09. April 2021

Covid-19 rund um die Welt

Die aktuelle Lage

Die Pandemie verläuft weiterhin mit einer enormen Dynamik. Erhalten Sie hier eine Momentaufnahme aus verschiedenen Ländern der Welt.

Lesedauer: 5 Minuten

Stand: 09.04.2021

Großbritannien

Nachdem die Aufsichtsbehörde MHRA des Vereinigten Königreichs die Sicherheit des Oxford/AstraZeneca-Impfstoffes hinsichtlich seltener Blutgerinnsel überprüft hat, sollen nun Menschen unter 30 Jahren einen alternativen Impfstoff angeboten bekommen. Die Behörde betont, dass die Vorteile immer noch die Risiken überwiegen. Am Dienstag pausierte die Universität Oxford eine Studie zu dem Impfstoff bei Kindern aufgrund allgemeiner Bedenken – nicht aufgrund studienbezogener Ereignisse.

Unterdessen begann am Mittwoch die Auslieferung des Moderna-Impfstoffs, des dritten zugelassenen Impfstoffs in Großbritannien. Bis Dienstag wurden 31,7 Millionen erste Impfdosen und 5,7 Millionen zweite Dosen verabreicht. Somit hat nun nahezu jeder zehnte Erwachsene beide Dosen erhalten. Neue Fälle, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle gehen weiter zurück. Die Daten werden jedoch genau beobachtet, nachdem am Montag in England weitere Lockdown-Maßnahmen gelockert wurden. Ab dieser Woche werden in England zweiwöchentliche Schnelltests für alle angeboten.

Deutschland

Während sich Deutschlands Gesundheitsminister noch mit strikten Lockdown-Maßnahmen herumschlagen, haben die Hausärzte damit begonnen, bundesweit gegen COVID-19 zu impfen. Im Moment ist das Impfangebot noch begrenzt. Doch bis Ende April werden mehr als drei Millionen zusätzliche Impfdosen für die Arztpraxen bereitgestellt.

Dies ist ein wichtiger Fortschritt in der Impfkampagne, denn die COVID-19-Fallzahlen sind immer noch hoch. Nach den Osterfeiertagen meldeten die deutschen Gesundheitsämter 9677 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Diese Zahl unterschätzt wahrscheinlich die tatsächlichen Infektionszahlen, da über die Feiertage weniger Labortests durchgeführt wurden.

Spanien

Am vergangenen Dienstag aktualisierte Spaniens Ministerpräsident den Impfkalender: Erwartet wird, dass bis Ende August 33 Millionen Menschen den COVID-19-Impfstoff erhalten haben. Nach der Ankündigung der EMA hat die spanische Regierung beschlossen, den AstraZeneca-Impfstoff vorübergehend nicht mehr an Personen unter 60 Jahren zu verabreichen. Die Verabreichung an ältere Menschen wird in den nächsten Tagen diskutiert.

Madrids Regionalregierung hat zudem Gespräche mit Zwischenhändlern aufgenommen, um über die Produktion und den Vertrieb des russischen Impfstoffs Sputnik V zu verhandeln, auch wenn dieser Impfstoff noch nicht von der EMA zugelassen wurde. Die Zentralregierung bestand auf einer gemeinsamen Impfstrategie der Europäischen Union mit einer Genehmigung und einem zentral geregelten Einkauf von Covid-19-Impfstoffen durch die Europäische Kommission.

Stand Mittwoch ist die kumulierte Inzidenz um drei Punkte gestiegen und liegt bei 167 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 14 Tage. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 3.326.736 Menschen infiziert, 76.037 sind gestorben.

Portugal

Am 5. Mai begann in Portugal mit der Wiederaufnahme des Unterrichts und Schüler-Aktivitäten die zweite Phase des Plans zur Aufhebung des Lockdowns. In der Gastronomie können Betriebe wieder Außenbereiche öffnen, allerdings mit einer auf vier Personen begrenzten Gruppengröße. Am gleichen Tag wurde das Bewegungsverbot zwischen den Gemeinden aufgehoben und die Landesgrenze zwischen Portugal und Spanien wieder geöffnet.

Am 7. April berichtete die Generaldirektion für Gesundheit (DGS) über einen Anstieg des R-Wertes auf 1,01 im ganzen Land. Am Tag davor lag der R-Wert landesweit bei 0,98. In den letzten 24 Stunden gab es 663 bestätigte Neuinfektionen mit SARS-CoV-2, wobei die Zahl der hospitalisierten Patienten zum ersten Mal seit mehr als sechs Monaten unter 500 lag.

