg seit sieben Wochen. Die Gesamtzahl kletterte demnach auf 11 265. Bisher wurden 269 Todesopfer in Verbindung mit dem Virus gebracht. Neue Sorgen bereitet den Behörden eine Häufung von Infektionen in einem Logistikzentrum eines Online-Versandhändlers in der westlich von Seoul gelegenen Stadt Bucheon. Bis zum Mittwochmorgen wurden den Angaben zufolge 36 Fälle unter den mehr als 4000 Beschäftigten oder bei Kontaktpersonen bestätigt. Sämtliche Mitarbeiter sollten sich einem Virustest unterziehen. 

+++ 11:32 Uhr: RKI meldet 362 Neuinfektionen in Deutschland +++
Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179 300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann.

+++ 07:57 Uhr: Ungarns Regierung leitet Aufhebung von Corona-Vollmachten ein +++
Die ungarische Regierung hat die Aufhebung jener umstrittenen Sondervollmachten eingeleitet, die sie während der Corona-Pandemie erhalten hatte. Einen diesbezüglichen Gesetzesvorschlag reichte der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjen am Dienstag kurz vor Mitternacht im Parlament ein. Nach Behandlung der Vorlage im Parlament und ihrer Billigung würden Gefahrennotstand und Sondervollmachten voraussichtlich am 20. Juni enden, schrieb Justizministerin Judit Varga auf ihrer Facebook-Seite.

Der rechts-nationale Ministerpräsident Viktor Orban hatte sich Ende März vom Parlament mit umfassenden Vollmachten ausstatten lassen, um die Corona-Pandemie bekämpfen zu können. Der Schritt war international und von der heimischen Opposition heftig kritisiert worden, weil das zugrunde liegende Gesetz keine zeitliche Befristung vorsieht.

+++ 05:15 Uhr: Bund und Länder verlängern Kontaktbeschränkungen bis Jahresmitte +++
Wegen der Coronavirus-Pandemie müssen sich alle Menschen in Deutschland bei Treffen im Freien mindestens bis zur Jahresmitte weiter stark zurückhalten. Die Kontaktbeschränkungen werden bis zum 29. Juni verlängert, wie Bund und Länder vereinbart haben.
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+++ 05:01 Uhr: Fast 300 000 Anträge auf Pflege-Bonus – 50 000 schon ausgezahlt +++
Inzwischen haben fast 300 000 Pflegerinnen und Pfleger sowie Rettungskräfte Anträge auf den wegen der Coronakrise gewährten Pflege-Bonus gestellt. „In mehr als 50 000 Fällen konnten schon Bewilligungsbescheide verschickt werden“, teilte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur mit. Um die Antragsflut zu bewältigen, stellt das Landesamt für Pflege nach Angaben seines Präsidenten Markus Schick zusätzliche Kräfte ein.

Den bayerischen Corona-Pflegebonus können bis Ende Juni unter anderem Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, stationären Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten stellen. Auch Rettungssanitäter, Rettungsassistenten, Notfallsanitäter und nichtärztliche Einsatzkräfte im Rettungsdienst profitieren von der Einmalzahlung. Sie beträgt bei Beschäftigten mit einer regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 25 Stunden 500 Euro, ansonsten 300 Euro.

+++ 05:00 Uhr: Dauerkrise Corona – Bessere Konzepte für Kinderschutz gefordert +++
Corona wird das Land noch monatelang im Griff behalten – ohne auf die Krise zugeschnittene Angebote etwa von Jugendämtern oder sozialen Einrichtungen könnte der Schutz von Kindern und Jugendlichen aus Sicht von Experten Schaden nehmen. „Ich sehe großen Entwicklungsbedarf“, sagte Jürgen Strohmaier, Leiter des Referates Hilfe zur Erziehung beim Landesjugendamt Stuttgart. „Die Krise wird zur Normalität werden. Dafür haben wir kein umfassendes Konzept“, warnte er.

So müsse man verstärkt die Möglichkeit offener Jugendarbeit über digitale Medien nutzen. Einige der 46 Jugendämter im Südwesten hätten etwa in ihren Erziehungsberatungsstellen Kameras installiert: Familien oder Jugendliche in Not könnten dort anrufen und den Berater sehen. Auf Wunsch könne der Anrufer auch selbst gesehen werden „und sich von Angesicht zu Angesicht beraten lassen“, erklärte Strohmaier.

26.05.2020

+++ 16:34 Uhr: Zurück zum „Regelmodus“? Länder lockern Corona-Auflagen +++
Zweieinhalb Monate nach ihrer Einführung wollen mehrere Bundesländer die Corona-Auflagen wieder lockern. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte im Dienstag in Erfurt, sein Land wolle schrittweise aus dem „Krisenmodus in den Regelmodus übergehen“. Auch Sachsen, Brandenburg, Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg visieren Erleichterungen an. Sachsen-Anhalt plant täglichen Unterricht für Grundschüler. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte indes: „Corona bleibt tödlich.“

+++ 16:18 Uhr: Bundesratspräsident Woidke kritisiert Alleingänge in den Ländern +++
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält Alleingänge einzelner Länder im Umgang mit der Corona-Pandemie für falsch. Er kritisierte am Dienstag die Ankündigung seines Thüringer Amtskollegen Bodo Ramelow (Linke), die bisher geltenden Beschränkungen weitgehend aufheben zu wollen. „Ich stehe da für ein abgestimmtes Vorgehen“, sagte der amtierende Bundesratspräsident am Dienstag in Potsdam. „Dieser Jahrmarkt der Eitelkeiten, der macht mir schon mitunter ein bisschen Sorgen, weil das Ganze uns nicht nur nicht weiterbringt, sondern die Menschen im Land verunsichert.“ Da sei „der Kollege in Thüringen leider nicht der einzige“, sagte Woidke.

+++ 13:54 Uhr: Bayern will Schutzkleidung zum Infektionsschutz als Notreserve +++
Bayern will sich als Reaktion auf die Corona-Pandemie einen Vorrat an Schutzkleidung zulegen. Bei einer zweiten Welle dürfe man nicht an den Punkt kommen, an dem man nicht wisse, ob es genug Material gebe, sagte Söder am Dienstag in München. Nach einer aktuellen Materialbilanz verfüge der Freistaat derzeit über fast 150 Millionen Schutzmasken. Künftig werde man verpflichtend eine Notreserve anlegen, die für sechs Monate reichen müsse. Söder sprach von 250 Millionen Masken, 500 Millionen Handschuhen und 60 bis 70 Millionen Schutzkitteln, die ständig verfügbar sein sollen.

+++ 12:16 Uhr: Globale Anti-Corona-Allianz sammelt 9,5 Milliarden Euro +++
Die globale Allianz gegen das Coronavirus hat inzwischen 9,5 Milliarden Euro für die Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien gesammelt. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag auf Twitter mit. Das sei ein großartiges Ergebnis, meinte von der Leyen.

Sie hatte am 4. Mai eine internationale Online-Geberkonferenz organisiert, bei der zunächst 7,4 Milliarden Euro zusammenkamen. Seither konnten Privatleute, Stiftungen und Regierungen weiter spenden. Ziel der Initiative ist, weltweit alle Kräfte für die Forschung an Impfstoffen und Arzneien zu bündeln. Sobald sie verfügbar sind, sollen die neuen Mittel allen Ländern zur Verfügung stehen, auch ärmeren.

+++ 11:41 Uhr: 112 Infizierte durch Corona-Ausbruch nach Gottesdienst +++
Nach einem Covid-19-Ausbruch im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt verfolgen Gesundheitsbehörden weiter mögliche Infektionsketten. Aktuell würden noch 150 Personen überprüft, die mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatten, erklärte René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt am Dienstag. Es gebe aktuell 112 bestätigte Covid-19-Fälle.

Bei dem Gottesdienst selbst waren vor zwei Wochen laut Gottschalk 180 Personen anwesend. Viele Infektionen seien aber erst nach dem Gottesdienst geschehen. Die ersten Kontaktpersonen und Infizierten würden mittlerweile wieder aus der Quarantäne entlassen. Laut Sozialminister Kai Klose (Grüne) werden momentan der Ablauf des Gottesdienstes und die Infektionsketten rekonstruiert. Mehrere Gesundheitsämter seien beteiligt.

+++ 11:37 Uhr: Corona-Studie in Rhein-Main zeigt geringe Durchseuchung +++
Die Zahl der unerkannten Infektionen mit dem Coronavirus ist im Rhein-Main-Gebiet offenbar relativ gering. Das legt eine neue hessische Studie nahe, die am Dienstag in Wiesbaden vorgestellt wurde. Demnach wurden von 1000 Studienteilnehmern sechs positiv getestet, vier davon wussten nichts von ihrer Infektion. „Unsere Ergebnisse sprechen für eine geringere Infektionsrate in der Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet“, erklärte Sandra Ciesek, Direktorin der Medizinischen Virologie des Universitätsklinikums in Frankfurt. Die Studie, die zusammen mit dem Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg erstellt wurde, ist allerdings nicht repräsentativ.

+++ 08:50 Uhr: Zahl der NRW-Sterbefälle im April gestiegen +++
In Nordrhein-Westfalen sind im April nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes etwa 17 600 Menschen gestorben – 500 mehr als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Zuwachs um drei Prozent, wie das Landesamt am Dienstag mitteilte. „Im April 2020 starben mehr Menschen als in jedem anderen April der letzten sechs Jahre“, heißt es in der Mitteilung. Ob der Zuwachs auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist, lasse sich an den Zahlen allerdings nicht festmachen, sagte ein Sprecherin.

Während der Grippesaison steigen die Sterbefallzahlen in der Regel von Dezember bis März an und sinken ab April wieder ab. Auch in diesem Jahr sei das der Fall gewesen – der Rückgang fiel aber vergleichsweise geringer aus (März: knapp 19 000 Todesfälle). Die Zahl der Sterbefälle sei im April dieses Jahres auch höher gewesen als im April 2018, als eine Influenza-Welle zu höheren Sterbefallzahlen im Frühjahr geführt hatte.

+++ 07:24 Uhr: Deutsche Post bietet Tausenden Mitarbeitern Coronavirus-Test an ++
Die Deutsche Post will mehreren Tausend Angestellten die Möglichkeit geben, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. „Wir werden deutlich mehr als 10 000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen anbieten, sich vorsorglich auf Covid-19 testen zu lassen, dies vor allem in größeren Betriebsstätten», sagte Vorstand Tobias Meyer der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Die Tests sollten systematisch von Betriebsärzten in ausgewählten Betriebsstätten – darunter Paketzentren und Briefverteilzentren – gemäß einer Risikoeinstufung durchgeführt werden.

Meyer zufolge wurden schon in der Vergangenheit Mitarbeiter auf die Krankheit Covid-19 getestet. „Das Auffällige war, dass wir bei den breiten Tests ohne zwingenden Grund eine unerwartet hohe Anzahl an Infizierten gefunden haben, die aber bisher keinerlei Symptome der Krankheit haben“, sagte er. Daher müsse die Post davon ausgehen, dass sie mehr infizierte Menschen im Umkreis ihrer Betriebsstätten habe als bisher vermutet.

+++ 06:55 Uhr: Virologe: Bars und Clubs sind Corona-Hotspots +++
Partygänger müssen vermutlich noch lange darauf warten, bis ihre Lieblingsdisco wieder öffnen darf. Denn in Clubs, Bars und Discos finde das Coronavirus perfekte Bedingungen für eine schnelle Verbreitung, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) der Deutschen Presse-Agentur. Es ist eng, man schwitzt, schreit einander mit geringem Abstand ins Ohr – „das ist genau dieses Szenario, bei denen es in anderen Ländern bereits zu massenhaften Ansteckungen gekommen ist. Das sind die Viren-Hotspots – gerade für das Coronavirus.“

Dagegen seien Kindergärten und Schulen deutlich weniger risikobehaftet. Das sei „im Vergleich zu Bars und Diskotheken eine ganz andere Welt. Das muss man mal deutlich sagen. Bars und Discos sind ein Hochrisiko, wenn wir das mit Kindergärten vergleichen.“ Die Risiken würden zudem durch die Alkoholisierung der Gäste steigen, denn meist nehme in angetrunkenem Zustand die Bereitschaft ab, sich an die wichtigen Corona-Regeln zu halten. Außerdem mache die meist schlechte Belüftung der Räume es dem Virus noch leichter.

+++ 05:01 Uhr: US-Regierung zieht Verbot für Einreisen aus Brasilien vor +++
Die US-Regierung zieht die wegen der Corona-Pandemie getroffenen Einreisebeschränkungen für aus Brasilien kommende Menschen um zwei Tage vor. Die neue Regelung gelte nun ab Mittwoch, teilte das Weiße Haus am Montag mit. Zuvor hatte es geheißen, die Vorschrift solle ab Freitag gelten. Begründet wurde die Änderung nicht.

Demnach dürfen Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, nicht mehr in die USA kommen. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten. Die Regelung ist zeitlich nicht begrenzt.

+++ 05:01 Uhr: Bundesregierung will Reisewarnung für 31 Länder aufheben +++
Lässt es die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie zu, plant die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufzuheben.
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25.05.2020

+++ 16:59 Uhr: Frankreichs Premier will Gehaltserhöhung für Gesundheitspersonal +++
Frankreichs Premier Édouard Philippe hat Krankenhauspersonal spürbare Gehaltserhöhungen versprochen. Die Anerkennung im Land für die Arbeit in den Krankenhäusern sei immens und das werde sich auch in den Gehältern widerspiegeln, sagte Philippe am Montag zum Auftakt von Gesprächen über eine Reform des Gesundheitswesens. „Die Aufwertung wird erheblich sein“, so der Premier. Er betonte außerdem, dass die Covid-19-Pandemie gezeigt habe, dass man „nicht den Kurs, sondern das Tempo“ der Reform ändern müsse. Entscheidungen müssten nun bis Mitte Juli getroffen werden. Frankreichs Regierung hatte bereits vor der Pandemie eine Gesundheitsreform auf den Weg gebracht.

Nun dürfe auch die Frage nach der Arbeitszeit in den Krankenhäusern kein Tabu sein, sagte Philippe. Der Alltag des Gesundheitspersonals werde sich in den kommenden Monaten ändern. Außerdem müsse man schauen, welche Maßnahmen zur Karriereentwicklung ergriffen werden können. Es habe zwar während der Pandemie große Probleme gegeben, aber die Franzosen könnten stolz auf ihre staatlichen Krankenhäuser sein, sagte er. Philippe kündigte massive Investitionen an, die weit über die bisherigen Zusagen hinausgehen. Die Regierung hatte vergangenen Herbst etwa angekündigt, dass der Staat Schulden in Höhe von zehn Milliarden Euro übernimmt, damit die Krankenhäuser sich auf ihr Kerngeschäft anstatt auf die Rückzahlung von Krediten konzentrieren können.

+++ 16:51 Uhr: Ulmer Forscher starten neue Projekte im Kampf gegen Coronavirus +++
Das Institut für Molekulare Virologie der Ulmer Universitätsmedizin startet zwei neue Projekte zur Erforschung des Coronavirus. Unter anderem soll das Zusammenspiel verschiedener Coronaviren mit dem Immunsystem untersucht werden, wie die Universität Ulm am Montag mitteilte. Dadurch erhoffen sich die Forscher Ansatzpunkte für eine Immuntherapie zur Bekämpfung der Lungenkrankheit Covid-19. Das Projekt leitet Institutsdirektor Frank Kirchhoff, der zu den führenden Aids-Forschern zählt.

Außerdem beschäftigt sich ein weiteres Forscherteam mit der Übertragung des Virus. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mitteilung zufolge sogenannte Spike-Proteine, die aus der Oberfläche des Coronavirus herausragen und bei dessen Verbreitung eine Schlüsselrolle spielen. Die Forscher erhoffen sich bessere Einblicke und Ansatzpunkte für Therapien.

+++ 14:26 Uhr: Japan hebt Corona-Notstand vollständig auf +++
Japan bringt das Coronavirus nach eigenen Aussagen nach anderthalb Monaten unter Kontrolle – ohne lockdown. Der vergleichsweise locker gehandhabte Notstand im Land wird jetzt vorzeitig aufgehoben. Zuvor war das Land für sein moderates Vorgehen kritisiert worden.
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+++ 11:26 Uhr: Söder übt scharfe Kritik an beabsichtigten Lockerungen in Thüringen +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Ankündigung von weitreichenden allgemeinen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Thüringen als „fatales Signal“ bezeichnet. Er bitte die Verantwortlichen in dem Nachbarland darum, die Absicht zu überdenken, sagte Söder am Montag am Rande eines Besuches in einem Kindergarten in Nürnberg.

„Wir in Bayern waren besonders betroffen dadurch, dass wir an einer Grenzsituation zu Österreich waren. Wir haben jetzt die aktuelle Situation, dass wir beispielsweise im Raum Coburg eben von Sonneberg betroffen sind“, sagte Söder mit Blick auf den thüringischen Nachbarlandkreis. Er kündigte im Zweifel Gegenmaßnahmen an. „Wir werden uns da noch ein Konzept überlegen müssen, wie wir darauf reagieren“, sagte der Regierungschef aus München. „Ich möchte nicht, dass Bayern noch mal infiziert wird, durch eine unvorsichtige Politik, die in Thüringen gemacht wird.“

+++ 11:17 Uhr: Corona-Kabinett abgesagt – Bericht: Bundesregierung für mehr Vorsicht +++
Die für diesen Montag geplante Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts war nach Angaben aus Regierungskreisen vom Bundeskanzleramt bereits am Sonntagabend abgesagt worden. Die Bundesregierung setzt unterdessen laut einem Medienbericht auch nach dem Kurswechsel von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) weiter auf Kontaktbeschränkungen.

Darin schlage der Chef des Kanzleramts, Helge Braun (CDU) vor, auch nach dem 5. Juni weiterhin bundesweit in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern vorzuschreiben sowie die Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen beizubehalten. Auch bei privaten Zusammenkünften in geschlossenen Räumen seien die Hygieneregeln umzusetzen „sowie die Zahl der Personen generell auf höchstens 10 zu beschränken“.

Man habe die Situation so eingedämmt, dass eine Ausbreitung des Virus verhindert werden könne, hieß es. Nun können die Menschen wieder normal raus und Geschäfte wieder öffnen. Der Trend der täglichen Neuinfektionen zeigt seit einiger Zeit nach unten. Japan zählt rund 17 300 Infektionen und rund 850 Todesfälle. Kritiker hatten Abes Regierung vorgeworfen, viel weniger zu testen als andere Länder. Andere Experten halten jedoch dagegen, dass Japan viel weniger Tote und Betroffene mit schweren Symptomen aufweise.

+++ 09:20 Uhr: Keine neue Corona-Infektion in Schleswig-Holstein +++
In Schleswig-Holstein hat es nach Angaben der Landesregierung zuletzt binnen 24 Stunden keine offiziell gemeldete Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gegeben. Somit beträgt die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Krise nachgewiesenen Fälle mit Stand Sonntagabend weiterhin 3062, wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen blieb bei 137. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 32 werden noch in Krankenhäusern behandelt.

+++ 09:08 Uhr: Corona-Krise führt im März zu Tiefstand bei Verkehrstoten +++
Wegen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen im März auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung gesunken. Bei Unfällen kamen 158 Menschen ums Leben, im März 2019 waren es noch 234 Verkehrstote, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte. „Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden in einem Monat weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im März 2020“, hieß es. In der Regel sterben monatlich den Angaben einer Sprecherin zufolge mehr als 200 Verkehrsteilnehmer.

+++ 07:11 Uhr: BW: Giftnotruf hat wegen Desinfektionsmitteln mehr Anrufe +++
Die Mitarbeiter der landesweit tätigen Vergiftungs-Informations-Zentrale in Freiburg verzeichnen eine steigende Zahl von Notrufen und Anfragen. Mit der Corona-Krise hätten sich zudem die Themenschwerpunkte verändert, sagte die Leiterin der Einrichtung, Maren Hermanns-Clausen. Es gehe beim Giftnotruf nun häufiger als sonst um Desinfektionsmittel, Seifen, Geschirr- und Glasreiniger und ähnliche Substanzen. Am häufigsten seien Kinder betroffen. Haushaltsprodukte wie Reiniger oder Desinfektionsmittel würden von diesen getrunken oder gelangten in die Augen. Im April habe sich die Zahl der Notrufe wegen Desinfektionsmitteln verdoppelt.

+++ 05:51 Uhr: Corona-Krise: Japan erwägt Belohnung für medizinisches Personal +++
Als Dank für seinen unermüdlichen Kampf gegen das Coronavirus erwägt die japanische Regierung eine Belohnung für das medizinische Personal des Landes. Wie die japanische Tageszeitung „Tokyo Shimbun“ am Montag berichtete, prüfe das Gesundheitsministerium eine Belohnung für Ärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen von bis zu 200 000 Yen (1700 Euro) pro Person. Damit solle zugleich sichergestellt werden, dass die Krankenhäuser des Landes mit Blick auf eine mögliche zweite Infektionswelle auch weiterhin gewappnet bleiben, hieß es.

+++ 05:20 Uhr: Ärztepräsident: Abhängigkeit von Fernost bei Medikamenten reduzieren +++
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert als eine Lehre aus der Corona-Krise mehr europäische Eigenständigkeit bei der Herstellung von medizinischer Schutzausrüstung und Arzneimitteln.Deutschland und Europa müssen bei Schutzausrüstung und Medikamenten die Abhängig von Fernost deutlich reduzieren und eigene Produktionsstätten fördern“, sagte Reinhardt der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). Zudem forderte er, Krankenhäusern solle „das Vorhalten von Personal und Technik finanziert werden“. „Kliniken sind Einrichtungen der Daseinsfürsorge und keine Industriebetriebe, die sich ausschließlich an Rentabilitätszahlen ausrichten.“

Der Präsident der Bundesärztekammer sagte zugleich, das deutsche Gesundheitssystem sei „mit dieser Pandemie im internationalen Vergleich mit am besten fertig geworden“ – einen Komplettumbau halte er deshalb für unnötig und sogar schädlich. Reinhardt hält es für «sehr wahrscheinlich, dass wir eine zweite Welle der Corona-Pandemie erleben werden, weil wir keine ausreichende Immunität in der Bevölkerung haben». „Wir sollten jetzt diese Phase nutzen, um uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten.“

22.05.2020

+++ 17:29 Uhr: Erstmals zeigt an Menschen getesteter Corona-Impfstoff kleine Erfolge +++
Erstmals hat sich ein möglicher Impfstoff gegen das Coronavirus bei Tests an Menschen zumindest teilweise als wirkungsvoll gezeigt. Der Wirkstoff Ad5-nCoV habe sich im sogenannten Phase-1-Versuch als sicher und gut verträglich herausgestellt, hieß es in einer am Freitag im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie des Beijing Institute of Biotechnology. Vor allem aber habe er eine Immunabwehr-Reaktion auf das Virus Sars-CoV-2 im menschlichen Körper erzeugt. Weitere Versuche seien jedoch notwendig, um herauszufinden, ob diese Reaktion auch eine Infektion mit dem Virus verhindere.

+++ 17:21 Uhr: 98 Corona-Neuinfektionen in ganz NRW am Freitag – ein Toter +++
In ganz NRW wurden zum Freitag 98 neue Corona-Infektionen registriert. Damit stieg die landesweite Zahl auf 36 991 seit Beginn der Pandemie. Einen weiteren Toten mit Corona-Infektion verzeichnete das NRW-Gesundheitsministerium. Die Zahl stieg damit auf 1546. Hinzu kamen 131 neue Genesene. Den offiziellen Zahlen zufolge haben 31 750 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus überstanden. Rein rechnerisch waren 3695 Menschen am Freitag akut infiziert – 34 weniger als am Donnerstag. Diese Zahl verringerte sich derzeit täglich.

+++ 10:36 Uhr: Mehr als 177 200 Corona-Nachweise in Deutschland – Über 8100 Tote +++
Am Mittwochabend waren es noch mehr als 176 400 Fälle gewesen. Am Donnerstagvormittag lagen keine aktualisierten Daten der Bundesländer vor.
Mindestens 8173 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Mittwochabend 20.00 Uhr: 8117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5. 0.00 Uhr).

+++ 08:59 Uhr: 18 neue Corona-Kranke in Schleswig-Holstein – Insgesamt 3039 Fälle +++
In Schleswig-Holstein ist die Zahl der offiziell gemeldeten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nach Angaben der Landesregierung zuletzt binnen 24 Stunden um 18 Fälle gestiegen.
Somit beträgt die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Krise nachgewiesenen Fälle mit Stand Donnerstagabend 3039, wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte. Die Zahl der Gestorbenen blieb bei 134. Rund 2800 Infizierte gelten inzwischen wieder als gesund. 29 werden noch in Krankenhäusern behandelt.

+++ 06:00 Uhr: Frauenärzte: Schwangerschaft während Corona-Pandemie unproblematisch +++
Der Berufsverband der Frauenärzte in Baden-Württemberg sieht keinen Grund dazu, von Schwangerschaften während der Corona-Pandemie abzuraten. Noch wisse man wenig über die Auswirkungen des Virus während der Schwangerschaft – bisher gebe es aber keine beunruhigenden Hinweise, sagte der Vorsitzende des Verbands, Markus Haist, der Deutschen Presse-Agentur. Er könne deshalb auch nicht von einer Schwangerschaft abraten.

20.05.2020

+++ 11:43 Uhr: Dänisches Gesundheitsinstitut warnt vor Risiken von Grenzöffnung +++
Dänemarks nationale Gesundheitsexperten haben vor dem Risiko neuer Corona-Infektionen im Falle einer Öffnung der dänischen Grenzen gewarnt. Ein solcher Schritt könne mit sich führen, dass Erkrankte ins Land einreisten und dadurch neue Infektionsketten entstehen könnten, schrieb das staatliche Gesundheitsinstitut SSI nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau am Mittwoch in einem neuen Bericht. Dies könne sich auf die Infektionszahlen in Dänemark auswirken. Zudem kämen dadurch mehr Menschen in Urlaubsgebiete, was das Risiko einer Ausbreitung bereits bestehender Fälle steigere.

