08. April 2022

Im ersten Jahr nach Covid-19

40 % höheres Diabetesrisiko bei US-Veteranen

Immer mehr weist darauf hin, dass nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung ein erhöhtes Diabetes-Risiko besteht. Auch in einer großen US-amerikanischen Kohortenstudie mit fast 200.000 Veteranen wurde jetzt ein deutlich erhöhtes Diabetes-Risiko im Jahr nach der Infektion gezeigt. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Das Studiendesign

Für die Untersuchung nutzten Yan Xie aus St. Louis, USA; und sein Team die nationalen Datenbanken des US Department of Veterans Affairs. Ausgewertet wurden die Daten von 181.280 Personen, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. September 2021 eine nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion hatten und die ersten 30 Tage überlebten. Als Kontrollgruppe dienten 118.441 nicht infizierte Teilnehmende, die im gleichen Zeitfenster in die Datenbank aufgenommen worden waren sowie eine weitere historische Kontrolle von 4.286.911 Menschen, die zwischen dem 1. März 2018 und dem 30. September 2019 Teil der Kohorte wurden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im Mittel um die 60 Jahre alt.

Erhöhts Diabetesrisiko und höhere Krankheitslast bei Covid-19

Im ersten Jahr nach einer Covid-19-Erkrankung fiel ein 40 % höheres Risiko für die Entwicklung eines Diabetes auf (HR 1,40). Die Krankheitslast durch Diabetes stieg dabei um 13,46 zusätzliche Erkrankungen pro 1.000 Personen pro Jahr. Für die Einnahme von Blutzucker-senkenden Medikamenten wurde ein 86 % höheres Risiko gezeigt. In den allermeisten Fällen handelte es sich um einen Typ-2-Diabetes.

Höhe des Risikos hing ab vom Covid-19-Schweregrad

Bei nicht hospitalisierten Patientinnen und Patienten stieg das Risiko um 25 %, bei einer Hospitalisierung aufgrund von Covid-19 um 173 % und bei intensivpflichtigen Personen um 267 %. Ein besonders hohes Diabetes Risiko hatten auch Menschen mit einem hohen BMI über 30 kg/m2 sowie über 65-Jährige.

Nach Auffassung der Autorinnen und Autoren sollte der Diabetes als eine mögliche Facette des Long-Covid-Syndroms verstanden und der Glukosestoffwechsel bei Genesenen im Auge behalten werden. 

Einschränkungen der Studie

Als Limitationen nennen die Forschenden das deutliche Überwiegen weißer Männer in der Veteranenkohorte und die Möglichkeit der Fehlklassifikation aufgrund unvollständiger Krankenkassendaten. Zudem könnte sich mit dem Auftreten neuer SARS-CoV-2-Varianten auch das Diabetesrisiko geändert haben.

  1. Yan Xie et al; Risks and burdens of incident diabetes in long COVID: a cohort study; Lancet Diab Endocrinol (2022); DOI: https://doi.org/10.1016/ S2213-8587(22)00044-4

Bildquelle: 65002420 © Sherry Young , Dreamstime.com

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Jeremy Schneider, Blake DeSimone
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653