Laut der Nachrichtenagentur Lusa steigt der R-Wert für SARS-CoV-2 seit Mitte Februar an und ist in der Region Algarve mit einem Wert von 1,19 am höchsten, so der am 02. April veröffentlichte erste Überwachungsbericht der “Red lines”. Der R-Wert und die Inzidenz sind die von der Regierung definierten Kriterien für die kontinuierliche Bewertung des am 15. März begonnenen Deflationsprozesses.

Seit Beginn der Pandemie hat Portugal insgesamt 825.031 bestätigte Fälle von SARS-CoV-2-Infektionen und 16.890 COVID-19-Todesfälle zu vermelden. Bis zum 07. April wurden 1.346.317 COVID-19-Impfstoffe in der ersten Dosis und 560.871 in der zweiten Dosis verabreicht.

Frankreich

Mit 433 neuen Todesfällen innerhalb von 24 Stunden und 2.189 neuen Einweisungen in die Intensivstation in den letzten 7 Tagen verschlechtert sich die Lage in Frankreich. In vielen Gegenden sind die Intensivstationen trotz der Hilfe von Privatkliniken überlastet.

Gleichzeitig wird die Impfung intensiviert. Seit Beginn der Impfkampagne in Frankreich haben 18,7 % der erwachsenen Bevölkerung eine Dosis des Impfstoffs erhalten und 6,4 % zwei Dosen. Frankreich beginnt auch, sich an der Impfstoffproduktion zu beteiligen. Eine Fabrik des Delpharm-Labors begann am 7. April in Saint-Rémy-sur-Arve (Eure-et-Loir) mit der Abfüllung des Comirnaty-Impfstoffs. Mitte April wird der Unterauftragnehmer Recipharm in seinem Werk in Monts (Indre-et-Loire) den Impfstoff Moderna produzieren.

Italien

Italien zeigt einen leichten Rückgang der Inzidenz von COVID-19, die jedoch weiterhin hoch ist (R-Wert: 0,98). Das Land ist fast gleichmäßig in rote und orange Zonen aufgeteilt. Die Belastung des Gesundheitswesens bleibt besorgniserregend, auch wenn die Zahl der hospitalisierten und der zu Hause isolierten Patienten leicht rückläufig ist (28.432 bzw. 536.900). Andererseits nimmt die Zahl der COVID-19-Patienten auf Intensivstationen (3.703) leicht zu.

In 14 Regionen sind die Intensivstationen zu mehr als 30 % belegt, was als Zeichen der Überlastung des Systems gilt (6 davon liegen über 50 %, die Lombardei bei fast 70 %). Bis zum 4. April wurden über 11 Millionen Impfstoff-Dosen verabreicht, wobei weniger als 3.450.000 Menschen mit beiden Dosen vollständig geimpft sind.

Der jüngste Bericht des Nationalen Gesundheitsinstituts (ISS) über die viralen Varianten bestätigte die große Prävalenz von B.117, die im Februar bei 54 % lag und jetzt 86,7 % der Fälle ausmacht. 4 % der Proben waren positiv für die zuerst in Brasilien isolierte Variante P.1. Anteilig wurden davon 32 % in Umbrien, über 20 % in Lazio und zwischen 10 und 15 % in der Toskana, Ligurien und Molise nachgewiesen. In der Lombardei und den anderen 8 Regionen wurde diese Variante dahingegen nicht isoliert. Die südafrikanische Variante (B 1.351) wurde nur einmal in der Lombardei, einmal in Sardinien und einmal in Venetien isoliert.

USA

Die Vereinigten Staaten befinden sich in einem Wettlauf mit unklarem Ausgang, zwischen Impfung und Varianten. Die ansteckendere Variante B.1.1.7 dominiert mittlerweile die Übertragung von COVID-19.  Das stimmt weitgehend mit früheren Vorhersagen der „Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention“ (CDC) überein, dass diese Mutation hier bis Ende März die Oberhand gewinnen würde. Gleichzeitig wird in den USA in rasantem Tempo geimpft.

Präsident Joe Biden sagte, er wolle, dass die meisten Erwachsenen bis zum 19. April für eine Impfung in Frage kämen. Das wäre etwa zwei Wochen früher als eine zuvor angesetzte Frist am 1. Mai. Im Moment können sich Menschen über 16 Jahre in 36 Staaten impfen lassen. Bezüglich des Impftempos liegen die USA derzeit weltweit an dritter Stelle, mit durchschnittlich etwa 3 Millionen Dosen pro Tag, hinter China (4,5 Millionen tägliche Dosen) und Indien (3,4 Millionen Dosen pro Tag). 