+++ 10:44 Uhr: Russland überschreitet 300 000er-Marke bei Corona-Infektionen +++
Russland hat bei der Zahl der registrierten Corona-Infizierten die Marke von 300 000 überschritten. Am Mittwoch kamen innerhalb eines Tages mehr als 8700 neue Fälle hinzu, wie die Behörden in Moskau mitteilten. Das sei der niedrigste Wert seit Anfang Mai. 2972 Menschen starben demnach mit dem Virus. Mit 135 Todesfällen pro Tag habe es nun einen neuen Höchststand gegeben.

+++ 05:30 Uhr: Altmaier will Übernahmen deutscher Gesundheitsfirmen erschweren +++
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will vor dem Hintergrund der Corona-Krise Übernahmen deutscher Firmen im Gesundheitssektor erschweren. Dabei geht es um Unternehmen, die Impfstoffe, Arzneimittel oder Corona-Schutzausrüstung entwickeln oder herstellen. Um bei geplanten Erwerben durch Investoren außerhalb der EU genauer hinschauen zu können, soll die Außenwirtschaftsverordnung verschärft werden. Das Kabinett soll am Mittwoch dem Entwurf zustimmen, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

+++ 05:01 Uhr: Bayern hat Hunderte Beatmungsgeräte für Covid-19-Patienten besorgt +++
Zur Behandlung von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 sind die Krankenhäuser im Freistaat mittlerweile deutlich besser mit Beatmungsgeräten ausgestattet als vor der Coronavirus-Pandemie. Das Gesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben vom Mittwoch bislang 1825 Beatmungsgeräte aus dem In- und Ausland beschafft. Zudem besorgten Krankenhäuser 1100 Geräte.Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 62,4 Millionen Euro“, hieß es in einer Mitteilung. Ministerin Melanie Huml (CSU) erklärte: „Schwere Erkrankungsfälle unter den Covid-19-Patienten können häufig nur mit künstlicher Luftzufuhr gerettet werden.“

+++ 04:40 Uhr: FDP-Chef Lindner fordert „mutige Stufenpläne“ für Schulen und Kitas +++
FDP-Chef Christian Lindner hat mehr Tempo bei der Öffnung von Schulen und Kitas gefordert. «Wenn vier medizinische Fachgesellschaften dazu aufrufen, Kitas und Schulen vollständig zu öffnen, muss die Politik so schnell wie möglich reagieren», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Mehrere Medizinerverbände, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, hatten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme für eine umgehende Komplettöffnung von Kindergärten und Schulen ausgesprochen. „Nach Ansicht der Fachverbände sind Kinder keine starken Treiber der Pandemie. Daraus müssen wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehen“, sagte Lindner.

+++ 03:30 Uhr: Studie untersucht psychische Folgen der Corona-Pandemie +++
In der Corona-Pandemie leiden viele Menschen unter sozialer Isolation. Wie sehr und mit welchen psychischen Folgen – das nimmt nun eine internationale Studie von Wissenschaftlern der Klinischen Psychologie und Psychotherapie an der Universität des Saarlandes in den Blick. Vor allem solle geschaut werden, wie sich die auferlegten Kontaktbeschränkungen auf die physische Gesundheit auswirkten und welche Rolle die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie spiele, sagte die Leiterin des Lehrstuhls, Tanja Michael, in Saarbrücken.

Die Ergebnisse könnte dazu beitragen, angemessene Hilfen – auch präventiv – zur Verfügung zu stellen. Erste Studien zeigten bereits, dass ein beträchtlicher Anteil der Bevölkerung durch die Covid-19-Pandemie psychisch belastet sei. „Aktuell liegen vor allem Befunde aus Asien vor», sagte Professorin Michael, die das Projekt leitet. Auch erste Ergebnisse aus Europa deuteten auf Belastungen hin. Betroffene berichteten unter anderem von Depressionen, Ängsten, Wut, Stress und gestörtem Schlaf. Anders als bisherige Forschungsprojekte solle die aktuelle Studie einen Fokus auf den internationalen Vergleich legen, betonte Michael. Daher werde die Online-Befragung auch von Forschergruppen in den Niederlanden, in Israel und in Australien gemacht. So wolle man herausfinden, ob die psychische Belastung und auch die relevanten Schutzfaktoren international vergleichbar seien.

+++ 01:05 Uhr: Weltärztebund-Chef Montgomery für Impfpflicht gegen Corona +++
Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. „Ich war für die Impflicht bei Masern. Ich bin auch hier für eine Impfpflicht“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Die Bundesregierung hatte am Montag erneut betont, dass sie eine künftige Corona-Schutzimpfung nicht zur Pflicht machen will: „Es wird keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

19.05.2020

+++ 17:15 Uhr: Trump attackiert WHO – Länder für fairen Zugang zu Corona-Impfstoff +++
Ungeachtet neuer Angriffe von US-Präsident Donald Trump gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben die 194 Mitgliedsländer der WHO ihr Vertrauen ausgesprochen. Mit einer Entschließung verlangten sie zum Abschluss ihrer Jahrestagung am Dienstag einen «weltweiten, zeitnahen und gerechten Zugang und ebensolche Verteilung» von Impfstoffen und Medikamenten gegen die Krankheit Covid-19, die durch das neue Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Ärmere Länder haben Sorge, dass die reichen Länder zunächst nur ihre eigene Bevölkerung bedienen.

+++ 14:38 Uhr: Bundesweite Corona-Studie: Tests beginnen später als geplant +++
Die Tests für eine vom Robert Koch-Institut (RKI) angekündigte bundesweit repräsentative Antikörper-Studie zur Verbreitung des Coronavirus starten Monate später als ursprünglich mitgeteilt. Mit den Tests von rund 30 000 Personen aus rund 14 000 Haushalten solle im September begonnen werden, sagte der Leiter der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am RKI, Thomas Lampert, am Dienstag in Kupferzell. Mit Ergebnissen sei im Oktober oder November zu rechnen. Im April hatte das RKI mitgeteilt, dass die Studie im Mai starten solle.

+++ 13:36 Uhr: Bayern senkt Grenzwert für Corona-Hotspots auf 35 Neuinfektionen +++
Bayern verschärft seinen Grenzwert im Frühwarnsystem für die Corona-Neuinfektionen. Das Landeskabinett setzte den Grenzwert auf 35 Neuinfektionen pro 1000 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in einer Stadt oder einem Landkreis herab, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München mitteilte. Das Frühwarnsystem sei ein «probates Mittel», um lokale Ausbruchsgeschehen schnell zu erkennen. Bund und Länder hatten sich auf den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner geeinigt. Auch das Land Berlin hält dies für zu viel und hat ein eigenes Warnsystem entwickelt, das bereits bei 30 auf Rot schaltet.

+++ 11:39 Uhr: DRK ruft zum Blutspenden auf – viele Termine wegen Corona abgesagt +++
Der Bedarf an Blutkonserven ist laut DRK nach einem Tief zu Beginn der Corona-Krise wieder stark angestiegen. Doch weil weiterhin viele geplante Blutspendetermine abgesagt werden, drohen die Vorräte knapp zu werden, warnte der Blutspendedienst West am Dienstag. „Corona hat alles komplett durcheinandergewirbelt“, sagte Sprecher Stephan David Küpper. Der Bedarf an Blutpräparaten sei nach einem Rückgang sprunghaft wieder gewachsen, weil nach dem coronabedingten Verzicht auf viele Eingriffe inzwischen wieder mehr operiert werde. „Die Kliniken fahren Volllast, aber wir können die Termine nicht zurückholen“, erklärte er die aktuelle Sorge des Blutspendewesens.

+++ 11:00 Uhr: Elf Prozent aller Corona-Fälle in Gesundheitsberufen +++
Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge überdurchschnittlich häufig von einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus betroffen. Die Kliniken fordern unterdessen regelmäßige generelle Tests für ihre Mitarbeiter.
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+++ 10:48 Uhr: Mehr als 175 100 Corona-Nachweise in Deutschland – Über 7900 Tote +++
Bundesweit sind bis Dienstagvormittag über 175 100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 174 700 Infektionen). Mindestens 7976 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7934). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 05:59 Uhr: US-Präsident Trump nimmt Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe +++
US-Präsident Donald Trump nimmt nach eigenen Angaben ein Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe. Er nehme seit etwa eineinhalb Wochen Hydroxychloroquin ein, sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Er habe „sehr gute Dinge“ über das seit Langem zugelassene Malaria-Präparat gehört, sagte Trump. Das Weiße Haus veröffentlichte am Abend ein Schreiben von Trumps Leibarzt Sean Conley, wonach Trump und er nach zahlreichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen seien, dass mögliche Vorteile einer Behandlung mit Hydroxychloroquin die damit verbundenen Risiken überwiegen. Es gibt bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Belege für eine Wirksamkeit des Medikaments im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

+++ 04:22 Uhr: São Paulo schafft „Mega-Feiertag“ als Anti-Corona-Maßnahme +++
Wegen der Covid-19-Pandemie hat die Stadt São Paulo mehrere Feiertage aus anderen Monaten auf diese Woche vorgezogen. Dies entschied der Stadtrat in einer außerordentlichen Sitzung am Montag. Damit schuf eine der größten Städte in Lateinamerika, die auch eine der vom Coronavirus am meisten betroffenen Städte ist, einen „Mega-Feiertag“ von diesem Mittwoch an bis Montag.

Erfahrungsgemäß gelingt es an Wochenenden und Feiertagen mehr Bewohnern, sich an die Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu halten. São Paulo, der mit mehr als 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens, meldete – wie etwa auch Mexiko – zuletzt mehr Corona-Tote als China.

+++ 01:00 Uhr: Medizinische Fachverbände: Kitas und Grundschulen vollständig öffnen +++
Vier medizinische Fachgesellschaften haben dazu aufgerufen, Kindergärten und Schulen trotz der Corona-Pandemie umgehend und vollständig zu öffnen. In einem gemeinsamen Papier, über das die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) berichtet, heißt es: „Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren sprechen die aktuellen Daten sowohl für eine geringere Infektions- als auch für eine deutlich geringere Ansteckungsrate.“ Im Gegensatz dazu seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend.

Im ganzen Land waren Schulen und Kitas wegen der Corona-Pandemie wochenlang geschlossen, ehe der Unterricht und die Betreuung unter Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln schrittweise wieder anlief.

In ihrer Stellungnahme schreiben die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, „Kitas, Kindergärten und Grundschulen sollen möglichst zeitnah wiedereröffnet werden“, und zwar „uneingeschränkt“. Es müssten keine kleinen Gruppen gebildet werden. Auch müssten die Kinder weder Abstand wahren noch Masken tragen.

„Entscheidender als die individuelle Gruppengröße ist die Frage der nachhaltigen Konstanz der jeweiligen Gruppe und Vermeidung von Durchmischungen“, heißt es in dem Papier. Soll heißen: Es könnte durchaus eine komplette Klasse unterrichtet werden, solange man etwa in den Pausen darauf achte, dass sich die Schüler nicht mit denen anderer Klassen träfen.

18.05.2020

+++ 17:08 Uhr: MV: Erster Tag seit Monaten ohne Corona-Infektion +++
Erstmals seit dem 14. März hat es in Mecklenburg-Vorpommern einen Tag ohne nachgewiesene Corona-Neuinfektion gegeben. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montag mitteilte, blieb die Zahl der registrierten Corona-Fälle bei 751, auch die Zahl der Corona-Toten lag unverändert bei 20. Mecklenburg-Vorpommern weist 46 Infektionen pro 100 000 Einwohner auf – der deutschlandweit mit Abstand niedrigste Wert. Landesweit waren erstmals am 3. März Infektionsfälle im Landkreis Vorpommern-Greifswald nachgewiesen worden.

+++ 15:30 Uhr: Corona in NRW: nur 79 Neuinfektionen landesweit +++
Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sind innerhalb eines Tages nur 79 Neuinfektionen registriert worden. Das war die geringste Zahl seit dem Höhepunkt der Pandemie. Insgesamt steigerte sich die Zahl der bestätigten Infektionen den Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums zufolge damit leicht auf 36 347 Fälle am Montag. Seit Sonntag starben sieben Menschen, die Corona-positiv getestet worden waren.

+++ 11:31 Uhr: Wenige oder gar keine Corona-Neuinfektionen in den meisten Kreisen +++
Ein Großteil der Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland hat binnen einer Woche nur sehr wenige oder gar keine Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag hervor.
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+++ 11:22 Uhr: Russische Behörden: Ausbreitung des Coronavirus leicht verlangsamt +++
In Russland hat sich die bislang rasante Ausbreitung des Coronavirus nach offiziellen Angaben leicht verlangsamt. Zum ersten Mal seit Monatsbeginn gebe es weniger als 9000 neue Corona-Infektionen an einem Tag, teilten die Behörden am Montag in Moskau mit. Insgesamt haben sich demnach rund 290 700 Menschen in Russland angesteckt, 2722 sind bislang nach offizieller Darstellung gestorben. Die Lage habe sich in den vergangenen Tagen im ganzen Land stabilisiert, hatte Russlands oberste Amtsärztin, Anna Popowa, im Staatsfernsehen bereits am Wochenende erklärt.

Zuletzt gab es Berichte ausländischer Medien, dass die offiziellen Zahlen geschönt seien und viele Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus nicht in der Statistik auftauchten. Russlands Staatsführung dementierte das vehement und geht nun gegen solche Berichte vor.

+++ 10:49 Uhr: Merkel und Macron stellen Initiative für Corona-Wiederaufbau vor +++
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Wie Diplomaten berichteten, sprechen Berlin und Paris auf Spitzenebene schon länger über den geplanten europäischen Fonds zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise. Nach französischer Vorstellung soll ein europäischer Wiederaufbaufonds einen Umfang von mindestens einer Billion Euro haben. Ein Teil der Mittel solle als Zuschüsse an die EU-Staaten gehen, der Rest als Kredit, hatte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire gesagt. Die EU-Kommission werde ihren Vorschlag noch in diesem Monat vorlegen, hieß es.

Wie das Präsidialamt in Paris weiter mitteilte, wird die neue deutsch-französische Initiative die Bereiche Gesundheit, Wirtschaft, Umweltschutz, Internet und Industriepolitik umfassen.

+++ 09:30 Uhr: Corona-Kabinett verschiebt Beratungen über Lage in Schlachthöfen +++
Das Corona-Kabinett der Bundesregierung hat die Beratungen über Konsequenzen aus den Coronavirus-Ausbrüchen in deutschen Schlachtbetrieben auf diesen Mittwoch verschoben. Es gebe noch Beratungsbedarf, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. Im Brennpunkt der Diskussion steht der Umgang mit saisonalen Arbeitskräften aus dem Ausland, nachdem die Fleischindustrie wegen prekärer Arbeits- und Unterkunftsbedingungen seit vielen Jahren in der Kritik steht.

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat härtere Auflagen gefordert. Eigentlich wollte er in der Sitzung am heutigen Montag Vorschläge vorlegen, um das Arbeitsschutzgesetz zu ändern.

+++ 09:01 Uhr: Brüsseler Corona-Wiederaufbauplan nimmt Gestalt an +++
Der Plan der EU-Kommission zur wirtschaftlichen Erholung nach der Corona-Krise nimmt langsam Gestalt an. Informierte Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel einen Bericht der „Financial Times“ vom Montag über Größenordnung und Verwendung des geplanten Programms.

Dieses soll demnach „erheblich größer“ sein als die 320 Milliarden Euro, die kürzlich in einem internen Papier genannt worden waren. Darüber hinaus sei nun das Ziel, den größeren Teil des Geldes als Zuwendungen zu vergeben – und nicht als rückzahlbare Kredite. Diese Eckpunkte hätten sich nach vielen Gesprächen mit den EU-Staaten, dem Europaparlament und innerhalb der Kommission ergeben, hieß es.

+++ 09:01 Uhr: Außenminister Maas: Urlaub wird nicht so sein wie gewohnt +++
Vor der Beratung mit Kollegen aus beliebten Urlaubsländern dämpft Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Erwartungen. „Der Urlaub wird dieses Jahr nicht so sein, wie der, den man aus der Vergangenheit kennt“, sagte Maas am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Corona-Pandemie sei noch nicht überwunden und man müsse Sicherheitsvorkehrungen schaffen für den Fall, dass die Infektionszahlen wieder steigen. Er hoffe aber sehr, dass der Sommerurlaub im europäischen Ausland möglich sein werde und sich dann auch „wie Urlaub anfühlt“.

Maas will am Mittag mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie nach und nach gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen.

+++ 05:33 Uhr: Brasilien vermeldet mehr als 16 000 Corona-Tote +++
Zwei Monate nach dem ersten registrierten Todesfall sind in Brasilien mehr als 16 000 Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Sonntag hervor. Demnach starben in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 16 118 Menschen an der Lungenkrankheit. 241 080 Infizierte wurden inzwischen verzeichnet.

Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das Land mit kontinentalen Ausmaßen damit bei der Zahl der Todesopfer weiter auf Platz sechs, bei der Zahl der Infizierten auf Platz vier der am schwersten betroffenen Länder vor Italien und Spanien. Auch in anderen Ländern Lateinamerikas steigen die Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus und auch die Zahlen der Todesopfer deutlich.

Wie der brasilianische Bundesstaat São Paulo (4688) hat inzwischen auch Mexiko (mehr als 5000) bei der Zahl der offiziell gemeldeten Corona-Toten China überholt. Besonders viele Infektionen in Amerika verzeichnete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch für drei andere amerikanische Länder: Demnach wurden in Peru und Chile in der vergangenen Woche zwischen 10 000 und 100 000 neue Infektionen gemeldet, in den USA sogar mehr als 100 000.

+++ 03:30 Uhr: Seehofer und Söder besuchen deutsch-österreichische Grenze +++
Mitten in der aktuellen Debatte über Sinn und Zweck der Corona-Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich will sich Bundesinnenminister Horst Seehofer am Übergang in Freilassing ein Bild über die aktuelle Situation machen. Begleitet wird er am Montag (14.30 Uhr) von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Landesinnenminister Joachim Herrmann (alle CSU). Gerade im direkten Grenzgebiet hatten die seit Wochen geltenden Kontrollen zur Pandemie-Bekämpfung die Menschen sehr verärgert. Berufspendler und Unternehmer müssen mit starken Behinderungen und Wartezeiten rechnen, auch wenn zuletzt wieder mehr Grenzübergänge geöffnet wurden.

Wegen der Corona-Pandemie gibt es offiziell noch bis Mitte Juni Kontrollen an der Grenze zu Österreich, diese sollten aber seit dem Wochenende nur noch stichprobenartig durchgeführt werden. Seehofer hatte in den vergangenen Tagen jedoch erklärt, dass auch eine Rücknahme von Lockerungen an den Grenzen nicht auszuschließen sei, sollten die Corona-Infektionen stark steigen.

15.05.2020

+++ 11:46 Uhr: Maas: Corona-Krise hat „dramatische Folgen“ für Menschenrechte +++
Außenminister Heiko Maas hat drastische Einschränkungen der Menschenrechte unter dem Deckmantel der Corona-Krise beklagt. „Wir sehen auch mit großer Sorge, wie die Krise das Autoritäre befördert“, sagte der SPD-Politiker am Freitag im Bundestag. Das habe vielfach „dramatische Folgen“. Als Beispiele nannte er zunehmende Repressalien gegen Journalisten in Russland, Venezuela, im Iran, in der Türkei und in China. „Auch mitten in Europa erleben wir, wie Notstandsmaßnahmen benutzt werden, um den Rechtsstaat zu beschneiden.“

+++ 10:43 Uhr: Mehr als 172 900 Corona-Nachweise in Deutschland – Über 7700 Tote +++
In Deutschland sind bis Freitagvormittag über 172 900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 172 000 Infektionen). Mindestens 7791 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7712). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 08:14 Uhr: Pandemie könnte zu zig Millionen verschobenen Operationen führen +++
Hochrechnungen von Wissenschaftlern zufolge könnten infolge der Coronavirus-Pandemie weltweit geschätzt rund 30 Millionen geplante Operationen verschoben oder abgesagt werden. Das geht aus einer Analyse der Universität Birmingham hervor.
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+++ 04:03 Uhr: Quarantäne-Regeln für Einreise nach Deutschland werden gelockert +++
Die wegen der Coronavirus-Gefahr verhängten Quarantäne-Vorschriften für Rückkehrer und Einreisende aus EU- und Schengen-Staaten nach Deutschland sollen bereits in den nächsten Tagen aufgehoben werden. Wer aus EU- und Schengen-assoziierten Staaten sowie aus Großbritannien einreist, soll von der Pflicht ausgenommen werden, sich zunächst für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben. Darauf hätten sich die Länder mit dem Bund verständigt, teilte die nordrhein-westfälische Landesregierung am Donnerstagabend mit. Die Umsetzung der Regelung in den Ländern solle in den nächsten Tagen erfolgen. In Nordrhein-Westfalen gilt sie bereits seit Freitag 00.00 Uhr.

+++ 04:01 Uhr: RKI: Bisher 3,1 Millionen Corona-Tests – noch freie Kapazitäten +++
In Deutschland sind bisher insgesamt mehr als 3,1 Millionen Coronavirus-Tests durchgeführt worden. Davon sind rund 197 100 positiv ausgefallen, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht. Die darin veröffentlichten Statistiken zeigen auch, dass die Kapazitäten zuletzt bei weitem nicht ausgeschöpft wurden. Nach den Zahlen aus der vergangenen Woche (4.-10. Mai) beispielsweise wurden nach zusammengezählten Daten von 173 Labors rund 382 000 Tests durchgeführt. Die angegebenen Testkapazitäten lagen um ein Mehrfaches höher.

14.05.2020

+++ 15:52 Uhr: Coronavirus befällt auch Nieren und andere Organe +++
Das neue Coronavirus befällt laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) neben der Lunge auch zahlreiche andere Organe. „Sars-CoV-2, das neuartige Coronavirus, ist nicht nur ein Lungenvirus, sondern ein Multiorganvirus“, sagte der Leiter der Studie, Tobias Huber, am Donnerstag in Hamburg. Das hätten Untersuchungen von 27 an Covid-19 gestorbenen Patienten gezeigt. In einer weiteren Studie sollen am UKE Häufigkeit und Schwere von Infektionen bei Kindern untersucht werden.

Das bei Erkrankten nach der Lunge am zweithäufigsten betroffene Organ seien die Nieren, „nicht selten bis hin zum totalen Organausfall“, sagte Huber, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik am UKE. Außerdem habe man den Erreger in Herz, Leber, Gehirn und Blut der Patienten nachweisen können. Die höchsten Konzentrationen hätten sich aber in den Zellen der Atemwege gefunden.

+++ 15:41 Uhr: Coronavirus in Pflegeheimen: Kritik an britischer Regierung wächst +++
Der Druck auf die Regierung in London wegen ihres Umgangs mit der Coronavirus-Pandemie wächst weiter. Immer mehr in den Fokus rückt dabei die Situation in Pflegeheimen, wo knapp ein Viertel der bislang etwa 40 000 auf Covid-19 zurückgeführten Todesfälle registriert wurden.

Kritisiert wird vor allem, dass bis Mitte April Patienten aus Krankenhäusern in Pflegeheime verlegt wurden, ohne vorher standardmäßig auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Es sei offensichtlich, dass jeder hätte getestet werden müssen, sagte Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt von der konservativen Regierungspartei der BBC am Donnerstag. Am Mittwoch hatte bereits Oppositionschef Keir Starmer von der Labour-Partei Premierminister Boris Johnson aufgefordert, Fehler einzugestehen.

+++ 15:15 Uhr: Söder: Vorsichtigen Weg fortsetzen und öffentliche Kliniken stärken +++
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht als Konsequenz aus der Corona-Krise die Notwenigkeit, mehr Geld für das Gesundheitssystem auszugeben. Es müsse untersucht werden, wo auch bei der Verteilung der Mittel etwas verbessert werden könne, sagte Söder am Donnerstag in der München Klinik Schwabing bei der Vorstellung einer neuen Intensivstation für Covid-19-Patienten.

„Die Bezahlung der Pflegekräfte ist sicher das eine, was dringend angegangen werden muss.» Ebenso stelle sich die Frage, welche Betten wie finanziert werden sollten, und wie die Finanzierungsverteilung auf Bundesebene sei. „Wir müssen generell bereit sein, mehr Geld auszugeben für Gesundheit“, betonte Söder. Er setzte sich zugleich dafür ein, „die öffentlichen Häuser zu stärken“. Diese behandelten rund um die Uhr, wenn andere Kliniken geschlossen seien.

+++ 11:52 Uhr: WHO Europa mahnt zu Wachsamkeit im Kampf gegen Corona +++
Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Europäer zu weiterer Wachsamkeit im Kampf gegen die Corona-Krise aufgerufen. Es gebe keinen Raum für Selbstgefälligkeit, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag in Kopenhagen.

Die Regierungen und Behörden müssten ein offenes Ohr für ihre Bevölkerungen behalten, die Bürger weiter verantwortungsvoll handeln und sich an die Maßnahmen halten. „Jeder von uns prägt die Geschichte dieser Pandemie“, sagte Kluge. Jeder einzelne habe Anteil daran, Covid-19 in Schach zu halten. „Es liegt jetzt an uns.“

+++ 11:49 Uhr: Bulgarien erklärt „epidemische Ausnahmesituation“ +++
In Bulgarien gilt wegen des neuartigen Coronavirus nun bis zum 14. Juni eine „epidemische Ausnahmesituation“. Die neue Regelung löste am Donnerstag den vor zwei Monaten verhängten Ausnahmezustand ab. „Der Ausnahmezustand wird aufgehoben, alle Maßnahmen gelten aber weiter“, sagte Gesundheitsminister Kiril Ananiew. Einkaufszentren, Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen.

Zuvor hatte es verschiedene Lockerungen gegeben. Seit 6. Mai dürfen Freiluftlokale sowie Terrassen von Restaurants und Cafés wieder öffnen. Sport im Freien ist seit zehn Tagen wieder erlaubt. Auch Besuche von Parkanlagen, Museen, Galerien, Bibliotheken sowie Kinos sind wieder gestattet. Am Donnerstag öffnete der Zoo der Hauptstadt Sofia. Bis Donnerstag wurden im ärmsten Land der EU 2100 Coronavirus-Fälle registriert. 100 Menschen starben daran.

