29. Juli 2021

Schwerer Covid-19-Verlauf trotz vollständiger Impfung – was sind Risikofaktoren?

Auch wenn der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer in der Regel einen sehr guten Schutz vor schweren Covid-Verläufen bietet, kommt es in Einzelfällen selbst nach zweimaliger Impfung zu Durchbruch-Infektionen, die eine Krankenhausaufnahme erfordern.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

50% der Impfdurchbrüche analysiert

Israelische Forschende haben jetzt 152 solcher Fälle ausgewertet. Dies entspricht in etwa der Hälfte all dieser Patienten in Israel.  

Alle 152 Betroffenen (im Mittel 71,1 Jahre, 70 % männlich) hatten zwei Dosen des mRNA-Impfstoffes erhalten und die letzte Impfung war mindestens sieben Tage her, bevor sie aufgrund einer Covid-19-Erkrannkung stationär aufgenommen werden mussten. Bei 38 Patienten zeigte sich ein besonders ungünstiger Verlauf (kombinierter Endpunkt aus mechanischer Beatmung und Tod). 34 Patienten (22 %) verstarben an der Erkrankung.

Die untersuchte Kohorte war durch eine hohe Rate an Komorbiditäten charakterisiert, die für eine schweren Covid-19-Verlauf prädisponieren. So bestand bei 71 % ein Hypertonus, bei 48 % ein Diabetes, bei 27 % eine Herzinsuffizienz und bei jeweils 24 % eine chronische Nieren- oder Lungenerkrankung.

19 % litten an einer Demenz und 24 % hatten eine Krebserkrankung. Nur sechs Teilnehmende (4 %) wiesen überhaupt keine erkennbare Vorerkrankung auf. Bei 40 % der Betroffenen bestand eine Immunsuppression.   

Risikofaktoren für schweren Verlauf

Einen höhere Viruslast war mit einem ungünstigeren Verlauf assoziiert. Ein größeres Risiko für ein schlechtes Outcome wurde auch bei einer Therapie mit anti-CD20-Wirkstoffen und bei niedrigeren Titern von anti-Spike-IgG beobachtet – dieser Unterschied war aber nicht signifikant.

Patienten mit vielen Komorbiditäten und/oder einer Immunsuppression scheinen somit ein gewisses Restrisiko zu haben, trotz vollständiger Impfung mit einem mRNA-Impfstoff schwer an Covid-19 zu erkranken. In weiteren Studien sollte untersucht werden, wie man diese Patienten identifizieren und mit weiteren Maßnahmen wie fortgeführter sozialer Distanz oder einer dritten Impfstoffdosis schützen kann.

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