25. November 2021

Bei Covid-19-Genesenen wirkt die SARS-CoV-2-Impfung besser

SARS-CoV-2-Impfungen nach einer natürlichen Coronavirusinfektion lösen stärkere und länger anhaltende Immunantworten aus als die Impfung allein.1

Lesedauer: 2 Minuten

Kernbotschaften

In den USA wurde schon früher als beispielsweise in Deutschland eine Impfung gegen das SARS-Coronavirus selbst nach labordiagnostisch gesicherter Spontaninfektion angeboten. Eine longitudinale Kohortenstudie ergibt nun: Die Antikörpertiter gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2 sind nach natürlicher Infektion plus Impfung höher als bei Impfung ohne vorangegangene Infektion; ausserdem halten sie  länger an.

Hintergrund

Stärke und Dauer einer Imunantwort gegen SARS-CoV-2, ob nach Impfung oder natürlicher Infektion, sind wesentlich, um das Risiko für Infektionen auch für Geimpfte einzuschätzen. In einer Längsschnittstudie aus den USA sind Höhe und Dauer der humoralen Immunantworten nach Impfung von Mitarbeitern einer Universitätsklinik in Abhängigkeit von einer labordiagnostisch gesicherten, spontanen Infektion vor Impfung untersucht worden.

Design

  • Studienform: Longitudinalstudie
  • Studienteilnehmer: 1.960 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, die zwei Impfdosen einer mRNA-Vakzine erhielten
  • Analyseparameter: Antikörpertiter gegen das Spikeprotein von SARS-CoV-2 und Dauer der humoralen Immunantwort in Abhängigkeit von einer früheren, PCR-gesicherten SARS-CoV-2-Infektion (< und ≥ 90 Tage vor der 1. Impfdosis)

Hauptergebnisse

  • Bei Teilnehmern ohne vorangegangene spontane Infektion lagen die medianen Antikörpertiter 1 Monat nach abgeschlossener Impfung um den Faktor 8,69 über dem Ausgangslevel, nach 3 Monaten um den Faktor 7,28 und nach 6 Monaten um den Faktor 4,55.
  • Bei den Impflingen mit vorangegangener natürlicher Infektion lagen die medianen Antikörpertiter zu Monat 1 um den Faktor 1,25 über der medianen Antikörperkonzentration der Probanden ohne frühere Infektion, zu Monat 3 um den Faktor 1,42 und zu Monat 6 um den Faktor 2,56 über der medianen Antikörperkonzentration der Teilnehmer ohne frühere Infektion.
  • Bei einer Infektion ≥ 90 Tage vor der 1. Impfung wurden höhere Antikörperkonzentrationen nach vollständiger Impfung festgestellt als bei einer kürzeren Zeitspanne zwischen Infektion und 1. Impfung.

Klinische Bedeutung

Nach Genesung von einer spontanen SARS-CoV-2-Infektion profitieren Menschen von einer anschließenden Impfung mit einer höheren und länger anhaltenden humoralen Immunantwort, sie ist höher als bei Impfung allein. Waren mindestens 90 Tage bis zur 1. Impfung vergangen, war der Vorteil größer als bei einem kürzeren Zeitintervall.

Inzwischen empfiehlt auch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung von Personen mit gesicherter symptomatischer SARS-CoV-2-Infektion, in der Regel 6 Monate nach der Infektion. In Anbetracht der zunehmend besseren Impfstoffverfügbarkeit und der Unbedenklichkeit einer Impfung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion sei die Gabe einer Impfstoffdosis jedoch bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der Covid-19-Symptome möglich.

Umfrage: Wird das Jahr 2022 besser?

Das Jahr 2021 war für Ärztinnen und Ärzte ein besonders schwieriges Jahr. Was wünschen Sie sich für das kommende Jahr? Blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft oder voller Sorgen? Beantworten Sie einen kurzen Fragebogen bei unserem Partnernetzwerk Medscape und erfahren Sie im Anschluss mehr über die Stimmung Ihrer Kollegen.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.

1. Siegmund-Schultze, Nicola: Bei COVID-19-Genesenen wirkt die SARS-CoV-2-Impfung besser. univadis; 18.11.2021.
2. Zhong D, Xiao S, Debes AK, et al.: Durability of Antibody Levels After Vaccination With mRNA SARS-CoV-2 Vaccine in Individuals With or Without Prior Infection. JAMA 2021; doi:10.1001/jama.2021.19996
3Robert Koch-Institut, Mitteilung des RKI mit Bezug auf die Ständige Impfkommission; Stand: 18.10.2021

Bildquelle: © gettyImages/sritanan

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653