+++ 11:44 Uhr: Südkorea sieht Kampf gegen Virusausbreitung an kritischem Punkt +++
Nach einer Häufung von Corona-Infektionen unter Clubgängern in Seoul sehen die südkoreanischen Gesundheitsbehörden den Kampf gegen eine neue Ansteckungswelle an einem kritischen Punkt. Behördenvertreter warnten am Donnerstag erneut vor dem Risiko, dass die Situation außer Kontrolle geraten und zu einem ähnlichen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen wie im Februar führen könnte. „Es ist für uns jetzt ein sehr kritischer Moment“, sagte Kwon Joon Wook von der Zentrale für das Katastrophen-Management.

Die Zahl der Infektionsfälle, die in Verbindung mit Besuchern in Nachtclubs und Bars im beliebten Seouler Vergnügungsviertel Itaewon stehen, stieg den Angaben zufolge auf 136. Insgesamt seien am Mittwoch 29 Neuansteckungen im ganzen Land erfasst worden. Davon stünden 20 mit dem Nachtleben in Itaewon im Zusammenhang. Es handele sich um Clubgäste und Kontaktpersonen. In der Millionenmetropole wurden zunächst mehrere Infektionen auf einen infizierten Mann zurückgeführt, der in der Nacht zum 2. Mai fünf Clubs in Itaewon besucht hatte.

+++ 11:37 Uhr: Ansatzpunkte für Corona-Medikamente von Frankfurter Forschern +++
Frankfurter Forscher haben mögliche Ansatzpunkte für Medikamente gegen Covid-19 identifiziert. Basis waren Abstriche zweier infizierter Rückkehrer aus Wuhan, die im Februar am Frankfurter Flughafen gelandet waren.
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+++ 05:39 Uhr: WHO: Coronavirus verschwindet vielleicht nie wieder +++
Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist skeptisch, dass das neue Coronavirus nach der rasanten Ausbreitung rund um den Globus noch eliminiert werden kann. „Dieses Virus kann in der Bevölkerung heimisch werden, es kann sein, dass es nie mehr verschwindet“, sagte Michael Ryan am Mittwochabend in Genf.

Auch HIV, das Virus, das die Immunschwächekrankheit Aids auslöst, sei nie wieder verschwunden. Im Fall von HIV sei es der Welt gelungen, Medikamente und Präventionsmaßnahmen zu schaffen, so dass das Virus seinen Schrecken verloren habe. „Ich will die Krankheiten nicht vergleichen, aber wir müssen realistisch sein“, sagte Ryan.

+++ 05:01 Uhr: Spahn hält an Immunitätsausweis fest – Verständnis für Corona-Demos +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält in der Corona-Krise grundsätzlich an Plänen zur Einführung eines Immunitätsausweises fest. Man werde sich verstärkt mit der Frage beschäftigen müssen, „welche Einschränkungen wann für wen zulässig sind“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Andere Staaten planen bereits, die Einreise künftig von einem derartigen Immunitätsnachweis abhängig zu machen“, betonte Spahn. „Denn die Lösung kann ja nicht sein, dass unsere Bürgerinnen und Bürger nicht mehr in Länder reisen können, die solche Regelungen planen.“

Spahn hatte Anfang Mai erklärt, dass es vorerst keine Regelungen dazu geben soll, inwiefern solche Immunitätsnachweise Ausnahmen von Alltags-Beschränkungen wie in der Corona-Krise ermöglichen könnten. Spahn hat den Deutschen Ethikrat um eine Stellungnahme dazu gebeten. Neben der Opposition hatte sich auch SPD-Chefin Saskia Esken skeptisch über Pläne für Immunitätsnachweise geäußert.

Spahn rief zugleich die Sicherheitsbehörden zu Nachsicht auf, wenn bei friedlichen Demonstrationen gegen Corona-Einschränkungen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. „Für alle größeren Menschenansammlungen gilt: Wer Abstandsregeln nicht einhält, gefährdet sich und andere, denn gerade dort breitet sich das Virus verstärkt aus. Sollte man deshalb eine friedliche Demonstration auflösen? Ich habe große Zweifel, ob das verhältnismäßig wäre“, sagte Spahn dem RND. Schließlich werde dort ein Grundrecht ausgeübt. „Langfristig halten wir das Virus nicht mit Zwang in Schach“, fügte er hinzu.

+++ 05:00 Uhr: Thüringen: Giftnotruf: Mehr Fälle wegen Desinfektionsmitteln +++
In der Coronazeit wenden sich mehr besorgte Eltern an das Giftinformationszentrum in Erfurt, deren Kinder Desinfektionsmittel getrunken haben. Das für die Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zuständige Zentrum verzeichnet einen Anstieg solcher Fälle, wie die kommissarische Leiterin Dagmar Prasa der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Im März und April gingen 51 Anrufe wegen versehentlich getrunkener Desinfektionsmittel ein und damit rund 20 mehr als in den beiden Vorjahresmonaten. Ein Grund dafür sei, dass während der Corona-Pandemie mehr Menschen Desinfektionsmittel nutzten und sie daher auch häufiger im Haushalt vorhanden seien.

+++ 04:28 Uhr: US-Studie: Bis zu 27 Millionen könnten Krankenversicherung verlieren +++
Wegen des enormen Anstiegs der Arbeitslosigkeit in den USA könnten einer Studie zufolge fast 27 Millionen Menschen mitten in der Corona-Pandemie ihre Krankenversicherung verlieren. Der Grund dafür ist, dass die meisten Menschen dort über den Arbeitgeber krankenversichert sind, wie eine Studie der Kaiser Family Foundation erklärt. US-Präsident Donald Trump machte unterdessen erneut Druck auf die Bundesstaaten, ihre Corona-Beschränkungen möglichst bald aufzuheben, damit sich die Wirtschaft erholen kann.

13.05.2020

+++ 17:13 Uhr: Virologe Streeck wehrt sich gegen Vorwürfe der Vermarktung +++
Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich entschieden gegen Vorwürfe gewehrt, er habe seine Studie zum Corona-Infektionsgeschehen im Kreis Heinsberg vermarkten lassen. „Das war keine Vermarktung“, sagte Streeck am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags. „Ich bin persönlich ganz schön davon getroffen, dass man das so darstellt.» Er habe „in Rekordzeit“ eine Studie erstellt – und dann sei es gar nicht mehr um die Studie gegangen, sondern ihm sei unterstellt worden, es sei ihm um die Frage von Lockerungen der Corona-Beschränkungen gegangen.

Streeck sagte, er sei in einer Situation gewesen, in der „unheimlich viele Menschen“ an der Ausbreitung des Coronavirus interessiert gewesen seien. Er habe nicht mehr gewusst, wie er mit den ganzen Mails habe umgehen sollen und sei deshalb dankbar gewesen, dass ihm jemand „über die Schulter geschaut“ habe. Heute wisse er: „Es ist doof gelaufen.“ Er habe auch „schlaflose Nächte“ gehabt. Die Öffentlichkeitsarbeit für die Heinsberg-Studie durch die Berliner Agentur Storymachine hatte für Kritik gesorgt. Die Studie war im Auftrag der NRW-Landesregierung entstanden.

+++ 17:10 Uhr: Klinikum Nürnberg kritisiert hohe Zahl vorzuhaltender Corona-Betten +++
Das Klinikum Nürnberg kritisiert, dass die Krankenhäuser trotz der Rückkehr zum Normalbetrieb weiterhin viele Betten für Covid-19-Patienten vorhalten müssen. Dabei wisse das Klinikum wegen des engen Austausches mit Gesundheitsamt und Katastrophenschutz über das Infektionsgeschehen in der Region immer Bescheid und könne deshalb die Kapazitäten rechtzeitig zur Verfügung stellen, teilte der Vorstandsvorsitzende Achim Jockwig am Mittwoch mit. Nach einer Allgemeinverfügung der Landesregierung müssen die Krankenhäuser noch 30 Prozent ihrer Intensivbetten und 25 Prozent ihrer Normalbetten für am neuen Coronavirus Erkrankte ständig frei halten. In Nürnberg sind das nach Angaben des Klinikums konkret 47 Intensivbetten und knapp 400 Betten auf normalen Stationen.

+++ 12:45 Uhr: Konzept für Corona-Warn-App nimmt Form an +++
Die geplante deutsche App zur Nachverfolgung von Infektionsketten in der Coronavirus-Pandemie nimmt Form an. Am Mittwoch veröffentlichten Europas größter Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom auf der Plattform Github ein erstes Konzept.
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+++ 12:03 Uhr: Seehofer: Verlängerung der Grenzkontrollen mit Nachbarn abgestimmt +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat betont, dass er die von ihm beschlossene Verlängerung der Kontrollen an den Grenzen zu Frankreich, Österreich und der Schweiz mit den Nachbarländern abgesprochen hat. „Wir verbinden dies mit der klaren Zielsetzung, dass wir dann ab Mitte Juni den freien Reiseverkehr wieder wollen“, sagte Seehofer am Mittwoch in Berlin. Dies setze allerdings voraus, dass es beim Corona-Infektionsgeschehen keine neue Dynamik gibt, fügte er hinzu.

Bis zum 14. Juni gilt ohnehin eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das bedeutet, dass Deutsche keine Urlaubsreisen ins Ausland unternehmen sollen. Das gilt auch für das europäische Ausland.

+++ 11:24 Uhr: Mehrheit der Klinikärzte hat durch Corona-Krise weniger zu tun +++
Die meisten angestellten Ärzte haben seit Beginn der Corona-Krise weniger Arbeit. Wie eine Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund am Mittwoch ergab, sank das Arbeitsaufkommen für 57 Prozent der Mediziner in den Kliniken im Lauf der Krise. Bei etwa einem Viertel sei es gleich geblieben, bei knapp 18 Prozent gestiegen.

Die Gewerkschaft erklärte dies damit, dass es seit Mitte März erheblich weniger planbare Operationen und auch weniger Notfälle gebe. „Gleichzeitig ist die Anzahl der Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, in den Kliniken niedriger geblieben als zunächst befürchtet.“ Die Vorsitzende Susanne Johna verwies auf einen Arzt, der angegeben habe, nach 12 Jahren im Beruf plötzlich wieder jeden Tag pünktlich nach Hause zu kommen.

+++ 10:40 Uhr: Berichte: Wuhan will Millionen Einwohner auf Coronavirus testen +++
Die zentralchinesische Stadt Wuhan will chinesischen Medienberichten zufolge sämtliche ihrer elf Millionen Einwohner in Rekordzeit einem Coronavirus-Test unterziehen. Das berichteten mehrere chinesische Medien am Dienstag.
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Wie das Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berichtete, sollen die Menschen in Wuhan innerhalb von zehn Tagen getestet werden. Bis Ende April hatte Wuhan, wo das Virus möglicherweise schon im November ausgebrochen war, laut dem Bericht rund eine Million Menschen getestet. Die chinesische Website „The Paper“ berichtete, dass die Bezirke der Stadt einen Plan ausarbeiten sollen, wie der Massentest durchgeführt werden kann. 

+++ 10:20 Uhr: Mehr als 171 100 Corona-Nachweise in Deutschland – Über 7600 Tote +++
In Deutschland sind bis Mittwochvormittag über 171 100 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 170 400 Infektionen). Mindestens 7616 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 7510). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 09:55 Uhr: Corona-Test oder Quarantäne – Island will Reisenden die Wahl lassen +++
Island-Touristen sollen bei der Einreise bald die Wahl zwischen einem Corona-Test und einer zweiwöchigen Quarantäne haben. Spätestens ab dem 15. Juni wolle man die Beschränkungen für internationale Reisende lockern, teilte die isländische Regierung am Dienstagabend mit.

Demnach will sie Touristen bei Ankunft auf der Nordatlantik-Insel aller Voraussicht nach entscheiden lassen, ob sie lieber für 14 Tage in Quarantäne gehen oder sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen wollten. Auch auf andere Weise – etwa mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen – könnten sie nachweisen, coronafrei zu sein. Genaue Details solle eine Arbeitsgruppe der Regierung ausarbeiten, eine Entscheidung dazu komme Ende Mai.

+++ 09:30 Uhr: Österreich öffnet Grenze zu Deutschland am 15. Juni +++
Die wegen der Corona-Pandemie geschlossene Grenze zwischen Deutschland und Österreich soll am 15. Juni wieder vollständig geöffnet werden. Das bestätigte das österreichische Kanzleramt der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zuvor hatte die österreichische Nachrichtenagentur APA darüber berichtet. Schon ab diesem Freitag werde es an den Grenzen nur noch stichprobenartige Kontrollen geben, meldete die APA.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Dienstag mit seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel (CDU) telefoniert. Die deutsche Bundesregierung will bei ihrer Sitzung an diesem Mittwoch über weitere Schritte beraten.

12.05.2020

+++ 16:40 Uhr EU-Kommission: Grenzen vorsichtig öffnen für den Sommerurlaub +++
Freies Reisen, Urlaub am Mittelmeer – davon können Europäer derzeit nur träumen. Damit auf dem Weg aus den Corona-Einschränkungen kein Chaos entsteht, dringt die EU-Kommission auf gemeinsame Standards. So soll auch der Strandurlaub möglich werden.

+++ 15:57 Uhr Corona-Screening-Zentrum in EU-Parlament in Straßburg eröffnet +++
Wo sonst Europa-Abgeordnete während der Sitzungswoche hastig essen, stehen nun mobile Behandlungszimmer für Corona-Massentests. Mindestens bis Ende Juli sollen auf der Fläche der EU-Parlaments-Kantine im Louise-Weiss-Gebäude im französischen Straßburg Menschen auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 getestet werden, wie eine Parlamentssprecherin sagte.

+++ 15:12 Uhr Tag der Pflege: «Klatschen alleine reicht nicht» +++
Sie werden in der Corona-Krise als «Helden des Alltags» gefeiert. Doch von Dankesbekundungen und Applaus können sich Pflegekräfte nichts kaufen. Zum Tag der Pflege wird auch mehr finanzielle Anerkennung gefordert. Sogar der Papst meldet sich zu Wort.

+++ 15:02 Uhr Biontech erwartet bis Juli erste Testdaten zu Covid-Impfstoff +++
Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech erwartet für Ende Juni oder Juli erste klinische Daten zu klinischen Tests eines möglichen Impfstoffs gegen die Lungenerkrankung Covid-19. Bei den Tests in Europa und den USA gehe es darum, Sicherheit, Wirksamkeit und optimale Dosierung von vier verschiedenen Impfstoffkandidaten zu ermitteln, sagte Vorstandschef Ugur Sahin. Zum Beitrag >>

+++ 14:24 Uhr Statistiken: Mehr als 40 000 Corona-Tote in Großbritannien +++
In Großbritannien sind nach neuesten Zahlen mehr als 40 000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Darin enthalten sind auch Angaben der nationalen Statistikbehörde ONS (Office of National Statistics). Etwa jeder vierte Todesfall wurde aus einem Pflegeheim gemeldet. Großbritannien ist das Land mit den meisten Corona-Opfern in Europa.

+++ 13:59 Uhr Ärztekammer: Patienten wieder regulär versorgen +++
Die Ärztekammer Berlin empfiehlt die Wiederaufnahme einer regulären Patientenversorgung. Das solle schrittweise und mit allen notwendigen Schutzmaßnahmen geschehen, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. Demnach kann es unter Umständen lebensbedrohlich sein, chronische oder akut auftretende Beschwerden nicht zu behandeln. Die Patientenströme seien inzwischen so gelenkt, dass das Infektionsrisiko minimiert ist und die Praxen und Kliniken seien vorbereitet, heißt es weiter.

+++ 13:22 Uhr Twitter geht härter gegen Tweets mit falschen Corona-Infos vor +++
Um die Verbreitung falscher Informationen über das Coronavirus einzudämmen, greift Twitter nun härter durch. Tweets mit Inhalten, die von Experten als irreführend oder falsch eingestuft worden sind und durch die Menschen zu Schaden kommen könnten, werden gelöscht, wie das Unternehmen ankündigte. Umstrittene Angaben sollen demnach mit einem Verweis auf vertrauenswürdige Quellen versehen werden.

+++ 12:24 Uhr Corona-Umfrage: Familien mit kleinen Kindern haben es schwerer +++
Familien mit kleinen Kindern fühlen sich einer Umfrage zufolge durch die Corona-Krise mehr belastet als andere Familien. Wie eine seit Anfang März regelmäßig durchgeführte Befragung durch die Universität Erfurt zeigt, empfinden gut 55 Prozent der Eltern mit Kindern unter 14 ihre persönliche Situation momentan als belastend. Bei Familien mit älteren Kindern und kinderlosen Paaren sagen das 45 Prozent der Befragten. Partner mit kleineren Kindern geben auch eher an, kleinere oder größere Meinungsverschiedenheiten in den vergangenen Wochen gehabt zu haben, als Paare ohne Kinder unter 14.

+++ 12:04 Uhr Antisemitismus-Forscher warnt vor rechtsterroristischer Mobilisierung +++
Die Kundgebungen gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie könnten nach Einschätzung des Antisemitismus-Forschers Gideon Botsch eine Radikalisierung am rechten Rand befördern. Bei einigen Protesten trete ein «dauernd latent vorhandener Antisemitismus hinter dem Verschwörungsdenken nun offen zutage», sagte der Politikwissenschaftler vom Moses Mendelssohn Zentrum (Potsdam). «Die vermeintliche Widerstandsbewegung häutet sich.»

+++ 10:27 Uhr: RKI: Reproduktionszahl wohl weiter um 1 +++
Die sogenannte Reproduktionszahl könnte nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auch in den nächsten Tagen weiter bei etwa 1 liegen. Ursache sei, dass sich die Zahl täglicher Neuinfektionen kaum mehr verringere und sich einem Plateau nähere, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin.
Die aktuelle Reproduktionszahl, kurz R-Wert, bilde jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab, der am Montag gemeldete Wert zum Beispiel die Situation in der Zeit vom 28. April bis 3. Mai.
Generell unterliege der R-Wert Schwankungen – unter anderem, weil einzelne Ausbrüche den Wert stärker beeinflussen als bei insgesamt größeren Infektionszahlen. Daher werde das RKI künftig einen sogenannten geglätteten R-Wert mitteilen, bei dem solche Schwankungen besser ausgeglichen würden.

+++ 10:26 Uhr: Merkel und Macron planen Lockerungen an der Grenze +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron haben einem Medienbericht zufolge über Lockerungen im deutsch-französischen Grenzverkehr beraten. Nach Informationen des “Hauptstadt Briefings” von The Pioneer-Chefredakteur Michael Bröcker vom Dienstag streben beide eine Lösung an, die für die Bürger beider Länder gleichermaßen gilt, bestenfalls sogar darüber hinaus. Beide hätten am Montagabend miteinander telefoniert.

+++ 7:53 Uhr: Europäische Arzneimittelbehörde erweitert Einsatz von Remdesivir +++
Zur Behandlung schwerer Coronavirus-Infektionen hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Empfehlungen für den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir ausgeweitet. Er könne nun zusätzlich bei stationären Patienten angewandt werden, die auf eine Sauerstoffbrille, nicht-invasive Beatmung oder eine ECMO angewiesen seien, teilte die EMA am Montag mit.
Eine klinische Studie aus den USA hatte darauf hingewiesen, dass die Verabreichung bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen könnte. Den ersten Ergebnissen zufolge führte das Medikament allerdings nur zu einer geringfügig niedrigeren Sterblichkeitsrate. Auch fehlen noch gesicherte Angaben zu Nebenwirkungen und dazu, welche Patienten am ehesten von einer Behandlung profitieren könnten.

+++ 6:01 Uhr: Krankenkassen fordern Staatshilfe wegen Corona-Krise +++
Wegen Zusatzausgaben und erwarteten Mindereinnahmen durch die Corona-Krise fordern die gesetzlichen Krankenkassen staatliche Unterstützung, um nicht in Finanznöte zu geraten. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen wurde darüber am Montag bei einem Gespräch mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn(CDU) beraten.
Die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer sprach von einer «offenen und konstruktiven Atmosphäre». Man sei sich einig gewesen, «spätestens im Herbst mit dem Bundesfinanzminister über einen höheren Bundesanteil an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu sprechen sein», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

11.05.2020

+++ 17:20 Uhr: UN befürchten 500 000 zusätzliche Aids-Tote wegen Corona-Krise +++
Die Vereinten Nationen befürchten, dass in Afrika durch die Corona-Krise bis 2021 rund 500 000 Menschen zusätzlich an Aids oder damit zusammenhängenden Krankheiten sterben könnten. Nach einer Schätzung der WHO und der Organisation UNAIDS würde sich damit die Zahl der Opfer im Vergleich zu 2018 verdoppeln. Es müsse alles getan werden, dass es nicht zu einer sechsmonatigen Unterbrechung der Versorgung der HIV-Infizierten mit einer antiviralen Therapie komme, schrieben die Organisationen am Montag in einem gemeinsamen Appell auf Grundlage diverser Szenarien.

Aktuell seien viele Einrichtungen für HIV-Patienten angesichts des Kampfes gegen das Coronavirus geschlossen oder die Versorgungskette mit Anti-Aids-Medikamenten sei unterbrochen. Halte dieser Zustand an, drohe bei Infizierten der Ausbruch der Immunschwächekrankheit. „Wir müssen das als Weckruf an alle Länder verstehen, ihre wichtigen Gesundheitseinrichtungen aufrecht zu erhalten“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

+++ 16:54 Uhr: Tschechien lockert Maskenpflicht +++
Als eines der ersten Länder hatte Tschechien Mitte März die Mundschutz-Pflicht in der Öffentlichkeit eingeführt. Nun hat die Regierung des Ministerpräsidenten Andrej Babis die Regeln vorsichtig gelockert. Ab dem 25. Mai muss die Mund- und Nasenbedeckung nicht mehr im Freien getragen werden, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern zur nächsten Person sichergestellt wird. Das gilt auch in Städten, wie das Kabinett am Montag beschloss. Die Maskenpflicht besteht weiter uneingeschränkt in Geschäften, Büros und dem öffentlichen Nah- und Fernverkehr.

+++ 12:55 Uhr: Schweiz wagt zweiten Schritt im Lockerungs-Fahrplan +++
In der Schweiz haben seit Montag alle Geschäfte sowie Restaurants wieder geöffnet. In den Lokalen dürfen nur vier Gäste an einem Tisch sitzen. Ausnahmen gelten für Familien mit Kindern. Die Gäste können auf freiwilliger Basis ihre Personalien angeben, um im Fall eines positiven Coronatests mögliche Kontaktpersonen leichter finden zu können.

Im zweiten Schritt des Lockerungs-Fahrplans in der Corona-Krise begann auch für viele Schüler der Unterricht wieder. Außerdem wurden Museen, Bibliotheken und Fitnesscenter wieder geöffnet. Überall gelten Schutzmaßnahmen wie Mindestabstand.

+++ 12:29 Uhr: Südkorea versucht neue Corona-Infektionswelle zu verhindern +++
Nach der alarmierenden Häufung von Corona-Infektionen unter Bar- und Diskotheken-Besuchern in der Millionenmetropole Seoul versuchen die südkoreanischen Behörden mit Hochdruck, eine erneute Infektionswelle im Land zu verhindern. Am Montag teilten die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention mit, dass am Vortag 35 Neuinfektionen erfasst worden seien. Das war der höchste Tagesanstieg seit vier Wochen. Die Gesamtzahl kletterte auf 10 909. Die meisten Neuansteckungen wurden in Verbindung mit einem Ausbruch in Clubs im beliebten Ausgehviertel Itaewon in der Hauptstadt in Verbindung gebracht.

+++ 11:56 Uhr: RKI: Nach Anstieg von R-Wert Entwicklung weiter beobachten +++
Der Wiederanstieg der Reproduktionszahl über die kritische Marke von 1 erlaubt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch keine weitergehenden Schlussfolgerungen zum Infektionsgeschehen in Deutschland.
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+++ 08:04 Uhr: Experten: Corona-Krise könnte Impfbereitschaft fördern +++
Viele Menschen warten sehnsüchtig auf eine Impfung gegen das neue Coronavirus. Doch es gibt auch gegenteilige Ansichten: Bei den Protest-Demonstrationen am Wochenende gegen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie waren auch Impfgegner mit dabei. Nach Ansicht des Experten Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften könnte die Corona-Krise Impfskeptiker aber eher dazu bewegen, künftig mehr auf Schutzimpfungen zu vertrauen. „Weil sie sehen, wie eine Welt ohne Impfen aussehen könnte.“

+++ 07:48 Uhr: Neuseeland lockert Ausgangssperren – Aber Grenzen bleiben geschlossen +++
Neuseeland will in dieser Woche die Ausgangssperren weiter lockern, die Grenzen jedoch vorerst geschlossen lassen. Die weitere Lockerung werde am Donnerstag beginnen, sagte Premierministerin Jacinda Ardern. Dann können die meisten Geschäfte und öffentlichen Plätze wieder öffnen. Neuseeland hatte seine Ausgangssperren bereits am 29. April vorsichtig gelockert. Ardern rief jedoch ihre Mitbürger am Montag dazu auf, keine unnötigen Risiken einzugehen. „Wir müssen uns weiter so verhalten, als wäre das Virus weiterhin unter uns“, sagte sie.

+++ 06:48 Uhr: Israel lockert Quarantänebestimmungen für Rückreisende +++
Israel hat die Quarantänebestimmungen für Rückreisende gelockert. Nach der Einreise können Israelis statt eines zweiwöchigen Aufenthalts in „Corona-Hotels“ in Heimquarantäne gehen, wie das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Nacht zum Montag mitteilte. Wer nicht die Möglichkeit hat, sich zu isolieren, muss weiterhin in Hotel-Quarantäne, allerdings auf Staatskosten.

+++ 06:39 Uhr: Corona-Krise: Spahn fordert konsequentes Durchgreifen vor Ort +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Behörden in Ländern und Kommunen aufgefordert, im Kampf gegen das Coronavirus konsequent durchzugreifen. „Wir brauchen das beherzte, umfassende Vorgehen vor Ort», betonte Spahn am Sonntagabend im „heute journal“ des ZDF. Es sei sehr wichtig, alle Infektionen schnell nachzuvollziehen und Kontaktpersonen zu isolieren. Nur wenn in den Landkreisen sofort gehandelt werde, könne verhindert werden, dass die Zahlen auch bundesweit wieder anstiegen.