Zudem zeigten neue, von der CDC veröffentlichte, Daten die verheerenden Folgen der Pandemie: Gleich nach Herzerkrankungen und Krebs war COVID-19 im Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache in den USA.

Brasilien

Am 06. April erlebte Brasilien mit einem Rekord von 4.211 Todesfällen die 24 tödlichsten Stunden seit Beginn der Pandemie. Das entspricht mehr als 170 Todesfällen pro Stunde. Eine am selben Tag veröffentlichte Analyse zeigte, dass 19 Bundesstaaten und der Bundesdistrikt zwischen dem 29. März und dem 5. April eine Belegungsrate der Intensivstationen durch erwachsene COVID-19-Patienten von über 90 % aufwiesen. Im gleichen Zeitraum hatten 21 Hauptstädte eine Belegungsrate von über 90 %. Forscher fordern strenge Maßnahmen vor dem Hintergrund, dass die Letalitätsrate in der letzten Woche von 3,3 auf 4,2 % gestiegen ist. Die größte Stadt des Landes, São Paulo, evaluiert den Bau neuer Friedhöfe.

Maßnahmen zur Einschränkung des Personenverkehrs werden von den Regierungen der Bundesstaaten und Gemeinden auf unterschiedliche Weise ergriffen. Werden diese Maßnahmen konsequent durchgeführt, sollten sie laut Fiocruz in einem Zeitraum von 3 bis 4 Wochen zu einem Rückgang der Zahl an Todesfällen und Krankenhausaufenthalten führen. Werden die Einschränkungen nicht befolgt, wird sich die aktuelle Situation verschlimmern und der sanitäre Kollaps wird sich verlängern.

Insgesamt registrierte das Land bis zum 07. April 13.100.580 Diagnosen von COVID-19 und 336.947 Todesfälle durch die Krankheit. Am selben Tag erhielten 9,84 % der brasilianischen Bevölkerung die erste Impfstoff-Dosis und 2,78 % wurden vollständig geimpft. Bis heute sind weitere 26,7 Millionen Dosen verabreicht worden. In den Hauptstädten und Städten im Landesinneren wird die Impfung aufgrund fehlender Dosen unterbrochen.

Indien

Die zweite Covid-19-Welle wütet weiter in Indien: Am Donnerstag wurden 1.26.789 neue Fälle gemeldet. Mehrere Bundesstaaten des Landes haben teilweise Lockdowns und Einschränkungen eingeführt, um die steigenden Infektionen einzudämmen. Einige Bundesstaaten beklagten einen Mangel an Impfstoffvorräten, was der Gesundheitsminister als unbegründet bezeichnete. Bisher hat Indien mehr als 86 Millionen Impfstoffdosen verabreicht.

Bhutan

Die kleine Himalaya-Nation Bhutan hat die Meisterleistung vollbracht, innerhalb von nur einer Woche 62 % der berechtigten Bevölkerung gegen COVID-19 zu impfen. Bis zum 6. April hatten 85 % der erwachsenen Bevölkerung eine Dosis des Impfstoffs erhalten.

Iran

Der Iran meldete am Mittwoch eine Rekordzahl von 20.954 COVID-19-Neuinfektionen an einem Tag. Nach den zweiwöchigen Festtagen zur Feier des Persischen Neujahrs erlebt das Land derzeit einen Anstieg der Infektionen.

Südkorea

Südkorea hat die Zulassung für den Impfstoff COVID-19 von Johnson & Johnson erteilt. Damit ist er nach dem Impfstoff von AstraZeneca und Pfizer-BioNTech der dritte Impfstoff, der in dem Land zugelassen ist.

Japan

Das Kyoto University Hospital in Japan führte die weltweit erste Lungentransplantation von Lebendspendern an einer COVID-19-Patientin durch. Die Frau entwickelte nach einer Infektion mit COVID-19 eine schwere Lungenentzündung und erhielt Lungengewebe von ihrem Mann und ihrem Sohn.

Neuseeland und Australien

Neuseeland und Australien kündigten Quarantäne- und COVID-19-Testfreie “Reiseblase“ ab dem 19. April an. “Die Trans-Tasmanische Reiseblase ist der Beginn eines neuen Kapitels in unserer Antwort auf COVID auf dem Weg zur Wiederherstellung einer Normalität. Dafür haben die Menschen hart gearbeitet”, sagte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern.

Univadis, Medscape, coliquio, & Mediquality-Redaktion

Die aktuellen Covid-19-Updates inklusive einem Impfstoff-Tracker finden Sie hier >>

1. Sarah Issa: COVID-19 Die wöchentlichen Highlights rund um die Welt, univadis, 09.04.2021

Bild: © GettyImages/DKosig

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