26. August 2021

Covid-19

Schutzwirkung der Impfung am Antikörper-Spiegel ablesen?

Welche Menschen sollten sicherheitshalber eine dritte Dosis eines Covid-Impfstoffes erhalten? Der Antikörper-Spiegel könnte Auskunft geben, wer noch ausreichend geschützt ist und wer Nachschub braucht. Darauf weist eine US-amerikanische Studie hin, in der Antikörperspiegel mit dem Infektionsrisiko korrelierten. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Zurzeit wird intensiv die Frage diskutiert, welche Bevölkerungsgruppen möglicherweise durch eine dritte Boosterimpfung noch in diesem Herbst besser fahren. Angedacht ist z.B. die Impfung von Älteren, Pflegebedürftigen und Immunsupprimierten oder auch ein generelles Angebot für eine dritte Auffrischimpfung nach einer gewissen Zeit.

Die Bestimmung der nach einer Impfung erzielten Antikörpertiter könnte möglicherweise bei dieser Entscheidung helfen. Peter B. Gilbert vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und sein Team haben dazu Antikörperbestimmungen nach einer Impfung mit dem Moderna-Impfstoff (mRNA-1273) am Tag 1 (1. Dosis), Tag 29 (2. Dosis) und 57 Tage später durchgeführt. Von den 137 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren 34 % über 65 Jahre, 40 wiesen Risikofaktoren für schwere Verläufe auf und keiner hatte eine Covid-19-Vorerkrankung.

Im Serum bestimmten die Forschenden Antikörper IgG-Antikörper (AK) gegen Spike-Protein und gegen die Rezeptorbindende Domäne der Spikes (RBD), sowie die neutralisierenden Pseudovirus-Antikörpertiter, die 50 % oder 80 % der Viren an einer Infektion hindern können. Danach verglichen sie die Antikörperspiegel von Patientinnen und Patienten mit Durchbruchsinfektionen (n=47) mit den Antikörperspiegeln bei Personen ohne eine SARS-CoV-2-Infektion nach der Impfung.

Hohe Antikörpertiter schützen vor Durchbruchinfektion

Das Ergebnis war eindeutig: Je höher die Werte für Anti-Spike-IgG, Anti-RBD-IgG, cID50- und cID80-Neutralisationswerte am Tag 57 waren, umso niedriger war das Risiko für eine Covid-19-Durchbruchinfektion. Das gleiche galt für die Werte, die direkt nach der zweiten Impfung am Tag 29 gemessen wurden. Bei Probandinnen und Probanden mit nicht nachweisbaren cID50-Neutralisationstitern lag die Schutzwirkung der Impfung nur noch bei 50,8 %, bei Titern von 100 oder 1.000 bei 90,7 bzw. 96,1 %. Ähnliche Resultate konnten auch für die anderen Antikörper-Parameter ermittelt werden.

Die Autorinnen und Autoren ziehen daraus den Schluss, dass die Titer von bindenden und neutralisierenden Antikörpern eine Aussage über den Impferfolg mit dem Moderna-Impfstoff erlauben. Daraus könnte dann auch die Notwendigkeit einer dritten Impfung abgeleitet werden.  

  1. Peter B. Gilbert et al; Immune Correlates Analysis of the mRNA-1273 COVID-19 Vaccine Efficacy Trial; BMJ MedRxiv (2021); doi: https://doi.org/10.1101/2021.08.09.21261290

Bildquelle: © gettyImages/janiecbros

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