+++ 05:30 Uhr: Streit um Corona-Unterstützung des Bundes für Gesundheitsämter +++
An Plänen der großen Koalition zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Krise durch den Bund wird Kritik laut. «Der Hebel sollte nicht an der falschen Stelle angesetzt werden“, sagte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass Länder und Kommunen der Verantwortung für den öffentlichen Gesundheitsdienst in den vergangenen Wochen in herausragender Weise nachgekommen seien. Dieses Erfolgsmodell sei weiterzuführen und nicht durch weitere direkte Kooperationsformen zwischen Bund und Kommunen zu erschweren.

08.05.2020

+++ 11:35 Uhr: Brandenburg: Zahl neuer Corona-Infektionen gesunken +++
In Brandenburg ist die Zahl der bestätigten neuen Corona-Infizierten zurückgegangen. Sie habe innerhalb von 24 Stunden um 28 Fälle zugenommen, einen Tag zuvor habe der Zuwachs bei 32 gelegen, von Dienstag bis Mittwoch waren es noch 40, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit (Stand: 08.00 Uhr). Im Land wurden nach den Angaben damit 3106 Fälle erfasst. Die Zahl der Toten blieb mit 156 seit Donnerstag gleich. Als genesen gelten etwa 2480 Patienten, 60 mehr als am Vortag. Derzeit werden 117 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern im Land behandelt, davon 14 intensiv-medizinisch betreut.

+++ 11:30 Uhr: Umfrage: Mehrheit findet Lockerungen in Corona-Krise richtig +++
Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland findet die beschlossenen Lockerungen in der Corona-Krise dem ZDF-„Politbarometer“ zufolge richtig. Das, worauf sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs am Mittwoch geeinigt haben, sei richtig, sagten 47 Prozent der Befragten, wie die am Freitag veröffentlichte Umfrage zeigt. 11 Prozent meinen demnach, man hätte das schon früher machen sollen und 38 Prozent halten die Maßnahmen für verfrüht. 

+++ 07:10 Uhr: Australien plant stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen +++
Australien will die Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise stufenweise lockern und die Wirtschaft bis Juli wieder öffnen. Premierminister Scott Morrison gab am Freitag einen Drei-Stufen-Plan bekannt, ohne jedoch genaue Daten für die Umsetzung zu nennen. Demnach soll jeder Bundesstaat selbst entscheiden, wie die einzelnen Lockerungsschritte erfolgen. Der Plan werde alle drei Wochen überprüft.

+++ 06:55 Uhr: Forscher: Corona-Studien mit gezielt Infizierten vorbereiten +++
Ein internationales Forscherteam hat sich dafür ausgesprochen, bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus auch Studien mit freiwillig infizierten Probanden vorzubereiten. „Angesichts der besonderen Umstände der Pandemie befürworten unser Rahmenmodell und unsere Analyse, eine Grundlage für Sars-CoV-2-Challenges zu legen», schreibt das Team um Erstautorin Seema Shah von der Northwestern University in Chicago im Fachjournal „Science“.

Die Autoren betonen aber auch, dass Risiken für Studienteilnehmer, Personal und Dritte minimiert werden müssten. So sollten etwa junge, gesunde Menschen als Probanden ausgewählt und deren Gesundheitszustand langfristig beobachtet werden. Klinische Studien mit freiwillig Infizierten könnten in der Corona-Krise „in mehrfacher Weise einen hohen sozialen Wert“ haben, schreiben die Wissenschaftler.

So genannte Human Challenge Trials – so lautet der englischsprachige Fachbegriff für diese Art von Studien – sind unter Wissenschaftlern umstritten. Befürworter argumentieren, dass sie die Entwicklung medizinischer Wirkstoffe beschleunigen können. Andere verweisen auf hohe gesundheitliche Risiken und ethische Bedenken. In Deutschland hat es „Human Challenge Trials“ in dieser Form noch nicht gegeben.

+++ 05:01 Uhr: Ärzte in Gesundheitsämtern kritisieren Corona-Notbremse-Kriterium +++
Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die in den Lockerungsplänen von Bund und Ländern vereinbarte Infektionsobergrenze als viel zu hoch kritisiert. „Wie die Gesundheitsämter damit klar kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen“, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag). „Die Gesundheitsämter werden ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen.“
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+++ 05:01 Uhr: Psychologin mahnt: Corona-Lockerungen müssen gut erklärt werden +++
Damit die Lockerungen der Corona-Beschränkungen die Menschen nicht verunsichern, ist aus Psychologensicht eine gute Kommunikation der Politiker entscheidend. „Die Verantwortlichen müssen möglichst gut erklären, warum in Mecklenburg-Vorpommern unter Umständen andere Regeln gelten als in Nordrhein-Westfalen“, sagte die Präsidentin des Berufsverbandes deutscher Psychologinnen und Psychologen, Meltem Avci-Werning. „Nur so können sich die Menschen trotz Krise kompetent und sicher genug fühlen, um selber die Risiken einschätzen zu können und handlungsfähig zu bleiben.“

Die Lockerungen ermöglichten wieder mehr Selbstbestimmung für die Menschen. Gleichzeitig dürfe das Vertrauen in die Politik, das in den vergangenen Wochen aufgebaut wurde, nicht verspielt werden. Das sei nur durch gute Information möglich. „Nur wenn die Menschen das Vertrauen in den Sinn der Entscheidung haben, können sie weiterhin die Motivation und die Disziplin für die kommende Zeit aufbringen“, sagte Avci-Werning.

+++ 04:15 Uhr: Trump stimmt Amerikaner auf Wiedereröffnung des Landes ein +++
US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner auf die Wiedereröffnung des Landes eingestimmt – Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Corona-Krise zum Trotz. „Es ist ein großer Moment in unserer Geschichte, weil wir unser Land wieder öffnen“, verkündete Trump in einer am Donnerstag (Ortszeit) auf Twitter veröffentlichten Video-Botschaft. „Die Leute wollen, dass sich unser Land öffnet.“ Er versprach: „Wir wollen es auf sichere Weise machen.“ Offenbar gibt es aber Unstimmigkeiten darüber, wie das geschehen soll.

Die „New York Times“ berichtete, das Weiße Haus und andere Regierungsbeamte hätten einem Entwurf eines Richtlinien-Katalogs der Gesundheitsbehörde CDC für Schulen, Restaurants, Kirchen und anderen Einrichtungen, die im Zuge der Krise schließen mussten, eine Absage erteilt. Es bestünde die Sorge, dass die Empfehlungen einen zu starken Vorschriftscharakter hätten, religiöse Rechte verletzten und der Wirtschaft weiter schaden könnten, berichtete die Zeitung.

07.05.2020

+++ 17:53 Uhr: Robert Koch-Institut stellt regelmäßige Corona-Pressekonferenzen ein +++
Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt seine regelmäßigen Pressekonferenzen zur Corona-Pandemie vorerst ein. Man wolle die Briefings künftig anlassbezogen veranstalten, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Donnerstag in Berlin. Die Fallzahlen gingen glücklicherweise insgesamt gesehen seit längerer Zeit zurück. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. „Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung“, so Schaade.

+++ 17:49 Uhr: WHO: Ohne Kontrolle könnte es 190 000 Corona-Tote in Afrika geben +++
Sollte Covid-19 in Afrika nicht kontrolliert werden, könnten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zu 190 000 Menschen im ersten Jahr der Pandemie sterben. Zudem könnten sich bis zu 26 Prozent der rund eine Milliarde Bewohner mit Covid-19 infizieren, sagte die Afrika-Leiterin der WHO, Matshidiso Moeti, am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz.

Dies wäre der Fall, sollten „Maßnahmen der Eindämmung scheitern“, hieß es in einer Mitteilung der WHO. Allerdings haben Moeti zufolge bislang viele afrikanische Länder Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen. Einige, wie Südafrika, lockern diese inzwischen wieder. Die WHO zählt 47 Länder zur Afrika-Region.

+++ 17:30 Uhr: Studie zur Corona-Dunkelziffer im Landkreis Tirschenreuth +++
Der Landkreis Tirschenreuth ist von der Ausbreitung des Coronavirus besonders stark betroffen. Nun wollen die Universitätskliniken Regensburg und Erlangen in einer gemeinsamen Studie die Dunkelziffer der SARS-CoV-2-Infektionen bestimmen. Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) stellt das Projekt zusammen mit den beteiligten Forschern am Freitag (12.30 Uhr) an der Uniklinik in Regensburg vor. Die Studie soll Mitte Mai gestartet werden und kann den Angaben nach einen Beitrag zur Antikörper-Forschung leisten.

+++ 12:23 Uhr: RKI: Corona-Risiko bleibt – Anstieg der Sterbequote erwartet +++
Das Robert Koch-Institut hat angesichts der neuen Lockerungen in der Corona-Pandemie die persönliche Verantwortung eines jeden Einzelnen in dieser Krise betont. Unterdessen steigt laut Zahlen des Instituts die Sterbequote im Zusammenhang mit Covid-19 weiter an.
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+++ 12:08 Uhr: Weniger neue Corona-Infektionen in Brandenburg +++
In Brandenburg ist die Zahl der bestätigten neuen Corona-Infizierten wieder etwas zurückgegangen. Sie nahm innerhalb von 24 Stunden um 32 Fälle zu, von Dienstag bis Mittwoch waren es noch 40, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit Stand von 8.00 Uhr in Potsdam mitteilte. Insgesamt gebe es nun 3078 Fälle. Bisher starben 156 Menschen. Als genesen gelten etwa 2429 Patienten, am Vortag waren es 2360.

+++ 11:54 Uhr: Kleine Schritte auf dem Weg zu Antikörpern als Corona-Medikament +++
Weltweit melden mehrere Forscher erste kleine Erfolge bei der Suche nach Antikörpern als Mittel gegen eine Corona-Erkrankung.
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+++ 10:29 Uhr: Verbraucherzentrale warnt vor unseriösen Corona-Wundermitteln
Die Verbraucherzentrale Hessen hat vor angeblichen Wundermitteln im Zusammenhang mit Corona gewarnt. „Zurzeit häufen sich die Beschwerden und Nachfragen zu solchen Angeboten“, teilte die Verbraucherzentrale am Donnerstag in Frankfurt mit. So böten hessische Unternehmen Zahlencodes auf einem Aufkleber, Pendel oder „aktiviertes Wasser in seiner Urform“ zum Schutz vor einer Infektion an. Hinzu kämen durchaus gefährliche Offerten, wie beispielsweise der Tipp, Arsen und Chlordiodix zum Schutz vor einer Ansteckung einzunehmen.

„Bei solchen vermeintlichen Wundermitteln geht es fast immer darum, Kasse zu machen», sagt eine Sprecherin. „Wir raten deshalb, solche Angebote kritisch zu prüfen.“

Bereits zuvor bemängelte die Verbraucherzentrale, dass in Apotheken teils die positive Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln für das Immunsystem angepriesen werde. Verschwiegen werde jedoch, dass die Aufnahme nur bei einem Mangel sinnvoll sei. Lebensmittel einschließlich Nahrungsergänzungsmittel könnten weder vor Viren schützen noch eine Covid-19-Erkrankung lindern oder heilen.

+++ 06:01 Uhr: Vereinte Nationen verdreifachen Milliardenbedarf für Corona-Nothilfe +++
Die Vereinten Nationen brauchen für die Versorgung der durch die Corona-Krise schwer getroffenen ärmsten Menschen der Welt weitere Milliardenbeträge. Sie haben den nötigen Betrag seit dem Spendenaufruf im März mehr als verdreifacht. Um Millionen Menschen vor Hungerkatastrophen zu retten, sind nach neuesten Berechnungen 6,7 Milliarden Dollar nötig (6,2 Mrd Euro).

+++ 06:00 Uhr: Chinas Exporte legen im April trotz Corona-Pandemie zu +++
Trotz des globalen Coronavirus-Ausbruchs sind Chinas Exporte im April überraschend gestiegen. Wie die Pekinger Zollbehörde am Donnerstag mitteilte, legten die Ausfuhren im Vergleich zum April des Vorjahren um 3,5 Prozent zu. Deutlich bergab ging es dagegen mit den Importen, die um 14,2 Prozent einbrachen.

Analysten hatten sowohl bei Ein- als auch bei Ausfuhren mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Die strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hatten die chinesische Wirtschaft seit Ende Januar praktisch zum Stillstand gebracht. Die Auswirkungen wurden daher besonders im Februar spürbar. Danach setzte eine langsame Erholung ein. 

+++ 05:45 Uhr: Umfrage: Viele Verbraucher wollen Verhalten wegen Corona ändern +++
Viele Verbraucher wollen ihr Verhalten im Alltag aufgrund der Corona-Krise ändern: Sie wollen auch nach Abflauen der Pandemie weniger ins Kino oder in Konzerte gehen, seltener reisen und einen Bogen um öffentliche Verkehrsmittel machen. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens McKinsey hervor.

Solange kein Impfstoff gegen das Corona-Virus zur Verfügung steht, wollen rund 40 Prozent der Umfrage zufolge seltener öffentliche Verkehrsmittel wie Busse, Züge oder Flugzeuge nutzen. Stattdessen wollen sie häufiger zu Fuß gehen, oder auf das Fahrrad oder das eigene Auto zurückgreifen.

Ein Drittel der Befragten will auch nach dem Abflauen der Corona-Krise seltener auf Konzerte, ins Theater oder ins Kino gehen, 26 Prozent überhaupt nicht. Und immerhin rund 29 Prozent der Befragten gab an, auch nach dem Abflauen der Corona-Krise weniger beruflich oder privat reisen zu wollen. Weitere 27 Prozent planen sogar, völlig darauf zu verzichten. Rund 30 Prozent kündigten an, künftig weniger Geld für Luxusprodukte oder überflüssige Einkäufe ausgeben zu wollen. Jeder Viertel will der Umfrage zufolge beim Einkauf künftig grundsätzlich mehr auf den Preis achten.

+++ 05:01 Uhr: Unions-Protest gegen Seehofer: Umgehende Grenzöffnungen gefordert +++
Zwölf Bundestags- und Europaabgeordnete der Union haben Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dazu aufgefordert, die wegen der Corona-Pandemie angeordneten Kontrollen an den deutschen Grenzen sofort zu beenden. „Nach über sieben Wochen muss Schluss sein mit Gitterzäunen und Schlagbäumen im Herzen Europas“, heißt es laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) in einer Stellungnahme, die unter anderem von Ex-Unionsfraktionschef Volker Kauder und Fraktionsvize Andreas Jung (beide CDU) unterzeichnet ist.

„Deshalb fordern wir jetzt die sofortige Wiedereröffnung aller geschlossenen Grenzübergänge an den Grenzen zur Schweiz, nach Frankreich und nach Luxemburg», so die Abgeordneten. „Spätestens mit dem 15. Mai müssen alle als Notmaßnahmen befristet verhängten Grenzbeschränkungen dann entfallen.“ Die Parlamentarier forderten zugleich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) auf, die Ausnahmegenehmigung für Grenzkontrollen nicht über den 15. Mai hinaus auszudehnen.

+++ 05:01 Uhr: Corona-Krise – Klare Perspektiven für Kita-Kinder gefordert +++
Nach den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen zur Lockerung der Corona-Auflagen beklagen SPD und Grüne fehlende Perspektiven für Eltern und Kinder. SPD-Chefin Saskia Esken bezeichnete die Vereinbarungen als „fatales Signal an die Familien“. Grünen-Fraktionsvize Katja Dörner kritisierte: „Die Pläne zur Öffnung der Kitas bleiben vage, Familien wissen weiterhin nicht, worauf sie sich einstellen müssen.“ Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), warnte vor den Langzeitfolgen vor allem für die Kinder suchtkranker Eltern.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich am Mittwoch grundsätzlich darauf verständigt, dass jeder Schüler und jedes Vorschulkind vor den Sommerferien möglichst noch mindestens einmal die Schule oder die Kita besuchen soll. Details regeln die Länder. Die Notbetreuung in den Kitas soll spätestens ab dem 11. Mai überall ausgeweitet werden. Einige Länder haben dies bereits getan und auch weitergehende Kita-Öffnungspläne bekanntgegeben.

06.05.2020

+++ 17:09 Uhr: Merkel wirbt für Einhaltung weiterer Corona-Schutzregeln +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an die Bürger appelliert, sich auch bei weiteren Corona-Lockerungen an besondere Schutzregeln zu halten. Ohne das „Mitmachen der Menschen“ seien alle Maßnahmen nicht wirksam, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. „Jedes Stück Freiheit, was möglich ist, muss unter diesen Bedingungen des Virus verantwortungsbewusst von jedem einzelnen Menschen genutzt werden.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte: «Die Mutter aller Fragen ist die Kontaktbeschränkung.“ Da es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, bleibe die Kontaktbeschränkung „die einzige echte Antwort“ auf das Virus.

+++ 17:07 Uhr: Kommunen kritisieren Obergrenze für Neuinfektionen +++
Die niedersächsischen Kommunen haben die neue Obergrenze von 50 Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche kritisiert. Bund und Länder dürften die Verantwortung für die Bewältigung der Krise nicht auf die Kommunen abschieben, teilten die kommunalen Spitzenverbände am Mittwoch mit.

„Das Virus hält sich nicht an Kreisgrenzen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des niedersächsischen Landkreistages, Hubert Meyer. „Die Gefährdungslage und eventuelle Beschränkungen müssen mindestens regional bewertet werden. Wir können auch nicht nachvollziehen, auf welcher Basis diese Zahl ermittelt wurde.“ Auch der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Jan Arning, warb für ein Vorgehen mindestens auf regionaler Ebene: „Man kann eine Pandemie nicht in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bekämpfen.“

+++ 16:58 Uhr: Laschet: Wichtigste Ziele im Corona-Kampf erreicht +++
Nordrhein-Westfalen hat im Kampf gegen das Coronavirus nach Worten von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die drei wichtigsten Ziele erreicht. Es sei bei der Ausbreitung des Virus Zeit gewonnen und das Gesundheitssystem gestärkt worden, sagte Laschet am Mittwoch nach einer Bund-Länder-Schalte in Düsseldorf.

Außerdem habe NRW einen Plan mit Perspektiven für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen entwickelt. „Es ist gelungen, zu einer differenzierten, abwägenden Bekämpfung der Pandemie zu kommen“, sagte er. Nach den Einschränkungen der Grundrechte werde ab jetzt auf die „Eigenverantwortung“ der Menschen gesetzt.

+++ 16:48 Uhr: Trump: Doch keine Auflösung der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus +++
US-Präsident Donald Trump will nun doch an der Arbeitsgruppe des Weißen Hauses zur Corona-Krise festhalten – allerdings in abgeänderter Form. Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, die Runde habe einen „fantastischen Job“ gemacht und werde daher auf unbestimmte Zeit weiterarbeiten. Der Fokus solle neben Impfstoffen und Behandlungsmöglichkeiten vor allem auf Sicherheit und einer Rückkehr zum Normalbetrieb im Land liegen. Trump erklärte weiter, es könne möglicherweise Änderungen in der Besetzung der Arbeitsgruppe geben. Konkreter wurde er nicht. Am Dienstag hatten Trump und sein Stellvertreter Mike Pence noch gesagt, man prüfe die Auflösung der Runde.

+++ 12:24 Uhr: Länder bekommen weitgehende Verantwortung für Corona-Lockerungen +++
Der Bund überlässt den Länder die Regie bei weiteren Schritten aus dem Corona-Ausnahmezustand heraus – überall soll aber ein Richtwert gelten, ab dem ein Rückfallmechanismus für härtere Regeln greift.
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+++ 12:02 Uhr: Grüne fordern gesetzliche Grundlage für Corona-Warn-App
Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Grundlage für die geplante Corona-Warn-App zu schaffen. Dazu wird die Bundestagsfraktion am Donnerstag einen Antrag ins Plenum des Bundestages einbringen. In dem Antrag verlangen die Grünen, dass der Quellcode der App öffentlich überprüfbar ist. Gleichzeitig wollen sie von der Bundesregierung wissen, ob Sicherheitslücken in der Datenspende-App des Robert Koch-Instituts (RKI), die der Chaos Computer Club ausgemacht hatte, bereits vollständig behoben seien. Über den Antrag der Grünen hatte zuerst der „Background Digital“ vom „Tagesspiegel“ berichtet.

+++ 11:32 Uhr: Rheinland-Pfalz erlaubt wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen +++
Nach Wochen eines Besuchsverbots können Bewohner rheinland-pfälzischer Alten- und Pflegeheime wieder Angehörige oder Freunde empfangen. Für zumindest eine Stunde am Tag ist der Besuch einer Person von Donnerstag an wieder gestattet, wie Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz ankündigte. Die neue Regelung gilt der Ministerin zufolge zunächst für 14 Tage.

+++ 11:29 Uhr: Mehrheit der Deutschen empfindet Corona-Beschränkungen als Belastung +++
Die Mehrheit der Deutschen nimmt die Reise- und Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise einer Umfrage zufolge als Belastung wahr. Dem Meinungsforschungsinstitut Insa zufolge empfinden 38 Prozent der Befragten die Einschränkungen als belastend, 19 Prozent sogar als sehr belastend, wie die „Bild“ als Auftraggeber der Studie am Mittwoch mitteilte. 40 Prozent der Befragten gaben hingegen an, die Maßnahmen seien für sie gar nicht belastend.

+++ 10:56 Uhr: Mehr als 164 800 Corona-Nachweise in Deutschland – Über 6900 Tote +++
In Deutschland sind bis Mittwochvormittag über 164 800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 164 000 Infektionen). Mindestens 6943 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 6808). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag bei 0,71.

+++ 09:04 Uhr: Das Parlament bremst: Schweizer Corona-App verzögert sich +++
Die Schweizer Corona-App verzögert sich. Das Parlament hat am Dienstagabend beschlossen, dass erst eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss. Die App für das Handy soll helfen, Ansteckungen zu verfolgen und möglicherweise Infizierte zu warnen. Das Parlament will das Gesetz bei der nächsten Sitzung im Juni verabschieden. Die Regierung hatte die Einführung eigentlich so schnell wie möglich geplant. Gesundheitsminister Alain Berset argumentierte vergeblich, dass die Forderungen – eine freiwillige Beteiligung und keine Speicherung personenbezogener Daten – ohnehin vorgesehen waren. Nun soll die App vorerst nur getestet werden.

Die Entwickler der Schweizer App DP-3T wären für einen Einsatz ab nächster Woche bereit gewesen. Nach ihren Angaben müssen etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App auf ihr Handy laden, damit der Schutz vor Infektionen funktioniert. Solche Apps erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind. Sie können Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass in ihrer Umgebung eine infizierte Person war. Die Nutzer könnten dann in Quarantäne gehen.

+++ 08:49 Uhr: Spahn für einheitliche Kriterien in Corona-Krise +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich sich in der Corona-Krise für bundesweit einheitliche Kriterien und gemeinsame Grundsätze ausgesprochen. „Ein zusammenhangloser Flickenteppich schafft Verwirrung“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Gleichzeitig müssten die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus regional angepasst werden, da die Infektionszahlen von Bundesland zu Bundesland verschieden seien.

Mit Blick auf die Beratungen zwischen Bund und Ländern stelle sich nicht die Frage, ob, sondern unter welchen Bedingungen beispielsweise die Gastronomie wieder öffnen könne. Zugleich sprach sich Spahn grundsätzlich gegen eine Impfflicht aus. Es gebe in der Bevölkerung grundsätzlich eine hohe Bereitschaft, sich impfen zu lassen. „Wo die Freiwilligkeit zum Ergebnis führt, da braucht es keine Pflicht.“

+++ 04:30 Uhr: Mehr als 120 Millionen Schutzmasken vom Bund verteilt +++
Der Nachschub an Schutzausrüstung für das medizinische Personal in der Corona-Krise kommt weiter in Gang. Inzwischen wurden über den Bund rund 121 Millionen Schutzmasken beschafft und an die Länder und die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgeliefert. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums mit Stand von Montag (4. Mai) hervor. Zusammen mit weiteren Masken, die noch nicht ausgeliefert sind, hat sich der Bund demnach inzwischen mehr als 306 Millionen Schutzmasken gesichert. Darin ist auch Material für Bundesbehörden enthalten.

Solche Schutzausstattung ist angesichts der Corona-Pandemie weltweit knapp. Die Bundesregierung ist deswegen im März in eine ergänzende zentrale Beschaffung eingestiegen. Die Lieferungen werden über die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Länder an Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime weiterverteilt. Die Bundesregierung hat unter anderem auch regelmäßige Luftfrachtkapazitäten ins wichtige Herstellerland China reserviert. Eine Inlands-Produktion von Masken soll durch finanzielle Anreize und Abnahmegarantien angekurbelt werden.

+++ 01:00 Uhr: Kinderärzte: Schulen und Kitas schneller öffnen +++
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat vor den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten mehr Tempo bei der Kita- und Schulöffnung gefordert. „Kitas und Grundschulen müssen – bei klugen Maßnahmen zum Infektionsschutz – schneller wieder geöffnet werden“, sagte Präsident Thomas Fischbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). „Das mag Lehrern und Erziehern einiges abverlangen. Aber es ist allemal besser, als die Kinder in ihren vier Wänden verkümmern zu lassen. Und das würde passieren.“

Kritik übte Fischbach an den bundesweit unterschiedlichen Regelungen: „Es streiten nicht nur die Länderchefs untereinander, auch jeder Landrat und Bürgermeister bastelt sich eigene Regeln. Dadurch verlieren wir wertvolle Zeit zum Schaden der Kinder und Jugendlichen und ohne jeden epidemiologischen Sinn.“

„Seit Mitte März sind Millionen von Kindern von sozialen Kontakten ausgesperrt. Da muss man doch den Beweis antreten, dass das notwendig und sinnvoll ist“, sagte Fischbach. Inzwischen sei nachgewiesen, dass Kinder deutlich seltener krank würden als Erwachsene.

