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Covid-19 in der Klinik

24. Feb. 2022
Obduktionsstudie

Die meisten Covid-19-Patienten versterben unmittelbar an der Infektion

Woran genau ein Mensch tatsächlich gestorben ist, erfährt man meist nur durch eine Autopsie – das gilt auch für Patienten mit Covid-19. Schon im April 2020 wurde das deutsche Covid-19-Autopsieregister (DeRegCOVID) ins Leben gerufen, das eine gemeinsame Auswertung zahlreicher Obduktionsfälle an unterschiedlichen Standorten ermöglicht.1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

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Autorin: Maria Weiß

Mehr als 1000 Obduktionen

Im Oktober 2021 umfasste das Register bereits 1.129 Obduktionsfälle mit über 18.674 dezentral gelagerten Bioproben an bundesweit 29 Standorten. Im Lancet haben Dr. Saskia von Stillfried vom Institut für Pathologie am Universitätsklinikum RWTH Aachen und ihr Team jetzt erste Daten zur Auswertung von 1.095 Obduktionsfällen vorgestellt.

Unter den mit Covid-19 Verstorbenen waren deutlich mehr Männer als Frauen (1,8 : 1). Bei den Männern zeichneten sich zwei Altersgipfel ab (65 – 69 Jahre und 80 – 84 Jahre), bei den Frauen zeigten sich in der Gruppe der über 85-Jährige die meisten Todesfälle. Bei etwa der Hälfte der Fälle lagen weniger als zwei Wochen zwischen den ersten Symptomen (bzw. dem ersten positivem Test) und dem Versterben – in 11 bis 14 % waren es mehr als fünf Wochen.

Diskussion um “mit” oder “an” geklärt

Das Argument einiger Impfgegner und Corona-Leugner, dass die Menschen nur mit und nicht an Covid-19 versterben, wurde widerlegt: In 86 % der Fälle war Covid-19 tatsächlich die zugrundeliegende Todesursache, nur in 14 % der obduzierten Fälle lag eine andere Todesursache vor und Covid-19 war nur eine Begleiterkrankung.

Die häufigste unmittelbare Todesursache bei den Covid-19-Patienten war eine respiratorische Insuffizienz aufgrund eines diffusen Alveolarschadens (DAD/ARDS), gefolgt von Multiorganversagen und bakterieller pulmonaler Superinfektion. Unterschiede zwischen Männern und Frauen wurden hierbei nicht beobachtet.

Die Auswertung hat gezeigt, dass ein nationales Obduktionsregister zuverlässige multizentrische quantitative Informationen über Covid-19-Todesfälle auf nationaler Ebene liefern kann. Damit ergibt sich die Möglichkeit, die medizinische Forschung, die politische Entscheidungsfindung und die öffentliche Diskussion durch entsprechende Daten zu unterstützen.

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