
Auch wenn der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer in der Regel einen sehr guten Schutz vor schweren Covid-Verläufen bietet, kommt es in Einzelfällen selbst nach zweimaliger Impfung zu Durchbruch-Infektionen, die eine Krankenhausaufnahme erfordern.1
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Israelische Forschende haben jetzt 152 solcher Fälle ausgewertet. Dies entspricht in etwa der Hälfte all dieser Patienten in Israel.
Alle 152 Betroffenen (im Mittel 71,1 Jahre, 70 % männlich) hatten zwei Dosen des mRNA-Impfstoffes erhalten und die letzte Impfung war mindestens sieben Tage her, bevor sie aufgrund einer Covid-19-Erkrannkung stationär aufgenommen werden mussten. Bei 38 Patienten zeigte sich ein besonders ungünstiger Verlauf (kombinierter Endpunkt aus mechanischer Beatmung und Tod). 34 Patienten (22 %) verstarben an der Erkrankung.
Die untersuchte Kohorte war durch eine hohe Rate an Komorbiditäten charakterisiert, die für eine schweren Covid-19-Verlauf prädisponieren. So bestand bei 71 % ein Hypertonus, bei 48 % ein Diabetes, bei 27 % eine Herzinsuffizienz und bei jeweils 24 % eine chronische Nieren- oder Lungenerkrankung.
19 % litten an einer Demenz und 24 % hatten eine Krebserkrankung. Nur sechs Teilnehmende (4 %) wiesen überhaupt keine erkennbare Vorerkrankung auf. Bei 40 % der Betroffenen bestand eine Immunsuppression.
Einen höhere Viruslast war mit einem ungünstigeren Verlauf assoziiert. Ein größeres Risiko für ein schlechtes Outcome wurde auch bei einer Therapie mit anti-CD20-Wirkstoffen und bei niedrigeren Titern von anti-Spike-IgG beobachtet – dieser Unterschied war aber nicht signifikant.
Patienten mit vielen Komorbiditäten und/oder einer Immunsuppression scheinen somit ein gewisses Restrisiko zu haben, trotz vollständiger Impfung mit einem mRNA-Impfstoff schwer an Covid-19 zu erkranken. In weiteren Studien sollte untersucht werden, wie man diese Patienten identifizieren und mit weiteren Maßnahmen wie fortgeführter sozialer Distanz oder einer dritten Impfstoffdosis schützen kann.