05.05.2020

+++ 16:28 Uhr Prognosen gehen von Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA aus +++
US-Präsident Donald Trump und die Gouverneure einiger Bundesstaaten drängen auf eine rasche Wiederöffnung der Wirtschaft – obwohl die Corona-Pandemie längst nicht unter Kontrolle gebracht ist. «Es ist aufregend zu sehen, wie sich unser Land wieder öffnet!», schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. Dabei hat sich die Prognose für den Verlauf der Corona-Pandemie in den USA gerade wieder eingetrübt: Zwei verschiedene Modelle gehen davon aus, dass die Zahl der Coronavirus-Infektionen und Todesfälle in den USA diesen Monat deutlich ansteigt.

+++ 15:43 Uhr Statistiken: Großbritannien hat die meisten Corona-Toten in Europa +++
In Großbritannien sind nach offiziellen Statistiken inzwischen mehr mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben als in irgendeinem anderem Land Europas. In England und Wales sind bis 24. April fast 30 000 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) mitteilte. Unter Berücksichtigung von Schottland und Nordirland sind es demnach über 32 000 Tote.

+++ 14:30 Uhr Koalition weist Spekulationen über Corona-Impfpflicht zurück +++
Die große Koalition hat Spekulationen über eine Impfpflicht gegen das Coronavirus zurückgewiesen. «Ein für alle Mal: Eine Corona-Impfpflicht stand nie im Gesetzentwurf, zu keinem Zeitpunkt», sagte SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas.

+++ 13:56 Uhr Trotz Corona-Krise weniger Selbsttötungen – aber Psychologen warnen +++
Anders als von Experten befürchtet, ist die Zahl der Suizide in der Corona-Krise leicht gesunken. In Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Berlin und Thüringen gab es trotz der Ausgangsbeschränkungen keinen Anstieg an Selbstmorden, wie eine bundesweite Umfrage der «Augsburger Allgemeinen» bei den zuständigen Behörden ergab.

+++ 12:17 Uhr Behörden mahnen bei alternativer Covid-Medizin in Afrika zur Vorsicht +++
Gesundheitsbehörden haben bei traditionellen und alternativen Corona-Medikamenten in Afrika zur Vorsicht gemahnt. Die Bürger Afrikas verdienten es, Medikamente zu nutzen, die zu den gleichen Standards getestet wurden wie in anderen Teilen der Welt, teilte das Afrika-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montagabend mit.

+++ 11:35 Uhr Geheimdienste glauben nicht an Laborunfall als Ursache für Pandemie +++
Westliche Geheimdienste halten die Theorie von einem Laborunfall als Ursprung der Pandemie mit dem Coronavirus für ,,höchst unwahrscheinlich”. Zum Beitrag >>

+++ 8:41 Uhr Gesundheitsminister Spahn: In Corona-Krise regionaler denken +++
In der Debatte um Lockerungen in der Corona-Krise plädiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dafür, regional angepasst zu agieren. «Was wir entwickeln müssen, sind gar nicht Regelungen an den Landesgrenzen, sondern regionale Unterschiede», sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. In Landkreisen mit wenig Infizierten könne man anders handeln als in Kommunen mit vielen Krankheitsfällen.

+++ 05:01 Uhr Patientenschützer kritisieren Corona-Immunitätsnachweis +++
Patientenschützer lehnen Pläne der Bundesregierung, auch beim Coronavirus einen Nachweis für eine Immunität zu ermöglichen, rundweg ab. «Der Immunitätsausweis wäre ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte», sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Der Vorschlag gehe «ethisch weit über die aktuelle Bekämpfung der Pandemie hinaus», beklagte er. Zum Beitrag >>

04.05.2020

+++ 16:36 Uhr: Italien meldet wesentlich mehr Tote als in Vorjahren +++
Das italienische Statistikamt hat im Zuge der Corona-Pandemie von Ende Februar bis März wesentlich mehr Tote gemeldet als in den Vorjahren. Vom 20. Februar bis zum 31. März seien mehr als 90 000 Menschen gestorben – fast 38,7 Prozent mehr als durchschnittlich zu dieser Zeit in den Jahren 2015 bis 2019, teilte die nationale Statistikbehörde Istat am Montag mit. Der Corona-Ausbruch wurde in Italien am 20. Februar in der Lombardei und in Venetien entdeckt. Vor allem der stark betroffene Norden meldete erheblich mehr Tote in diesen Wochen.

+++ 16:11 Uhr: Falsches CE-Zeichen: Charité ruft Schutzmasken zurück +++
Wegen befürchteter Mängel hat die Charité in Berlin Personal zur Rückgabe bestimmter Schutzmasken aufgerufen. «Die Charité hat FFP2-Masken am vergangenen Donnerstag zurückgerufen, da ein falsches CE-Zertifikat vorlag», teilte die Sprecherin des Universitätsklinikums, Manuela Zingl, am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Was das für die Schutzwirkung der Masken bedeutet, war zunächst offen: «Aktuell werden die besagten Masken in einem unabhängigen Labor geprüft», erklärte Zingl. Zudem prüfe die Charité eine Strafanzeige gegen den Lieferanten.

+++ 12:54 Uhr: Globale Allianz sammelt Milliarden für einen Corona-Impfstoff +++
Im Kampf gegen das Corona-Virus will eine globale Allianz die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten beschleunigen und die Mittel dann allen Ländern auf der Welt zugänglich machen. Die ersten 7,5 Milliarden Euro dafür soll eine Online-Geberkonferenz mit Dutzenden Ländern und Organisationen erbringen, die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen für Montagnachmittag einberufen hat.
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+++ 12:40 Uhr: Erste Phase der Corona-Lockerungen beginnt in Spanien – mit Ausnahmen +++
Im besonders schwer von der Corona-Krise betroffenen Spanien hat am Montag die erste von insgesamt vier Phasen zum Ausstieg aus dem strikten Lockdown begonnen. Zunächst durften kleine Läden wie Friseurgeschäfte wieder öffnen, allerdings nur auf Terminbasis. Zudem können Kunden sich ab sofort bei Restaurants ihr Essen nach vorheriger Bestellung selbst abholen. Seit Mitte März war nur noch ein Auslieferungsservice erlaubt. Sport im Freien und Spaziergänge dürfen die knapp 47 Millionen Spanier schon seit dem Wochenende zu bestimmten Uhrzeiten wieder machen.

+++ 12:34 Uhr: Japans Premier verlängert Notstand wegen Coronavirus bis Monatsende +++
Japans Regierungschef Shinzo Abe hat trotz sinkender Neuinfektionen mit dem Coronavirus eine Verlängerung des Notstands bis zum 31. Mai verkündet. Zwar habe sich die Zahl der Infizierten seit Verhängung des Notstands im Vergleich zum Höhepunkt auf ein Drittel reduziert. Doch sei der Rückgang der Neuinfektionen noch auf keinem ausreichenden Niveau, die Krankenhäuser befänden sich weiterhin in einer „harten Situation“, sagte Abe am Montag. Man müsse sich gewissermaßen auf einen „langen Krieg“ gefasst machen, meinte der Rechtskonservative und rief zu einem „neuen Lebensstil“ auf. 

+++ 12:26 Uhr: Söder beklagt Vorpreschen von Ländern bei Corona-Lockerungen +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Vorpreschen einzelner Bundesländer bei der Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen kritisiert. Er sei ein „bisschen unglücklich“ darüber, dass manche Länder jetzt schon über das hinausgingen, was man zwischen Bund und Ländern vergangene Woche vereinbart habe, sagte der CSU-Vorsitzende am Montag bei einer Pressekonferenz nach einem Besuch im Roche-Entwicklungslabor im oberbayerischen Penzberg. Über das weitere Vorgehen werde man nun bei der nächsten Schaltkonferenz von Bund und Ländern an diesem Mittwoch beraten, kündigte er an.

+++ 11:39 Uhr: Neue Dunkelziffer-Studie in Österreich: Weniger akut Infizierte +++
In Österreich ist die geschätzte Dunkelziffer der akut mit dem Coronavirus infizierten Menschen analog zu den bekannten Fällen deutlich zurückgegangen. Aufgrund einer Studie sei für die jüngste Zeit von höchstens 11 000 Infizierten auszugehen, sagte Forschungsminister Heinz Faßmann am Montag in Wien. Die erste derartige Studie hatte für Anfang April noch eine maximale Dunkelziffer von rund 60 000 Infizierten in der Bevölkerung über 16 Jahren ausgewiesen.

+++ 08:28 Uhr: Ärzte mahnen: Kinder bei Corona-Lockerungen nicht vergessen +++
Im Zuge der Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen muss nach Ansicht von Kinderärzten mehr auf die Bedürfnisse von Kindern geachtet werden. „Ich verstehe zum Beispiel nicht, warum Friseure wieder öffnen dürfen, Frühförderstellen aber nicht“, sagte der Sprecher des Thüringer Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dirk Rühling, der „Thüringer Allgemeinen“ (Montagausgabe). So seien etwa Kinder mit Behinderungen dringend auf medizinische und therapeutische Hilfen angewiesen.

Rühling, der selbst als Kinderarzt in Weimar arbeitet, kritisiert außerdem die Betreuungssituation: Berufstätige Alleinerziehende seien gezwungen, ihre Kinder sich selbst zu überlassen, zugezogene Familien könnten wegen Sprachbarrieren ihren Kindern oft nicht bei den Schularbeiten helfen. Rühling fordert darum, Betreuungsangebote wieder auszuweiten, um so langfristigen Schaden von Kindern und Jugendlichen abzuwenden.

+++ 08:07 Uhr: Vorwürfe wegen Coronavirus: China sieht Ablenkungsmanöver der USA +++
Chinesische Staatsmedien haben Vorwürfe der US-Regierung über Vertuschung in der Corona-Krise und den Ursprung des Virus als „grundlose Beschuldigungen“ zurückgewiesen. Es sei eine Strategie, von der eigenen „Unfähigkeit“ im Kampf gegen die Pandemie abzulenken, kommentierte am Montag die Zeitung „Global Times“, die vom kommunistischen Parteiorgan „Volkszeitung“ herausgegeben wird.

Die Äußerungen von US-Außenminister Mike Pompeo, Geheimdienste gingen „signifikanten“ Belegen nach, dass das Virus aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme, nannte das Blatt einen „Bluff“. „Die Wahrheit ist, dass Pompeo keinerlei Beweise hat.“ Wenn es sie gäbe, sollten die USA die Belege Forschungsinstituten und Wissenschaftlern geben, damit diese sie prüfen könnten.

Ziel der US-Regierung sei es, China die Schuld für die Pandemie zu geben, um die öffentliche Meinung zu manipulieren und „Klagen wegen Amtspflichtverletzung“ hinsichtlich der eigenen Reaktion auf die Pandemie zu entgehen. „Das ultimative Ziel ist es jetzt, die Wahl zu gewinnen“, schrieb der Kommentator zu den Anstrengungen von Präsident Donald Trump, im November eine zweite Amtszeit zu erreichen. Kritiker werfen ihm vor, die Gefahr lange heruntergespielt zu haben.

+++ 06:52 Uhr: Mehr als 100 000 Corona-Fälle in Brasilien +++
In Brasilien haben sich nach offiziellen Angaben nun mehr als 100 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Sonntag (Ortszeit) bekanntgab, lag die Zahl der Corona-Infizierten bei 101 147. Mindestens 7025 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bislang gestorben. Den Daten der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten zufolge liegt Brasilien in absoluten Zahlen damit auf Platz neun der am schwersten betroffenen Länder weltweit. Die Dunkelziffer der Infizierten dürfte unter anderem aufgrund fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse noch weit höher liegen. Allerdings ist Brasilien mit mehr als 200 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land in Lateinamerika.

+++06:23 Uhr: Mehr Grenzübergänge nach Frankreich und Luxemburg für Pendler geöffnet +++
Für Pendler im Saarland und in Rheinland-Pfalz gibt es wieder mehr Möglichkeiten, die Grenzen nach Frankreich und Luxemburg zu passieren. Wie die Bundespolizei in Koblenz mitteilte, sind am frühen Montagmorgen insgesamt sechs zusätzliche Grenzübergänge geöffnet worden. Um 5 Uhr öffneten demnach die deutsch-französischen Grenzen in Niedaltdorf, Ittersdorf und Silwingen im Saarland. Seit 5.30 Uhr dürfen auch die Grenzübergänge nach Luxemburg in Dahnen, Übereisenbach und Ralingen (Rheinland-Pfalz) wieder passiert werden.

+++ 05:30 Uhr: Corona-Lockerungen zum Wochenstart – Länder wollen noch mehr +++
Zum Wochenstart werden in vielen Bundesländern die wegen der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen weiter gelockert. Friseure dürfen ihre Salons wieder öffnen, Hunderttausende Schüler können wieder in Schulen lernen. Vergangene Woche hatten sich Bund und Länder bereits darauf geeinigt, Gottesdienste zu erlauben und Spielplätze zu öffnen. Auch Museen und Zoos sollen vielerorts wieder Besucher empfangen, alles unter Hygiene-Auflagen.

Doch die Diskussion über weitere Lockerungen geht weiter. Am nächsten Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder erneut. Von dem Gespräch werden noch weitergehende Schritte erwartet als von dem am vergangenen Mittwoch, als die jetzigen Schritte beschlossen wurden. Vor allem die Wirtschaft macht angesichts des Konjunktureinbruchs massiven Druck.

30.04.2020

+++ 12:01 Uhr: Laschet: Menschen sollen wichtige Arztbesuche nicht aufschieben +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat davor gewarnt, wegen der Corona-Krise wichtige Arzt- und Krankenhaustermine aufzuschieben und so die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Von der heutigen Bund-Länder-Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse ein Signal an Menschen mit anderen Krankheiten ausgehen, „die sich nicht ins Krankenhaus trauen, weil sie Corona-Patienten den Vorzug geben wollen“, sagte Laschet am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur am Rande einer Plenarsitzung des Landtags in Düsseldorf. „Meine Botschaft ist: Wer krank ist, kann, soll, ja muss zum Arzt gehen!“

+++ 11:56 Uhr: WHO: Hälfte Europas hat mit Lockerung von Corona-Maßnahmen begonnen +++
Etwa die Hälfte der Länder in Europa hat ihre strikten Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO bereits gelockert. 44 Staaten in der europäischen Region seien mit teilweisen oder vollständigen Bewegungsbeschränkungen gegen die Corona-Pandemie vorgegangen, sagte der Direktor des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, am Donnerstag auf seiner wöchentlichen Pressekonferenz. 21 dieser Länder hätten mittlerweile damit begonnen, einige diese Maßnahmen in unterschiedlichem Maße wieder zu lockern. Elf weitere planten dies in den kommenden Tagen.

+++ 11:27 Uhr: Studie: Kinder vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene +++
Kinder sind einer Analyse in Deutschland zufolge in der gegenwärtigen Coronavirus-Pandemie vermutlich genauso ansteckend wie Erwachsene. Die Zahl der Viren, die sich in den Atemwegen nachweisen lässt, unterscheide sich bei verschiedenen Altersgruppen nicht, berichten Forscher um den Virologen Christian Drosten von der Berliner Charité in einer vorab veröffentlichten und noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Die Forscher warnen aufgrund ihrer Ergebnisse vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland.

+++ 09:16 Uhr: 0,57 oder 0,9 – Verwirrung um Reproduktionszahl in Bayern +++
Wegen unterschiedlicher Berechnungsweisen und entsprechend anderer Ergebnisse herrscht Verwirrung um die sogenannte Reproduktionszahl in der Corona-Krise für Bayern. Ministerpräsident Markus Söder hatte am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands den Wert von 0,57 genannt. FDP-Fraktionschef Martin Hagen forderte unter anderem auf dieser Grundlage eine Lockerung der Maßnahmen gegen die Pandemie.

Doch die Zahl passt nicht zu dem vom Robert Koch-Institut (RKI) in den vergangenen Tagen genannten bundesweiten Wert von rund 0,9. Hintergrund ist, dass verschiedene Berechnungsansätze verwendet wurden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen nun erklärte. Demnach schätzte das RKI zum Beispiel am 26. April die Reproduktionszahl (Stand 22.4.) für Bayern auf 0,9. Nach der Berechnungsweise, auf die sich Söder bezog, lagt R hingegen bei nur 0,57 (Datenstand 23.4.). Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg beziehen sich hingegen bei den verkündeten Werten stets auf die vom RKI gewählte Rechenart.

+++ 08:45 Uhr: Söder warnt vor „zweiter Welle“ und übereilten Corona-Lockerungen +++
Vor den neuerlichen Bund-Länder-Beratungen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor übereilten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen gewarnt. Solange es keinen Impfstoff gebe, drohe ansonsten „eine zweite Welle, ein Rückfall“, sagte Söder am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk. Das habe man in Singapur und in anderen Ländern gesehen. „Wir haben einige Länder gesehen, die haben sehr schnell gelockert und mussten dann das Gegenteil tun.“

Söder zeigte Verständnis, wenn andere Bundesländer nun schneller vorangehen wollen, kündigte aber an, er selber werde zurückhaltend bleiben. „Ich bin da auch keinem Kollegen böse und keinem anderen Land böse, wenn da jetzt jemand drängender ist oder es anders sieht.“ Er betonte aber: „Ich kann die Situation der Bayern nicht davon abhängig machen, ob in einem anderen Land eine Regierung das ganz anders sieht.“

+++ 05:01 Uhr: Großbritannien registriert zweitmeiste Corona-Tote in Europa +++
Großbritannien hat die Zahl der Corona-Toten nach oben korrigiert. Mittlerweile registrierte das Königreich mehr als 26 000 Opfer – und ist damit in Europa nun nach Italien das Land mit den zweitmeisten Covid-19-Toten. Die Lage bleibt auch in den USA angespannt: Dort kamen Wissenschaftlern zufolge seit Beginn der Pandemie mehr als 60 000 Menschen durch eine Infektion mit dem Virus ums Leben. Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Polen indes an, die Kontrollen an Grenzen zu EU-Staaten aufrecht zu erhalten.

+++ 05:01 Uhr: Merkel und Länderchefs beraten über Corona-Lockerungen +++
Die Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten am Donnerstag bei einer mit Spannung erwarteten Telefonkonferenz über Lockerungen der Corona-Auflagen. Themen könnten Perspektiven für die Kitas, das Vorgehen in den Schulen nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz und die Zukunft der Gottesdienste sein. Zudem könnten sich die Gespräche um den Breitensport und die Fußball-Bundesliga sowie um die Zukunft der bislang bis Ende August verbotenen Großveranstaltungen drehen. Auch eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen könnte zur Debatte stehen.

+++ 04:45 Uhr: Jedem Zweiten geht Lockerung der Anti-Corona-Maßnahmen zu schnell +++
Jedem zweiten Deutschen geht die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu schnell. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertraten 49 Prozent diese Meinung. Nur 15 Prozent sagten dagegen, die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden zu langsam zurückgenommen. 28 Prozent sind mit dem eingeschlagenen Tempo zufrieden, 8 Prozent machten keine Angaben.

29.04.2020

+++ 14:56 Uhr: Kretschmanns Corona-Appell: Mit der Pandemie leben lernen +++
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Bürger auf einen langen Alltag mit dem Coronavirus eingeschworen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität werde es erst mit einem Impfstoff geben, sagte er bei seiner Regierungserklärung zur Corona-Krise am Mittwoch im Landtag in Stuttgart. Das werde viele Monate dauern. „Bis dahin werden wir die Pandemie nicht besiegt haben.“ Man könne lernen, mit der Pandemie zu leben und werde noch viele Monate weiter Abstand halten und Masken tragen müssen. Kretschmann sicherte aber zu, den Bürgern so viel Freiheit zu ermöglichen, wie der Schutz der Gesundheit es zulasse.

+++ 14:53 Uhr: Schweiz hebt Corona-Maßnahmen schneller auf als geplant +++
Der großflächige Stillstand von Kultur und Wirtschaft geht in der Schweiz schneller zu Ende als geplant. Schon ab 11. Mai sollen nicht nur Läden, Märkte und obligatorische Schulen, sondern auch Museen, Bibliotheken und Restaurants wieder öffnen. Das kündigte die Regierung am Mittwoch an. Bislang hatte sie für die Öffnung von Restaurants und Museen Anfang Juni ins Auge gefasst.

Möglich sei das, weil die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus rückläufig seien. Die Maßnahmen hätten Wirkung gezeigt. In Restaurants sollen dann aber zunächst nur maximal vier Personen an einem Tisch sitzen und zwischen Gästegruppen soll zwei Meter Abstand bestehen. Größere Festivals soll es im Sommer nicht geben. Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen werden voraussichtlich nicht vor September wieder erlaubt.

+++ 14:28 Uhr: Österreich setzt weiter auf Grenzöffnung +++
Österreich bleibt zuversichtlich, dass die Grenze zwischen der Alpenrepublik und Deutschland in absehbarer Zeit für Touristen und andere Reisende geöffnet wird. Das Ziel müsse trotz Corona-Gefahr sein, dass auch die Reisefreiheit wieder gewährt werde, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in Wien. Die Ansteckungszahlen in Österreich seien inzwischen deutlich niedriger als in einigen Teilen Deutschlands. „Ich gehe davon aus, dass es hier gelingen kann, dass in den nächsten Wochen entsprechende Schritte stattfinden, weil es schlicht und ergreifend auch sachlich gut begründbar ist“, sagte Kurz.

Zuvor hatte die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen.

+++ 14:10 Uhr: UN: Riesige Unterschiede in Corona-Krise – 7 statt 55 Klinikbetten +++
Die Zahl der Krankenhausbetten ist in hoch entwickelten Staaten nach UN-Angaben fast acht Mal größer als in schlecht ausgestatteten Entwicklungsländern. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der UN-Entwicklungsorganisation UNDP über Ungleichheiten in der Krise.

Demnach beträgt die Zahl der Klinikbetten pro 10 000 Einwohner in den am höchsten entwickelten Ländern im Schnitt 55, in den am schlechtesten entwickelten Staaten nur 7. Deutschland liegt der UNDP zufolge bei 83 Betten. Dieselben großen Unterschiede träfen auch auf die Zahl der Ärzte und Pfleger zu.

+++ 07:13 Uhr: Bericht: Reisewarnung soll bis Mitte Juni verlängert werden +++
Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie einem Medienbericht zufolge bis mindestens Mitte Juni verlängern. Diesen Beschlussvorschlag habe das Auswärtige Amt kurz vor der heutigen Kabinettssitzung mit den anderen Ministerien abgestimmt, berichtete der „Spiegel“ am Mittwoch. Demnach heißt es darin, die bisher gültige Reisewarnung gelte „bis auf weiteres“, mindestens aber bis Mitte Juni. Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll dem „Spiegel“ zufolge an diesem Mittwoch vom Kabinett verlängert werden, mindestens bis zum 14. Juni. Kurz danach beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien.

+++ 05:55 Uhr: Freiburg: Coronavirus sorgt für erhöhten Reinigungsbedarf in Kliniken +++
Mit dem Coronavirus ist der Reinigungs- und Desinfektionsbedarf in Krankenhäusern deutlich größer geworden. Grund sei der erweiterte Infektionsschutz, sagte eine Sprecherin der Uniklinik Freiburg. Die Klinik habe reagiert und 30 zusätzliche Reinigungskräfte engagiert. Wegen der erhöhten Schutzmaßnahmen werde für das Reinigen in den Stationen mehr Zeit und Material benötigt als sonst. Der Bedarf an Desinfektionsmittel für das Reinigen zum Beispiel habe sich mit dem Virus mehr als verfünffacht.

Freiburg ist nach eigenen Angaben die drittgrößte Uniklinik in Deutschland. Sie beschäftigt 700 Reinigungskräfte. Die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus würden ständig überprüft, erläuterte die Sprecherin. Für die Reinigungskräfte, vor allem im Notfallzentrum und auf den Intensivstationen, gebe es spezielle Schutzkleidung. Das Ansteckungsrisiko solle so verringert werden.

Dies gelte für alle Kliniken, sagte ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Reinigungskräften komme neben Ärzten und Pflegern im Klinikalltag eine besondere Bedeutung zu. Neben dem Reinigen seien sie vor allem für das Desinfizieren zuständig. Dies sei wesentlicher Bestandteil des Gesundheitsschutzes.

+++ 05:31 Uhr: Nächstes Corona-Paket: Mehr Tests vorgesehen +++
Mehr Tests, mehr Unterstützung für Arbeitnehmer, mehr Vorsorge schon für die nächste Grippe-Saison: Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch weitere Hilfsmaßnahmen auf dem Weg bringen, um Folgen der Corona-Krise auf breiter Front abzumilden. Dazu bringen mehrere Ressorts Gesetzespläne ein. Ein Paket von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht auch umfassendere Meldepflichten für Ärzte und Labore vor.

Labore und Ärzte sollen den Gesundheitsämtern künftig nicht mehr nur Verdachtsfälle einer Infektion, bestätigte Fälle und Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 melden müssen – sondern auch negative Testergebnisse und wieder genesene Fälle. Ziel ist, einen besseren Überblick über die Entwicklung der Epidemie zu bekommen.

+++ 05:30 Uhr: Bundeswehr-Wissenschaftler: Warnsignale vor Corona-Krise ignoriert +++
Frühe Warnungen vor der sich anbahnenden Corona-Pandemie sind nach Einschätzung einer Denkfabrik der Bundeswehr international nicht ausreichend beachtet worden. „Diese Krise zeigt, dass verschiedene Nationen, je nach politischer Kultur, die Frühwarnsignale teilweise ignoriert beziehungsweise sogar verleugnet haben“, erklärte der für Gesundheit und Sicherheit zuständige GIDS-Experte, Flottillenarzt Christian Haggenmiller, in einem am Mittwoch veröffentlichen Dokument.

Der Mediziner nennt darin die USA als Beispiel: „Sie verfügen über sehr umfangreiche Mittel zur Früherkennung von Gesundheitsgefahren, sowohl militärisch als auch zivil, und haben die Entwicklung rund um Covid-19 auch zeitnah erkannt. Doch das wurde von der aktuellen politischen Führung nicht als prioritär eingeschätzt.“ Es gebe zahlreiche Frühwarnsysteme, die aber noch nicht in Echtzeit funktionierten.

+++ 01:00 Uhr: Bund beschafft erstmals 45 Millionen Impfdosen gegen Grippe +++
Der Bund will für die kommende Grippesaison 4,5 Millionen Dosen Impfstoff gegen die übliche Grippe beschaffen, um ein gleichzeitiges Hochschnellen von Corona- und Influenza-Infektionen im Herbst und Winter zu verhindern. Das hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ angekündigt.

„Gleichzeitig viele Grippe- und Corona-Kranke zu versorgen könnte unser Gesundheitssystem überfordern“, sagte Spahn. „Mit Blick auf die nächste Grippesaison ermöglichen wir es den Ärzten, mehr Impfdosen zu bevorraten, und wir beschaffen erstmalig direkt als Bund zusätzlich 4,5 Millionen Impfdosen gegen Grippe.“ Die Corona-Pandemie werde mit hoher Wahrscheinlichkeit im kommenden Winter noch nicht vorbei sein.

28.04.2020

+++ 16:08 Uhr: EU-Länder: Grenzkontrollen in Corona-Krise behutsam lockern +++
Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen nur mit aller Vorsicht lockern. Man sei sich darüber einig gewesen, dass man beim Öffnen der europäischen Binnengrenzen ebenso behutsam vorgehen müsse wie bei einer möglichen Öffnung der EU-Außengrenzen, sagte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic am Dienstag nach einer Videoschalte mit seinen EU-Kollegen. Kroatien hat derzeit den Vorsitz der EU-Staaten inne.

+++ 16:02 Uhr: Hessen erlaubt wieder Gottesdienste und Pflegeheim-Besuche +++
Das Land Hessen lockert die Beschränkungen für Pflegeheime und Religionsgemeinschaften in der Corona-Pandemie. Man habe entschieden, dass ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste möglich seien, Besuche in Pflegeheimen ab dem 4. Mai, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Dienstag in Wiesbaden.

+++ 15:48 Uhr: Luxemburg will alle Bürger auf Covid-19 testen +++
Im Kampf gegen das Coronavirus startet Luxemburg in dieser Woche mit massenweisen Covid-19-Tests. Die freiwilligen Tests der gut 600 000 Einwohner und der Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Belgien sollten die Lockerung bestehender Kontaktbeschränkungen begleiten, teilte Forschungsminister Claude Meisch am Dienstag in Luxemburg mit. Rund 8500 Schüler und Lehrer sollten vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebes am 4. Mai getestet werden. Danach wolle man pro Tag mindestens 20 000 Tests machen. „Das Ziel ist, dass die gesamte Bevölkerung getestet werden kann, zum Teil mehrmals“, teilte Meisch mit.

Wegen der überschaubaren Bevölkerungszahl könne man „innerhalb kurzer Zeit die gesamte Bevölkerung auf das neuartige Coronavirus testen“. Man werde „als erstes Land der Welt einen kompletten Überblick über die Anzahl an infizierten Bürgern“ bekommen. Eine zweite Welle von Infektionen und ein erneuter „Lockdown“ müssten unbedingt vermieden werden.

+++ 12:02 Uhr: RKI-Präsident: Nicht nur auf Reproduktionszahl schauen +++
Seit Beginn des Corona-Ausbruchs in Deutschland liegt ein großes Augenmerk auf Zahlen: Neuinfektionen, Verdopplungszeit oder Reproduktionszahl etwa. Das RKI betont nun, ein viel diskutierter Wert solle nicht zu viel Gewicht bekommen.
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+++10:35 Uhr: Spahn legt Konzept für Rückkehr von Kliniken in Normalbetrieb vor +++
Wegen der eingedämmten Ausbreitung des Coronavirus sollen die Krankenhäuser aus Sicht der Bundesregierung ab Mai wieder mehr freigehaltene Betten mit anderen Erkrankten belegen. Das geht aus einem Konzept von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hervor.
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+++ 08:28 Uhr: Österreich hebt Ausgangsbeschränkungen auf – Nur noch Mindestabstand +++
Österreich hebt angesichts der günstigen Entwicklungen in der Corona-Krise nach fast sieben Wochen die Ausgangsbeschränkungen auf. Dies teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag in Wien mit.

„Wir können die Ausgangsbeschränkungen auslaufen lassen, wir brauchen sie nicht fortzusetzen“, sagte er. Ab dem 1. Mai sei lediglich ein Mindestabstand von einem Meter zu Menschen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, nötig. Allerdings sei es sehr verfrüht zu glauben, die Krise sei schon vorbei. „Wir können jederzeit Stopp sagen.“ Es gelte, eine zweite Erkrankungswelle zu vermeiden.

+++ 07:00 Uhr: Dresdner Infektiologe plädiert für Kita-Öffnung +++
Der Dresdner Infektiologe Reinhard Berner sieht kein Problem in einer Öffnung von Kitas und Grundschulen im Zuge von Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen. „Ich persönlich glaube, man sollte es tun“, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Dresden der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe mit festen kleinen Gruppen von fünf bis sieben Kindern, wobei die Besetzung relativ konstant bleiben muss. „Das ist das Einzige.“

Berner glaubt nicht, dass es bei ein paar Vorsichtsmaßnahmen plötzlich zu einer explosionsartigen Vermehrung kommt. „Wir brauchen gerade in der Population der Kinder eine langsam ansteigende Durchseuchung“, sagte er. Im Sommer verbreiteten sich die Viren langsamer, eine gewisse Transmission helfe, einen dann nicht mehr beherrschbaren Ausbruch in der sowieso schon problematischen Wintersaison zu vermeiden.

+++ 06:58 Uhr: „Schwierigste Phase“: Mehr als 66.000 Corona-Infizierte in Brasilien +++
Kein Land in Lateinamerika ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Brasilien: Mittlerweile hat das größte Land der Region mehr als 66 000 Infizierte registriert; 4205 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus bereits gestorben. Dies geht aus den jüngsten Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums in Brasília vom Montag hervor.

Es war – nach Samstag – die zweithöchste Zahl der registrierten Infektionen in Brasilien an einem Tag seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Laut der Beobachtungsstelle brasilianischer Universitäten verdoppelte sich die Zahl der Corona-Toten zuletzt innerhalb von acht Tagen.

+++ 04:53 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen wollen sich an Schutzmasken-Pflicht halten +++
Zwei Drittel der Deutschen wollen sich an die seit Montag in fast allen Bundesländern geltende Schutzmaskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr halten. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 67 Prozent, dass sie sich vollständig an die Regeln zur Abdeckung von Mund und Nase halten wollen, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. 15 Prozent wollen dies nur teilweise tun, vier Prozent wollen die Maskenpflicht boykottieren. Weitere 7 Prozent gaben an, dass sie keine Möglichkeit haben, sich an die Pflicht zu halten – etwa weil sie sich keine Maske kaufen oder selbst anfertigen könnten. Allerdings reicht ein einfaches Tuch oder ein Schal als Schutz aus.    

27.04.2020

+++ 16:54 Uhr: Bundesregierung dämpft Hoffnung auf rasche neue Lockerungen +++
Bundesregierung und Ländervertreter haben die Erwartung an weitreichende neue Lockerungen der Corona-Beschränkungen in der Bund-Länder-Schalte an diesem Donnerstag gedämpft. „An diesem 30. April wird es wichtige vorbereitende Beratungen und sehr begrenzte Beschlüsse geben“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag nach einer Sitzung des Corona-Kabinetts in Berlin.Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) äußerte sich ähnlich. Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) kündigte an, er wolle kommende Woche eigene Konzepte zur Lockerung der Beschränkungen für Kindergärten, Schulen und Pflegeheime vorlegen.

+++ 16:29 Uhr: US-Experten wollen 180.000 Mitarbeiter für Corona-Kontaktverfolgung +++
Führende US-Gesundheitsexperten fordern für den Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie, rund 180 000 zusätzliche Mitarbeiter einzustellen und leere Hotels in Zentren zur freiwilligen Isolierung möglicher Erkrankter umzuwandeln. Die Mitarbeiter seien nötig, weil die Ausbreitung des Virus nur gestoppt werden könne, wenn die Kontakte aller Erkrankten nachverfolgt würden, erklärten die Experten in einem Schreiben an den US-Kongress. Zu den 16 Unterzeichnern gehörte unter anderem Scott Gottlieb, ein früherer Chef der Gesundheitsbehörde CDC unter Präsident Donald Trump, genauso wie Gesundheitsexperten aus der Zeit von Präsident Barack Obama.

+++ 13:59 Uhr: Söder kündigt Corona-Exit-Konzepte für Schulen und Kitas an +++
Bis zur kommenden Woche will Bayern eigene Konzepte zur Lockerung der Corona-Beschränkungen für Kindergärten, Schulen und Pflegeheime vorlegen. „Mein und unser Schwerpunkt, meine und unsere Priorität, liegt in den nächsten zehn Tage darin, Konzepte zu erarbeiten und bis spätestens nächste Woche zu präsentieren, die vor allem die Situation der Familien wahrnimmt, und zwar alle Generationen“, sagte CSU-Chef Markus Söder am Montag nach einer Sitzung seines Parteivorstandes in München. Dazu gehöre für ihn eine klare Konzeption für die Schule, für Kitas und auch eine ganz sensible Entwicklung für Alten- und Pflegeheime.

+++ 13:58 Uhr: „Nicht umsetzbar“: Experten lehnen Masken in Kitas ab +++
Experten der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin halten eine Maskenpflicht für Kita-Kinder für „definitiv nicht umsetzbar“. „Auch in den unteren Klassen der Grundschule wird das sehr schwierig“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Empfehlung zum Tragen von Masken bei Kindern.

Schutzmasken sollen helfen, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu begrenzen. Den Experten zufolge ist es hingegen „sinnvoll und auch längerfristig zumut- und umsetzbar“, wenn Kinder ab dem Grundschulalter in Begleitung von Erwachsenen im öffentlichen Raum, also beim Einkaufen oder in Bus und Bahn eine Maske tragen. Für jüngere Kinder empfehlen sie Masken in Risikobereichen wie etwa Krankenhäusern. 

+++ 13:40 Uhr: Auswärtiges Amt gibt 300 Millionen für internationale Corona-Hilfe +++
Das Auswärtige Amt stellt für die Arbeit von Hilfsorganisationen in der Corona-Krise 300 Millionen Euro bereit. Deutschland leiste damit einen Beitrag zu den globalen humanitären Hilfsaufrufen der Vereinten Nationen und der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung, teilte das Ministerium am Montag in Berlin mit. Die Vereinten Nationen hatten den Bedarf für zusätzliche humanitäre Hilfe im Kampf gegen Covid-19 auf etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,85 Milliarden Euro) beziffert.

Außenminister Heiko Maas (SPD) erklärte dazu: „Das Corona-Virus kennt keine Grenzen. Es trifft insbesondere die Menschen, die besonders gefährdet sind, weil sie in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern leben oder in Staaten, deren Gesundheitssysteme durch die Pandemie völlig überfordert sind.“ Die Pandemie könne nur gemeinsam besiegt werden.

+++ 13:21 Uhr: Spanien startet Corona-Antikörperstudie mit 90 000 Teilnehmern +++
Spanien will mit Hilfe von Antikörpertests in 36 000 Haushalten mit rund 90 000 Bewohnern das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land abschätzen. Die Testreihe sollte an diesem Montag beginnen und sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden. Die Studie findet landesweit statt, die Teilnahme ist freiwillig. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privathaushalten nach sechswöchiger Ausgehsperre zu erhalten.

Am Wochenende hatte bereits Italien angekündigt, ab dem 4. Mai mit Antikörpertests bei zunächst 150 000 Menschen die Dunkelziffer der Corona-Infizierten bestimmen zu wollen. Auch in Deutschland plant die Regierung einen großangelegten Test, kleinere Projekte haben bereits begonnen.

+++ 13:08 Uhr: Ärzte fordern finanzielle Hilfen für Schutzausrüstung und Mitarbeiter +++
Bayerns Fachärzte fordern wegen der Corona-Krise finanzielle Hilfen für die Praxen und die Mitarbeiter. Die Ärzte und die Praxishelfer hätten in den vergangenen Wochen ohne geeignete Schutzausrüstung behandeln müssen oder diese „zu teils horrenden Preisen» selbst beschaffen müssen, erklärte die Allianz fachärztlicher Berufsverbände am Montag in München. „Dabei wäre es Aufgabe des Staates gewesen, Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.“

Es stelle sich jetzt die Frage, wer für die bereits gekaufte Schutzausrüstung die Kosten trage. Zudem sei offen, wer „zukünftig die Kosten für die exorbitant gestiegenen Hygiene- und weiteren Schutzmaßnahmen“ übernehme. Die Ärzte verlangen für sich und ihre medizinischen Fachangestellten (MFA) „die gleiche Wertschätzung, die die Mitarbeiter in Kliniken und Pflegeeinrichtungen erhalten haben“. Deswegen verlangen sie auch staatliche Einmalzahlungen für die MFA. Die Praxen hätten in der Pandemie 86 Prozent der Corona-Patienten ambulant behandelt und die Regelversorgung der Bevölkerung unter schwierigsten Bedingungen sichergestellt.

+++ 08:33 Uhr: Söder: Weitere Lockerungen in Bayern möglich – wenn es funktioniert +++
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat weitere Lockerungen der Beschränkungen in der Corona-Krise in Aussicht gestellt. „Wenn das jetzt in dieser Woche gut funktioniert, dann können wir über weitere Erleichterungen gut nachdenken“, sagte Söder am Montag dem Bayerischen Rundfunk („B5 aktuell“) mit Blick auf den Freistaat.

+++ 05:30 Uhr: Kanzleramt: Bei Corona-Anpassungen regionale Lage berücksichtigen +++
Das Kanzleramt hat sich ausdrücklich zu einer regional angepassten Reaktion auf die Corona-Krise bekannt. Bei der Überprüfung der Maßnahmen mit den Ländern „muss auch berücksichtigt werden, dass die Epidemie sich in Deutschland nicht gleichmäßig ausbreitet, sondern die Lage regional unterschiedlich sein kann“, schreibt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) in einer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Zwischenbilanz der Maßnahmen im Kampf gegen Corona für die Koalitions-Abgeordneten von Union und SPD.

+++ 05:15 Uhr: Einführungsdatum von Corona-App ungewiss – Lauterbach begrüßt Schwenk +++
Die Bundesregierung hat sich am Wochenende bei der Corona-Warn-App für eine dezentrale Speicherung entschieden. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach begrüßt das. Wann die App aber kommt, ist noch unklar.
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+++ 04:15 Uhr: Vorsichtige Lockerung der Corona-Beschränkungen in etlichen Staaten +++
Nach wochenlangem Stillstand wegen der Corona-Pandemie lockern einige Staaten vorsichtig und schrittweise ihre teils einschneidenden Beschränkungen. Die Lage in den einzelnen Staaten im Überblick.
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+++ 03:21 Uhr: Trotz junger Bevölkerung: Corona kann auch Afrika stark treffen +++
Ihre vergleichsweise jungen Gesellschaften dürften viele afrikanische Länder kaum vor schweren Auswirkungen der Corona-Pandemie schützen. Die Altersstruktur könnte vielleicht vorübergehend ein Puffer sein, sagte Maximilian Gertler von Ärzte ohne Grenzen. Es gebe aber weitere Faktoren, die einen viel stärkeren Einfluss auf die Entwicklung der Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent haben.

So etwa sei die soziale Distanzierung beispielsweise in großen Armenvierteln keinesfalls so umsetzbar wie hierzulande. Der Zugang zu sauberen Wasser sei teilweise nur an Brunnen außerhalb der eigenen Wohnung möglich. Auch das Arbeiten von zuhause sei für einen Großteil der Menschen – Wanderarbeiter, Händler, Taxifahrer – keine Option. Zudem mangle es oft an Desinfektionsmitteln, Seife und Schutzmaterial, es gebe zu wenig medizinisches Personal, sagt der Epidemiologe vom Tropeninstitut der Berliner Charité. „Ganz zu schweigen von Intensivkapazitäten, die sind quasi nicht vorhanden.“

24.04.2020

+++ 11:16 Uhr: RKI: Dürfen jetzt nicht nachlässig werden +++
Nach ersten Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie hat das Robert Koch-Institut (RKI) vor Nachlässigkeit gewarnt. Dass Deutschland bisher relativ gut durch die Epidemie gekommen sei, sei den frühzeitig getroffenen Eindämmungsmaßnahmen zu verdanken. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Freitag in Berlin. Die Lockerungen dürften nun nicht zu einem „Erdrutsch“ an weiteren Lockerungen führen.

+++ 11:13 Uhr: Wirtschaftsministerium fördert Maskenproduktion in Deutschland +++
Das Wirtschaftsministerium will Firmen bei der Produktion von Corona-Schutzausrüstung in Deutschland finanziell unterstützen. Wie das Ministerium am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, soll mit der Förderung von Vliesstoffen als zentrales Vorprodukt begonnen werden. Das Förderprogramm solle Investitionen in die Produktion von Vliesstoffen mit Haushaltsmitteln des Bundes unterstützen. Die geförderten Unternehmen müssten demnach den Zuschuss des Bundes nicht zurückzahlen. Darauf aufbauend solle auch die Produktion von Masken selbst in geeigneter Weise gefördert werden.

+++ 10:30 Uhr: Mehr als 149 900 Corona-Nachweise in Deutschland – 5265 Tote +++
In Deutschland sind bis Freitagvormittag mehr als 149 900 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: mehr als 147 500 Infektionen). Mindestens 5265 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 10.15 Uhr: 5023). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 08:54 Uhr: Fünf Millionen Masken sollen an Saarländer verteilt werden +++
Zum Start der Maskenpflicht im Saarland sollen ab Montag (27. April) fünf Millionen Masken an die Bürger verteilt werden. Als Starterpaket bekomme jeder Saarländer fünf Masken zur Verfügung gestellt, teilten Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) zuvor mit. Die Verteilung der Mund-Nasen-Schutzmasken solle über die Gemeinden vor Ort erfolgen. Die Masken könnten mehrfach benutzt werden und würden kostenlos an die Bürger abgegeben, hieß es. Von Montag an ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Transport und beim Einkaufen Pflicht.

+++ 08:42 Uhr: Spahn: Weiter „ungewisse und unsichere Lage“ in der Corona-Krise +++
Zum Start der Maskenpflicht im Saarland sollen ab Montag (27. April) fünf Millionen Masken an die Bürger verteilt werden. Als Starterpaket bekomme jeder Saarländer fünf Masken zur Verfügung gestellt, teilten Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) zuvor mit.

Die Verteilung der Mund-Nasen-Schutzmasken solle über die Gemeinden vor Ort erfolgen. Die Masken könnten mehrfach benutzt werden und würden kostenlos an die Bürger abgegeben, hieß es. Von Montag an ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Transport und beim Einkaufen Pflicht.

+++ 07:00 Uhr: Onkologen warnen: „Bugwelle an zu spät diagnostizierten Krebsfällen“ +++
Wissenschaftler und Ärzte warnen in der Corona-Krise vor einer „Bugwelle an zu spät diagnostizierten Krebsfällen“. Bislang mussten Krebspatienten im Regelfall keine bedrohlichen Versorgungsengpässe befürchten, doch Einschränkungen durch die Krisensituation seien spürbar, teilten das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft mit. Ob die Zahl der Krebsfälle dadurch steigen könnte, ließen die Experten zunächst offen.

+++ 05:19 Uhr: Corona: Brasilien vermeldet mehr als 400 Todesopfer in 24 Stunden +++
Brasilien hat erstmals mehr als 400 Todesfälle durch das Coronavirus innerhalb von 24 Stunden registriert. Nach den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) lag die Zahl der Gestorbenen zwischen Mittwoch und Donnerstag bei 407. Das ist die höchste Zahl für diesen Zeitraum seit Beginn der Covid-19-Pandemie. Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 3313 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

+++ 05:01 Uhr: Merkel: Beschlüsse über Lockerung von Corona-Auflagen erst am 6. Mai +++
Bund und Länder werden nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen entscheiden. Die Auswirkungen der am Montag begonnenen Öffnung der Geschäfte könne man erst 14 Tage später abschätzen, sagte Merkel am Donnerstagabend in Berlin. Andere Lockerungen träten noch später in Kraft. „Das heißt, wir können dann am 6. Mai über diese Fragen sprechen.“

23.04.2020

+++ 16:14 Uhr: Bayern und Baden-Württemberg warnen vor schnellen Corona-Lockerungen +++
In der bundesweiten Debatte um mehr Lockerungen der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus haben Baden-Württemberg und Bayern die übrigen Bundesländer zu mehr Zurückhaltung aufgefordert. Er halte den „anschwellenden Chor der Öffnung“ für wenig durchdacht, sagte Baden-Württembergs Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in Ulm. Söder betonte, dass sich die beiden Bundesländer in Süddeutschland mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Thema in einer „Gemeinschaft der Umsichtigen» sehen. „Leichtsinn wäre ein schlechter Berater in dieser Situation.“

+++ 15:55 Uhr: Keine Maskenpflicht im Südwesten für kleine Kinder +++
Kinder bis zum sechsten Geburtstag werden von der Maskenpflicht in Baden-Württemberg ausgenommen. So lautet die Neufassung der Corona-Verordnung, die am Donnerstag beschlossen wurde und am Montag in Kraft treten soll. Während des Unterrichts an den Schulen im Land soll keine Maskenpflicht gelten, allerdings für die Fahrt zur Schule mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausgenommen bleibt, für wen das Tragen einer Maske wegen einer Behinderung oder aus medizinischen Gründen – etwa wegen Asthma – unzumutbar ist. Auch schwerhörige oder gehörlose Menschen und ihre Begleitpersonen, die auf das Mundbild oder eine besonders deutliche Aussprache angewiesen sind, dürfen unverhüllt bleiben. Die Maskenpflicht gilt auch nicht für Kassiererinnen, die hinter einer Plexiglasscheibe arbeiten.

+++ 15:52 Uhr: Lange Schlangen für Antikörpertests in Tschechien +++
Zu Beginn einer ersten Dunkelziffer-Studie zum Coronavirus in Tschechien haben sich lange Schlangen vor den Abnahmestellen gebildet. Sowohl in Prag als auch in Brünn (Brno) und Olmütz (Olomouc) reihten sich am Donnerstag Hunderte Menschen ein, wie die Agentur CTK berichtete. Insgesamt sollen rund 28 000 Menschen ohne Symptome getestet werden, um einen Anhaltspunkt zu erhalten, wie weit das neuartige Coronavirus in dem EU-Mitgliedstaat schon verbreitet ist. Dabei sollen alle Altersgruppen berücksichtigt werden, auch Kinder und Senioren.

+++ 12:06 Uhr: Seit zwei Wochen keine Corona-Neuinfektion mehr in Rostock +++
In Mecklenburg-Vorpommerns einziger Großstadt Rostock ist seit 14 Tagen keine Neuinfektion mit dem neuartigen Coronavirus mehr bekannt geworden. „Der letzte zurzeit an Covid-19 erkrankte Rostocker konnte jetzt aus der Quarantäne entlassen werden”, teilte Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Donnerstag mit. Einzelne Rostocker, die in den vergangenen Tagen als neuinfiziert in der Statistik auftauchten, lebten zurzeit nicht in der Stadt, sagte ein Stadtsprecher. Natürlich könne sich die Situation minütlich ändern, räumte er ein. Rostock hat mehr als 200.000 Einwohner.

+++ 12:04 Uhr: EU: Russische Staatsmedien verbreiten Fake News über Coronavirus +++
Russische Medien machen in der Corona-Krise nach Einschätzung der EU weiter mit Desinformation Stimmung gegen die Staatengemeinschaft. Allein in der vergangenen Woche seien 45 Fälle Kreml-freundlicher Falschnachrichten hinzugekommen, 30 von ihnen in Verbindung mit dem Coronavirus, teilte die EU-Kampagne „EU vs. Disinfo“ am Donnerstag mit. Sie seien auf Twitter, Facebook, Pinterest und Reddit rund 36 500 mal geteilt, kommentiert und mit einem Like versehen worden.

+++ 10:43 Uhr: Merkel: Länder in Corona-Krise teils zu forsch +++
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen einzelner Bundesländer bei der Öffnung der Beschränkungen in der Corona-Krise scharf kritisiert. Die Umsetzung der Öffnungs-Beschlüsse von Bund und Ländern der vergangenen Woche wirke auf sie „in Teilen sehr forsch, um nicht zu sagen zu forsch“, sagte Merkel am Donnerstag in ihrer ersten Regierungserklärung zur Corona-Krise im Bundestag.
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+++ 05:30 Uhr: Söder und Kretschmann beraten über Corona-Krise +++
Die Regierungschefs von Bayern und Baden-Württemberg, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne), beraten an diesem Donnerstag (12.00 Uhr) in Ulm über die Corona-Krise. Bei dem Arbeitsessen im Rathaus solle es um die nächsten Schritte gehen, hieß es vom baden-württembergischen Staatsministerium. Im Anschluss (13.00 Uhr) wollen sich die Regierungschefs per Liveübertragung im Internet an die Öffentlichkeit wenden.

+++ 05:30 Uhr: Impfallianz Gavi fordert frühe Verhandlungen über Corona-Impfstoff +++
Die internationale Impfallianz Gavi rät Regierungen und Gesundheitsorganisationen zu frühen internationalen Vereinbarungen über die künftige Verteilung einer Immunisierung gegen das Coronavirus.
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+++ 05:01 Uhr: Krankenkassen sehen Finanzierung von Corona-Massentests kritisch +++
Die Krankenkassen machen Front gegen Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn, wonach sie die Kosten von Corona-Tests auch bei einer starken Erhöhung der Testzahlen tragen sollen. Die große Koalition will die Zahl der Tests massiv ausweiten, die gesetzlichen Krankenkassen sollen nach diesen Plänen auch die Kosten für symptomunabhängige Tests übernehmen. Bisher wird in der Regel nur bei einem begründeten Verdacht auf Corona getestet.

Zwar sei das Ziel des Gesetzes zu begrüßen, schnell flächendeckende Testungen zu ermöglichen, sagte der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). „Klar ist aber auch, dass es sich hierbei um eine Maßnahme zum allgemeinen Bevölkerungsschutz handelt. Infektionsschutz und Seuchenbekämpfung gehören zur Gefahrenabwehr, für die grundsätzlich die Länder die Aufgaben- und Ausgabenverantwortung tragen“, so der Verbandschef. Daher sei die Übertragung der Kosten auf die Kassen „rechtlich fragwürdig“.

+++ 04:45 Uhr: Trump kritisiert Lockerung der Corona-Auflagen – Gefahr zweiter Welle +++
US-Präsident Donald Trump will die US-Wirtschaft möglichst rasch wieder vom Joch der Corona-Beschränkungen befreien – doch jetzt bremst er sogar einen republikanischen Gouverneur aus. Die angekündigten Lockerungen im Bundesstaat Georgia ab diesem Freitag kämen „zu früh“, sagte Trump. „Sicherheit muss Vorrang haben“, sagte der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus.

Gouverneur Brian Kemp müsse tun, was er für richtig halte, aber er rate dazu, weiter abzuwarten, sagte Trump. Unterdessen warnten seine Berater schon vor einer zweiten Coronavirus-Epidemie im Herbst. Sie forderten daher alle daher Amerikaner auf, sich im Interesse des Gemeinwohls dieses Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen.

+++ 04:00 Uhr: Unterschiedliche Corona-Verordnungen: Experte warnt vor Unverständnis +++
Nach Einschätzung von Politikwissenschaftler Hendrik Träger können die unterschiedlichen Corona-Verordnungen in den einzelnen Bundesländern zu Unsicherheit und Unverständnis führen. Er wünsche sich von den Ministerpräsidenten der Länder klare Einigungen, die dann auch umgesetzt werden, sagte der Wissenschaftler von der Universität Leipzig. Mit Blick auf die vergangene Videokonferenz der Regierungschefs mit der Bundesregierung sagte er: „In der Videokonferenz wird eine gemeinsame Linie vereinbart, aus der innerhalb weniger Tage ein Flickenteppich im deutschen Föderalismus entsteht.“

22.04.2020

+++ 16:18 Uhr: Biontech aus Mainz im Fokus bei erster Studie zu Corona-Impfstoff +++
Das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat die erste klinische Prüfung eines Impfstoffs gegen Covid-19 in Deutschland genehmigt. Die Genehmigung ist das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten.
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+++ 16:06 Uhr: Hamburg: Gestorbene Corona-Patienten alle mit Vorerkrankungen
In der Hansestadt Hamburg ist seit Beginn der Pandemie noch niemand ohne Vorerkrankungen an dem neuen Coronavirus gestorben. Das hat der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel betont, der mit seinem Team die gestorbenen Corona-Patienten untersucht. Die Zahl der Menschen, die in Hamburg an der Lungenerkrankung gestorben sind, hat sich nach den am Mittwoch von der Gesundheitsbehörde veröffentlichten Angaben um 11 auf 95 erhöht. Die Behörde beruft sich dabei auf Angaben des Instituts für Rechtsmedizin.

+++ 16:02 Uhr: Heidelberg: Forscher untersuchen Corona-Infektionen bei Kindern +++
Die Universitäts-Kinderklinik Heidelberg will in einer Studie die Frage klären, ob Kinder bis zu zehn Jahren immun gegen das Coronavirus sind. Damit werde eine isländische Studie zu diesem Thema überprüft, berichtete die „Rhein-Neckar-Zeitung“ am Mittwoch. Gesucht werden dafür landesweit 2000 Kinder plus jeweils ein Elternteil.

Die Isländer hatten herausgefunden, dass von 13 000 Probanden kein einziges Kind unter zehn Jahren mit dem Coronavirus infiziert war. Bei Menschen ab zehn Jahren waren es 0,8 Prozent, wie es im Fachjournal „New England Journal of Medicine“ heißt.

+++ 15:50 Uhr: Schätzung: Zahl britischer Corona-Toter doppelt so hoch wie angegeben +++
In Großbritannien könnten einem Bericht der „Financial Times“ zufolge bereits doppelt so viele Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben sein wie bisher angenommen. Das geht aus Hochrechnungen der Zeitung auf Grundlage von Zahlen des britischen Statistikamts ONS hervor. Demnach könnten bereits 41 000 Menschen im Zuge der Pandemie gestorben sein. Das sind weit mehr als die offiziellen Zahlen bisher vermuten lassen: Dem Gesundheitsministeriums zufolge starben nachweislich bis Montag etwa 17 300 Menschen an der Lungenkrankheit in Krankenhäusern des Landes. Nicht eingerechnet sind dabei die Todesfälle in Pflegeheimen und Privathaushalten.

Grundlage für die Berechnung der «Financial Times» ist die Übersterblichkeit in Großbritannien, die vom Statistikamt für die Woche bis zum 10. April mit etwa 8000 angegeben wurde. Das bedeutet, innerhalb von nur einer Woche starben in dem Land 8000 Menschen mehr als im Durchschnitt der Vorjahre. Diese Todesfälle rechnet das Blatt der Coronavirus-Pandemie zu. Erklärt werden könnte das beispielsweise durch unerkannte Covid-19-Erkrankungen oder durch indirekte Todesfälle, beispielsweise weil die Kapazitäten im Gesundheitswesen durch die Pandemie ausgelastet sind und Patienten an Leiden sterben, die zu anderen Zeiten behandelbar gewesen wären. Hochgerechnet bis zum 21. April ergibt sich daraus die Summe 41 000 – jedoch unter der Annahme, dass das Verhältnis zwischen Übersterblichkeit und in Krankenhäusern gemeldeten Todesfällen gleich geblieben ist.

+++ 12:32 Uhr: Unternehmen und UN liefern Tausende Coronavirus-Tests für den Jemen +++
Eine Gruppe von Unternehmen will in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen Zehntausende Coronavirus-Tests sowie Schutzbekleidung und Beatmungsgeräte in den Jemen liefern. Das teilte die Initiative zum Kampf gegen Covid-19 im Jemen (IICY) am Mittwoch mit. Angeführt wird das Vorhaben von der Stiftung des verstorbenen jemenitischen Unternehmers Hajil Said. Beteiligt sind unter anderem der Verpackungshersteller Tetra Pak mit Sitz in der Schweiz und der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern Unilever.

+++ 12:18 Uhr: Maskenpflicht kommt auch in NRW, Rheinland-Pfalz und im Saarland
Auch Rheinland-Pfalz und das Saarland machen das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes wegen der Corona-Pandemie zur Pflicht. Vom kommenden Montag (27.4.) an müssen sogenannte Alltagsmasken oder auch andere Abdeckungen wie Schals im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften getragen werden, wie die Regierungssprecher der beiden Länder am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit ihren Kollegen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mitteilten. Zuvor hatten schon zahlreiche andere Bundesländer angekündigt, eine solche Maskenpflicht einzuführen.

+++ 12:16 Uhr: Laschet plädiert für weitere Lockerungen in Corona-Krise +++
Nur zwei Tage nach den ersten behutsamen Lockerungen in der Corona-Krise hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Vorschläge für weitere Öffnungen im Mai gemacht. Bund und Länder sollten sich bei ihrem nächsten Treffen am 30. April darauf einigen, sagte Laschet der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ, Mittwoch). Zwar wisse man dann noch nicht, wie die bereits beschlossenen Lockerungen sich auswirkten. „Ich glaube trotzdem, dass man noch einmal über ein paar weitere Maßnahmen nachdenken muss“, sagte Laschet der Zeitung.

+++ 10:58 Uhr: Leere Kliniken, fehlende Patienten – Ärzte sind besorgt +++
Mediziner und Krankenhäuser beobachten in der Corona-Krise einen beunruhigenden Trend. Aus Angst vor einer Infektion kommen sehr viel weniger Patienten mit akutem Behandlungsbedarf in die Kliniken.
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+++ 10:30 Uhr: Inzwischen mehr als 10 000 Coronavirus-Infektionen in Polen +++

+++ 08:23 Uhr: Apotheken-Umsätze steigen zu Beginn der Corona-Krise +++
Zu Beginn der Corona-Krise haben die Apotheken in Deutschland ihre Umsätze deutlich gesteigert. Bereinigt um Preissteigerungen setzten sie im Februar 6,0 Prozent mehr um als im gleichen Monat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden berichtete. Das lag zwar deutlich über der langjährigen Veränderungsrate von 2,6 Prozent aber noch unter dem allgemeinen Zuwachs, den der deutsche Einzelhandel im Februar mit 6,4 Prozent verzeichnet hat.

Die Statistiker haben bei den Apotheken einen deutlichen Preisanstieg in den vergangenen Jahren registriert. Die Preise für rezeptfreie Medikamente kletterten demnach um 11,1 Prozent. Hier können die Apotheken frei kalkulieren. Die rezeptpflichtigen Medikamente, bei denen Preise und Zuzahlungen staatlich reguliert sind, wurden in der Fünfjahresspanne hingegen nur 2,7 Prozent teurer.

+++ 08:00 Uhr: Schweizer Forscher: Corona-Massenimpfung vielleicht schon ab Oktober +++
Ein Schweizer Immunologe hat nach eigenen Angaben einen Impfstoff-Kandidaten gegen Corona entwickelt, der nach erfolgreichen Prüfungen möglicherweise noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen könnte. Martin Bachmann vom Universitätsspital Bern will die nötigen Studien und Genehmigungsverfahren so schnell durchlaufen, dass er schon im Oktober Massenimpfungen in der Schweiz für möglich hält. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic bestätigte Gespräche mit Bachmann und anderen Forschern, die an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2 arbeiten.

+++ 07:33 Uhr: Experten in Japan warnen vor Unfällen bei Desinfektion gegen Corona +++
In Japan warnen Experten vor dem falschem Gebrauch von Desinfektionsmitteln zum Schutz vor Corona. Es komme zunehmend zu Unfällen, etwa weil Menschen auf Alkohol basierende Mittel in Getränke-Plastikflaschen lagerten und versehentlich daraus tranken, wie der japanische Fernsehsender NHK am Mittwoch unter Berufung auf das nationale Informationszentrum für Gifte berichtete. Das Zentrum ruft die Bevölkerung dazu auf, sachgerecht mit Desinfektionsmitteln umzugehen.

Es gibt demnach auch Fälle, bei denen sich Menschen Masken aufsetzten, die sie mit Schimmelreinigern statt antibakteriellen Mitteln besprüht hatten. Desinfektionsmittel sollten nur in speziell beschrifteten Behältern aufbewahrt werden, so die Mahnung. Gewarnt wurde auch davor, die Mittel im Kühlschrank aufzubewahren. Auch müssten sie so verstaut werden, dass Kinder nicht an sie herankommen.

+++ 07:22 Uhr: Ministerium: Zahl der Anrufe wegen häuslicher Gewalt gestiegen +++
Beim deutschlandweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ hat die Nachfrage nach Beratung zu häuslicher Gewalt zuletzt zugenommen. Vergangene Woche habe man eine Steigerung von 17,5 Prozent im Vergleich zu zwei Wochen zuvor verzeichnet, sagte eine Sprecherin von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Bis dahin sei die Entwicklung der Beratungskontakte vergleichbar zum Vorjahr 2019 verlaufen – also ohne Auffälligkeiten. Ein Trend sei feststellbar. Giffey hatte Anfang der Woche die gestiegene Nachfrage in Zusammenhang mit der Corona-Krise gestellt, Familien stünden auf engem Raum unter besonderem Stress.

+++ 07:15 Uhr: Greifswalder Forscher entwickeln schnelles Händedesinfektionssystem +++
Greifswalder Forscher haben eine Desinfektionsanlage entwickelt, mit der sich 18 Personen gleichzeitig die Hände desinfizieren können. Sie arbeitet mit einem Wirkstoff, der innerhalb von 30 Sekunden sowohl gegen hartnäckige Bakteriensporen als auch gegen widerstandsfähige Viren wirkt, teilte das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald am Mittwoch mit. Das Desinfektionssystem wurde demnach von der Firma Nebula Biocides GmbH entwickelt, einer Ausgründung des Greifswalder Leibniz-Institutes. 

Die Anlage erlaubt Händedesinfektionen an hochfrequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Schulen oder Krankenhäusern, erläuterten die Geschäftsführer des Unternehmens, Jörn Winter und Ansgar Schmidt-Bleke. Bisherige Desinfektionsmittel basierten meist auf Alkohol, seien teuer und leicht entzündlich. Das neue Mittel sei preiswert, nicht entflammbar und biologisch abbaubar.

21.04.2020

+++ 16:19 Uhr: Berliner Senat verbietet Großveranstaltungen bis 24. Oktober +++
Kulturelle und sportliche Großveranstaltungen in Berlin mit mehr als 5000 Teilnehmern bleiben wegen der Corona-Krise bis zum 24. Oktober verboten. Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern dürfen bis 31. August nicht stattfinden, beschloss der Senat am Dienstag.

+++ 15:28 Uhr: Strenge Auflagen: Kinder dürfen in Spanien ab Montag aus dem Haus +++
Erleichterung für Kinder in Spanien: Erstmals seit mehr als sechs Wochen dürfen alle bis zum Alter von 14 Jahren in der Corona-Krise ab Montag wieder das Haus verlassen. Allerdings sollen sie dort nicht das tun, was Kinder am liebsten möchten: mit Freunden spielen, Fahrradfahren, Rollschuhlaufen oder auf Spielplätzen herumturnen. Die Gefahr einer Ausbreitung des Coronavirus durch Kinder sei zu groß, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero am Dienstag nach einer Kabinettssitzung unter Leitung von Regierungschef Pedro Sánchez. Die Zustimmung des Parlaments zu dieser leichten Abschwächung der strengen Kontaktsperren galt als sicher.

Es sei vorgesehen, dass die Kinder ihre Eltern oder die Erwachsenen, mit denen sie zusammenleben, nur bei den Gängen außer Haus begleiten dürfen, die Erwachsenen bisher schon erlaubt waren: um Lebensmittel oder Medikamente einzukaufen oder zur Bank zu gehen, sagte Montero. Dies sei auch Jugendlichen ab 14 Jahren – aber ohne Begleitung – erlaubt. Spazierengehen bleibt allen verboten.

+++ 12:24 Uhr: Ab Donnerstag Maskenpflicht auch in Sachsen-Anhalt +++
Wie zuvor mehrere andere Länder verpflichtet nun auch Sachsen-Anhalt alle Bürger, beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen einen Mundschutz zu tragen. Dies soll von Donnerstag 0.00 Uhr an gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Magdeburg erfuhr.

+++ 12:17 Uhr: Ab 27. April: Baden-Württemberg führt Maskenpflicht ein +++
Auch Baden-Württemberg führt nun angesichts der Coronavirus-Epidemie eine Maskenpflicht ein. Ab diesem Montag müssen Mund und Nase beim Einkaufen und im Nahverkehr bedeckt sein, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart sagte. Damit sei aber kein medizinischer Mundschutz gemeint, es gehe nur um einfache Mund-Nasen-Bedeckung.

+++ 11:25 Uhr: RKI: Kein Ende der Epidemie in Sicht +++
Trotz der ersten Lockerungen in der Corona-Pandemie betont das Robert Koch-Institut (RKI) den Ernst der Lage. „Das Virus ist nicht weg“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Dienstag in Berlin. „Es ist kein Ende der Epidemie in Sicht. Die Fallzahlen können wieder steigen.“
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+++ 10:39 Uhr: Krankenhaus für Corona-Patienten in Moskau in Eiltempo gebaut +++
Die russische Hauptstadt Moskau hat im Eiltempo von nur einem Monat ein Krankenhaus für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus gebaut. Die ersten 20 Patienten seien bereits eingeliefert worden, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Bis zu 800 Menschen können demnach in der Klinik am Stadtrand von Moskau behandelt werden. Notfalls könnten auch 900 Betten bereitgestellt werden. „Bis heute haben mehr als 500 Mitarbeiter ihre Arbeit aufgenommen, und wir stellen weiter Spezialisten ein“, sagte Chefarzt Sergei Perechodow. Mehr als 1000 Fachärzte sollen dort arbeiten.

+++ 09:17 Uhr: Zahl der zusätzlichen Todesfälle durch Corona unklar +++
Wie viele Menschen mehr als sonst wegen der Corona-Pandemie sterben, lässt sich für Deutschland bislang nur schwer beziffern. Das zeigen Anfragen der Deutschen Presse-Agentur in den Bundesländern. Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, die besonders hohe Infiziertenzahlen melden, liegen nach eigenen Angaben bislang keine aktuellen Daten dazu vor. Auch das Statistische Bundesamt hat bislang keine aktuellen Zahlen veröffentlicht.
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+++ 08:32 Uhr: Nonnemacher: Vorerst keine Maskenpflicht in Brandenburg geplant +++
Anders als andere Bundesländer plant Brandenburg laut Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher bislang keine Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes im öffentlichen Raum. Eine Maskenpflicht sei derzeit nicht vorgesehen, wichtiger sei weiterhin das Einhalten des Abstandsgebots von „mindestens 1,5 Meter, besser 2 Meter“, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich habe so ein bisschen Sorge, dass vielleicht so eine Maske dann auch so als Allheilmittel angesehen wird: „Jetzt kann man wieder eng an jeden ran gehen und die Maske schützt mich ja vor allem.“ Wir wissen, die Maske hat einen gewissen Schutzeffekt, aber sie schützt den Träger nicht sicher vor Infektion.“ Die Regierung empfehle aber das Tragen von Masken im öffentlichen Nahverkehr, wo Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden könnten.

+++ 08:20 Uhr: SPD-Politiker Lauterbach hält Mundschutzpflicht für sinnvoll +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich dafür ausgesprochen, das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes in Deutschland verpflichtend zu machen. Niemand wolle die Menschen jetzt mit weiteren schlechten Nachrichten konfrontieren, sagte Lauterbach am Dienstag im „Deutschlandfunk“. Er sei trotzdem der Meinung, „dass man jetzt ehrlich sein sollte und bundesweit eine Mundschutzpflicht in bestimmten Bereichen einführen sollte“. In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr etwa sei das Tragen eines Mundschutzes „medizinisch sinnvoll“, erklärte der Bundestagsabgeordnete.

+++ 08:10 Uhr: Schwedens Corona-Strategie umstritten – mehr als 1500 Tote +++
Der schwedische Sonderweg in der Bekämpfung des Coronavirus hat einen hohen Preis. Mehr als 1500 Menschen starben der schwedischen Gesundheitsbehörde zufolge bislang infolge einer Infektion mit Sars-CoV-2. Das ist um ein Vielfaches mehr als in den anderen skandinavischen Ländern. Trotzdem bleiben die Behörden bei der Strategie, der Bevölkerung lediglich zu raten, Abstand zu halten. Veranstaltungen mit bis zu 50 Besuchern sind nach wie vor erlaubt.

Bo Lundbäck, Professor für klinische Epidemiologie von Lungenerkrankungen in Göteborg, findet die hohen Todeszahlen nicht akzeptabel. Er fordert, dass auch in Schweden alle Schulen geschlossen werden und vor allem das Personal in den Altersheimen besser geschützt werde. „Ich sehe nicht, dass Schweden eine konkrete Strategie verfolgt, und ich sehe auch keinen Trend“, sagt er im Gespräch mit der Deutsche Presse-Agentur.

+++ 05:14 Uhr: Ärztepräsident: Maskenpflicht „für gewissen Zeitraum sinnvoll“ +++
Bundesärztekammerpräsident Klaus Reinhardt reagiert eher zurückhaltend auf eine Maskenpflicht, wie sie nun in einer Reihe von Bundesländern geplant ist. „Wenn die Masken im öffentlichen Leben, im Nahverkehr und beim Einkaufen dazu dienen können, den Infektionsgrad zu reduzieren, ist das für einen gewissen Zeitraum sinnvoll“, sagte Reinhardt der «Passauer Neuen Presse“ (Dienstag).

„Ich bin aber kein ausgesprochener Verfechter der Maskenpflicht, denn die Maske wird feucht und kneift. Der Träger fasst sich dann unter Umständen häufiger ins Gesicht.“ Professionelle Masken, die zuverlässig zu einer Infektionsreduktion führten, seien indes nicht ausreichend für die gesamte Bevölkerung vorhanden.

+++ 05:01 Uhr: Spahn gegen Gesetz zur Regelung der Patienten-Priorisierung +++
Trotz Corona-Pandemie sieht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keine Notwendigkeit, per Gesetz zu regeln, welcher Patient im Fall fehlender Ressourcen zuerst medizinisch versorgt werden soll. „Gesetzgeberischer Handlungsbedarf zu diesen medizinischen Fragen besteht nicht“, heißt es in einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) vorliegt. In seiner Antwort verweist das Ministerium lediglich auf die gemeinsame Empfehlung mehrerer ärztlicher Fachgesellschaften und eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates.

20.04.2020

+++ 16:16 Uhr: Merkel: In der Corona-Krise „noch lange nicht über den Berg“ +++
Am ersten Tag der Lockerung der coronabedingten Beschränkungen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bürger vor Leichtsinn gewarnt und weiter zu größter Vorsicht aufgerufen. „Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen, (…) sondern wir müssen wachsam und diszipliniert bleiben“, sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts.

+++ 16:14 Uhr: Sachsen: Zahl Infizierter und Todesopfer nimmt zu – Maskenpflicht gilt +++
Sachsen setzt in der Corona-Krise angesichts weiter steigender Fallzahlen seit Montag auf eine Maskenpflicht. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt oder einen Laden betritt, muss Mund und Nase mit einer Schutzmaske, einem Tuch oder einem Schal bedecken. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ging wenige Stunden nach Beginn der Regelung davon aus, dass fast 80 Prozent der Menschen sich daran halten.

gilt +++
Sachsen setzt in der Corona-Krise angesichts weiter steigender Fa
llzahlen seit Montag auf eine Maskenpflicht. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt oder einen Laden betritt, muss Mund und Nase mit einer Schutzmaske, einem Tuch oder einem Schal bedecken. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) ging wenige Stunden nach Beginn der Regelung davon aus, dass fast 80 Prozent der Menschen sich daran halten.

+++ 16:11 Uhr: Bundesregierung will Infektionsketten besser verfolgen +++
Nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts wurden folgende Beschlüsse gefasst:
Der öffentlichen Gesundheitsdienst soll g

reibung weiter möglich +++
Krankschreibungen wegen Erkältungen sind in der Corona-Krise nun doch weiterhin auch per Telefon möglich. Das teilte der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen (G-BA), Josef Hecken, am Montag mit.
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+++ 13:54 Uhr: Uniklinik Freiburg ruft zu Plasmaspenden für Corona-Kranke auf +++
Die Uniklinik Freiburg hat für die bessere Behandlung von Coronavirus-Patienten zu Plasmaspenden aufgerufen. Der Aufruf gelte Menschen, die nachweislich mit dem Coronavirus Sars-

+++ 13:22 Uhr: Berlin: Beschaffung von Schutzausrüstung: Fortschritte und Millionen-Bedarf +++
In der Coronavirus-Pandemie macht Berlin laut dem zuständigen Staatssekretär Fortschritte bei der Beschaffung von Schutzausrüstung. Der SPD-Politiker Martin Matz zählte am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses auf, in welcher Größenordnung zwischen dem 18. März und 19. April Material beschafft worden sei: Rund 11 Millionen Stück einfacher Mund-Nasen-Schutz, 733.000 FFP2- und FFP3-Schutzmasken, 2,3 Millionen Einmalhandschuhe, 370.000 Schutzbrillen und 311.000 Schutzkittel.

+++ 10:35 Uhr: Söder: Bayern führt Maskenpflicht in Läden und Nahverkehr ein +++
Bayern führt eine Maskenpflicht in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr ein. Von kommender Woche an sollen dort Mund-Nasen-Schutz oder auch Schals Pflicht sein, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in einer Regierungserklärung im Landtag ankündigte.
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+++ 08:25 Uhr: Bund will Kosten für ausländische Corona-Patienten übernehmen +++
Der Bund will die Kosten für die Behandlung schwerkranker ausländischer Corona-Patienten in Deutschland übernehmen. „Europa steht auch in Krisenzeiten zusammen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut Mitteilung am Montag vor einer Sitzung des Corona-Kabinetts. Deutschlands Krankenhäuser versorgten auf ihren Intensivstationen bereits mehr als 200 schwerkranke Corona-Patienten aus europäischen Partnerländern. Man sei bereit und in der Lage, weitere aufzunehmen. „Das ist unser Verständnis von europäischer Solidarität.“

+++ 06:00 Uhr: Charité-Psychologin: Sorge um Generationenvertrag in Corona-Pandemie +++
Rund vier Wochen nach dem Start umfassender Maßnahmen in der Corona-Epidemie sorgt sich die Charité-Psychologin Isabella Heuser um den deutschen Generationenvertrag. „Ich bin weniger optimistisch als vor einem Monat. Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden jetzt so massiv wahrgenommen, dass sich Bruchstellen zeigen“, sagte Heuser der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wissen ja gar nicht, ob es so schlimm kommt.“ Wichtig sei es, den Begriff Solidarität nun mit neuem Leben zu füllen. „Da geht es nicht nur um Geldzuwendungen.“

+++05:30 Uhr: Braun: Wiedergewonnene Freiheit mit Disziplin und Bedacht nutzen +++
Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat an die Menschen in Deutschland appelliert, die Lockerungen der harten Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise diszipliniert und mit Bedacht zu nutzen. „Jetzt geht es darum, die Disziplin, die wir beim zu Hause bleiben gezeigt haben, auch in andere Bereiche zu übertragen“, sagte Braun der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Wenn die Infektionszahlen wieder zu stark steigen würden, «werden wieder mehr Einschränkungen nötig werden, weil sonst ein Teufelskreis entsteht“.

+++ 05:30 Uhr: Keine Krankschreibungen mehr per Telefon – Kritik von Grimm-Benne +++
Sachsen-Anhalt: Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne hat die Entscheidung, dass Krankschreibungen für Atemwegserkrankungen nun nicht mehr telefonisch ausgestellt werden dürfen, kritisiert. „Dieser Schritt erfolgt zu früh“, sagte die Sozialdemokratin der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist nicht zu verantworten, wenn Covid-19-Erkrankte jetzt wieder in Wartezimmern sitzen“, sagte die Ministerin, die in Sachsen-Anhalt den Pandemiestab zur Bewältigung der Corona-Krise leitet.

+++ 03:30 Uhr: Bayern: Söder hält zweite Regierungserklärung zu Corona +++
Einen Monat nach der ersten Regierungserklärung zum Coronavirus will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch am Montag (10.00 Uhr) im Landtag über die Folgen der Pandemie sprechen. Im Fokus dürften dabei die in der vergangenen Woche vom Kabinett beschlossenen – und ab diesem Montag geltenden – Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen stehen. Unter anderem ist es ab dem 20. April in Bayern wieder erlaubt, sich auch mit einer Person zu treffen, mit der man nicht in einem Haushalt lebt. Auch dürfen Baumärkte und Gärtnereien wieder öffnen. Und für den 27. April ist unter anderem die schrittweise Öffnung der Schulen für Abschlussklassen geplant.

17.04.2020

+++ 16:25 Uhr: Laschet rechnet mit Corona-Einschränkungen über 2021 hinaus +++
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geht davon aus, dass Deutschland in der Corona-Krise noch eine lange Phase des Verzichts bevorsteht. „Es wird weiterhin Einschränkungen geben müssen – sicher bis zum Ende des Jahres, wahrscheinlich darüber hinaus“, sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (aktuelle Ausgabe). „Wir werden unser altes Leben noch lange nicht leben können. Abstand und Schutz werden Regel und Maßstab unseres Alltags bleiben.“

+++ 16:01 Uhr: Corona-Testzentrum in Rostock schließt mangels Nachfrage +++
Eines der beiden Corona-Testzentren in Rostock hat den Betrieb mangels Nachfrage eingestellt. Dabei handele es sich um das Abstrichzentrum an der Stadthalle in der Südstadt, teilte das Gesundheitsamt der Hansestadt am Freitag mit. Geöffnet blieben das Corona-Testzentrum sowie das Fieberzentrum der Universitätsmedizin Rostock. Sie arbeiteten eng mit den Hausärzten und der stationären Krankenversorgung zusammen.

+++ 15:59 Uhr: Maas besorgt über Korrektur der Corona-Todeszahlen in Wuhan +++
Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich beunruhigt über die nachträgliche Korrektur der Todeszahlen im chinesischen Ursprungsort der Corona-Pandemie Wuhan geäußert. „Das ist natürlich besorgniserregend“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in einem „Bild“-Interview. Er forderte die chinesischen Behörden auf, Transparenz zu schaffen, was die Entstehung und Ausbreitung der Pandemie angeht. „Es gibt Fragen, die müssen irgendwann beantwortet werden.“ Er hoffe da auf eine konstruktive Rolle Chinas.

+++ 13:19 Uhr: Für Atemwegs-Krankschreibungen ab Montag wieder Arztbesuch nötig +++
Für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer ab kommender Woche wieder zum Arzt gehen. Eine in der Corona-Epidemie eingeführte Ausnahmeregelung, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt ging, wird nicht verlängert.

Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Freitag. Für die Beurteilung, ob ein Versicherter arbeitsunfähig ist und eine Krankschreibung erhält, ist demnach ab diesem Montag wieder eine körperliche Untersuchung nötig.

+++ 12:12 Uhr: Bundesregierung verteidigt begrenzte Corona-Lockerungen +++
Die Bundesregierung hat die vorerst begrenzte Lockerung der Beschränkungen wegen der Corona-Epidemie etwa für den Einzelhandel verteidigt. Durch die Beschränkungen des öffentlichen Lebens in den vergangenen Wochen seien vorsichtige kleine Schritte der Öffnung möglich, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er betonte zugleich: „Wir sind nicht auf sicherem Grund.“ Es gebe keine Garantie, dass die Infektionskurve sich weiter abflache. Lockerungsschritte würden im 14-Tages-Rhythmus überprüft.

+++ 11:53 Uhr: Kinder-Notbetreuung wird ausgeweitet – Keine einheitlichen Regeln +++
In der Corona-Krise bekommen mehr Eltern einen Anspruch auf Notbetreuung für jüngere Kinder – es wird aber vorerst keine bundesweit einheitliche Regelung geben. „Bis mindestens zum 3.Mai 2020 regeln und erweitern die Bundesländer die Notbetreuung im Rahmen ihrer landesspezifischen Notwendigkeiten und Gegebenheiten“, heißt es in den Ergebnissen einer Telefonschalte, zu der Familienministerin Franziska Giffey ihre Länderkollegen eingeladen hatte. Die SPD-Ministerin hatte für bundesweite Regelungen geworben, die insbesondere auch Alleinerziehende berücksichtigen sollten.

+++ 11:50 Uhr: Blutplasma-Therapie: Erste Corona-Patienten in Regensburg behandelt +++
Bayerns Unikliniken arbeiten an der Behandlung von Corona-Patienten mit Antikörpern aus Blutplasmaspenden. In Regensburg wurden in den vergangenen zehn Tagen 15 Schwerstkranke mit dieser Therapieform behandelt, wie Professor Thomas Müller, Leiter der Internistischen Intensivmedizin, am Donnerstagabend sagte. Für eine Prognose, wie die Therapie anschlägt, sei es noch zu früh.

Aus dem Blutplasma von Menschen, die eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus überstanden haben, werden bei dieser Therapie Antikörper gewonnen, um sie Kranken zu verabreichen. Es sei eine unterstützende Maßnahme, sagte Müller. Tragfähige Aussagen zur Wirksamkeit der Therapie bei den Regensburger Patienten, ließen sich noch nicht machen. Bei Einzelnen zeige sich aber bereits ein Rückgang der Virusaktivität, so Müller. Dieser könnte jedoch auch Folge eines natürlichen Heilungsprozesses sein.

+++ 11:14 Uhr: BfArM-Chef: Erste Ergebnisse aus Wirkstoffstudien in drei Monaten +++
Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, rechnet in drei Monaten mit ersten Studienergebnissen zur Behandlung von Covid-19. Bis dahin würden Daten aus zwei großen Studien zur Substanz Remdesivir in Deutschland mit mittelschwer und schwer erkrankten Patienten erwartet, sagte Broich am Freitag in Berlin. Remdesivir wurde ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt.

Insgesamt gebe es einige erfolgversprechende Therapieansätze, sagte Broich. So liefen auch klinische Prüfungen zu verschiedenen Dosierungen von Hydroxychloroquin. Dabei handelt es sich um ein Malariamittel, der Wirkstoff hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen.

+++ 08:57 Uhr: Spahn: Schrittweise Rückkehr „in einen Regelbetrieb“ in Kliniken +++
Die Krankenhäuser in Deutschland könnten nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Anfang Mai schrittweise „in einen Regelbetrieb“ zurückkehren. Der CDU-Politiker machte am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“ deutlich, dass dabei „25, 30 Prozent“ der Intensivbeatmungsbetten für Corona-Patienten freigehalten werden sollten.
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+++ 08:39 Uhr: Corona-Ansteckungsrate niedrig – Grenzwert deutlich unterschritten +++
Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten Statistik steckt derzeit jeder Infizierte weit weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate ® liegt bei 0,7. Zehn Infizierte stecken damit nur sieben weitere Menschen an – was bedeutet, dass die Zahl der täglichen Neuansteckungen zurückgeht.

„Die R-Schätzung ergibt für Anfang März Werte im Bereich von R gleich 3, die danach absinken, und sich etwa seit dem 22. März um R gleich 1 stabilisieren“, hieß es vom RKI.

+++ 08:32 Uhr: Kanzleramtschef Braun: Um Corona-Erfolge beneidet uns die ganze Welt +++
Die Wirksamkeit der in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen hat Deutschland laut Kanzleramtschef Helge Braun große internationale Anerkennung gebracht. Das Virus sei in den letzten Wochen deutlich zurückgedrängt worden, sagte der CDU-Politiker am Freitag im RBB-Inforadio. „Das ist ein Riesenerfolg, um den uns die ganze Welt beneidet“, sagte Braun. „Viele meiner Amtskollegen weltweit rufen mich an und fragen: „Wie habt ihr das geschafft?“.“

+++ 08:11 Uhr: Spahn: „Eher noch drei bis vier Wochen“ für Corona-App +++
Bis die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland eingesetzt werden kann, dürfte es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch mehrere Wochen dauern. „Das wird entwickelt, mit Hochdruck», sagte der CDU-Politiker am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. „Aber die Wahrheit ist auch: Damit’s wirklich gut ist, braucht es halt eher noch drei bis vier Wochen als noch zwei Wochen.“

Spahn betonte: „Es geht ja darum, dass wir bei der Datensicherheit, beim Datenschutz und auch bei dem dahinterliegenden Konzept natürlich so perfekt wie möglich sein müssen. Das muss den Anforderungen genügen, die wir auch ansonsten an eine solche Technologie stellen.“ Eine solche App ist seit Wochen im Gespräch. Es geht darum, Menschen schnell zu informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Die Nutzung soll freiwillig sein. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hatte am Mittwoch gesagt, die App werde derzeit vom Robert Koch-Institut getestet.

+++ 06:48 Uhr: Zahlen in Wuhan korrigiert: 1290 Tote mehr als bisher berichtet +++
Die chinesische Stadt Wuhan hat die Zahl der Corona-Toten überraschend um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden am Freitag berichteten, sind in der zentralchinesischen Metropole, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, doch noch weitere 1290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896 Tote. Bislang waren nur 2579 Tote berichtet worden.

Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde am Freitag zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.

16.04.2020

+++ 16:50 Uhr: Hessen: Covid-Behandlungszentren sollen kommen +++
Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat den Aufbau eines landesweiten Netzes von Covid-19-Behandlungszentren angekündigt. Damit solle die ambulante Betreuung von Patienten auf neue Füße gestellt werden, sagte er am Donnerstag in Wiesbaden. „Dort sollen vor allem die Menschen behandelt werden können, die nur leichte oder milde Symptomatik zeigen, damit sie gar nicht erst in die stationäre Versorgung kommen, die wir für die schweren Fälle frei halten wollen.“ Die Phase der Corona-Testzentren, die es bislang gab, sei allmählich vorbei. An ihre Stelle träten die Behandlungszentren, von denen es mehr geben solle als die bislang 16 Testzentren.

+++ 16:49 Uhr: Kanzleramtsminister Braun rät von Familienfesten im Sommer ab +++
Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rät trotz der leichten Lockerungen der Corona-Maßnahmen davon ab, Familienfeste wie etwa Hochzeiten für den Sommer zu planen. «Bei der aktuellen Lage könne man das nicht empfehlen, sagte er im Interview bei „BILD Live“.Die Gefahr, dass man sie kurzfristig wieder absagen muss, weil das Virus noch den ganzen Sommer über im Land sein wird, ist einfach zu groß“. Braun ergänzte: „Wenn man eine Veranstaltung macht mit 150 Gästen aus dem ganzen Bundesgebiet, dann ist das aus der Sicht des Infektionsgeschehens momentan auch nicht gut.“

+++ 16:46 Uhr: Mexiko verlängert Anti-Corona-Maßnahmen bis Ende Mai +++
Mexiko hat seine Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 30. Mai verlängert. Dies habe ein Expertenkomitee der Regierung empfohlen, erklärte Vizegesundheitsminister Hugo López-Gatell am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Zu den Maßnahmen, die zunächst bis zum 30. April vorgesehen waren, gehört die Schließung von Schulen und als nicht essentiell eingestuften Betrieben. Den Menschen in dem nordamerikanischen Land wird zudem empfohlen, zu Hause zu bleiben und von einander Abstand zu halten – verbindlich sind diese Schritte jedoch nicht.

+++ 16:25 Uhr: Mehr als 133 200 Corona-Nachweise in Deutschland – 3740 Tote +++
In Deutschland sind bis Donnerstagnachmittag mehr als 133 200 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: Mehr als 130 300 Infektionen). Mindestens 3740 (Vortag Stand 16.15 Uhr: 3456) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 16:18 Uhr: Bundesweite Standards für Corona-Schutz am Arbeitsplatz +++
Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus lockert auch das besonders stark betroffene Bayern etwas die Zügel: Die Ausgangsbeschränkungen werden bis zum 3. Mai verlängert, doch ab Montag ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt. Beginnend mit den Abschlussklassen sollen ab dem 27. April die Schulen wieder öffnen – wobei für die Mehrzahl der Schüler offen bleibt, ob und wann sie vor dem Sommer wieder in die Schule dürfen. Auch Kindergärten und Kitas bleiben weiter zu, dafür wird die Notbetreuung für Kinder Alleinerziehender geöffnet. All dies hat das bayerische Kabinett am Donnerstag beschlossen.

+++ 11:50 Uhr: WHO Europa: Nächste Wochen im Covid-19-Kampf entscheidend +++
Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO hält die kommenden Wochen für ausschlaggebend für den Kampf gegen das neuartige Coronavirus. „Die nächsten wenigen Wochen werden entscheidend für Europa“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz. Während die europäische Region kurz vor der Marke von einer Million bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 stehe, gebe es positive Anzeichen aus einer Reihe von stark betroffenen Ländern, darunter seien Spanien, Italien, Deutschland und die Schweiz.

+++ 11:36 Uhr: Scheuer über Masken im Nahverkehr: Müssen Beschaffung erst sichern +++
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hält eine Maskenempfehlung im öffentlichen Personennahverkehr derzeit für das richtige Mittel. „Wir haben 30 Millionen Fahrgäste im ÖPNV, wenn Normalbetrieb ist“, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Deswegen müssen wir erst die Beschaffung sicherstellen.“

+++ 11:24 Uhr: Österreich will alle Menschen in Altenheimen testen +++
Österreich will alle Mitarbeiter und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen auf das Coronavirus testen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien, dass dies „der ganz große, zentrale Schwerpunkt“ der künftigen Teststrategie in der Alpenrepublik sei. Laut Anschober betrifft die Maßnahme 130 000 Menschen in mehr als 900 Einrichtungen. Bisher hat Österreich insgesamt rund 157 000 Corona-Tests durchgeführt.

+++ 10:57 Uhr: Südkorea baut beim Kampf gegen Covid-19 auf Technologie +++
Südkorea hat den Kampf gegen die Corona-Pandemie besser im Griff als andere Länder und wird von vielen Experten für sein Vorgehen gelobt. Dazu gehören ein rasch aufgezogenes Programm für Massentests und eine Vielzahl an Quarantänebestimmungen. Zudem greift das Land auf Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zurück, um Infektionsketten nachzuverfolgen, Bewegungsprofile infizierter Menschen zu erstellen und Kontaktpersonen zu warnen.

Eine wichtige Funktion haben Rückverfolgungs-Apps. Jeder, der ein Smartphone besitzt, wird automatisch über einen „Notfallhinweis“ alarmiert, wenn er oder sie in die Nähe eine Ortes kommt, der in Zusammenhang mit einem erfassten Infektionsfall steht. Das öffentliche Alarmsystem lässt sich aber auch ausstellen.

+++ 07:35 Uhr: Kanzleramtschef: Brauchen sehr kleine Schritte bei Öffnungen +++
Kanzleramtschef Helge Braun hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Lockerung der Corona-Maßnahmen verteidigt. „Es wird immer wieder kleine Schritte geben. Aber wir können nicht mit einem Schlag alles öffnen, weil die Epidemie bleibt“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Sehr, sehr kleine Schritte“ bei der Öffnung von Geschäften und Schulen seien notwendig, um das richtige Maß in der Bekämpfung des Coronavirus zu finden.

+++ 06:01 Uhr: Viel Interesse an Telemedizin – Ärzte bleiben aber skeptisch +++
In der Corona-Krise steigt das Interesse von Patienten an telemedizinischen Angeboten – einige Ärzte sehen diese aber weiter skeptisch. Die Nachfrage nach Videosprechstunden bei Ärzten im Südwesten ist in den vergangenen Wochen sprunghaft angestiegen, wie eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung in Stuttgart mitteilte. Beim Landesverband des Marburger Bundes heißt es, dass es in den meisten Fällen besser sei, wenn sich Arzt und Patient persönlich sehen. „Die Telemedizin ersetzt nicht das übliche Arzt-Patienten-Verhältnis“, sagt der Landesvorsitzende der Ärzte-Gewerkschaft, Frank Reuther.

Bei der Landesärztekammer weiß man die Angebote zu schätzen. „In der aktuellen Situation können wir Ansteckungen durch das Virus durch die Telemedizin verhindern“, sagt Oliver Erens von der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Auch der Marburger Bund räumte ein, dass die Telemedizin derzeit eine gute Alternative darstelle.

+++ 05:00 Uhr: Staats- und Regierungschefs der G7 beraten über Corona-Krise +++
Die Staats- und Regierungschefs der G7-Gruppe führender Industrieländer wollen am Donnerstag in einer Videoschalte über den Kampf zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie beraten. Das Gespräch kommt unmittelbar nach US-Präsident Donald Trumps Frontalangriff gegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es gehe bei der Videoschalte darum, die nationalen Corona-Strategien zu koordinieren, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses vorab.

+++ 04:30 Uhr: Söders Kabinett sucht bayerischen Sonderweg aus Corona-Krise +++
Auch beim Weg aus dem Corona-Ausnahmezustand drehen sich die Uhren in Bayern anders als im restlichen Deutschland. Das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will am Donnerstag (10.00 Uhr) den genauen Fahrplan für die kommenden Wochen festlegen. Dabei soll das am Mittwoch von Bund und Ländern generell vereinbarte Konzept für die Öffnung von Schulen und Handel mit konkreten Terminen hinterlegt werden. Söder hatte am Mittwochabend in Berlin nach der Schalte von Bund und Ländern erklärt, dass Bayern den Weg grundsätzlich richtig fände, beim Zeitplan für einige Punkte aber vorsichtiger und etwas zurückhaltender vorgehen wolle.

+++ 03:58 Uhr: Bei Corona-Krise in New York zeichnet sich Trendwende ab +++
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m besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaat New York mehren sich die Anzeichen für eine Trendwende. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern sei rückläufig, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Mittwoch (Ortszeit) bei seiner täglichen Pressekonferenz. „Das Gesundheitssystem hat sich stabilisiert», sagte Cuomo. „Die Furcht vor einer Überforderung des Gesundheitssystems hat sich nicht verwirklicht“.

18 335 Menschen lägen demnach wegen Covid-19 in Kliniken – weniger als noch vor einigen Tagen. Die Krankenhäuser seien anders als zuvor befürchtet bislang nicht überfordert worden. Das liege vor allem an riesigen Anstrengungen aller Beteiligten. Die Krankenhäuser hätten beispielsweise mehr als 50 Prozent zusätzliche Kapazitäten für Patienten innerhalb von nur einem Monat geschaffen.

15.04.2020

+++ 17:23 Uhr: Kontaktbeschränkungen grundsätzlich bis 3. Mai verlängert +++
Im Kampf gegen das Coronavirus werden die seit Wochen geltenden Kontaktbeschränkungen für die Menschen in Deutschland grundsätzlich bis mindestens 3. Mai verlängert. Darauf verständigten sich Bund und Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch.

+++ 17:17 Uhr: Geschäfte bis 800 Quadratmeter dürfen wieder öffnen +++
In der Corona-Krise sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter Auflagen ab Montag wieder öffnen dürfen. Dies gilt unabhängig von der Verkaufsfläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung erfuhr.

+++ 16:43 Uhr: Schulstart in Deutschland schrittweise ab 4. Mai geplant +++
Der Schulbetrieb in Deutschland soll am 4. Mai beginnend mit den Abschlussklassen, den Klassen, die im kommenden Jahr Prüfungen ablegen und den obersten Grundschulklassen wieder aufgenommen werden. Anstehende Prüfungen sind bereits vorher möglich. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch verständigt,

+++ 16:21 Uhr: Bund und Länder wollen Masken in Handel und ÖPNV empfehlen +++
Im Kampf gegen das Coronavirus wollen Bund und Länder das Tragen von Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel „dringend“ empfehlen. Eine generelle bundesweite Maskenpflicht soll es demnach aber nicht geben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin erfuhr.

+++ 15:33 Uhr: New York City fügt 3700 Corona-Tote zu Statistik hinzu +++
In der Corona-Pandemie in der Millionenmetropole New York könnten bislang deutlich mehr Menschen gestorben sein als angenommen. Die Großstadt an der US-Ostküste fügte ihrer Statistik über die Todesopfer am Dienstag (Ortszeit) 3778 „wahrscheinliche“ Covid-19-Tote hinzu – damit steigt die Gesamtzahl an Todesopfern in New York City auf mehr als 10 000. Die zusätzlichen Zahlen enthalten unter anderem Kranke, die in der Notaufnahme, daheim oder in einer Pflegeeinrichtung gestorben waren, aber nicht offiziell positiv auf das Virus getestet wurden.

+++ 11:33 Uhr: EU will Flickenteppich beim Ausstieg aus Corona-Auflagen verhindern +++
Beim schrittweisen Ausstieg aus den Corona-Auflagen will die Europäische Union mit gemeinsamen Regeln einen Flickenteppich verhindern. Die 27 EU-Mitgliedsländer sollten zusammen Kriterien für die Lockerung der Beschränkungen für Bürger und Wirtschaft festlegen, erklärten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratschef Charles Michel am Mittwoch in Brüssel in gemeinsam vorgelegten Empfehlungen.

„Die Schritte sollten zwischen den Mitgliedsstaaten koordiniert werden“, heißt es in dem Papier. Ohne Abstimmung bestehe das Risiko negativer Auswirkungen auf andere EU-Staaten und politischer Konflikte. „Respekt und Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten bleiben essentiell“, wird betont.

+++ 11:25 Uhr: BW: Zahnärzte wollen Einschränkungen loswerden +++
Die Zahnärzte im Südwesten fordern ein Ende der coronabedingten Einschränkungen ihrer Arbeit. „Der entsprechende Paragraf in der Corona-Verordnung muss gestrichen werden“, sagte Andrea Mader von der Landeszahnärztekammer am Mittwoch in Stuttgart.

In der kürzlich überarbeiteten Version heißt es, medizinisch notwendige Behandlungen seien erlaubt. Bei der Kammer häufen sich nun Anfragen, was das konkret bedeutet. Baden-Württemberg sei das Bundesland mit den stärksten Beschränkungen für den Berufsstand, kritisierte Mader. Auch die Kommunikation mit dem Gesundheitsministerium von Ressortchef Manne Lucha (Grüne) sei nicht zufriedenstellend. Die Zahnärzte litten unter einem Rückgang des Patientenaufkommens von 50 bis 60 Prozent. Die Kammer vertritt die Interessen von 12 000 Zahnärzten in Baden-Württemberg.

+++ 11:11 Uhr: Deutschland verlängert Grenzkontrollen +++
Die in der Corona-Krise eingeführten Kontrollen an deutschen Grenzen sollen nach dem Willen des Bundesinnenministeriums für weitere 20 Tage gelten. Das verlautete am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. Über Einzelheiten wollte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) noch mit den Ministerpräsidenten sprechen.

Die Kontrollen waren vor einem Monat eingeführt worden. Seither werden die Grenzen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg, Dänemark und der Schweiz überwacht. An den Übergängen nach Belgien und in die Niederlande wird hingegen nicht kontrolliert. Allerdings wurde auch in diesen Abschnitten die Überwachung im 30-Kilometer-Grenzraum intensiviert.

+++ 10:39 Uhr: Mehr als 128 500 Corona-Nachweise in Deutschland – mehr als 3200 Tote +++
In Deutschland sind bis Mittwochvormittag mehr als 128 500 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 10.15 Uhr: Mehr als 126 600 Infektionen). Mindestens 3222 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 2998) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

+++ 06:01 Uhr: BfArM: Medikamentenversorgung auch in Corona-Krise derzeit gesichert +++
Trotz Hamsterkäufen und vereinzelten Lieferengpässen müssen sich Menschen in Deutschland derzeit keine Sorgen über die Medikamentenversorgung machen. „Es gibt keine Unterversorgung», sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). „Kein Patient der Schmerzen hat, geht ohne Schmerzmittel aus der Apotheke heraus.» Zwar gehe die Corona-Krise nicht spurlos an der Produktion von Arzneien vorbei, es gebe aber keinen Grund zu Panik, hieß es.

+++ 05:15 Uhr: Merkel und Länder beraten Lockerungen – Laschet: Keine Alleingänge +++
Seit Tagen wird heftig diskutiert, wann und wie Deutschland die im Kampf gegen das Coronavirus verhängten Einschränkungen etwas lockern kann. Vor Beratungen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten ist unklar, ob die Länder eine gemeinsame Linie finden.
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+++ 05:01 Uhr: Forscher: Alte Menschen nicht pauschal in Risikogruppe einordnen +++
Der Direktor des Instituts für Gerontologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Andreas Kruse, ist gegen die pauschale Einordnung von Alten in die Risikogruppe während der Corona-Pandemie. „Wir sollten alles dafür tun, um mit einem älteren Menschen das persönliche Risikoprofil zu ermitteln und in einem Gespräch zu klären, welche Formen des Schutzes die einzelne Person wählen sollte und wählen möchte“, sagte der Altersforscher der Deutschen Presse-Agentur. Kruse befürchtete, dass sich die Alten bei einer längeren Isolation vergessen fühlen könnten. Dieses Gefühl begünstige das Auftreten etwa von Depressionen und Angstzuständen.

+++ 04:31 Uhr: Dänemark öffnet Kindergärten und Schulen wieder +++
Deutschlands nördliches Nachbarland Dänemark wagt sich mit der Öffnung seiner Schul- und Tageseinrichtungen für jüngere Kinder an eine erste vorsichtige Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Nach einem Monat mit geschlossenen Türen öffnen ab dem heutigen Mittwoch neben Kinderkrippen und Kindergärten auch die Schulen für die Schüler bis zur fünften Klasse wieder.

+++ 04:30 Uhr: Rückholaktion vor dem Abschluss – Mehr als 225 000 Reisende zurück +++
Gut vier Wochen nach Beginn der Rückholaktion der Bundesregierung sind mehr als 225 000 wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandete Deutsche wieder zu Hause. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr, muss jetzt nur noch eine „mittlere vierstellige Zahl“ Reisender ausgeflogen werden, die meisten davon aus Südafrika, Argentinien und Peru. Die größte Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik dürfte damit in wenigen Tagen abgeschlossen sein. Danach werden sich die Botschaften aber weiter um Einzelfälle kümmern.

1. dpa.
Titelbild: © halock

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